Ansichten eines Informatikers

Amerika vor massiven Konflikten?

Hadmut
5.1.2017 20:50

Ich glaube, das geht schief. Ich glaube, das geht richtig schief. [Nachtrag]

Ein Leser hat mich gerade auf etwas hingewiesen. In den USA gab es im Vorfeld zur Trump-Ernennung einen Vorfall, der u.a. hier beschrieben ist. Anscheinend hat eine Gruppe junger Schwarzer aus Wut auf Trump einen geistig behinderten Weißen gefangen, ihn misshandelt, anscheinend sogar zu skalpieren versucht, ihn gezwungen auf Trump zu schimpfen und das ganze dann live auf Facebook gestreamt.

Die Political Correctness trieft aus allen Poren, selbst der Behinderte heißt korrekt „special needs man”.

Das an sich fände ich jetzt noch gar nicht erwähnenswert, daily business in der amerikanischen Gesellschaft.

Was mir durch den Kopf geht ist aber dieser Kommentar dazu (ist nicht ganz einfach zu verstehen, ich hab mir die guten Ohrstöpsel dazu genommen):

Es ist aufschlussreich, auch wenn man seine Meinung nicht übernimmt. Aufschlussreich schon, dass er diese Meinung vertritt.

Es scheint, als habe man dort massive Konflikte durch jahrelange Fehler erst aufgebaut. Zwar schimpfen sie zwar alle so gerne auf Trump, aber es scheint so zu sein, dass Trump als abruptes Ende dieser Entwicklung womöglich den Kessel zum Platzen bringt, Clinton als Fortsetzung der Politik den Druck im Kessel noch weitere Zeit gesteigert hätte, bevor er dann später noch viel heftiger explodiert wäre. Vielleicht war die Wahl zwischen Trump und Clinton die Wahl zwischen dem sprichtwörtlichen Ende mit Schrecken und Schrecken ohne Ende einer verfehlten Politik.

Am Schluss kommen wesentliche Aussagen nochmal als Fließtext, leider mit Schreibfehler. (accept statt except)

Zentrale Aussagen sind aber: Idioten werden von Frauen aufgewiegelt. Und man hat ihnen eingeredet, dass sie Opfer von allem außer ihren eigenen Handlungen sind.

Ich halte das für ziemlich explosiv, was sich da angesammelt hat.

Meine Befürchtung ist, dass sich das hier wiederholt, ein paar Jahre zeitversetzt, weil unsere Politiker dann ja auch nichts daraus lernen, was anderswo schief geht.

Nachtrag: Ich bekomme gerade noch weitere Hinweise dazu. Mir ist daran allerdings etwas nicht ganz klar.

Der, der den Kommentar spricht, scheint (so steht’s auch bei Youtube und am Ende des Videos) Tommy Sotomayor zu heißen und einigen Bekanntheitsgrad als Talker, Kommentator und Aktivist zu haben. Laut eben dieser Wikipedia-Seite heißt er aber eigentlich Thomas Jerome Harris.

Das ganze scheint sich auf die Supreme-Court-Richterin Sonia Sotomayor zu beziehen, die ihrerseits als erste Hispanic in der Stelle gilt, angeblich auch nur durch Affirmative Action (also gezielte Bevorzugung) überhaupt zum Studium kam und durch Obama zur Richterin nominiert wurde, vorher allerdings auch schon durch George H. W. Bush zur Lokal-Richterin ernannt wurde. Von ihr ist gerade ein aktuelles Interview (oder Podiumstalk) aufgetaucht, den ich jetzt nicht durchgesehen habe (rund eine Stunde), in dem sie sich aber angeblich großes Verständnis für die Täter äußert.

Es scheint, als habe sich der Kommentator mit seinem geänderten Nachnamen/Künstlernamen als Gegenpol zu ihr positioniert, denn der Name ist ja nicht gerade häufig.

Wenn man sich fragt, was den Mann da eigentlich so in Rage versetzt hat: Der Mitschnitt des Livestreams ist angeblich hier zu sehen, und in dem Film spielt halt schon eine Frau die Hauptrolle, die sich da selfie-streamt.

Da kann man jetzt eine Menge darüber nachdenken, was man davon halten soll.