Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

„Impfstoffnationalismus”

Hadmut
5.1.2021 14:38

Vom knalldummen Geschwätz der Politik und der Medien.

Könnt Ihr Euch noch erinnern?

  • Am Jahresanfang hieß es, jeder der vor dem Corona-Virus aus China warnt, gar mit Maske rumläuft und Reisebeschränkungen fordert, ist ein übler Nazi.
  • Dann war es plötzlich umgekehrt. Dann war jeder – bis gerade eben – noch ein Nazi, der das Corona-Virus und seine Wirkung in Frage stellte, oder Masken und Isolation ablehnte. „Corona-Leugner”, auf einer Stufe mit „Holocaust-Leugner”.

    Und vor allem die, die sich nicht impfen lassen wollen: Alles Nazis.

  • Und innerhalb der letzten 48 Stunden gabe es wieder einen Wechsel:

    Nun sind auf einmal die Nazis, die nun fragen, wo denn der Impfstoff bleibt und warum nicht genug da ist, weil sie sich gerne impfen lassen würden.

    Weil nun der Begriff ein bisschen zu verbraucht ist und die erneute Kehrtwende zu auffällig wäre, nennt man das jetzt „Impfstoffnationalismus” oder sowas.

    Heißt aber: Jetzt jeder ein Nazi, der fragt, warum er sich nicht impfen lassen kann.

Die NZZ (als anscheinend auch Beschimpfte) dazu:

Die deutsche Regierung reiht sich lieber in die Warteschlange ein und lässt anderen Staaten den Vortritt, als sich den Vorwurf des «Impfstoffnationalismus» gefallen lassen zu müssen. Mit dem polemischen Wort wird der Normalfall zum Verdammungstatbestand entstellt: dass ein Land eigene Interessen artikulieren und verfolgen darf, ohne deshalb gleich zum rücksichtslosen Hasardeur zu werden.

Führende deutsche Politiker und zahlreiche Kommentatoren fremdeln mit einem solchen, in anderen Ländern völlig selbstverständlichen Pragmatismus. Merkel lobte noch Mitte Dezember «die Bestellung der Europäischen Kommission bei sechs Herstellern» als Muster europäischer Zusammenarbeit. Für die «Koordinierung bei den Impfstoffen» gratulierte die Kanzlerin der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Auch die SPD in Gestalt ihrer Gesundheitsexpertin Sabine Dittmar sah im Umstand, dass der Impfstoff «durch die EU-Kommission zentral beschafft und verteilt wird, einen grossartigen Beweis für die europäische Solidarität». Hätte man das Heft des Handelns nicht komplett in die Hände der EU gelegt, wäre Deutschland als «Impfstoffnationalist» erschienen. Davor warnte Frank-Walter Steinmeier im vergangenen Oktober.

Der Bundespräsident führte den Begriff in die Arena

In seiner Rede zur Eröffnung des Weltgesundheitsgipfels führte der deutsche Bundespräsident das böse Wort in die Arena. «Wenn wir», erklärte der Präsident, «nach der Pandemie nicht in einer Welt leben wollen, in der der Grundsatz ‹jeder gegen jeden und jeder für sich› noch mehr Raum greift, dann müssen wir die Pandemie mit einem Geist der Zusammenarbeit überwinden, nicht im Geist des Impfstoffnationalismus». Die Alternative ist jedoch falsch gestellt, das Urteil schief und der Begriff anmassend: Eine Pandemie sollte wie jedes Naturereignis nicht instrumentalisiert werden, um politischen Programmen zum Durchbruch zu verhelfen. Eine Pandemie sollte mit wirksamen Gegenmitteln bekämpft werden, nicht mit moralischen Dienstanweisungen von hoher Warte. Und man ist auch nicht Nationalist, wenn man die eigene Regierung kritisiert. Diese absurde Entwicklung hat die Debatte mittlerweile genommen.

Muss man sich klarmachen:

Der Impfstoff wurde in Deutschland und mit sehr viel von deutschem Steuergeld entwickelt, aber es bekommen ihn erst mal die anderen, damit wir hier nicht als „Nationalisten” dastehen. So eine Art altruistischer Selbstmord aus Antifaschismus.

Neulich tauchte schon irgendwo die Frage auf, warum wir eigentlich als deutsche Steuerzahler die südeuropäischen Länder mitfinanzieren, obwohl die dort

  • mehr Wohneigentum haben
  • deutlich früher in Rente gehen
  • höhere Renten bekommen

Ob wir uns also krumm und buckelig schuften, damit die dort angenehmn leben.

Ich will deshalb nochmal die Frage aufwerfen, ob wir – ohne es zu wissen – in einer Art verdeckten Reparationszahlungsmodus sind und ohne es zu wissen per Steuern und Abgaben (und nun auch den Impfstoff abgeben) irgendwelche Abzahlungen leisten.

Wäre es denkbar, dass das ein Teil der 2+4-Verträge zur Wiedervereinigung war? Merkel nur Kanzlerinnendarstellerin ist, so eine Art Stohfrau, ein Proxy?

Ist das vielleicht so, dass die Sache mit dem Impfstoff kein Versehen war, sondern von irgendwem explizit so entschieden wurde, dass die Deutschen da runterpriorisiert werden?

Was Bundespräsident Steinmeier angeht, so geht mir dessen zunehmend dummes Geschwätz immer mehr auf die Nerven (und nun auch ganz konkret auf die Gesundheit).

Was haben wir eigentlich Schlimmes getan, um von so einer Deppen-Kaste regiert zu werden?