Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

ARD Das Erste: Ferdinand von Schirach…

Hadmut
3.1.2021 20:47

Weil sich gerade viele Leute bei mir melden…

und mitteilen oder nach meiner Meinung fragen, was das soll, dass im Ersten und in den Dritten dieselbe Sendung „Ferdinand von Schirach…” käme, ob die jetzt das Programm eindampfen.

Das ist vielleicht etwas übernervös.

Das wurde doch in den letzten Tagen angekündigt und beworben. Sie haben den Fall mit dem entführten Kind (Jakob von Metzler), dessen Leben Polizisten retten wollten und deshalb dem Entführer Schmerzen angedroht haben, wenn er nicht sagt, wo das Kind ist, verfilmt.

Weil sie aber das Dilemma aus verschiedenen Sichtweisen zeigen wollten, haben sie es – soweit ich das verstanden habe – aus zwei Perspektiven. Einmal aus der der Polizei und der Eltern, und einmal aus der des Strafverteidigers, wobei ich nicht verstanden habe, ob sie den Strafverteidiger des Entführers oder des Polizisten meinen.

Der Gag daran soll sein, dass man sich durch Wahl des Ersten oder der Dritten aussuchen kann, in welcher Reihenfolge man die Perspektiven sehen will, um keine zu bevorzugen bzw. vorzugeben.

Und wenn man mal reinschaut, sieht man, dass im Ersten und in den Dritten was unterschiedliches läuft. Selber Fall, andere Betrachtung.

Ich weiß (noch) nicht, ob ich den Film gut finde.

Aber zumindest den Ansatz, etwas aus zwei Sichtweisen zu zeigen, finde ich hin und wieder gut, solange es nicht überhand nimmt und zur Dauermasche wird. Ich kann mich erinnern, dass es sowas vor Jahren schon mal im Fernsehen gab, und Clint Eastwood hat die Schlacht um Iwo Jima auch in zwei Kinofilmen gedreht, nämlich einmal aus amerikanischer und einmal aus japanischer Sicht. Auch der japanische Film Rashomon war ein Krimi, in dem jeder Beteiligte, über ein Medium sogar der ermordete Tote aus dem Jenseits, dem Gericht die Geschichte schilderte, und jeder komplett anders.

Ich habe grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden. Und schließlich fordert man (ich) ja ständig vom ÖRR, verschiedene Perspektiven zu zeigen.

Und man muss auch nicht sofort Feuer schreien, nur weil die Titel der Sendungen ähnlich aussehen. Man kann schon erst mal gucken, was dahinter steckt.