Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ist Facebook Sekte oder Droge?

Hadmut
12.1.2017 0:21

Oh.

Ich bin doch nicht der einzige, der nicht bei Facebook ist. Ein Lehrer, der das auch nicht nicht, vergleicht Facebook mit einer Sekte.

Ich sehe es anders. Ich würde es eher mit einer Droge vergleichen. Es nervt, es schadet nur, aber keiner kommt davon weg.

Ich habe mal über Drogen geschrieben, dass ich die Vermutung hege, dass sie chemisch auf das Belohnungszentrum im Hirn wirken und deshalb das ganze Sozialverhalten kaputt machen. Das Belohnungszentrum ist dafür da, evolutionär erworbene (und deshalb nicht immer unmittelbar einsichtige oder eigennützige) Verhaltensweisen durchzusetzen, indem man hinterher eine „Belohnung” erhält.

Deshalb halten sich Raucher für sozial, obwohl sie es nicht sind. Die meisten sind völlig rücksichtslos, oft sogar kindesmisshandelnd, und haben sich das Sozialverhalten völlig kaputtgequarzt. Aber sie hauen sich halt die chemische Keule ins Belohnungszentrum, das mehr Belohung auslöst als echtes Sozialverhalten, womit sie dann hinterher überzeugt sind, sich total sozial verhalten zu haben, selbst wenn sie andere vollqualmen.

Ich habe so den Verdacht, dass Social Media und vernetzte Computerspiele sehr ähnlich wirken. Ich bin ja sogar auf meine Hypothese der Drogen gekommen, weil ich in einem Artikel über Computerspiele gelesen habe, dass sie wie Drogen auf das Belohnungszentrum wirken.

Kann es also sein, dass Social Media, vor allem Facebook mit seinen „Followern” und „Likes” zwar eigentlich ein ziemlicher Mist ist, aber sehr genau in das evolutionär entwickelte Sozialverhalten passt, genau die Rezeptoren für die Soziale Stellung reizt, quasi ein virtualisiertes, synthetisches Sozialerlebnis verschafft. Wo könnte man schon in der Realität 100.000 Follower bekommen?

Mir geht schon länger was durch den Kopf. Auf einer meiner Reisen (schon länger her, Gruppenreise mit Outdoor-Campen durch Westaustralien) hatte ich eine leider nicht angenehme Gruppe erwischt, wobei das Hauptprobleme eine junge, unterträgliche Belgierin war, von der mehrere Leute unabhängig zu der Überzeugung kamen, dass sie unter massiven psychischen Problemen und Störungen leidet. Die sabotierte die Gruppenlauen regelrecht, indem sie zwanghaft-gestört ständig bestimmen und einteilen wollte, wer im Bus, abends am Lagerfeuer oder wo auch immer zu sitzen, neben wem zu sitzen, mit wem zu reden hat. Die wollte die ganze Gruppe steuern. Und in gut und böse einteilen. Die nötigte jeden, bei einem völlig bekloppten Kartenspiel namens „Asshole” mitzumachen, dessen Regeln nicht nur absurd, willkürlich und kaum verständlich waren, sondern dazu führten, dass sie immer gewann (weil es dabei angeblich auf den schon bestehenden Punktekontostand ankam, den man aus seinen früheren Spielen kumulierte. Weil sie aber mit einem behaupteten Punktestand von zigtausend nach jahrelangem Spielen reinging, konnte das Spiel gar nicht anders ausgehen, als dass sie immer gewann und ihren Punktestand immer weiter erhöhte. Der das Spiel mit dem niedrigsten Punktestand beendete, war das „Asshole” und wurde für den Rest des Tages so genannt. Letztlich diente das absurde Spiel nur dazu, ihr ständig und immer wieder zu bestätigen, dass sie die beste, tollste Gewinnerin ist, während andere nur „Assholes” seien, was darin endete, dass sie die Leute auch nach dem Spiel noch mindestens 24 Stunden lang unaufhörlich als Asshole bezeichnete. Verwahrte man sich dagegen, wurde man von ihr belehrt, dass das die Spielregeln seien. Man habe dagegen verstoßen, was nach den – von ihr spontan erfundenen – Spielregeln mit weiteren 24 Stunden „Asshole” zu ahnden sei.

Mich hat das Verhalten von Feministinnen in den Social Media so oft an diese Belgierin erinnert. Vieles am öffentlichen Auftreten von Linken, Feministen, Gender-Spinnern, Social Justice Warriorn hat verteufelte Ähnlichkeit mit diesem Kartenspiel.

Ich stelle aber auch die Vermutung an, die ich schon bei Drogen, bei Rauchern aufgestellt habe:

Wenn man sein Belohnungszentrum mit synthetischen Reizen überflutet, wie eben mit Drogen oder synthetischen Freunden und Likes, dann funktioniert irgendwann das normale Sozialverhalten nicht mehr.

Vielleicht sind Genderisten, Safe-Space-Insassen und Social Justice Warrior in Wirklichkeit nur Social Media-Kranke.