Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Generation Joker

Hadmut
30.10.2019 0:13

Oder: Die Gelackmeierten.

Interessanter Artikel über die geplünderte Generation auf Zerohedge: Generation X Faces A Bleak, Impoverished Old Age

In 1991, demographers Neil Howe and William Strauss published their awkwardly titled tome “13th Gen,” about Generation X — the Americans born between 1961 and 1981. If Xers had paid attention, they would have committed suicide.

Bezieht sich auf Amerikaner vom Geburtsjahr zwischen 1961 und 1981. Wozu ich vom Jahrgang her ja auch gehöre.

Der Joker aus dem Film im Prinzip nicht, weil der Film in einer nicht näher erkennbaren (zumindest wäre es mir nicht aufgefallen) Vergangenheit spielt. Weil Bruce Wayne, später Batman, darin als Kind mitspielt (und die Batman prägende Ermordung der Eltern miterlebt), und der erwachsene Batman zur Batman-Spielzeit mindestens 30 ist, muss der Joker-Film etwa 20 Jahre vorher spielen, und weil Joker darin selbst so etwa 40 erscheint, müsste er im Batman-Film also schon etwa 60 Jahre alt sein. Aber mal egal, der Joker im Film ist ein einer Situation wie sie die beschriebene Generation heute ist, es ist ja eine in die Vergangenheit projizierte Realität von heute.

As Gen Xers passed through each stage of life, Messrs. Howe and Strauss predicted, they would find themselves living through the worst possible time to be whatever age they happened to be. They attended secondary schools turned threadbare by budget cuts. As they entered young adulthood, the government restored draft registration and abolished financial aid grants for college. When “13th Gen” came out, the oldest Xers were in their late 20s, in the middle of a deep recession that decimated their job prospects and made it impossible for them to pay off their student loans or save for retirement.

The trend continued. The oldest Xers are in their late 50s, but 47% have nothing saved for retirement; only 13% have more than $100,000.

Das ist ein interessanter Punkt.

Ich habe oft geschrieben, dass ich grundsätzlich mit meinem Geburtsjahr zufrieden bin und das für Glück halte, weil ich den zweiten Weltkrieg nicht mehr miterlebt habe (als kleines Kind aber noch einige Ruinen gesehen und selbst in einem Haus gewohnt habe, dessen Dachstuhl noch sichtbar geflickte Schäden einer Fliegerbombe hatte), bisher hier in durchgehend friedlichen Zeiten lebte, bisher nie eine Waffe brauchte und nie in einer solchen Situtation war, nie Hunger hatte, nie obdachlos oder Flüchtling war, dafür aber atemberaubende Entwicklungen wie den Computer, das Internet, die Digitalisierung miterlebt habe. Und ich glaube, dass diese Phase des Friedens und Fortschritts vorbei ist.

Auf der anderen Seite habe ich oft beschrieben, dass man mir persönlich übel mitgespielt hat.

Ganz am Anfang dachte ich, warum passiert sowas ausgerechnet mir.

Als ich dann die Webseiten zum Prüfungsrecht hatte (vor dem Blog), und ganz viele Hilferufe bekam, damals meldeten sich schon allein telefonisch etwa drei Leute pro Woche, plus E-Mail, habe ich gemerkt, dass das eben nicht nur mir passiert ist, sondern ganz viele Leute in ähnlicher Weise von Professoren und Prüfern akademisch gemeuchelt wurden, und jeder einzelne glaubte, es ginge nur ihm so. Die Medien haben es wieder mal geschafft, jedem, der nicht passt, einzureden, dass er ein isolierter Einzelfall sei und besser die Klappe hält.

Nachdem sich aber Einschätzungen anderer Leute häufen, die das ähnlich wie ich sehen, aber mit dem Unterschied, dass ich das für mich lange Zeit nur auf mich selbst bezogen habe, während die Ähnliches für die gesamte Generation beschreiben, grüble ich, ob das ein generelles Unbill für die weißen männlichen Angehörigen dieser Generation sei.

Silicon Valley is one barometer. Tech is the nation’s most dynamic sector. The Valley wields influence disproportionate to its quarter of a million employees. Tech is militantly, brutally, cartoon-villainously ageist. People over 35 — the “olds,” millennials call us — need not apply.

Five years ago, I wrote: “The median American worker is age 42. The median age at Facebook, Google, AOL and Zynga, on the other hand, is 30 or younger. Twitter, which recently got hosed in an age discrimination lawsuit, has a median age of 28.” Silicon Valley hasn’t done anything to reverse this dismal record.

Google just settled another age discrimination lawsuit. But they haven’t learned anything.

Brazen ageism sticks out even more in a P.C. culture where discrimination against women, ethnic minorities, LGBTQIA people and others prompts horror, as it should. Young people who don’t tolerate ethnic slurs call older folks slow, out-of-touch and stupid — remarks all the more baseless because they increasingly segregate themselves into dormlike apartment complexes and hipster bars where they don’t encounter anyone older than 40.

Ausgerechnet die Toleranten und Diskriminierungsfreien diskriminieren bezüglich des Alters.

“Google in 2014 began publishing diversity statistics and vowed to hire more women, minorities, and LGBTQ workers. But Google didn’t include diversity statistics for age in its diversity report, or even reference age. Incredibly, age remains invisible in Google’s 2019 diversity report,” marvels employment discrimination attorney Patricia Barnes.

Wobei sie die Generationen in den USA offenbar etwas verschobenen gegenüber unseren definieren, denn in Deutschland gehöre ich gerade noch zu den Boomern, in den USA offenbar nicht:

True to “13th Gen” the book, America’s invisible generation is heading into its final chapter, old age, at yet another awful time to be that age.

The boomers will shuffle off into the sunset, Social Security and Medicare benefits intact. Gen Xers stare into the abyss, bleakly contemplating starvation and dying of diseases for which they can’t afford medical treatment as the political system moves closer to granting corporate conservatives one of the dearest items on their agenda: abolishing or privatizing — which, if you’re poor, is jargon for eliminating — Social Security.

“Out With the Old, In With the Young,” an opinion essay by 40-year-old Gen Astra Taylor in The New York Times, provides a glimpse at how the ruling classes plan to take away government entitlement programs from Generation X: by disempowering them politically. […]

Es ist eine interessante Frage, wie diese ganze Klima-Diskussion da reinpasst. Denn es geht darin ja darum, dass nur die Jungen bis etwa 25 politisch noch relevant sein dürften und alles Ältere nicht zurechnungsfähig sei.

Es gab ja schon die Sprüche, dass das nur die Jungen entscheiden könnten und dürften, weil nur die noch so lange mit dem Klima leben könnten und und dürften.

Geht es da um eine Generationenspaltung, die moralische Konstruktion des Unterfangens, die Alten demokratisch kaltzustellen?

Ich habe noch einen Stapel Hinweise, den ich noch bearbeiten muss, wonach es Extinction Rebellion nicht um das Klima ginge, sondern das ein übler kommunistischer Verein sei, der einen Gesellschaftsumsturz will. Vielleicht geht es gerade darum, diese Generation, zu der ich da gehöre, nicht nur auszuplündern, sondern in der öffentlichen Meinung kaltzustellen, weil sie dem Kommunismus im Weg steht.