Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Fotografische Seufzer

Hadmut
6.10.2019 13:38

Wenn man sich seine Traumobjektive nicht leisten kann…

FOCUS schreibt zum 50. Geburtstag des Berliner Fernsehturms, dss die Stasi leidenschaftlich gerne von oben herab fotografiert hat:

Die Stasi-Unterlagenbehörde BStU hat die 1983 gemachten Probeaufnahmen und die Analyse der Ergebnisse einschließlich Entwicklungsmethoden von 1984 nun online gestellt.

Fotografiert wurde von einer in 241 Meter Höhe befindlichen Außenplattform über der Kugel. Dabei kam heraus, dass Gesichter bei Sonne und klarer Sicht bis zu einer Entfernung von 800 Metern identifiziert werden konnten. Nummernschilder waren sogar noch lesbar, wenn sich das Auto 1,2 Kilometer weit entfernt befand.

Aber letztlich ging es der Stasi auch wie fast jedem Fotografen:

Geknipst wurde mit Pentacon- und Praktika-Kameras aus DDR-Produktion. Aufgesetzt wurden Objektive von Carl Zeiss Jena und Pentacon, aber auch ein Tokina-Objektiv aus Japan. Die Stasi-Fotografen bemängelten dabei, dass das besonders leistungsfähige Zeiss-Objektiv zusammen mit Stativ 25 Kilogramm wog und nicht recht handhabbar war, das japanische Produkt dagegen nicht einmal ein Pfund wog.

Sehnsüchtig dachten die Schnüffler daran, ein spezielles Nikon-Objektiv zu erwerben. Leider koste es 17.000 Westmark. Man hört beim Lesen dieser Zeilen beinahe die Seufzer des Autors: „Nach unseren Informationen ist zur Zeit noch keine Diensteinheit des MfS im Besitz dieses Objektivs, was wohl im hohen Anschaffungspreis begründet ist.“

Ja, das Gefühl kennt man. Geht mir gelegentlich auch so. Schon bitter.

Auch bei den Filmen neigte man weniger den heimischen Orwo-Fabrikaten zu, sondern eher dem englischen Ilford-Produkt XP1 400, das außerdem mit 5,60 D-Mark pro Kleinbildfilm günstig zu haben sei. Welche Technik am Ende verwendet wurde, geht aus dem Papier jedoch nicht hervor.

Stimmt. Ich habe auch Ilford und nicht Orwo verwendet.