Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ich, großer Krieger!

Hadmut
17.10.2019 16:12

Ich werde gerade belehrt. [Nachtrag]

Ein Leser schreibt mir, dass das Ungemach meiner Promotion eine Folge meiner Eigenschaft als Kombatant sei.

Ich nämlich sei deshalb ein großer Krieger.

Was mich erstaunt. Ich war zwar mal zum Grundwehrdienst bei der Bundeswehr, aber soviel kann ich versichern, für einen großen Krieger haben die mich ganz sicher nicht gehalten.

Das Problem an der Sache sei ein rechtliches. Von dem wusste ich tatsächlich, aber die rechtlichen Auswirkungen habe ich nicht so durchdacht.

1945 nämlich hätte nur die Wehrmacht, aber nicht das deutsche Reich kapituliert. Daraus folge aber völkerrechtlich eben nur ein Waffenstillstand, kein Kriegsende. Weil man den Kampf zwar mit einer Armee, den Krieg aber mit einem Staat hat.

Das stinke zwar Meilen gegen den Wind nach Reichsbürger, sei aber trotzdem so. Reichsbürger hin oder her, es gebe eben kein juristisches Ende des Deutschen Reiches, und das befinde sich deshalb formal noch immer im Krieg mit Gott und der Welt. Das war auch nicht mehr anders zu machen, weil formal keiner mehr da war, der für das Deutsche Reich irgendetwas hätte erklären können.

Der Witz daran sei aber, dass das beabsichtigt und nicht nur ein Versehen, Versäumnis oder Folge widriger Umstände sei. Genau das nämlich sei der Grund, dass die USA einfach so und ohne vorherige Kriegserklärung und ohne UN-Mandat in andere Länder dieser Welt (Korea, Vietnam, Afghanistan, Irak, Syrien…) einmarschieren könnten und auch keiner was sagt.

Erstaunlich. Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Ich hatte mich gewundert, dass die USA das als Weltpolizei einfach so tun und machen, und die Russen manchmal auch, aber warum da keiner was sagt und die formal den Krieg nicht erklären müssen…? Ich fand’s mal komisch, habe aber nicht drüber nachgedacht.

Der Grund sei aber, dass der zweite Weltkrieg nicht beendet sei.

Im Prinzip läuft das alles noch als Fortsetzung des zweiten Weltkriegs. Das wäre der Grund, so der Leser, warum von denen niemand UN-Mandat und Kriegserklärung verlangt. Und ich hatte ja geschrieben, dass das inhaltlich immer noch Fortsetzungen des zweiten Weltkrieges Westen gegen Kommunisten sind. Anscheinend nicht nur inhaltlich, sondern auch staats- und völkerrechtlich.

Wir sind nicht nur formal immer noch im Zweiten Weltkrieg, auch die Kämpfe dauern noch an. Nur eben woanders.

Zu meiner Promotion schreibt er:

Die Verbindung zu Dir: Du bist Bürger eines Landes, mit dem sich die USA noch immer im Krieg befindet. Durch die Kapitulation der Wehrmacht und den auf Grund dessen erlassenen Regelungen sind den USA Kontrollrechte zugestanden wurden, die sie wohl in Deinem Falle umgesetzt haben. Aus deren Sicht hättest Du einem Feind der USA einen militärischen Vorteil verschafft, auf den die USA selbst keinen Zugriff gehabt hätte. […]

[Im Militärbereich der USA] gilt die Regelung, dass eigentlich nur in den USA hergestelltes Material eingesetzt werden darf. Es gibt allerdings die Ausnahme, dass wenn das Material nicht in den USA beschafft werden kann, dieses aus NATO-Mitgliedsstaaten, also auch aus Deutschland beschafft werden darf. Will heißen: Deutschland ist eine akzeptierte Quelle für Material auf der einen Seite, auf der anderen Seite wird aber alles getan um zu unterbinden, dass Deutschland im Besitz von etwas ist, worauf die USA keinen Zugriff hätte. Du mit Deiner Kryptologie stehst da hochqualifiziert vollkommen den amerikanischen Interessen im Weg. Und musst(est) es leider spüren.

Heißt: Ich hätte schon Kryptographie betreiben können, wenn ich das US-Militär beziehungsweise die US-Regierung damit beliefert hätte. Quasi als intellektueller Vasall.

Weil ich aber Methoden beschrieben habe, die vor staatlicher Kommunikationsüberwachung schützten und damit Kommunikationstechnik gebaut hätte, von der man nicht mal hätte erkennen oder nachweisen können, dass überhaupt zwei Leute miteinander kommuniziert haben, war das etwas, was ein Staat, mit dem man im Krieg ist, keinesfalls tun durfte.

Das würde allerhand erklären, nämlich

  • Warum der BND da die Finger drin hatte,
  • warum die Professoren auf einmal durchgedreht haben, obwohl intern die Arbeit schon als bestanden eingetragen war und die Auszeichnung erfolgen sollte,
  • warum der Doktorvater urplötzlich wollte, dass ich alles wegwerfe und mit einem komplett anderen, harm- und nutzlosen Thema neu anfange,
  • warum mich die Universität wissen ließ, dass es gar nicht um den Doktorgrad an sich ginge, den würden sie mir geben, sondern darum, mich aus dem kompletten Forschungsbereich für immer rauszuhalten,
  • warum besonders diese Stellen in der Dissertation ganz besonders lächerlich machen und mich als Vollidioten hinstellen wollte,
  • gleichzeitig sagte, ich könne offenbar gar nichts und wäre totalunfähig und nur ein trotteliger Tölpel, und dass man mich nicht durch andere Prüfer prüfen könnte, weil man keine habe, die fachlich mit mir mithalten könnten,
  • warum man unfähige Leute, die nicht mal genau wussten, was eine Primzahl ist, in IT-Sicherheits-Professuren bugsiert hat.

Einige Punkte hatte ich nie so richtig verstanden.

Nimmt man noch dazu, dass die Universitäten chronisch linksextrem sind und zum Kommunismus neigen, muss das aus Sicht der USA eine feindliche kriegerische Handlung gewesen sein. Und die haben dann ihren Deputy BND losgeschickt, da mal was dagegen zu machen.

So wird’s rund.

Wäre noch zu klären, welche Rolle das Verwaltungsgericht und das Bundesverfassungsgericht darin spielen. Das Verwaltungsgericht hat die Sache schon massiv gefälscht und Recht gebeugt, im wesentlichen der Vorsitzende Richter im Alleingang, der vorher Mitarbeiter beim Bundesverfassungsgericht war, und dann eben Susanne Baer, die vorher in den USA studiert hat und dort eine Honorarprofessur in einer Unigegend hat, die als extrem geheimdienstverseucht gilt.

Das passt eigentlich durchgehend zusammen.

Ich, großer Krieger, der im Zweiten Weltkrieg gekämpft hat. Wenn das mein Opa noch erfahren hätte…

Was für mich jetzt eine andere Frage aufwirft: Wenn das alles formal so ist, kann ich mich dann eigentlich in einem anderen Land als Kriegsflüchtling bewerben?

Und wie würden die reagieren, wenn ich mich dort damit vorstelle, dass ich gerade auf der Flucht vor dem zweiten Weltkrieg bin? Das Gästezimmer mit der weichen Tapete?

Nachtrag: Habe ich das dann richtig verstanden, dass wir als Deutschland eine Menge Kriege in der Welt beenden könnten, indem wir den USA und den Vereinten Nationen als Staat einen Brief schicken, darin die Kapitulation erklären und damit den zweiten Weltkrieg formal beenden, damit also diversen Kriegen die Rechtsgrundlage entziehen?