Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Eigenmumifizierung

Hadmut
18.1.2021 2:42

Wenn Ihr nicht bis zum Ende der Corona-Pandemie und des Lockdowns durchhalten wollt und Euch das zu lange dauert, habe ich gerade einen wunderbaren Alternativvorschlag entdeckt.

Mumifiziert Euch selbst, dann bekommt Ihr auch wieder Besuch. Die Australier empfehlen das als touristisches Besuchsziel in Japan:

Offenbar hatte da manche Mönche einer alten Form des Buddhismus die Meditationstechnik der Eigenmumifizierung verfolgt und können nun als eben solche besichtigt werden.

Hört sich so ein bisschen nach Yoda an. Sieht auch so aus.

Und das Programm dahin ist eine echt fröhliche Alternative zum Lockdown.

  • Erst mal drei Jahre lang nur von Nüssen und Samen ernähren und dabei rigorose Körperübungen und Sport, um jegliches Körperfett abzubauen. Der Körper muss fettlos werden.
  • Weitere drei Jahre nur Rinde und Wurzeln essen.
  • Ob dabei oder erst danach, wird nicht so ganz klar, dazu oder danach eben einen leckeren, giftigen Tee aus dem Saft des Urushi-Baums. Normalerweise lackieren sie dort Schüsseln mit dem Saft. Das macht einen spektakulären Teint. Und führt zu zu Erbrechen und Verlust der Körperflüssigkeiten, tötet außerdem noch etwaige Maden und Parasiten im Körper ab, die das Selbstmumifizierungsprodukt beeinträchtigen könnten. Wenn ich es recht bedenke, sollte man den Tee erst gegen Ende der drei Jahre einnehmen.
  • Normalerweise sei man nach je solch einem Tausend-Tage-Zyklus (=ca. 3 Jahre) mental bereit für den nächsten. Weil es aber so einen Spaß macht, haben manche Mönche die Zyklen auch wiederholt. Man gönnt sich ja sonst nichts. Einer hat das volle 20 Jahre ausgekostet.
  • Dann hören sie auf zu essen, trinken für 100 Tage noch Salzwasser und meditieren über die Erlösung der Menschheit, während sie auf den Tod warten.
  • Spüren sie den Tod nahen, wurden sie von ihren Schülern in eine eine Holzkiste auf dem Boden einer 3 Meter tiefen Grube gesetzt und lebendig begraben, noch mit etwas Kohle außenrum. Der Mönch bewegte sich nicht mehr und verharrte im Lotus-Sitz.

    Nach außen blieb nur ein dünnes Bambusrohr für etwas Luft und ein Glöckchen. Jeden Tag läutete er das Glöckchen um zu signalisieren, dass er noch lebt.

  • Läutete das Glöckchen nicht mehr, hat man das Rohr entfernt und die Kiste versiegelt.
  • Nach einiger Zeit hat man die Kisten wieder geöffnet. Die Prozedur funktioniert nicht bei allen. Wenn die verwest sind, hat man die Kiste einfach wieder versiegelt und sie vergraben gelassen. Die ganze Mühe für nichts.
  • Die, bei denen es funktioniert hat, hat man auf den Stand von Buddha erhoben und sie in Klostern zur Besichtigung ausgestellt. Touristenattraktion.
  • Geht auf einen Mönch des 11. Jahrhunderts zurück, der es schaffte, beim Sterben nicht zu sterben.

Wenn Ihr also nicht wisst, was Ihr im Lockdown und in der Quarantäne machen und sie nicht bis zum Ende abwarten wollt… und das Fernsehprogramm hilft auch dabei.