Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Frau und Rechtschreibung

Hadmut
15.1.2021 12:29

Zum Großthema „Mit Frauen wird alles besser, Frauen müssen vertreten sein und teilhaben, mit Frauen wird alles besser”:

Schon mit der Rechtschreibreform fing der Ärger an. Erst hievte man jede Menge Frauen in die Politik, die aber nichts konnten und deshalb mangels Qualifikation auf eigentlich bedeutungslose Kultus- und Pädagogik-Posten gehievt wurden. Und weil sie nichts zu tun hatten, musste es dann eine Rechtschreibreform sein, damit sie irgendwas haben, womit sie sich wichtig fühlen können.

Die Reform wurde zur Katastrophe, schon mehrfach nachgebessert, trotzdem längst als Bildungskatastrophe erkannt, weil seither auch niemand mehr so richtig weiß (oder es überhaupt noch für wichtig hält), richtig zu schreiben. Ich merke das an mir selbst. So um das Abi herum war ich in Orthographie richtig gut. Das ist dann an der Uni schon etwas verloren gegangen. Seit der Rechtschreibreform ist mir mein Sprachgefühl deutlich verloren gegangen. So ähnlich, wie ich auch 10 oder 15 Jahre nach Einführung des Euro noch mit Preisen in DM verglichen oder umgerechnet habe, um Preise einzuordnen.

Irgendwo hatten sie auch mal geschrieben, dass man das intern längst eingesehen hat, dass die Rechtschreibreform großer Schwachsinn war, viel Schaden und Kosten angerichtet hat und man das besser hätte bleiben lassen, aber aus Staatsräson, der Frauenförderung wegen und weil eine Rückänderung zu teuer und politisch nicht durchsetzbar wäre, zudem noch willkürlicher erschiene, einfach unterbleibt. Man kann ja nicht zugeben, dass man da einfach den totalen Schwachsinn angerührt hat. (Anmerkung: der einzige Punkt, an dem ich der Rechtschreibreform überhaupt eine gewisse Logik zusprechen würde und sie akzeptieren könnte, sind die Regeln, wann ß und wann ss geschrieben wird. Alles andere halte ich für Sprachpfusch, gemacht von erkennbar Dummen.)

Anstatt daraus aber die Lehre zu ziehen, derlei Blödsinn künftig bleiben zu lassen, vermurkst man es immer mehr und immer schneller. Sogar das, was man eben noch selbst durchgesetzt hat, wird schon wieder verworfen und geändert, weil sie überhaupt nicht denken, nur Machtspiele spielen. Ich erinnere mal an den Punkt, den ich von dem Auftritt der „Neuen Deutschen Medienmacher” berichtet hatte. Dort hatte es geheißen, dass „Farbiger” zutiefst rassistisch sei, das dürfe man nicht sagen. Ich hatte eingewandt, dass man uns zur Zeit meiner Jugend und des Studiums noch eingehämmert hatte, dass „Neger” – zur Zeit meiner Kindheit noch ein völlig normaler Begriff – nunmehr rasisistisch wäre und man deshalb politisch korrekt „Farbiger” zu sagen hatte. Wie es denn käme, dass ein und derselbe Begriff eben noch gut und Pflicht war, jetzt plötzlich schlecht und verboten sei.

Ja, man wisse nun eben mehr, hieß es.

Was man denn nun wisse, was ich noch nicht wisse, wollte ich wissen.

Das wisse man nicht so genau, das lege der jeweilige Diskurs aktuell fest.

Das heißt, es geht gar nicht darum, eine bestimmte Rechtschreibung oder Sprache zu verwenden, sondern es geht darum, durch ständige Veränderungen Macht und Einfluss zu haben. Wie die Leute reden und schreiben, ist letztlich egal, Hauptsache, sie folgen ständig den Veränderungsanweisungen und lassen sich vor sich hertreiben.

Aber mit Frauen, so heißt es, würde alles besser.