Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Sozialistische Stimmbandproben

Hadmut
2.1.2021 1:55

Ein DDR-Bürger schreibt mir:

Guten Abend Herr Danisch,

meine Frau hat es mir zwar strengstens untersagt, nach dem Genuss von Alkohol irgendwelche Mails zu verfassen, aber sei´s drum.

Frau Petra Pau hat ein Fachschulstudium zur Pionierleiterin/Lehrerin für die unteren Klassen gemacht (so hieß das damals in der DDR).

Neben guten Noten und einem gefestigten Klassenstandpunkt (mindestens Abzeichen für gutes Wissen in Silber, in Ost-Berlin in Gold) war ein Stimmtest eine der Grundvoraussetzungen zur Zulassung zum Studium. Dieser Stimmtest fand in einem Universitätsklinikum statt. Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung mitteilen, dass dieser Stimmtest anspruchsvoll war. Selbstverständlich wurde im Rahmen dieses Stimmtestes eine Untersuchung der Stimmbänder durchgeführt. Dazu wurde nach meiner Erinnerung (ich bitte um Verständnis, das war 1984) eine Träger erhitzt und in den Rachen gesteckt und über einen Spiegel die Veränderung in den Stimmbändern beurteilt. Ich bin sicher, diesen Test hätte Frau Pau nie bestanden, da sie bereits 1989 eine erkennbare Anomalie in der Stimme hat. Sie können hierzu gern recherchieren (ich hoffe, das ist nicht zu unhöflich). Es gibt/gab ein Video zur Auflösung der FDJ in der Jugendhochschule Bogensee 1989, wo Frau Pau sich äußert.

In ihrer Vita gibt Frau Pau an, Tochter eines Maurers zu sein. Zur damaligen Zeit war es noch üblich, auch eine Mutter zu haben. Damals gebärden Frauen und wurden damit Mutter. Wer die „Gebärende“ von Frau Pau war, ist leider kurzfristig nicht recherchierbar, aber durchaus machbar. Es ist nicht ausgeschlossen, dass aufgrund der bewusst nicht genannten Mutter eine Unterstützung der Jugendlichen Petra Pau durch die Partei erfolgte. Entweder war diese Systemkader oder genau das Gegenteil.

Ein ehemaliger Lehrlingskamerad, PDS, heute Dienststellenleiter einer PI im Osten, hatte mir Anfang der 1990er erzählt, wie toll er Petra Pau fand, trotz ihrer doch recht ungewöhnlichen Stimme.

Zusammenfassend und unter Berücksichtigung meiner doch sehr stringenten Ablehnung der Linken (habe diesen linken moralischen und ethischen Abschaum von 1968 bis 1989 selbst ertragen müssen), ist Frau Pau der Wolf im Schafsfeld. Dieser Pumuckl (wie er von den Linken gern intern genannt wird) ist nicht gemäßigt. Sie macht auf Verständnis und ist knallhart.

Viele Grüße aus […]

Nun, zumindest diese Frage lässt sich ergoogeln. Hier findet man

Der Vater war Maurer von Beruf, ihre Mutter Fließbandarbeiterin und später Tierpflegerin.

Ob’s auch stimmt, ist eine andere Frage.

Generell glaube ich aber sowieso wenig von diesen angegebenen DDR-Biographien. Nicht nur, weil man ja gesehen hat, wie Biographien nach Ende der NS-Zeit gereinigt wurden, sondern auch, weil man mir damals in Dresen so ein bisschen was darüber gesteckt hat, wie sich da Schein und Realität unterschieden und wer da hinterher alles auf harmlos und Opfer gemacht hat.

Ich kann mich erinnern, schon mal davon gehört zu haben, dass man Stimmbanduntersuchungen mit erwärmten Instrumenten macht. Aber davon, dass man Lehrer anders als durch Lehrproben und Zuhören auf Stimmfähigkeit prüfte, davon glaube ich noch nie gehört zu haben.

Aber es stört mich ja generell, wie leicht und ungeprüft SED-Täter bei uns in Bundestag, öffentlich-rechtlichen Rundfunk, öffentlichen Dienst, Universitäten kommen konnten.

Und dann auf Nazis schimpfen, obwohl sich die SED nach dem Krieg ganz geziel aus NSDAP-Mitgliedern rekrutiert und auf Plakaten um sie geworben hatte.

Warum ist nach dem Ende der DDR das ausgeblieben, was man immer als Entnazifizierung gefordert hatte? Eigentlich hätte man doch weite Teile der SED als Verbrecher einknasten müssen. Warum hat man die so gnädig behandelt?

Ein Deal?

War das damals alles abgekartet und vorab abgesprochen?

Oder ist es das, was ich neulich mal in Zusammenhang mit der Crypto AG, Wolfgang Schäuble und der CDU-Finanzierung beschrieben hatte, nämlich dass die DDR da praktisch alles abgehört und den extra fetten Kompromatkoffer hatte. Dass die SED wusste, wie sich die CDU in der Nachkriegszeit finanziert hatte, mit Fake-Panzerdeals und das alte Nazigeld für eine Nachkriegs-Untergrund-NSDAP da mit reinspielte. Und dass die SED anscheinend die Sache mit der Crypto AG spitzgekriegt hatte, Schäuble und Leiberich es deshalb so eilig hatten, die DDR-Kryptologen einzufangen.

Hat man die ganzen SED-Täter deshalb straflos gelassen und hier noch mit höchstbezahlten Posten ausgestattet, weil die damals wussten, wie man Kohl, die CDU und noch viele andere erpressen kann?

Schäuble müsste doch eigentlich schier platzen, wenn er damals der Anti-DDR-Geheimdienst-Onkel war und nun neben einer Petra Pau im Bundestagspräsidium sitzt.