Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Immer wütender

Hadmut
4.10.2019 0:25

Ein Leser rügt,

man würde mir anmerken, dass ich immer wütender würde.

Nun grüble ich:

  • Muss man die Wut konstant halten, auch wenn die Zustände täglich schlimmer werden, also eigentlich Igoranz an den Tag legen?

    Worin liegt eigentlich die Rechtfertigung der Wut, wenn sie nicht mehr in Zusammenhang mit den Zuständen steht?

  • Darf meinen einen konstanten Wutfaktor halten? Also quasi proportional zu den Zuständen wütender werden?

  • Warum eigentlich sind die Zustände in der Freiheit, das Maß vorzugeben, die Wütenden aber nicht nicht?

    Warum dürften die Zustände tun und lassen, was sie wollen, die Wütenden aber nicht?

  • Darf, soll, muss man anders schreiben, als man wütet?

    Dürfte ich es bei einer Divergenz von Wut und Schreibe noch wahrheitsgemäß „Ansichten eines Informatikers” nennen?

  • Wozu eigentlich die Mühe des Schreibens, wenn steigende Wut nicht auch vom Leser bemerkt würde? Wozu dann das Schreiben? Hat man dann überhaupt geschrieben? Und wenn ja, was, wenn nicht das? Wäre es nicht eine Form des sekundären Analphabetismus, wäre man nicht in der Lage, das zu transportieren?
  • Oder könnte es am Ende sein, dass einem die Zustände immer schlimmer vorkommen, weil man wütender wird?