Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Schutzbrille

Hadmut
16.1.2021 14:19

Leser fragen – Danisch weiß es auch nicht.

Ein Leser fragt an, warum eigentlich ständig auf das Tragen von Masken hingewiesen und selbiges gefordert wird, aber nirgends die Rede von Schutzbrillen wäre, weil zum Schutz gegen COVID-19-Infektionen alle Schleimhäute, einschließlich der Augen, geschützt werden müssten.

Weiß ich nicht.

Ich kann mich erinnern, dass es damals so im Januar/Februar 2020 aus oder über China noch hieß, dass man sich auch über die Augen mit dem Virus anstecken kann. Ich hatte mir damals deshalb extra noch eine einfache Schutzbrille bestellt und da auch festgestellt, dass die blitzschnell ausverkauft waren. Es gibt nämlich normale, belüftete Arbeitsschutzbrillen und es gibt die gas- und partikeldichten, die man auch für Virenschutz braucht.

Das mit den Augen wurde also vor etwa einem Jahr definitiv schon mal beschrieben, weil ich mich damals eben um eine Brille gekümmert habe.

Keine Ahnung, warum keiner mehr davon redet.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass das bei vielen zu gesteigerter Panik oder völliger Ablehnung der Maßnahmen führt, wenn wir auch noch mit Schutzbrille oder konsequent gedacht mit Gesichtsvollschutzmaske – vulgo: Gasmaske – einkaufen gehen sollten.

Man kann da sehr leicht Leute in eine nur noch schwer zu kontrollierende Panik versetzen.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich so irgendwann um 2010 +/- 2 Jahre mal Zeit investiert habe, um mein damaliges GPS-Handgerät für Reisen mit openstreetmap-Karten geladen hatte, vorher hatte ich Australia4All (oder so ähnlich) drauf, ein Nachahmer von dem Africa-Projekt Africa4All oder so ähnlich, die dann aber beide zugunsten des Weltkartenprojekts OpenStreetMap eingegangen sind. Das steckte damals noch in den Kinderschuhen und ich wollte selbst fehlende Straßen aus meiner Wohnumgebung (damals bei München) einzeichnen. Also bin ich mit meinem damaligen Handgerät Garmin Etrex die Straßen und Fußwege auszumessen. Der damals verbaute Chipsatz (Gerät Baujahr 2007) war aber leider viel zu ungenau, womöglich damals auch noch das zivile GPS selbst, weshalb ich da ziemlich kritischen Blickes hin und hergelaufen bin und mit ärgerlicher Miene auf das Display geguckt habe – statt erkennbarer Wege hatte ich fast nur nutzlose Zickzack-Muster. Auf großen, weiten Wegen mit freiem Himmel in Afrika oder Australien funktionerte das prima, aber auf den kleinen Wegen zwischen den Häusern verlor sich das einfach in der Ungenauigkeit. Ich bin ein paarmal im Kreis und hin- und hergegangen, aber es wurde nicht besser.

Ich habe nichts gemacht außer auf Fußwegen in der Nachbarschaft und um Spielplätze herum langsam hin und herzugehen und stirnrunzelnd-kritisch auf das Display zu schauen. Mehr nicht.

Bald fiel mir auf, dass Mütter da hektisch ihre Kinder reinholten und alle verschwanden und ich da nach kurzer Zeit völlig alleine rumstand.

Das Modell des GPS-Empfängers hatte so ein knallgelbes Gehäuse, wie man das von Warngeräten kennt, und die dachten, ich messe da bedenkliche Werte für Radioaktivität oder Giftstoffe oder sowas.

Panik, nur weil ich langsamen Schrittes und grimmigen Blickes mit einem gelben, unbekannten Gerät in der Hand rumgegangen bin.

Würde ich nun mit einer Gasmaske zum Einkaufen gehen, würde die eine Hälfte Panik bekommen und die andere Hälfte versuchen, mir Maske samt Fresse einzuschlagen. Die an der Kasse, die mich für sowas mit „n’Abend Herr Danisch” grüßen würde, ist leider nicht mehr da.