Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Paxcounter

Hadmut
5.10.2019 12:04

Wie man automatisch Menschen zählt.

Manchmal gruselt’s mich darüber, wo wir angekommen sind.

Ich habe mich gerade nach ESP8266- und ESP32-Boards umgesehen (Wer die nicht kennt: Sowas wie der massiv aufgemotzte Nachfolger des Arduino. Wer das nicht kennt: Kleine Bastel-Computerchen in der Preiskategorie zwischen 1 und 5 Euro nackt und etwas mehr mit Zusatzteilen wie kleinen Displays, Funk und so weiter). Zufällig kam ich dazu auf ein Board, das als „Paxcounter” bezeichnet wird.

Paxcounter sind normalerweise diese Handzählgeräte aus Metall, die Stewardessen am Eingang des Flugzeugs verwenden und unauffällig drücken um mitzuzählen, wieviele Leute in das Flugzeug gestiegen sind.

Und das in elektronisch?

Wie nicht selten, liefern sie nicht nur die Elektronik, sondern gleich noch den Link auf Beispielsoftware. Darin heißt es zur Funktionsweise

Paxcounter is a proof-of-concept device for metering passenger flows in realtime. It counts how many mobile devices are around. This gives an estimation how many people are around. Paxcounter detects Wifi and Bluetooth signals in the air, focusing on mobile devices by filtering vendor OUIs in the MAC adress.

Das Ding schätzt die Zahl der Menschen, die vorbeilaufen, indem es die WLAN- und Bluetooth-Signale der Handys zählt.

Und so haben wir alle unsere Peil- und Zählsender ständig mit uns dabei.

Vor einiger Zeit gab es mal den Warnhinweis zu den elektronischen Reisepässen mit Chip. Man warnte davor, dass man „smarte Bomben” bauen könnte, die erst dann explodieren, wenn genug Amerikaner dran vorbeigehen. Eine Frage der Zeit, bis das jemand mit deren Handys macht, indem er rauspfriemelt, dass genug in den USA verkaufte Geräte oder amerikanische Mobilfunkkarten in der Nähe sind oder sowas.