Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

100%-Lockdown: Neokommunismus durch angewandtes Steinzeittraining

Hadmut
16.1.2021 0:52

Was ist da eigentlich schlimmer? Dass es nicht endet oder das Ende mit Schrecken?

Gerade geht hier rum, die Regierung plane, die Kontakte auf einen einzigen Menschen zu beschränken. Das wird nichts mehr mit dem flotten Dreier. Oder dem Besuch beider Großeltern.

Skatspielern empfehle ich, auf Schach umzusteigen.

Nun heißt es bei der WELT

Initiative will Europas Wirtschaft komplett runterfahren – bis null Neuinfektionen

Theoretisch könnte das funktionieren – aber nicht praktisch, weil wir immer noch eine gewaltige Migration und Flüchtlingsströme haben, die auf lockdown pfeifen und bei denen das auch keiner durchsetzt.

Mit dem Aufruf „#ZeroCovid“ ist in den sozialen Netzwerken eine Initiative angelaufen, die einen umfassenden Lockdown fordert. Europaweit solle die Wirtschaft heruntergefahren werden. Die Kosten sollen mit Abgaben auf hohe Einkommen und Vermögen gestemmt werden. […]

Dabei sei es ihnen besonders wichtig, dass die Schwächeren und Schwächsten nicht auf der Strecke blieben, sagte Kube. Um das zu gewährleisten, fordert die Initiative europaweite Covid-Solidaritätsabgaben auf hohe Vermögen oder Unternehmensgewinne. Etwaige Lohnausfälle sollen durch ein breit aufgestelltes soziales Rettungspaket aufgefangen werden.

Hört sich an wie eine Mischung aus der SED-LINKEN und den Grundeinkommensspinnern. Wenn keiner mehr was arbeitet und es nichts mehr zu kaufen gibt, welche Rolle spielt es dann, wieviel Geld man hat?

Ist es nicht eher so, dass da die Kommunisten die Gunst der Stunde nutzen wollen, um den Euro-Kommunismus zu installieren?

Wenn da schon das Wort „solidarisch” drin vorkommt. „solidarisch” ist das Tarnwort für „kommunistisch”, so wie man „demokratisch” für „sozialistisch” verwendet.

Wobei ich dem Plan ja grundsätzlich gar nicht mal strukturell abgeneigt wäre.

Nur: Es gibt ja keinen 100%-lockdown. Es würden ja schon sprachlich nicht mal alle verstehen, was man von ihnen will. In Berlin versteht ja schon kaum einer die Straßenverkehrsordnung, von befolgen will ich gar nicht erst reden. Es gibt doch hier ständig jede Menge Parties, bei denen sich niemand an die Distanzgebote und Verbote hält. Und die Grenzen sind auch nicht dicht.

Wir würden zwar einen Dämpfer erreichen und das kurzzeitig runterfahren. Aber eben nicht auf Null. Dann ging’s nur wieder von vorne los.

Und selbst wenn. Angenommen wir würden es schaffen, die Corona-Zahlen in Deutschland oder auch Europa auf Null zu bringen. Wie lange würde das halten? Zwei Stunden oder doch drei? Gar einen Tag?

Solange hier nämlich nicht nur ständig Leute regulär ein- und ausreisen, die man noch in Quarantäne nehmen könnte, sondern wie bekloppt Leute eingeschleust werden, ist das alles nutzlos.

Oder wärt Ihr bereit, sämtliche Schlepperschiffe im Mittelmeer zu versenken, weil das deutlich weniger Tote wären, als sie dann hier verursachen?

Eine feste Grenze zur Türkei zu bauen, die nicht mehr durchdringlich ist?

Den Lockdown mit Gewalt durchzusetzen?

Womit durchsetzen? Wer soll das durchsetzen? Wo soll soviel Polizei herkommen?

Und mal blöd gefragt: Wenn die Polizei Leute überprüfen und festnehmen/nach Hause schicken muss, dann ist es kein Lockdown, weil sie ja dann mit der Polizei Kontakt haben.

Und wie läuft das mit den Lebensmitteln? Jeder für 3 Wochen Lebensmittel in die Wohnung? Und wer das Geld nicht hat oder keine Wohnung?

Wer kommt auf so eine Milchmädchenrechnung und Phantasieidee?

Zu den Erstunterzeichnern gehören nach Angaben der Initiative etwa die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die Autorinnen Margarete Stokowski und Teresa Bücker sowie der Sea-Watch-Aktivist Ruben Neugebauer. Auch viele Wissenschaftler und Angestellte aus dem Gesundheitsbereich hätten demnach unterschrieben.

Die versammelte Dummeria?

In Australien und Neuseeland ist das Vorhaben „Zero Covid“ auf Erfolg gestoßen, Wissenschaftler machen dafür eine harte Shutdown-Strategie verantwortlich.

Ja.

Und wie nur der Insider und Globetrotter der Gattung alter weißer Mann weiß, aber vielleicht nicht die Geographie-Studentin Langstrecken-Luisa: Australien und Neuseeland sind so topologisch gesehen Inseln. Mit sehr, sehr, sehr viel und noch viel mehr Wasser außenrum.

Die haben keine Landwege, die sich kontrollieren müssten oder die man nicht kontrollieren kann.

Und sie haben auch nicht solche Dummtussen wie Carola Rackete oder unsere Kirchen, die Schlepperboote steuern oder finanzieren. Die sind da im Gegenteil ziemlich rigoros und packen Leute, die da unerlaubt ankommen, auf eine einsame Insel. Die dürfen nicht nach Australien.

Als ich das erste mal in Darwin war, und mir dort den Hafen und den Pier angesehen habe, hatte ich mich noch gewundert, weil sie dort so viele so schöne Schiffe und Boote haben, alle sorgsam gepflegt und sorgfältig dort vertaut, während etwas vor dem Hafen so vielleicht 30, 40 oder 50 Boote und kleinere Schiffe völlig nachlässig und ohne jeden Schutz oder Fender einfach zusammengeknotet auf dem Meer schaukelten, da irgendwo festgemacht waren, und ständig aneinanderstießen. Ich fragte die Leute dort, warum man denn so schlecht mit diesen Booten umgehe, die gingen doch kaputt, warum das keinen störe, wo man sich doch sonst so viel Mühe gebe. Man sagte mir, da käme es nicht mehr drauf an. Das seien die von der Marine beschlagnahmten Boote von illegalen Einreiseversuchen. Die Marine verwende die für Schießübungen. Blanke Zeitverschwendung, die noch hübsch anzubinden.

Die sind nun mal dort in der Lage, alle Zureisen über das Wasser und die Luft voll zu überwachen und schon lange vorher zu sehen, wer sich ihnen nähert. Da gibt es auch nicht viel Verstecken auf dem Meer. Und keine Schlepper-Antifa.

Und in Neuseeland versuchen das sogar ganz wenige, ich glaube sogar gar niemand, oder könnte mich nicht erinnern, davon schon mal gelesen zu haben, weil die in Neuseeland nämlich ganz weit weg und so richtig weit draußen sind. Da kommt man nicht mit dem Schlauchboot hin.

Und es funktioniert, weil – richtig – beide, Australien und Neuseeland, eben Kolonien sind oder waren, und deshalb ein einheitliches, geordnetes Staatswesen. Das ist nicht immer gut, und viele haben was dran auszusetzen, aber sowas können sie. Sie haben jeweils eine Regierung, die eine Sprache spricht, die alle verstehen.

Und was auch nicht jedem so bekannt ist:

Die haben da sehr, sehr viel Platz. Die können da nicht nur Abstand halten, wenn sie wollen. Die wollen auch, wenn sie nicht müssen. Da gibt es Gegenden, wo man mehrere hundert Kilometer vom Nachbarn weg ist. Die haben das Homeschooling dort erfunden, denn das gab es dort schon lange, dass die Farmerskinder per Funkgerät am Unterricht teilnehmen müssen. Da gibt es Gemeinden, die praktisch gar keinen Außenkontakt haben.

Dafür haben sie dort in Australien und Neuseeland verdammt wenig Durchgangsverkehr aus Nachbarländern.

Deshalb liegt es eben nicht nur an deren striktem Lockdown (an den sich auch nicht alle halten).

In Neuseeland haben sie meistens auch gar keinen Lockdown, wenn nämlich die Zahl der bekannten Infizierten im ganzen Land wieder mal bei Null ist. Sie sind nicht der Meinung, dass sie einen Lockdown brauchen, wenn gerade keiner infiziert ist.

Deshalb ist es völlig dämlich zu glauben, dass ein totaler Lockdown hier dieselbe Wirkung hätte wie in Australien oder Neuseeland.

Und ich kann mich nicht erinnern, dass hier jemals irgendwer gefordert härte, Flüchtlinge aus Syrien oder Afrika usw. gar nicht mehr reinzulassen oder auf eigene Kosten in mehrwöchtige Quarantäne zu stecken, wie eben in Australien und Neuseeland.

Oder, wie die das gerade mit der Fluglinie Qantas machen, die Flüge komplett sperren und damit einfach dafür sorgen, dass keiner mehr reinkommt.

Man kommt nur noch mit dem Boot nach Australien. Und da ist die Quarantäne quasi schon mit drin, man muss aber nochmal.

Übrigens, und das wäre auch anzumerken: Australien hat auch schon längere Zeit keine Bürger mit Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltserlaubnis mehr rausgelassen. Das wäre hier grundrechtswidrig, aber dort nicht, denn sie haben keine. Der Grund war, dass sie diesen Leuten ja die Einreise nicht verwehren können, nur Corona auferlegen. Wer aber nach Australien zurückkehren kann, ohne dass man ihn völlig dran hindern kann, und damit das Virus einschleppen könnte, den haben sie erst gar nicht mehr rausgelassen.

Deshalb ist der Ansatz, es mit der Quarantäne in Europa wie in Australien und Neuseeland zu machen, enorm bescheuert.

Das ist geographisch und politisch nicht übertragbar.

Und von Marxistenspinnern wie Margarete Stokowski oder Geographiestudentinnen wie Luisa Neubauer erwarte ich da auch keinerlei Kenntnis oder Einsicht mehr. Da gibt es bei mir inzwischen so eine Kategorie „Weibchen”.

Geile Idee. Mitten in der Corona-Pandemie und im Lockdown, wo jeder nur noch im nächsten Supermarkt und sonst gar nirgens mehr einkaufen soll, dem LIDL oder ALDI noch ein paar Filialen wegzunehmen. Was macht man dann mit denen? Wem genau sollte man die gerade verkaufen? Als ob die wie Dagobert Duck im Geldspeicher baden und wir da einfach mal ein paar Säcke Taler und Dukaten abholen.

Da haben wir uns wirklich noch die dümmsten Leute eingetreten, die die Corona-Pandemie noch für ihren Schwachsinn missbrauchen wollen.

Als ob das nicht alles schon schlimm genug wäre.