Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Welche Art der Zensur ich noch besonders erwarte…

Hadmut
14.1.2021 1:32

Nämlich die, wie ich früher mal Hühner hypnotisiert habe.

Mir geht schon länger was durch den Kopf. Gerade aktuell wieder zu den Vorgängen am Capitol. Denn dort hat man alle Verdächtigen angeblich sofort (sobald sie identifiziert waren) auf die No-Fly-Liste gesetzt. Irgendwo gab es ein Video von Leuten, die am Flughafen erfahren, dass sie nicht fliegen dürfen.

Genau das wird zur Gewohnheit werden, nämlich gegenüber allen, die nicht politisch korrekt das sagen, was man hören will. Man wird sie nicht mehr fliegen lassen.

Man sperrt sie auf Twitter, auf Facebook, auf immer mehr digitalen Wegen.

Man sperrt ihre Konten, ihre Kreditkarten, man sperrt sie bei Paypal und als Geldempfänger.

Es fehlt noch, dass man ihnen die Handys und den Telefon- und Internet-Anschluss im Haus sperrt.

Und es fehlt noch, dass man ihnen die Fahrzeuge sperrt.

Es gibt jetzt schon Fahrzeuge, die per Kamera prüfen, wer drin sitzt. Früher gab es da Autos mit zwei verschiedenen Zündschlüsseln, damit Vati schnell fahren kann und der Sohnemann Fahranfänger nur langsam.

Es ist eine Frage der Zeit, bis man mit den zentral administrierten und gesteuerten Autos wie Tesla beispielsweise bei einem Pandemie-Lockdown oder eben nach einem Vorgang wie am Capitol oder auch für politisch nicht Korrekte eingegrenzt wird, wohin und wie weit sie noch fahren dürfen. Dann ist es eben nicht nur Amazon, die sagen, dass man mit ihren Servern nichts tun dürfe, was ihnen nicht gefällt, sondern früher oder später auch Tesla und andere Fahrzeughersteller.

Es gab ja neulich mal einen Rechststreit, in dem ein Fahrzeughändler einen Tesla mit irgendeiner Zusatzfunktion nicht weiterverkaufen durfte, und die da meinten, dass sie (typisch amerikanisch) auch nach dem „Kauf” da irgendwie noch die Kontrolle darüber behielten. Irgendwann heißt es dann, da wäre eine politisch inakzeptable Versammlung, nein, da darf man mit unseren Autos nicht mehr hinfahren.

Als es in Florida Wirbelstürme und Überschwemmungen gab, hat Tesla zentral die Kapazität und Fahrstrecke aller Fahrzeuge hochgesetzt, damit die Leute fliehen können. Weil es angeblich wohl so ist, dass alle die gleiche Batterie bekommen, aber die Kapazität per Computer auf das eingestellt wird, was die Leute tatsächlich auch bezahlen.

Können sie das zentral raufsetzen, dann können sie es ebenso auch runtersetzen. Gerade haben wir lockdown – also fährt das Auto beispielsweise nur noch 15 km um die Wohnung. Oder nur noch bis 21 Uhr. Oder nur noch, wenn die registrierten Personen drin sitzen. Oder nur noch zum Supermarkt.

Das muss man sich klarmachen: Die Beschränkungen, die wir jetzt bei Social Media, Zahlungsdienstleistern und Flugreisen sehen, wird es bald auch bei Telefon, Internet und Autos geben.

Just, wie ich so drüber nachdenk, schickt mir ein Leser einen Link auf eines der unzähligen Polizei-Rudel-verfolgt-Räuber-Videos aus Amerika. Dieses aber hat eine Besonderheit. Achtet mal drauf, wie die das Fahrzeug anhalten:

Der Reporter überschlägt sich fast, wie schön das PIT-Manöver durchgeführt wird (PIT=pursuit intervention technique).

Die müssen das Fahrzeug nicht ernstlich beschädigen, sondern nur, wie der Reporter sagt, antippen, oder, wie gezeigt, zu einer vollen Drehung bringen, und schon schaltet sich das Fahrzeug ab. Das erinnert mich zunächst mal daran, wie ich früher mal Hühner hypnotisiert habe, die sind dann auch einfach stehen geblieben, wenn man sie an der richtigen Stelle unerwartet antippt.

Der Reporter erklärt aber, dass die Fahrzeugelektronik und deren Schutzschaltungen das Fahrzeug und die Benzinzufuhr abschalten, wenn die einen Zusammenstoß oder eine Drehung registrieren. Das heißt, die Polizei kann jetzt schon ein modernes Fahrzeug während der Fahrt abschalten, nur eben nicht per Funk, sondern – was auch schwerer außer Funktion zu setzen wäre – indem man das Fahrzeug mit einem PIT-Manöver zu einer Drehung bringt.

Das wird dann früher oder später darauf hinauslaufen, dass das Fahrzeug statt eines Zündschlüssels generell eine Fahrerabfrage macht, prüft, ob der Fahrer befugt ist und eine Fahrerlaubnis hat, auch dann, wenn es ein Mietwagen oder eine gestohlenes Fahrzeug ist, und dann abfragen, wohin derjenige überhaupt noch fahren darf.

Da wird man dann auch irgendwelche Umweltmarotten durchsetzen, dass nur noch der in die Stadt fahren darf, der eine Erlaubnis hat.

Jede Wette, das wird irgendwann kommen.

(Was eine Mogelwette ist, weil ich ja gewinne, wenn es kommt, aber nicht verlieren kann, weil es ja dann einfach nur länger dauert.)