Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Unerwarteter Gegenverkehr

Hadmut
16.10.2019 19:53

Ein hochinteressanter Leserhinweis zum Reiseverkehr mit Panzern.

Ich hatte doch vorhin und früher über diese Überlegung geschrieben, dass Hitler und das Dritte Reich ein Riegel gegen den Weltbolschewismus war.

Ein Leser schickt mir gerade drei Hinweise auf etwas, was ich noch nicht wusste:

Worum geht’s?

Der russische Präsident Putin habe wichtige Archive geöffnet. Und dabei sei Überraschendes (ist es wirklich überraschend?) zu Tage gefördert worden.

Hitler hatte ja am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfallen. Nun aber sei herausgekommen, dass eigentlich die Sowjetunion Deutschland überfallen und vernichten wollte, und das nur eine Woche später.

Man hatte sich oft gewundert, warum die Deutschen es eigentlich so schnell geschafft hatten, in Russland einzufallen. Der Grund sei gewesen, dass die Russen bereits alles für den Krieg vorbereitet hatten, neue Straßen gebaut, Bahnlinien in Ordnung gebracht, alles auf hindernisfreien Durchzug gestellt, und dann seien die Deutschen eine Woche früher gefahren, selbe Straßen, nur in entgegengesetzer Richtung.

Ich muss zugeben, die Variante kannte ich noch nicht.

Es drängt sich der Gedanken auf, dass der Angriffsplan bekannt war und man ihm zuvor gekommen ist, aber es heißt auch, die hätten es nicht (jedenfalls nicht so genau) gewusst (Satelliten und sowas gab es ja noch nicht, unten habe ich aber noch ein paar Gedanken dazu) und es wäre mehr oder weniger zeitlich Zufall gewesen. Es würde zumindest erklären, warum die sich so über riesige Panzerfabriken gewundert haben, die sie da gefunden haben.

Mal aus dem WELT-Artikel:

Neue Forschungen belegen: Nicht nur Hitler plante einen Angriffskrieg auf die Sowjetunion, auch Stalin und seine Genossen rüsteten früh auf zum Kampf gegen den Westen. Bei den Plänen der Sowjetunion für einen ideologisch bedingten Vernichtungskrieg soll Deutschland eine Schlüsselrolle gespielt haben. […]

Die sowjetische Propaganda stellte diesen Überfall entsprechend heraus, blendete aber zugleich das fast zwei Jahre währende deutsch-sowjetische Kriegsbündnis und vor allem die eigenen Angriffsabsichten aus.

Die neuesten Aktenfunde in den Moskauer Archiven belegen nämlich, dass die Sowjetunion ab Ende der 1920er Jahre, besonders intensiv nach dem sogenannten Schwarzen Freitag (Beginn der Weltwirtschaftskrise, 25. Oktober 1929), zum ideologisch bedingten Vernichtungskrieg gegen den Westen massiv aufrüstete. Stalin und seine Genossen gingen davon aus, dass die Krise bald in einen „imperialistischen Krieg“ münden würde, der wiederum die Voraussetzungen für den revolutionären Angriffskrieg schaffen würde.

Im Januar 1930 entwarf der spätere Marschall Michail Tuchatschewski die Konzeption des „Vernichtungskriegs“ gegen den Westen, die einen massenhaften Einsatz von Panzern (50 000), Flugzeugen (40 000) sowie den „massiven Einsatz von chemischen Kampfmitteln“ vorsah. Das Ziel des Angriffskrieges war, die kommunistische Herrschaft in Europa und der Welt mit Waffengewalt zu verbreiten.

Was die Frage aufwirft, ob es ohne Hitler nicht noch viel schlimmer geworden wäre als mit, und ob irgendwer von uns da heute überhaupt leben würde. Wenn sich das so bestätigen lässt, müssten wir uns alle, einschließlich der Antifa, die Frage gefallen lassen, ob wir nicht genau diesen Vorgängen unsere blanke Existenz verdanken. Ich für mich zumindest kann sagen, dann zumindest eine Familienlinie das keinesfalls überlebt hätte und ich damit nie existiert hätte.

Ich habe ja schon oft geschrieben, dass der Hass-Begriff „Nazi” für alles eingesetzt wird, was sich der Ausbreitung des Welt-Kommunismus in den Weg stellt. Wenn das so gelaufen wäre, dann ist das kein Wunder, dass die wie die Wahnsinnigen über die Nazis getobt haben. Stalin muss da wohl schier durchgedreht sein.

Und dann etwas, worüber ich auch schon oft geschrieben habe, nämlich dass der russische Kommunismus unbedingt das deutsche Reich haben wollte, wegen seiner Technik und Arbeiter:

Deutschland war durch Industriepotential und geopolitischer Lage wichtig

Und Deutschland kam in den Plänen der Bolschewiken für die Weltrevolution die Schlüsselrolle zu, und zwar aufgrund seines Industriepotentials, der Stärke seiner Arbeiterschaft, der künftigen disziplinierten Soldaten der Revolution sowie der geopolitischen Lage im Zentrum Europas. Die Bolschewiken betrachteten Deutschland als den Schlüssel zur Beherrschung Europas. Auf dem Weg dahin war allerdings das antikommunistische Polen zu überwinden.

Im Laufe des Jahres 1930 gelang es Tuchatschewski, Stalin für seine Idee des Vernichtungskrieges zu gewinnen. Ab Herbst 1930 wurden die sowjetischen Streitkräfte nach dieser Konzeption tiefgreifend umstrukturiert und umgerüstet sowie massiv ausgebaut.

Nun ist aber bekannt, dass die Amerikaner gute Spione hatten und zumindest in den schon seit 1900 die Telekommunikation an den Landesgrenzen überwachten. Es drängt sich sehr die Frage auf, ob es möglich ist, dass Briten und Amerikaner von diesen Plänen und der folgenden Aufrüstung nicht gewusst haben konnten. Da kann man sich jetzt drüber streiten. Satelliten und moderne Aufklärungsflugzeuge gab es noch nicht. Aber es war eine Hochzeit der klassischen Spionage mit Geheimkameras und Funkgeräten und sowas. Zumal es in der Sowjetunion mit Sicherheit sehr viele Leute gab, die den Bolschewismus nicht so gut fanden.

Was, wenn es genau diese Pläne dazu geführt haben, dass USA und Briten sich unter Zugzwang sahen, aber (noch) nicht als militärisch befähigt? 1930 ist genau das Jahr, in dem die NSDAP (wieder) hochkam.

Nach 1934 setzte die UdSSR die massive Aufrüstung fort. 1939 bestand die Rote Armee aus 1.931.962 Soldaten, sie verfügte über 10.362 Flugzeuge und 21.110 Panzer.

Zeitgleich erfolgte der rasante Aufbau der sowjetischen Kriegswirtschaft. Moderne Technologien, Anlagen und Waffenprototypen wurden im Westen eingekauft, finanziert mit Rohstoffexport (u.a. Getreide, Holz) und sogar mit gesteigertem Wodkaverkauf innerhalb des eigenen Landes.

Da muss man eine ganz pragmatische Frage stellen: Wer in der Welt hätte dem etwas entgegenzusetzen gehabt?

Die Briten noch nicht. Und die Amerikaner auch noch nicht. Aber offenbar die Deutschen, ein damals führender Industriestaat.

Die ideologisch bedingte Expansion war nicht nur eines der Hauptmerkmale, sondern vielmehr das Hauptwesen des ersten kommunistischen Staates, den die Bolschewiken auf den Trümmern des russischen Zarenreiches errichtet hatten, und zugleich identitätsstiftende Grundlage des internationalen Kommunismus. Den Sieg der kommunistischen Revolution in Russland betrachteten die bolschewistischen Anführer als den ersten Schritt zur Weltrevolution, und sie meinten das sehr ernst. Die heute zugänglichen Quellen aus den russischen Archiven, die teilweise veröffentlicht sind, lassen keinen Zweifel darüber, allerdings sind diese im Westen wenig bekannt, geschweige denn rezipiert.

Eigentlich müssten Briten und Amerikaner damals eine Höllenangst gehabt haben.

Diese Verweigerung gegenüber den historischen Fakten und Quellen ist zum einen durch ideologische und politische Verblendung zu erklären, zum anderen wohl durch die Angst, dies würde den deutschen Vernichtungskrieg gegen die UdSSR relativieren. Ob jedoch dies die Verfälschung der historischen Fakten rechtfertigt, ist stark zu bezweifeln. Mit wissenschaftlichen Grundsätzen ist das auf jeden Fall nicht vereinbar.

Tja. Die Legende des Überfalls auf den netten friedlichen Nachbarn Kommunismus. Was, wenn das eigentlich Notwehr war?

Es verwundert daher nicht, dass die heutige westliche Forschung die sowjetische Propaganda von der angeblich defensiven, ja „friedliebenden“ Außenpolitik der Sowjetunion weitgehend widerspiegelt. Die damalige sowjetische militärische Kriegstaktik wird nach wie vor als „offensive“ beziehungsweise „Vorwärtsverteidigung“ beschrieben, ein Kunstgriff der sowjetischen Propaganda, auf den zahlreiche westliche Forscher und Autoren hereinfielen, ich selbst nicht ausgenommen. Erst die umfassende und äußerst spannende Lektüre einschlägiger Dokumente in den Moskauer Archiven hat mich veranlasst, meine durch die westliche Forschung und kommunistische Propaganda geformte Meinung zu revidieren und weiterzuforschen.

Im Prinzip müsste man darauf die Geschichte des zweiten Weltkrieges weitgehend umschreiben.

Warum also wird das verfälscht dargestellt? Weil sonst die Frage nach der Rolle von Briten und Amerikanern aufkäme?

Erstaunlicherweise sind russische Historiker in dieser Hinsicht viel aufgeschlossener. Für nicht wenige von ihnen ist nicht die Frage interessant, ob Stalin Deutschland angreifen wollte, denn davon gehen sie aus, sondern wann er das beabsichtigte. […]

Fakt ist aber, dass ab 1930 die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft der Sowjetunion dem einen Ziel, den massiven Vorbereitungen zum revolutionären Eroberungskrieg, untergeordnet wurde. Um das durchzusetzen, überzogen die sowjetischen Kommunisten das ganze Land mit beispiellosem Massenterror gegen diejenigen, die diese Vorbereitungen „sabotieren“ und im künftigen Krieg das eigene Hinterland gefährden könnten.

Eigentlich ausgeschlossen, dass das in den USA und bei den Briten nicht bekannt gewesen wäre.

Warum aber sagte dann Hitler in dieser Tonbandaufnahme, wie überrascht er von den riesigen Panzerfabriken war? Wie wäre es möglich, dass das bei den Deutschen nicht angekommen sein könnte? Desinformation? Hätte man sonst einen Erstschlag nicht gewagt?

Anfang 1930 ließ Stalin auch die Zwangskollektivierung entscheidend beschleunigen und zugleich einen Vernichtungsfeldzug gegen die Bauern beginnen, um den breiten Widerstand gegen die Kollektivierung zu brechen. Es ging darum, sich uneingeschränkten Zugriff auf die bäuerlichen Erträge zu sichern, um damit die gigantische Aufrüstung zu finanzieren. In die kommunistischen Konzentrationslager wurden Hunderttausende Bauern und andere konterrevolutionäre Elemente eingewiesen oder gleich erschossen. Etwa 1,5 Millionen Menschen (meistens Kinder und Frauen) verschleppten die sowjetischen Kommunisten in den Jahren 1930/31 in die unwirtlichen Tiefen des Reisenreiches. Hunderttausende von ihnen starben in der Verbannung an Hunger, Kälte, Krankheiten und Entkräftung. Die meisten Opfer waren Kinder. In manchen Verbannungsorten betrug die Kindersterblichkeit im Frühjahr 1930 und 1931 um 10 % im Monat.

Sowas hätte dann ganz Europa geblüht. Da wird man sicherlich wenig zimperlich in der Wahl der Abwehrmittel gewesen sein. Die Frage ist, ob Hitler bei allem Horror da nicht trotzdem noch das geringere Übel war.

Im Jahre 1932 und 1933 folgte der Große Hunger, den Stalin und seine kommunistischen Genossen nachweisbar künstlich hervorgerufen hatten. Etwa zehn Millionen Menschen starben damals, davon etwa fünf bis sechs Millionen Ukrainer.

Mmmh.

Stalin, seine Genossen und der gesamte kommunistische Bürokratieapparat verwandelten in den 1930er Jahren die Sowjetunion in ein gigantisches Zwangsarbeitslager, und alles nur zu dem einen Zweck, das Land auf einen langjährigen revolutionären Eroberungskrieg vorzubereiten.

Wie geht man mit so einer Bedrohung um?

Wenn man sich da reinversetzt, dann bleibt eigentlich gar nichts anderes übrig als jedes noch so grausame und monströse Gegenmittel einzusetzen. Und da stand nicht viel zur Verfügung.

Lief dann aber nicht so gut, Klassenkampf fiel auch aus:

Der große Terror der dreißiger Jahre hat seine Wurzeln in den nicht wie geplant verlaufenden Kriegsvorbereitungen und den dabei erlittenen Rückschlägen. Er entwickelte Eigendynamik und erfasste nach und nach alle Sparten von Staat und Gesellschaft. Tiefgreifende Säuberungen innerhalb der Roten Armee, des Partei-, Staats-, Wirtschafts- und Sicherheitsapparats folgten in den Jahren 1937 und 1938. […]

Die Weltwirtschaftskrise mündete nicht im „imperialistischen Krieg“, wie Stalin gehofft hatte. In Deutschland kam Adolf Hitler an die Macht, wozu Stalin und die deutschen Kommunisten nachweislich und nicht unwesentlich beitrugen. Hitler baute seine Macht zur Diktatur aus und rüstete Deutschland innerhalb von wenigen Jahren wieder auf. Stalin hielt jedoch die antisowjetische Rhetorik Hitlers für ein Täuschungsmanöver, um Frankreich „einzulullen“, wie er es im Jahre 1935 formulierte. Stalin ging davon aus, dass das vorrangige Ziel Hitlers die Wiedereroberung der nach dem Ersten Weltkrieg verlorenen Gebiete sei, was ja in einem „imperialistischen“ Krieg münden musste. Die Ereignisse der Jahre 1938 und 1939 schienen Stalin Recht zu geben.

Es verwundert daher nicht, dass Stalin die Vorbereitungen zum Angriffskrieg gegen den Westen noch intensivierte.

Die fühlten sich stark.

Spätestens ab Ende 1940 bereitete sich Stalin nun sehr intensiv auf den Angriff auf Deutschland vor, wobei er trotz zahlreicher Warnungen nicht an die unmittelbaren deutschen Kriegsabsichten glaubte. Er ließ die Armee noch einmal grundlegend umstrukturieren, ausbauen und umrüsten. Im Frühjahr 1941 war Stalin unbestreitbar dabei, entlang der deutsch-sowjetischen Grenze die größte Invasionsarmee aller Zeiten aufzubauen, um im geeigneten Moment seinen deutschen Verbündeten zu überfallen. […]

Inmitten dieser Vorbereitungen, am 22. Juni 1941, überfiel NS-Deutschland die Sowjetunion, ohne dass Hitler und seine Generäle von den auf Hochtouren laufenden sowjetischen Kriegsvorbereitungen in ihrer Gesamtheit etwas geahnt hatten. Sie waren vor dem 22. Juni 1941 über den Stand der Kriegsvorbereitungen nicht „im Bilde“, wie es Goebbels am 19. August 1941 in seinem Tagebuch formulierte.

Vielleicht wussten sie davon nichts, aber andere.

Stalin dagegen betrachtete Deutschland als Schlüssel zur Beherrschung Europas und der Welt. Der Überfall auf die UdSSR endete für Hitlers Deutschland mit totaler Niederlage, die Sowjetunion konnte aber ihre Herrschaft bis an die Elbe ausbreiten – dazu noch mit dem Nimbus des Befreiers von der „faschistischen“ Terrorherrschaft, der bis heute gepflegt wird.

Eine interessante Sichtweise.

Wenn sich das nachprüfbar belegen ließe, dann wäre eigentlich die ganze Geschichte des zweiten Weltkrieges falsch erzählt.

Und dann wäre die Nummer mit „alles Nazis” und Demokratie und Antifa und dem ganzen Zeugs ein großer Fake.

Man müsste das mal überprüfen und sich überlegen, was passiert wäre, wenn es damals diesen Riegel gegen den Kommunismus so nicht gegeben hätte.

Wieviele Tote es dann gegeben hätte und wie die Welt heute aussähe.