Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

“Haut/ab!”

Hadmut
27.2.2015 1:03

Über Beschneidung, Schwindel und grottenschlechte Vorträge.

Ich war heute abend auf der Veranstaltung „Körper in Besitz: Säkulare Körperpolitiken und die deutsche Beschneidungsdebatte” im Jüdischen Museum in Berlin.

Ich hatte nicht so genau hingesehen, mir war in der Ankündigung „Institut für Islamwissenschaft” aufgefallen (weshalb ich eine Art Streitgespräch oder sowas erwartet hatte) und war irgendwie davon ausgegangen, dass es da tatsächlich um Beschneidung, jüdische Geschichte und vielleicht jiddischen Witz gehen könnte, weil das ja im Kontext der Ausstellung „Haut/ab!” über jüdische Beschneidung steht. War kein großer Umweg für mich, ich komme da abends eh in der Nähe zur richtigen Zeit vorbei, kostenlos war’s auch, und die Ausstellungsplakate mit der Banane ja ein gelungener Lacher. Zumal das jüdische Museum sowohl architektonisch, als auch inhaltlich sehr sehenswert ist und man das jedem nur empfehlen kann, das mal zu besuchen.

Ja, äh, wie soll ich sagen? War ne feministische Gender-Veranstaltung, wenngleich etwas getarnt. Ich hatte nicht so genau hingeguckt und das vorher einfach nicht gemerkt. Hätt ich das vorher gewusst – wär ich vielleicht auch hingegangen.

Kleiner Vortragsraum, ca. 2/3 gefüllt, überwiegend Frauen. Ich dachte noch so, ha, die interessieren sich aber für Penisse. Der Penis ist halt immer noch der Mercedes unter den Geschlechtsorganen (ja, ist geklaut…). Ging aber eigentlich gar nicht um Penisse oder Beschneidung. Die fahren da bloß Trittbrett bei der Ausstellung, um sich wichtig zu machen und ein Publikum zu finden. Eigentlich Schwindel.

Und drei Frauen. Moderatorin und zwei Vortragende. Kein Mann. Kennt Ihr den? Unterhalten sich drei Blinde über Farbe…

Naja.

Mitschreiben war wie immer schwierig, weil sie wie immer schneller reden, als man mitschreiben könnte.

Es ging da überhaupt nicht um Beschneidung, sondern nur um eine abwertende Betrachtung von Kritikern religiöser Beschneidung.

Schirin Amir-Moazami

Erste Vortragende: Prof. Dr. Schirin Amir-Moazami (Freie Universität Berlin, Institut für Islamwissenschaft / Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies). Das war ja nun der Vortrag, von dem ich mir da irgendwas substanzielles, geschichtliches, kritisches und so weiter versprochen hätte.

Von wegen, gar nichts dergleichen. Nur Gender-Studies-typisches Leergeschwafel. (Was dort gesagt wurde und auf ihrer Homepage steht: Sie macht auch in Gender Studies. Und erfahrungsgemäß machen und können solche Leute sonst gar nichts mehr und verwenden andere Themen nur noch zur Tarnung.)

Schon die Form ging mir auf den Wecker, denn die stand da am Pult und hat nahezu monoton einen geschriebenen Vortrag vorgelesen. Einschläfernd. ca. 45 Minuten. Wozu stellt die sich da dann überhaupt noch hin? Da könnten sie es einfach als Text auf die Webseite packen, man würde mitschreiben sparen, bräuchte nicht hinzufahren, und alle Beteiligten würden sich viel Aufwand sparen (zumal die zweite Vortragende später erwähnte, dass sie diesen Vortrag schon auf englisch gelesen habe).

Schlimmer noch der Inhalt: Es gab keinen Inhalt. Reines Soziologengeschwafel. 45 Minuten lang nur dieses gruselige Worthülsengewerfe mit den immerselben Phrasen, ohne was zur Sache zu sagen. Ich hatte das neulich schon mal beschrieben: Inhaltliche Kommunikation ist mit Soziologen gar nicht mehr möglich, der entsprechende Hirnteil ist nach der Unterversorgung eines Sozio-Studiums nekrotisch. Egal worum es geht, egal was man sagt, sie bewegen sich nie auf der Ebene des gesagten, sondern immer auf der Metaebene, mit der sie andere Leute und deren Aussagen in irgendeinen *ismus kategorisieren und einem irgendeine pathologische Motivation unterstellen, ohne sich jemals mit dem zu befassen, was man gesagt hat. Subjektiv gibt ihnen das ein Gefühl der intellektuellen Überlegenheit, der Überhöhung, einer Situation wie ein diagnostizierender Arzt, der Patienten betrachtet. Objektiv macht es sie komplett verblödet, die sind überhaupt nicht mehr in der Lage, sich inhaltlich mit irgendetwas auseinanderzusetzen. Wie einer in der Klapsmühle, der im weißen Kittel rumrennt und sich für den Irrenhausarzt hält, indem er jedem, der vorbeikommt, irgendeine Fachbegriffkrankheit nachsagt. Was immer jemand sagt, sie verstehen es nicht, aber sie pathologisieren es.

Dadurch wird das alles grenzenlos willkürlich. Alles reduziert sich auf Rhetorik, die immer »passt«. Ich musste bei deren Vortrag an ein beklopptes (aber unterhaltsames) Spiel denken, das wir auf der letzten Firmenfeier gespielt haben: Powerpoint-Karaoke. Einer muss nach vorne, bekommt das Mikro, der Beamer wird angeworfen, und darauf gibt’s irgendeinen möglichst abstrusen abgefahrenen Powerpoint-Vortrag über irgendein Zufallsthema, den die Witzbolde irgendwo aus dem Internet gesaugt haben, und den der Vortragende vorher nicht kennt. Er soll nun 10 Folien lang einen professionellen Vortrag in Branchen-Schwafel vorführen und so tun, als wäre das sein Verkaufsvortrag. Wer die meisten Lacher bekommt, gewinnt.

So kommen mir Soziologen im Normalbetrieb vor. Keinen blassen Schimmer, worum’s gerade geht, aber immer die gleichen Phrasen abschwafeln und dazu so gucken, als wäre das schlau, und daraus einen Vortrag über ein x-beliebiges Thema machen. Immer wieder dieses hohle Sozio-Geschwafel, immer dieselben hohlen Phrasen, immer dieselben Wort- und Satzungetüme. Als überkommen verletzend und reformbedürftig deklarieren, Prozesse der Selbstdifferenzierung, die ständige Reflexion allmählicher Transformation, Bla, Bla, Bla, Schwafel, Schwafel. Nicht auszuhalten, dieser steuerzahlerfinanzierte Schwachsinn. Ich habe mir dazu auch nur ein paar Stichpunkte gemacht.

Irgendwie ging es ihr darum, dass derzeit häufig medizinische Argumente (Gefahr durch Beschneidungsvorgang) für und gegen die Beschneidung vorgetragen werden, dass da also der menschliche Körper „verwissenschaftlicht” werde. Es ging ihr eigentlich nur darum, sich gegen eine „Verwissenschaftlichung” zu stellen (Es passiert selten, dass Professoren über eine Verwissenschaftlichung schimpfen. Klar, wenn man Professorin im Soziologie-Umfeld ist, steht man mit Wissenschaft natürlich auf Kriegsfuß.)

Und dann natürlich, ich dachte, ich fass es nicht, wieder einmal der für Genderisten fast zwangsläufige und unvermeidliche Verweis auf „Michel Foucault”. Das Zitieren der Autorität als Gesinnungsbekenntnis und Erkennungszeichen der Sekte. Hier ging’s um sein Buch „Geburt der Klinik”.

So einfach macht die sich das: Die unantastbare Autorität Foucault hat das Aufkommen klinischer Medizin als soziologische Entwicklung beschrieben, und schon sind alle, die sich da auf medizinische Argumente berufen, zu Anhängern irgendeiner Zeitgeistströmung degradiert und alle Argumente als willkürlich und ideologisch vom Tisch gewischt. Das ist genau das, was ich meine: Diese Soziologen kapieren überhaupt nicht mehr, was Leute sagen, sie sind überhaupt nicht mehr in der Lage, irgendetwas rational zu verarbeiten, sondern reagieren immer nur noch mit dem Soziologen-Reflex, den anderen in irgendeine *ismen-Kategorie einzuordnen, damit zu entwerten, und das war’s. Argumente haben sie nie, stattdessen zitieren sie einfach immer ihre Autoritäten, wenn’s gerade gebraucht wird. Ich sag’s ja immer, die funktionieren wie Scientology.

Sie verwies dann noch auf Robin Judd: Contested Rituals, das sagt mir jetzt aber nichts.

Beschneidung sei eine Markierung.

Dann ging es gegen die Leute, die der Meinung sind, dass man Kindern nichts abschneiden sollte, und ihnen die Entscheidung selbst überlassen sollte, wenn sie alt genug wären. Da kam dann so ein rabulistischer Salto. Solche Leute nämlich, meinte sie, hätten eine Vorstellung von Kindern als „autonome Subjekte”. Damit aber, so meinte sie, würde man ja selbst einen Standpunkt einnehmen, und nicht neutral bleiben. Und damit wäre ja auch das Nichtbeschneiden eines Kindes auch nur eine Markierung, und somit nicht besser als die Beschneidung. Also: Vorhaut abschneiden und nicht abschneiden ist das Gleiche und gleich gut/böse, weil beides nur ein Markieren für irgendeinen Standpunkt sei. Deshalb könnten sich Gegener nicht für neutraler oder besser als Befürworter fühlen, weil beide ja das gleiche tun.

(Dieselbe Argumentation müsste dann auch für Nasen, Ohren, Finger usw. gelten. Oder Köpfe: Der IS schneidet ja Leuten gerne Köpfe ab. Mit der Sicht dieser »Islamwissenschaftlerin« müsste Kopf-Abschneiden und Kopf-Nicht-Abschneiden gleichwertig sein, nämlich beides nur eine Markierung für einen Standpunkt.)

Und dann das Abheben auf staatlich gestütze Machttheorien. Wenn der Staat Beschneidung verbiete, wäre das ja auch nur irgendso eine Sozio-Strömung, weil man damit unterstelle, dass der Staat da eine Macht hätte.

Daraus baute sie dann als „Paradoxon” ein Analogon zur Masern-Impfung, die in Berlin gerade wegen des aktuellen Masern-Ausbruchs Tagesgespräch ist: Bei der Beschneidung sei man dafür, dass das Kind autonom ist und unangetastet bleiben muss, bis es selbst entscheiden kann, während bei Masern der Staat den medizinischen Eingriff der Impfung erzwingen könne bzw. die Meinung vertreten wird, dass er es können sollte.

Dreckige Rhetorik. Zwei Dinge werden gegenübergestellt, indem sie auf eine verbale Ähnlichkeit reduziert werden. Der Staat verlangt Masernimpfungen (z. B. für den Zugang zu manchen Schulen) nicht aus religiösen oder ideologischen Gründen, sondern zur Gefahrenabwehr für die Kinder selbst und für allem für andere. Ein zentraler Beweggrund für Masernimpfungen ist nämlich, auch nicht zum Überträger zu werden. Während Kinder Masern normalerweise auch so ganz gut überstehen können, können sie damit Alte und Kranke, die nicht mehr geimpft werden können, umbringen. Demhingegen gibt es für eine Beschneidung keinen Anlass der Gefahrenabwehr. Zwar hat eine Beschneidung einige medizinische Vorteile, aber die hat sie auch, wenn man wartet, bis der Knabe groß genug ist, das selbst zu entscheiden.

Nach dem anderen Vortrag (s.u.) gab’s dann die Fragerunde für das Publikum. Sie haben das Mikro angeboten, auf Fragen gewartet, und keiner wollte. Niemand hat sich gemeldet. (Um genauer zu sein: Später dann doch, aber keiner wollte als erster.) Eigentlich wollte ich nichts sagen, aber dann hab ich mich doch erbarmt, das Mikro ergriffen und gesagt, dass ich mich der Einschätzung der Moderatorin, dass nämlich beide Vorträge so gehaltvoll gewesen seien, nicht anschließen kann. Den zweiten (s.u.) fand ich war interessant und gut gehalten, aber inhaltlich nicht richtig, während ich den anderen (den oben besprochenen) schlicht für inhaltslos hielte (amüsiertes Gegacker im Publikum).

Denn, so fuhr ich fort, wenn ich aus diesem Vortrag alles abzöge, was da an soziologischem Geschwafel, an Phrasen und Rhetorik drin war, bliebe gar nichts mehr übrig. Ich hätte da keine Aussage drin gefunden. Die glotzten mich fassungslos-verständnislos an. Ich lege nach: „Was wollten Sie damit eigentlich sagen?” Gelächter im Publikum, aber die Gesichter auf dem Podium hätten Ihr sehen müssen. Wenn Blicke töten könnten.

Das Drollige daran ist: Nicht nur ich wusste nicht, was sie eigentlich sagen wollte, sie wusste es auch selbst nicht. Der erste Teil ihrer Antwort war, dass sie ja nicht nochmal ihren ganzen Vortrag wiederholen könnte. (Als ob man damit mehr sagen würde, indem man das nochmal wiederholt, worin schon nichts war.) Der zweite Teil ihrer Antwort war, dass sie sich nicht gegen Beschneidung aussprechen wollte. Gut, damit ist klargestellt, was sie nicht sagen wollte. Was sie sagen wollte ist ihr und mir nicht klar, und warum sie dafür 45 Minuten brauchte, noch viel weniger.

Ich hatte den Eindruck, dass sie den Text nicht selbst geschrieben, sondern einfuch nur einen Text vom Ghostwriter vorgelesen hat und selbst nicht wusste, was der bedeuten sollte. Muss man ja als Professorin auch nicht, der Staat zahlt’s ja. Leistungsunabhängig.

Nach mir meldeten sich dann noch viele. Darunter eine Frau, die sich – hörbar amüsiert – mir ausdrücklich anschloss.

Später meldete sich eine andere Frau (Typ Gender Studies Studentin), die sagte, sie hätte die Vorträge „im Gegensatz zu dem Vorredner (mir)” informativ gefunden, blubberte dazu dann aber noch von der „Krise der Männlichkeit”, denn die Kritik an der Beschneidung käme ja nur von weißen, christlich sozialisierten Männern, die Angst hätten, irgendwas zu verlieren. Ah ja, eine Gender-Ideologin, die stupide nachplappert, was ihr eingetrichtert wurde. Hatte man wohl als Notfall-Jubelperser dabei, die auch mal einen zustimmenden Zuschauerkommentar abfeuern sollte, aber auch nicht so recht wusste, was sie eigentlich sagen sollte.

Später sprach mich draußen noch ein hoch amüsiertes Ehepaar lachend an und meinte, sie hätten das ganz genauso gesehen wie ich, sich aber nicht getraut, das so direkt zu sagen. 🙂

Prof. Christina von Braun

Das war jetzt ein erstaunlicher Zufall. Denn über die (und die möglichen Verbindungen zu Susanne Baer) hatte ich ja gerade neulich erst was geschrieben.

Deren Vortrag war ganz anders. Interessant, gut gehalten, veständlich, mit konkreten Aussagen, auch gut illustriert. Meines Erachtens aber inhatlicher Käse.

Das ist halt so der Haken an der Sache, wenn man verständlich redet: Dann merkt das Publikum halt auch, dass es Humbug ist.

Von Braun wollte dabei… – mmh, wie drücke ich das jetzt aus? Ich sag’s mal so: Gleiche Strategie, andere Taktik. Auch sie wollte Beschneidungskritiker irgendwie delegitimieren, aber auf andere Weise.

Sie versuchte, um es mal auf einen knappen Punkt zu verballhornen, den Sekularen Staat (was ja als Forderung und Argument gegen staatlich gestattete Beschneidung vorgebracht wird) als eine Art Illusion, Schwindel hinzustellen. Sie wollte darauf hinaus, dass es das, was wir für säkular halten, in Wirklichkeit nur Christentum sei, wir das nur nicht wüssten. Und wenn es Christentum wäre, sei es eben auch nur eine Religion und kein irgendwie besserer Standpunkt. So als sei Nicht-Beschneidung damit auch nur ein religiöses Ritual, man auf die Beschneidung nicht verzichten könne, sondern nur die Wahl zwischen verschiedenen religiösen Ritualen hätte.

Auch sie hob auf das vermeintliche Paradoxon zwischen individueller Selbstbestimmung und dem Recht des Staates hinaus, und erwähnte, dass die Beschneidung in den USA, in England, in Frankreich usw. überhaupt nicht in Frage gestellt würde, nur in Deutschland. (Anmerkung: in der späteren Fragestunde hob ja die oben schon erwähnte Gender-Tussi auf die „Krise der Männlichkeit” ab, was von Braun aber nicht als Ursache für die Ablehnung der Beschneidung akzeptierte, denn die Krise der Männlichkeit gäb’s ja überall, während es die Ablehnung nur in Deutschland gäbe, weshalb es nicht die Ursache sein könnte. Boah, logisches Denken bei einer Genderistin…)

Einerseits versuchte sie dann, die Beschneidung vom Judentum zu entkoppeln, also das Argument gegen die religiöse Beschneidung zu entwerten, indem sie ausführte, dass es die schon viel früher gegeben hätte und dass sie so ungefähr mit der Erfindung der Schrift entstanden sei, und dass es etwa 15 bis 20 unterschiedliche Begründungen für Beschneidungen gäbe, wovon die jüdisch-religiöse nur eine sei (der Mensch sei absichtlich nicht vollkommen geboren, weil er sich selbst vervollkommnen soll). In Australien hingegen diene die Beschneidung dazu, das Känguru wegen dessen langanhaltender Erektionen zu imitieren. Naja, albern. Rhetorik, aber was sagt das? Wieviele Aborigines führen Busch-Beschneidungen hier in Deutschland durch?

Das nächste Angriffsziel war der Begriff der Säkularisierung: Der Begriff könne zwei verschiedene Bedeutungen haben:

  • als Entkirchlichung, als Aufgabe kirchlichen Glaubens
  • Sakralisierung des Transzendenten im welchtlichen Raum (oder sowas ähnliches, bin mir nicht sicher, ob ich das ganz korrekt mitgeschrieben habe)

Typisch feministische Kampfrhetorik: Wenn man das Argument des Gegners nicht angreifen kann, definiert und dreht man es einfach um und legt dem anderen etwas in den Mund, damit man es bekämpfen kann, obwohl man in Wirklichkeit nur einen Monolog mit sich selbst hält und nur so tut, als würde man etwas angreifen.

In Wirklichkeit nämlich gäbe es bei uns gar keine Säkularisierung, weil alles hier christlich geprägt und erzeugt sei. Wir hielten uns für neutral und aufgeklärt, würden aber in Wirklichkeit nur christlich agieren (also quasi von der Konkurrenz seien und damit keinen besseren Standpunkt haben).

Das machte sie an drei Erfindungen fest, die sie als prägend und konstituierend für unsere Kultur hinstellte:

  • Der Buchdruck
  • Die Räderwerkuhr
  • Die Sehtechnik

Und dann argumentierte sie, dass dies ja alles drei christlich-religiöse Erfindungen seien.

Der Buchdruck sei ja entstanden, um Bibeln und religiöse Werke zu drucken, erfunden, weil die Klöster zu Kopieranstalten verkommen wären.

Die Räderwerkuhr sei auch in Klöstern erfunden worden, damit man auch nachts pünktlich beten könnte. Bis dahin gab’s nur Sonnenuhren, und die funktionierten nachts natürlich nicht

Den Zusammenhang von „Sehgeräten” zu Christentum habe ich vergessen zu notieren, fällt mir gerade auch nicht mehr ein, auch irgendwas mit Klöstern und Bildern. Jedenfalls ging es um die „Macht der technischen Sehgeräte”, die zu einem „Skopischen Regime” geführt habe. Deshalb seien unsere Körper zutiefst vom Christentum geprägte Körper. (Ich bin mir jetzt gerade nicht hundertprozentig sicher: Ich glaube, sie hat auch ein Bild der ersten Frau im Bikini gezeigt, ich bin mir jetzt aber nicht völlig sicher, ob ich das nicht falsch in Erinnerung habe und das Bild heute vorher in einem Webartikel gesehen habe.) Jedenfalls sei unser Bild vom Körper und das Zeigen eine Folge der von der christlichen Kirche entwickelten Sehtechniken und Sehgeräte.

Daher käme auch unsere Aversion gegen die Beschneidung, weil das Christentum so zu einer Disziplinierung des Körpers geführt habe. Das sei widersinnig, weil das Christentum viel größere Gewaltakte gegen den Körper hervorgebracht habe als eine kleine Beschneidung. Man müsste zugeben, dass wir von einem disziplinierten Körper ausgingen.

Der Vortrag war zwar gut gebracht und interessant gemacht, aber ich halte das für absoluten Humbug. Nur weil etwas an einem Kloster erfunden wurde (die halt damals am meisten Zeit, Geld, Gebäude, Laboratorien, Wissen hatten, Lesen und Schreiben konnten und über die Mittel für Forschung und Entwicklung verfügten), heißt das noch lange nicht, dass das alles dann christlich geprägt sei. Als ob die Kirche quasi so ein Jahrhunderte-Patent auf alles hätte, was auf ihrem Boden oder von ihrem Geld entwickelt wurde. (So nach dem Motto, wenn ein Mönch die Schraube erfunden hat, ist jeder ein Christ, der heute Schrauben verwendet.)

Ihre Logik beruht auf der Sichtweise, dass jeder, der pünktlich ist oder eine Armbanduhr trägt, das Recht zur Kritik an der Beschneidung verwirkt hat, weil er dadurch ja in christlichen Traditionen verhangen ist, und damit nicht mehr säkular über der Religion steht, sondern nur auf gleicher Ebene von der Konkurrenz kommt. (Ob das auch für Digitaluhren gilt, sagte sie leider nicht.) Jeder, der irgendwie schön aussehen will, und jeder, der lesen und schreiben kann, sei christlich, egal für wie säkular er sich hält, und könne damit nicht mehr andere Religionen als religiös kritisieren.

Ich halte das für hanebüchenen Blödsinn. An den Haaren herbeigezogenen Unfug, um sich da ein Weltbild zusammenzureimen.

Weder lässt sich unsere Gesellschaft so auf diese drei Erfindungen zurückführen, dass diese für uns elementar konstitutierend wären (Schrift gab’s auch anderswo), noch würde ich die als christlich einstufen. Die Klöster hatten damals naturgemäß keinen internen Nachwuchs, sondern rekrutierten sich aus Leuten von außen. Und die haben immer irgendwelches Wissen über Handwerk, Technik und so weiter mitgebracht. Bloß weil die Räderuhr in einem Kloster entwickelt wurde (wurde sie das überhaupt? Woher will man das wissen?), ist nicht jeder christlich geprägt, der eine Uhr hat und pünktlich zu einer Besprechung kommt.

Die Rhetorik ist subtil, aber eben wieder dreckig: Wer pünktlich ist, wer eine Uhr trägt, wer schön aussehen will, fern sieht, lesen kann oder Bücher kauft, müsse sich bewusst werden, dass er in einer christlich geprägten Gesellschaft lebt, in der es eine Säkularisierung gar nicht mehr geben kann (solange es Uhren gibt), und man damit Beschneidung nicht kritisieren kann.

Tolle Logik: Wer eine Uhr hat, kann Beschneidungen nicht mehr kritisieren.

Fazit

In der Nachmoderation wurde dann auch zusammengefasst: Warum wird die Debatte über Beschneidung geführt und was sagt das über die, die sie führen?

Ich finde das gruselig, wie da mit so subtil-dreckiger Rhetorik versucht wird, Kritiker zu delegitimieren. Wieder mal die übliche Taktik, etwas nicht zu begründen oder zu vertreten, sondern Kritiker auf einer Ebene außerhalb der Fragestellung anzugreifen und sie zu delegitimieren. Es geht nicht darum, was für oder gegen Beschneidung spricht, sondern allen, die nicht auf Linie sind, das Rederecht zu entziehen.

Richtig dreckig.

Wie aber kommt es zu dieser Konzentration von Genderistinnen in einem jüdischen Museum?

Was haben die da verloren und was denkt sich so ein ehrenwertes Museum dabei, sich von solchen Leuten vertreten zu lassen? Die haben doch viel bessere Argumente. Wie kann man so tief sinken, sich von solchem Geschwätz die Lobby machen zu lassen?

Ist es ein Gefälligkeitsauftritt?

Oder sind sie unterwandert? Ist es wieder mal so, dass die Genderisten alles ab- und ausräumen, wo es Finanzierung, Publizität usw. zu holen gibt?

Das fachliche Niveau beider Vorträge, vor allem des ersten, war unter aller Sau. Einfach irgendwas behauptet.

Aber was soll’s. Beide Professorinnen. Können muss man da dank Frauenquote nichts mehr. Nicht mal einen Vortrag selbst halten können oder hinterher sagen können, was man damit eigentlich sagen wollte.

(Anmerkung: Weil schon mal Beschneidungs- oder Antibeschneidungsaktivisten mein Blog stürmen wollten, gleich mal zur Klarstellung: Darum geht’s hier nicht. Den schwachsinnigen Stil, in dem diese Diskussion geführt wird, will ich hier nicht nochmal haben. Wird als Kommentar nicht zugelassen.)

87 Kommentare (RSS-Feed)

capaberlin
27.2.2015 1:32
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Danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast. Plakat und Titel sind mir ebenfalls aufgefallen. Die Substanzlosigkeit erschreckt dann doch angesichts des “Werbedrucks”, der dafür im Stadtbild aufgebaut wurde. Gab es abseits der Vorträge denn noch etwas nennenswertes zum Thema im Ausstellungsbereich?


Hadmut
27.2.2015 7:57
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@Capaberlin: Weiß ichnicht, ich war nicht in der Ausstellung. Sollte ich vielleicht noch schnell machen.


drehrumbum
27.2.2015 3:35
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Später meldete sich eine andere Frau (Typ Gender Studies Studentin), die sagte, sie hätte die Vorträge „im Gegensatz zu dem Vorredner (mir)” informativ gefunden, blubberte dazu dann aber noch von der „Krise der Männlichkeit”, denn die Kritik an der Beschneidung käme ja nur von weißen, christlich sozialisierten Männern, die Angst hätten, irgendwas zu verlieren.

Dieser Frau hätte ich die Frage an den Kopf geknallt, wie sie zur Beschneidung von Frauen steht und ob sie da auch Angst hat/hätte, etwas zu verlieren.


KillingTime
27.2.2015 5:50
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Danke Hadmut, dass du solche Machenschaften aufdeckst und an die Öffentlichkeit bringst.


noch einer
27.2.2015 6:01
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Meiner einer bewundert es ja das jemand die Zeit dafür aufbringt sich diesen ganzen hirnlosen Femorasissmus auch noch an der ideologischen Front anzuhören. Das alles zu notieren und daraus einen Bericht zu verfassen und auch noch ehrenamtlich, Hut ab.

Die Mühe halte ich für unterhaltsam, inhaltlich aber für vergebens. Wes Brot ich ess des Lied ich sing ist nicht nur in Sendeanstalten oder Drohnensteuerungszentralen usus.

Wer inhaltlich unhaltbaren Strömungen von Massenideologien folgt muss Kritiker diskreditieren, denunzieren verleumden und ihnen das unterstellen was man selbst tagein/tagaus praktiziert. Inhaltlich argumentieren zeigt nur die eigene Verlogenheit auf. Die daraus folgende Negativauslese zeigt sich nicht nur auf Podien irgendwelcher Weibergeschichten.

Schon die Frage was denn von “jahrtausendealten Naturvölkern” zu halten ist bei denen die Frauen die Mädchen beschneiden zeigt die Absurdität die es um den Preis der eigene Redlichkeit zu vermeiden gilt. Sicher kann man noch tiefer sinken, man ist aber auf dem Weg.

Es geht diesem ganzen Femorassismus um nichts als Vorteilsnahme. Argumente sind so wenig vorhanden wie z.B. Empathie oder eine ethisch moralische Mindestausstattung (ohne diese innere Ödnis könnte sich niemand mit solcherart Thesen auf ein Podium stellen).

Mitleid ist das einzige was diese seelisch deformierten Menschen verdienen. Argumenten sind sie nicht zugänglich sonst wären Sie nicht da wo Sie sind.


Stefan W.
27.2.2015 6:31
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Tja, diese Art der Uhrenargumentation kenne ich, und kann der Kritik nur beipflichten. Wäre die Uhr mit Räderwerk so irsinnig christlich, dann wären die Christen vor der Erfindung der Uhr gar keine richtigen Christen?

Dass die Uhren zuerst im Kloster entwickelt wurden mag sein. Als Navigationsinstrument auf See zur Bestimmung des Breitengrads erlangten sie aber schnell eine wirtschaftliche Wichtigkeit und es gab e. königlichen Wettbewerb (England oder Frankreich, ich glaube England) zur Fertigung der präzisisesten Uhr, die auch bei Seegang zuverlässig läuft. Was war mit den Chinesen und Arabern – die waren doch auch sonst technisch umtriebig (zeitweise).

Der Buchdruck ist auch ohne Christentum in China erfunden worden.

Was optische Instrumente betrifft – dazu fällt mir auch keine christliche Legende ein. In der Bibel steht dazu nichts. Baruch de Spinoza ist aber früh aus der jüdischen Gemeinde der Niederlande wg. Gotteslästerung verbannt worden und hat seinen Lebensunterhalt teils mit dem Schleifen von Gläsern für die Sternenbetrachtung verdient. Bin ich als Brillenträger jetzt also jüdisch?

Die Ausstellung habe ich auch gesehen und war ziemlich enttäuscht ob deren Einseitigkeit. Außerdem gibt es in den USA, in Großbritannien und in Israel Debatten, auch in den jüdischen Gemeinden selbst, um die Beschneidung (Brit Schalom). Aus England stammt etwa ein moderner Ritus mit einer rein symbolischen Beschneidung.

Aber es gibt so vieles, was es angeblich so nur in Deutschland gibt, Humorlosigkeit, Bürokratie, Fleiß, Untertanengeist – im Ausland glauben dann viele das gleiche von ihrem Land.


Volker
27.2.2015 7:06
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Morgen Hadmut,

alle Achtung, mit welcher Intensität Du Dich auf dieses wirre Zeug einläßt.

Ich denke, argumentativ läßt sich da garnix ausrichten – aber es wäre sehr schnell vorbei, wenn die Geldhähne wieder sauber eingenordet werden.

Gruß Volker


MichaelB
27.2.2015 7:06
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> “wovon die jüdisch-religiöse nur eine sei (der Mensch sei absichtlich nicht vollkommen geboren, weil er sich selbst vervollkommnen soll)”

Huch, ich meinte der Mensch würde als Abbild Gottes geschaffen. Es war meine Argumentation gegen die religiöse Begründung der Beschneidung, dass es eigentlich Blasphemie sei, wenn mann das Göttliche als so unvollkommen ansieht, dass es ein zu korrigierendes Fehler zulässt. Bzw. dass es blasphemisch sei, Gottes Entscheidung, uns mit einer Vorhaut zu versehen, in Frage stellt.

Nun sagst Du, es wäre Absicht gewesen. Damit ist meine vorherige Argumentation im Eimer. Weiss jemand genauer Bescheid über die Vollkommenheit des menschlichen Körpers, bzw. ob wir ein Abbild Gottes wären oder nicht? Bin leider nicht religiös unterwandert.


MichaelB
27.2.2015 7:49
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Erst nachdem ich meinen vorherigen Kommentar wegschickte, habe ich Deine Anmerkung gelesen. Kannst mein vorherigen Beitrag getrost löschen, will auch keine Beschneidungsdebatte. Mir ging es lediglich um die Info.

> Tolle Logik: Wer eine Uhr hat, kann Beschneidungen nicht mehr kritisieren.

Auf diesem Logik-Niveau bewegt sich Gender: http://www.hahaha.de/witze/stichworte/aquarium-schwul/


Robert
27.2.2015 8:13
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Bei “Haut ab” habe ich zuerst an den Kampfruf der antifa gegen vermeintliche oder (immer seltener) tatsächliche Nationalsozialisten und Rassisten gedacht.

Die antifa findet diesen Genderkram übrigens ganz toll, weil damit “Diskriminierung” reduziert würde.

Hat sich da ein linker Schlaumeier einen Spaß mit dem Titel erlaubt? Ist das so eine versteckte Botschaft im Sinne von “anders denkende sollen abhauen”?


uepsilonniks
27.2.2015 8:14
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Das sind ja schöne Argumente, die hier gegen Beschneidungskritiker vorgetragen werden, nur warum gilt das alles nicht auch Mädchen? Wieso darf man irgendwelchen Voodoo-Anhängern hierzulande verbieten, ihre Töchter zu beschneiden? Ich denke mit dieser Frage hättest Du die Hohlheit der “Argumente” noch besser bloßstellen können.


Hadmut
27.2.2015 8:21
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@uepsilonniks: Nicht mein Thema, ich habe auch keine Zeit für noch ein Thema.

Ich bin nicht für oder gegen Beschneidung, sondern gegen Dummheit, besonders genderistische.


uepsilonniks
27.2.2015 8:19
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Ach und noch was: Männer haben keine Krise, Männer werden betrogen!


peter
27.2.2015 8:49
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Ich könnte das nicht.


Rerun
27.2.2015 9:16
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Dieser Artikel “macht meinen Tag”. Herrlich gelacht, nichts anderes von der Veranstaltung erwartet. Vielen Dank dafür.


Emil
27.2.2015 9:19
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Sie wollte darauf hinaus, dass es das, was wir für säkular halten, in Wirklichkeit nur Christentum sei, wir das nur nicht wüssten. Und wenn es Christentum wäre, sei es eben auch nur eine Religion und kein irgendwie besserer Standpunkt.

Das ist natürlich absoluter Käse. Es gibt den bekannten Spruch von Disraeli “Christentum ist Judentum für Nichtjuden”. Praktizierende Juden und Christen unterscheiden sich voneinander viel weniger, als von ihren säkularen Mitmenschen.

Von daher ist das Gegensatzpaar nicht jüdisch – christlich, sondern religiös – säkular.


rleo
27.2.2015 9:20
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Hat nicht Beschneidung etwas mit Infektionsgefahr zu tun?
Mit der Hygiene sah es ja vor 3000 Jahren in den biblischen Ländern nicht so gut aus.
Das wird auch für andere alte Gebote/Verbote zutreffen, die in religiösen Schriften auftauchen.
Mit Religion hat das, soweit ich das weiss, nichts zu tun, eher mit einer sinnvollen Gesundheitspolitik der damaligen Zeit.

Daraus folgt, im Neusprech, Antibiotika sind eine Erfindung
des ‘weißen, christlichen Mannes, der Angst hat’.

sieh auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Trichinen
Schweinefleisch z.B. war wirklich noch vor einiger Zeit nicht ungefährlich.


Christian
27.2.2015 9:38
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Hahahahahaha – wundervoll Hadmut! Wenn es die Technik erlaubt, lasse Dich klonen – solche Berichte aus allen Großstädten Deutschlands wären mir willkommen, denn sie sind sehr, sehr nötig….
Ganz prophetisch schrobst Du:
“Wie einer in der Klapsmühle, der im weißen Kittel rumrennt und sich für den Irrenhausarzt hält, indem er jedem, der vorbeikommt, irgendeine Fachbegriffkrankheit nachsagt. Was immer jemand sagt, sie verstehen es nicht, aber sie pathologisieren es”.
Auch hier hat die Realität Deine Fantasie schon überholt – der Postbote als Psychiater? No problem. https://www.youtube.com/watch?v=NnV-O51YFE4
Wir sind alle krank.
Take care
C


Krischan
27.2.2015 9:46
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Wie einer in der Klapsmühle, der im weißen Kittel rumrennt und sich für den Irrenhausarzt hält, indem er jedem, der vorbeikommt, irgendeine Fachbegriffkrankheit nachsagt. Was immer jemand sagt, sie verstehen es nicht, aber sie pathologisieren es.

Messerscharf analysiert wie immer. Mir ging so was ähnliches schon lange durch den Kopf, konnte es nur noch nicht so gut in Worte fassen.

Daß Du noch die Nerven hast, solche Veranstaltungen in Gänze durchzustehen, ist wirklich bewundernswert…


EinInformatiker
27.2.2015 9:52
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Ja was wollen die im jüdischen Museum? Ich denke da ballt sich einiges zusammen. Letztlich gehts nicht um Beschneidung. Auch nicht um Genderismus, auch nicht darum Beschneidungskritiker zu diffamieren. Es geht auch nicht um Soziologengeschwafel. Da zeigt sich insgesamt der ganze Filz zur Vernichtung der deutschen Gesellschaft (kann ich jetzt nur sehr unvollkommen ausdrücken). Wir werden auf allen Ebenen auf die Übernahme vorbereitet. Selbst der Zentralrat der Juden stellt sich dafür zur Verfügung, indem er seinen Todfeind einlädt (wobei man Frauen vielleicht nicht so ernst nimmt). Es ist ein völlig aus den Fugen geratener Prozeß. Es gibt keine Maßstäbe mehr die diesem Schmarrn Grenzen setzen könnten. Aber wie gesagt ist jetzt unvollkommen formuliert. Vielleicht kanns jemand besser, vielleicht fällts mir noch besser ein. Ansonsten, muß ja niemand genau so sehen.


Wolfgang Tamm
27.2.2015 9:59
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Die Ausstellung soll das gleiche Niveau wie die Vorträge haben.
Siehe Kritiken:
http://hpd.de/artikel/11286?nopaging=1
http://hpd.de/artikel/10576

Es gibt auch Professoren, die kurz, klar und logisch argumentieren können (ist es ein Zufall: weiß, männlich, um die fünzig?)
Prof. Dr. Holm Putzke, Beschneidung
https://www.youtube.com/watch?v=UczfbWi8mcc
dazu der Bericht: http://gbs-erlangen.blogspot.de/2012/09/die-erosion-des-religiosen-diskurses.html

Wer sich weiter informieren möchte:
https://evidentist.wordpress.com/?s=Beschneidung
http://hpd.de/search/node/Beschneidung


steffen
27.2.2015 10:18
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Später sprach mich draußen noch ein hoch amüsiertes Ehepaar lachend an und meinte, sie hätten das ganz genauso gesehen wie ich, sich aber nicht getraut, das so direkt zu sagen.

Interessant, ähnliche Beobachtungen mache ich ebenfalls verstärkt.

Ich bin in diversen IT-Usergroups aktiv, und speziell in einer davon wurde die Stimmung in den letzten Jahren zunehmend schlechter. Warum war irgendwie nicht so richtig erklärbar. Solange, bis es mal geknallt hatte, und genau der eine “Social Justice Warrior” (der zum Glück der einzige in der Gruppe war) davongejagt wurde. Im Nachhinein waren Ähnlichkeiten zu Vorgängen in der Piratenpartei durchaus vorhanden. Wir hatten keine “Kackscheisse”-Schreier, es war eher daß diese Type in völliger Selbstverständlichkeit und Arroganz seinen Bullshit durchgezogen hatte, und der Rest sich gefügt hatte.

Seitdem diese Type weg ist, ist die Stimmung wieder bestens. Letztens beim monatlichen Stammtisch habe ich die “I earned this” Karikatur rumgezeigt, die du letztens hier gepostet hast ( https://www.danisch.de/blog/2014/12/19/i-earned-this/ ), wir hatten schallendes Gelächter am Tisch, und danach ging ein erfrischendes Geläster über den derzeitigen Feminismus und die Frauenquoten los. Es war ein wirklich befreiendes Gefühl am Tisch. Noch vor einem Jahr hätte sich das niemand getraut, solange diese männliche Gouvernante mit am Tisch gesessen war. Achja, und es kommen wieder mehr Leute. Vor einem Jahr hatten wir etliche, die still das Handtuch geworfen hatten und sich einfach nicht mehr haben blicken lassen.

Eben wegen dem “nicht trauen” schaffen es Ideologien wie Gender überhaupt erst sich derart lang zu halten. Danke, daß du bei dieser Veranstaltung einfach was dagegen gesagt hast. Diese Leute arbeiten bewusst oder unbewusst mit dem Gruppenzwang aus den Asch Experimenten, die du glaube ich auch schonmal hier des öfteren erwähnt hast ( http://de.wikipedia.org/wiki/Konformit%C3%A4tsexperiment_von_Asch ).

Und die Asch Experimente geben auch Hinweise, wie man solchen Manipulationsdruck aufbrechen kann. Man sollte wirklich häufiger den Mut zusammenkriegen, ganz ruhig einfach zu sagen daß man etwas für Bullshit hält. Falls etwas wirklich Bullshit ist, dann ist erstaunlich, wieviele stille Zuhörer plötzlich auftauen. Endlich traut sich mal jemand, was dagegen zu sagen.


CountZero
27.2.2015 11:28
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noch einer schrieb:
> Die Mühe halte ich für unterhaltsam, inhaltlich aber für vergebens.

Wenn es um die ‘Konvertierung’ von Gender-Professorinnen zum empirisch-rationalen Denken gehen soll, hast Du sicher recht. Es gibt aber zwei wichtige Punkte, aus denen ich Hadmuts Mühe ganz und gar nicht für vergeblich halte:

(1) Themen und Argumentationsweisen solcher Veranstaltungen, die sonst ja fast nur von Mitgliedern der Filterbubble besucht werden, werden einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.

(2) Hadmuts Fragen in der ‘Diskussionsrunde’ führen die Hohlheit der Poststrukturalen den übrigen, noch nicht hirngewaschenen Hörern drastisch vor Augen.

Hadmut schrieb:
> Später sprach mich draußen noch ein hoch amüsiertes Ehepaar lachend an

DAS ist die ‘Waffe’ gegen die Genderista: sachlich vorführen und vom Publikum auslachen lassen :-).


Dirk S
27.2.2015 12:04
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@ uepsilonniks

> Wieso darf man irgendwelchen Voodoo-Anhängern hierzulande verbieten, ihre Töchter zu beschneiden?

Das ist auf dem Mist der UN gewachsen und als Vorgabe gesetzlich vor allem in westlichen Ländern umgesetzt worden. Also in den Ländern, in denen Mädchenbeschneidung nur ein sehr randhaftes Randproblem ist, daher wirst du auch praktisch keine Prozesse deswegen zu erwarten haben. (In Ländern, in denen das ein Problem ist, interssiert sich niemand für diese UN-Vorgabe, die machen weiter wie bisher.)

Das Problem in DE ist allerdings, das dadurch von staatlicher Seite tief in das Sorgerecht der Eltern eingegriffen wurde, wie ich denke völlig überflüssiger Weise (weil kein relevantes Problem in DE zu lösen war).

Nun hat ein Gericht entschieden, dass die Beschneidung von Jungen eine Körperverletzung sei, was formaljuristisch erst einmal richtig ist (jede Operation ist eine Körperverletzung, sogar ein Spritze).

Die Frage, die von der Politik eigentlich zu klären gewesen wäre (aber nicht wurde), ist, wie weit das elterliche Sorgerecht geht und wo die Grenze der Zustimmungsfähigkeit zu nichtlebenswichtigen Operationen liegt. Und die ist durch das Verbot von Mädchenbeschneidungen enorm von den Eltern weg verschoben worden und das ist das eigentliche Problem, was aber keiner sehen will (weil eine unbequeme Wahrheit). Daher auch die völlig sinnigfreie Beschneidungsdebatte als Ablenkung, um die eigentlich Frage zu überdecken. Was besonders durch solche Bla-Bla-Vorträge, wie die, die sich Hadmut angetan hat, geschieht.

@ Emil

> Von daher ist das Gegensatzpaar nicht jüdisch – christlich, sondern religiös – säkular.

Pst! Wie kannst nur die Wahrheit schreiben? Schäm’ dich! 😉

Wahrhaftige Grüße,

Euer Dirk


tuka
27.2.2015 12:26
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@rleo: “Mit der Hygiene sah es ja vor 3000 Jahren in den biblischen Ländern nicht so gut aus.”

Das Argument ist nur vorgeschoben. Korrekt ist: Im gesamten Tierreich sieht es (nach menschlichem Ermessen) mit der Hgiene nicht gut aus und über hundertausende Jahre sah es beim Menschen generell mit der Hygiene nicht gut aus. Und DESHALB gibt es die Vorhaut.

Die Beschneidung hat schlicht einen Grund: Reduzierung der sexuellen Freuden. Nicht mehr und nicht weniger.


kardamom
27.2.2015 13:01
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@rleo

https://www.danisch.de/blog/2015/02/27/hautab/#comment-70819

Vergiss das mit der Infektionsgefahr mal ganz schnell… Sollte das in Millionen von Jahren wirklich relevant gewesen sein, wäre es für Sippen, deren Männern “weniger” Vorhaut gehabt hätten, ein evolutionärer Vorteil gewesen, und die Vorhaut wäre mittlerweile komplett “weg-evolutioniert” gewesen.

Das mit dem Schweinefleisch ist genauso abwegig. Gibt genug tropische Gegenden, in denen Schweinefleisch nie mit Nahrungs-Tabus belegt war. Nein, hier geht es um die Abgrenzung von nomadisierenden Stämmen gegenüber sesshaften Kulturen. Mit Schweinen ist schlechter wandern als mit Kamelen, Rindern und Ziegen. Und die Israeliten waren – gemäss ihrer eigenen Geschichtsschreibung – über Generationen hinweg sesshaft während ihrer Zeit in Ägypten. Die mussten erst nach ihrer Flucht übers Rote Meer wieder auf “nomadisch” kalibriert werden.


Wolf-Dieter Schleuning
27.2.2015 13:07
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Es ist wirklich unglaublich welchen bullshit sich die Soziolo/ginnen
zurecht lügen um Leuten vorzugaukeln den großen Durchblick zu haben. Der Buchdruck mit beweglichen Lettern wurde in Korea erfunden, die Räderuhr von Schlossern im 13. Jhd.,die erste beweglich Uhr von Peter Henlein in Nürnberg im 15. Jhd. Die Mönche hatten Wasser- oder Sanduhren. Die Beschneidung soll vermutlich die Masturbation erschweren, die ja laut Bibel ebenso wie der coitus interruptus (Onan, Genesis Kap. 38) verboten ist. Im chassidischen Judentum lutscht der Mohel nach dem Schnitt den Penis ab. Da gab es vor einiger Zeit in Brooklyn eine kleine Epidemie von Herpes genitalis.


kardamom
27.2.2015 13:16
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@ tuka:
https://www.danisch.de/blog/2015/02/27/hautab/comment-page-1/#comment-70838

Ich halte den Gehorsams-Aspekt für viel zentraler. Zunächst ist die Beschneidung per Eigen-Definition ein Ersatz für das zunächst befohlene Menschenopfer.

Dann das sogenannte Stockholm-Syndrom: Es ist einfacher mit schweren Traumen umzugehen, wenn man den Verursacher und seine Motive akzeptiert.
Das führt weiterhin dazu, auch alle anderen Vorgaben kritiklos anzunehmen.

Kleine persönliche Geschichte: Beruflich hatte ich mal mit einen jungen Türken zu tun, der um eine Beratung bei einem Familienkonflikt bat. Auf meine Frage, ob er schon volljährig sei, antwortete er: “Ich bin Türke”. Auf meine Nachfrage, was das mit Volljährigkeit zu tun habe, erklärte er: “Als Türke darfst du erst dann über dich entscheiden, wenn dein Vater gestorben ist.”

Das ganze auf sachlich: http://de.wikipedia.org/wiki/Identifikation_mit_dem_Aggressor#Anna_Freud:_Identifizierung_mit_dem_Angreifer


Joe
27.2.2015 13:17
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Ich bin in diversen IT-Usergroups aktiv, und speziell in einer davon wurde die Stimmung in den letzten Jahren zunehmend schlechter. Warum war irgendwie nicht so richtig erklärbar. Solange, bis es mal geknallt hatte, und genau der eine “Social Justice Warrior” (der zum Glück der einzige in der Gruppe war) davongejagt wurde. Im Nachhinein waren Ähnlichkeiten zu Vorgängen in der Piratenpartei durchaus vorhanden. Wir hatten keine “Kackscheisse”-Schreier, es war eher daß diese Type in völliger Selbstverständlichkeit und Arroganz seinen Bullshit durchgezogen hatte, und der Rest sich gefügt hatte.

Ich habe miterlebt, wie so einem kleinen Tech-Forum aus der Grauzone des Internets, das sich ursprünglich mit Knacken von Softwarekopierschutz beschäftigt hat, gezielt unterwandert wurde. Inzwischen finden dort hauptsächlich politische Schlammschlachten statt. Man kann auch die typischen Charakterschablonen antreffen, zum Beispiel eine vorgebliche “Frau”, die angeblich in Isreal lebt, wo man sich fragt: Was hat so eine Gestalt in so einem Forum zu suchen? Logischste Antwort: Sie ist komplett fiktiv und schreibt aus den USA. Zweck: Verbreitung von Propaganda.

Zum Thema Männerverstümmelung: Damit kann sie drankriegen. Man muß das nur richtig aufziehen. Gezielt den religiösen Kontext rausnehmen und aufzeigen, daß vor allem Genderisten aus purem Sadismus gezielt Männer verstümmeln wollen, nur darum geht es ihnen.


Gästle
27.2.2015 13:26
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Beschneidung gibt es auch heute noch bei jungen Frauen, wo sie dann einer Verstümmelung gleich kommt. Von dieser archaischen Praxis war keine Rede? In der öffentlichen Dabatte war das doch auch vertreten.

Anmerkung zum Kommentar von Stefan W. (27.2.2015 6:31):
Es war England, erfolgreich war ein John Harrison. Hintergrund ist dass sich die Breite z.B. aus dem Sonnenstand zur Mittagszeit einfach bestimmen lässt, die Länge sich aber nur bei Kenntnis der genauen Uhrzeit bstimmen lässt. Hintergründe finden sich unter dem Stichwort Längenproblem.


Thiel
27.2.2015 13:37
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Wie passt der Mechanismus von Antikythera, in die christliche Uhren Theorie?

http://de.wikipedia.org/wiki/Mechanismus_von_Antikythera


anonKlaus
27.2.2015 13:41
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1.
Auf einer “Entnazifizierungs-Skala” von 0 (keine) bis 10 (Dr. Kimmel), wo würdest du die Veranstaltung verorten? 🙂

2.
Ist diese Veranstaltung als Beitrag zum “Kreuzzug gegen die Säkularisierung” oder “Kreuzzug gegen die Christen” zu verstehen?

ps.
Ich nehme an alle Veranstalter kamen pünktlich an, in ihren ölangetriebenen Maschinen und einige hatten bestimmt Sehhilfen. Thanks to Jesus!

OT:
Gibt es hier Leser aus der Nähe von New York mit etwas Zeit am 6-8 März? Es findet die erste
“International Conference on Masculinities: Engaging Men and Boys for Gender Equality”
statt.

“The twin goals of the conference are:
– To infuse men’s activism in support of gender justice with the rigor and insights of the most up-to-date research; and
– To increase cooperation and ties between academic researchers who address various gender issues, and feminist activists, practitioners, and advocates.”

(Schmankerl: “to increase cooperation and ties between akademics and activists”)

http://menengage.org/events/international-conference-masculinities-new-york/

Angeschoben von Michael Kimmel und der “McArthur Foundation” unter dem Mantel der State Uni von New York:
http://www.stonybrook.edu/commcms/csmm/board.html
(einige schwergewichtige Promis für Kimmels Bude sind auch an Bord z.B. Jane Fonda, Eve Ensler (Vaginamonologe) und Gloria Steinem)

Also, die Paar Kröten für den Eintritt und anschliessende Berichterstattung könnten wir krautfunden denke ich. 🙂


horsti
27.2.2015 14:07
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Hadmut schrieb: “Ich bin nicht für oder gegen Beschneidung…”

Was hindert Dich daran, Dich in dieser Frage zu positionieren? Meinungsbildungsprozess noch nicht abgeschlossen?


Hadmut
27.2.2015 17:49
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@horsti:

> Was hindert Dich daran, Dich in dieser Frage zu positionieren?

Nichts und niemand.

Man muss sich aber nicht zu jeder Frage positionieren und auch keine Nebenkriegsschauplätze aufmachen. Man muss nicht alles tun, woran einen niemanden hindert. Es hindert mich auch niemand daran, mich mit Sekundenkleber einzuschmieren, trotzdem tue ich es nicht.

Insbesondere aber habe ich nicht die allergeringste Lust, mich erneut dieser Brüllaffenhorde erneut auszusetzen, die schon mal mein Blog gestürmt hat, als das Thema anklang.

Ich habe auch überhaupt keine Lust, und vor allem keine Zeit, mich öffentlich mit Themen auseinanderzusetzen, die mich eigentlich nicht wirklich interessieren, und bei denen ich die Argumente beider Seiten für Quatsch halte. Ich muss nicht bei jedem Streit mitmachen.


[…] Unsinn um die Ohren gehauen. Gottseidank gibt es heute noch klarsehende Menschen, die das auch tun. https://www.danisch.de/blog/2015/02/27/hautab/ Multikulti – die Irrlehre, dass möglichst viele Ausländer zum Nutzen eines Landes sind. Auch […]


Leon
27.2.2015 15:30
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rleo fragte sich:

Hat nicht Beschneidung etwas mit Infektionsgefahr zu tun?

Hm, das ist ein bisschen schwierig. Die Beschneidung führt zu einer Austrocknung und folgenden Verhornung der Haut. Der normale Säureschutzmantel, der div. Krankheitserreger unschädlich macht, fällt damit weg. Der Säureschutzmantel schützt eigentlich vor diversen Krankheitserregern.

Allerdings gibt es auch Krankheitserreger, für die der Säureschutzmantel nicht gefährlich oder sogar hilfreich ist.

Es hängt also von den zu erwartenden Krankheitserregern ab, ob die Infektionsgefahr eher erhöht oder verringert wird.

Reine Fantasie ist ein angeblicher Schutz vor HIV.

Tatsache ist: Das westliche Land mit der höchsten HIV-Rate ist auch das westliche Land mit der höchsten (männlichen) Beschneidungsrate, nämlich die USA.

Dagegen nützt die Beschneidung also jedenfalls nichts.

Zu früheren Zeiten gab es (im Abendlande) eine Menge an Aberglauben, der mit der Beschneidung verbunden war.

Im Laufe der Zeit sollte die Beschneidung verhindern:

– Diabetes
– Rückenleiden
– Rheuma
– geistige Verwirrtheit
– und wohl noch einiges mehr

Die Beschneidung in den USA wurde traditionell wegen der “moralischen Hygiene” durchgeführt. Zu früheren Zeiten wurde nämlich behauptet, dass ein beschnittener Junge/Mann zumindest nicht dem “Laster der Masturbation” nachgehen könne, eventuell auch nicht der Homosexualität, deshalb moralische Hygiene.

Ein solcher Mann müsste also gezwungenermaßen ganz traditionell eine Frau heiraten und könnte damit nicht auf moralische Abwege geraten.

Das war in den USA der Stand so ungefähr in den 50´er Jahren.

Nachdem die Masturbation neu bewertet wurde, ließen die Beschneidungskliniken das Wort “moralisch” vor der “Hygiene” weg.

Die Werbung für die Beschneidung der Knaben richtete sich in den USA übrigens offensichtlich vor allem an die Mütter.


Leon
27.2.2015 15:36
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Grundsätzlich gab es die Beschneidung auf jeden Fall schon im alten Ägypten. Dort mussten die Priester (und wahrscheinlich auch andere Angehörige der Tempel) beschnitten sein.

Der Brauch hatte sich dann mehr und mehr auch bei der normalen Bevölkerung verbreitet, bis er schließlich anscheinend Standard wurde.

Nach der Besetzung des Landes durch die Hyksos (“die Herrscher aus fremden Landen”) und deren späterer Vertreibung hatten sich die ursprünglichen Verhältnisse wieder eingestellt: Die Priester waren beschnitten, der Rest eher nicht.

(Hier könnte man spekulieren, dass die Hyksos den Brauch übernommen hatten und er deshalb dann von der normalen Bevölkerung, die sich von den “Besatzern” abgrenzen wollte, abgelehnt wurde.)

Ebenfalls eine Spekulation ist es übrigens, dass die Beschneidung die ritualisierte Form eines früheren, weit brutaleren Ritus war: dass nämlich ursprünglich die Priester kastriert sein mussten.

Die jüdische Religion dürfte die Beschneidung von den Ägyptern übernommen haben. Auch im Alten Testament finden sich ja noch diverse Textstellen und Gebete (“Über den Bergen gehst Du auf…”), die offensichtlich aus der alten ägyptischen Religion übernommen wurden.


KeinInformatiker
27.2.2015 16:05
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Wie aber kommt es zu dieser Konzentration von Genderistinnen in einem jüdischen Museum?

Was haben die da verloren und was denkt sich so ein ehrenwertes Museum dabei, sich von solchen Leuten vertreten zu lassen? Die haben doch viel bessere Argumente. Wie kann man so tief sinken, sich von solchem Geschwätz die Lobby machen zu lassen?

Ist es ein Gefälligkeitsauftritt?

Oder sind sie unterwandert? Ist es wieder mal so, dass die Genderisten alles ab- und ausräumen, wo es Finanzierung, Publizität usw. zu holen gibt?

Bei der Frage “warum die das machen” fällt mir etwas ein. Ich habe ein Unternehmen und mich aus folgendem Grund mal mit “Frauen-Förderung” beschäftigt. Unser Mitarbeiterparkplatz war im Laufe der Zeit zu klein geworden und musste erweitert werden. Da die Mitarbeiterinnen aus der Verwaltung nun mal später anfangen zu arbeiten wie die gewerblichen Mitarbeiter, standen die Damen oft ohne Parkplatz da und mussten in zweiter Reihe parken. Die hatten richtig Ärger gemacht wegen den fehlenden Parkplätzen. Da wir bekanntlich im Land der “nicht-dichten und nicht-denkenden” leben hatte ich mich gefragt, ob der Staat den Bau eines “Frauen-Parkplatz” vielleicht sogar “subvensioniert”. Also hab ich mich schlau gemacht was da geht. Das Ergebnis hatte mich erstaunt. Das einzige was “gefördert” wurde waren Vorträge zum Thema Benachteiligung von Frauen (Nicht die Durchführung von Maßnahmen wurden gefördert, sondern nur das “drüber reden”). Aber auch nur von vom Ministerium “anerkannten” Rednern (mit meinem heutigen Wissen würde ich meinen Bauch darauf verwetten das die alle sowas wie Gender studiert hatten und somit in der realen Arbeitswelt “nicht vermittelbar” sind). So wie ich mich erinnere, wurden die Kosten für die Redner komplett übernommen und die Kosten für den Veranstaltungsort teilweise. Das heißt, wenn ich einen eigenen Veranstaltungsort habe kann die Durchführung so einer Veranstaltung durchaus “Gewinn” abwerfen. Man muss die “Kosten” für die eigenen Räumlichkeiten nur hoch genug ansetzen. Die Veranstaltung fand ja im jüdischen Museum statt. Ich hatte mal ein Buch mit jüdischen Witzen. Sehr viele dieser Witze hatten die Aussage das Juden “geschickte” Kaufleute sind, großes Talent im “andere übers Ohr hauen” haben und “moralisch flexibel” sind wenn der Preis stimmt…


Dr. Fritz Baur
27.2.2015 17:00
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@tuka
…so ist es! Und daher hat die männliche Beschneidung denselben Zweck wie die weibliche: Knebelung des Sexualtriebes.


Hadmut
27.2.2015 17:51
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> Und daher hat die männliche Beschneidung denselben Zweck wie die weibliche: Knebelung des Sexualtriebes.

Blödsinn.

Erstens würden es dann nicht so viele Leute freiwillig machen.

Zweitens müssten dann Länder mit höherer Beschneidungsquote einen niedrigeren Sexualtrieb als andere Länder, wie etwa Deutschland haben. Stimmt aber nicht. In vielen solcher Länder wird mehr geschnackselt als etwa bei uns.


Claus Thaler
27.2.2015 17:34
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In Wirklichkeit nämlich gäbe es bei uns gar keine Säkularisierung, weil alles hier christlich geprägt und erzeugt sei. Wir hielten uns für neutral und aufgeklärt, würden aber in Wirklichkeit nur christlich agieren.

Genau! Und Hitler hat die Autobahn erfunden. Es gab also bei uns gar keine Entnazifizierung, weil wir, wenn wir auf der Autobahn fahren, in Wirklichkeit immer noch nazimäßig agieren.

Kein Wunder, dass der Feminismus immer mit Entnazifizierung einhergeht, alles andere wäre Autobahn.


prx
27.2.2015 17:43
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Weil den ersten Drucken die Bibeln gehörten, muss die Drucktechnik also heute als inhärent christlich betrachtet werden. Ok, wenn die das so sagen.

Bei neuerer Technik gehörte jedenfalls stets die Pornoindustrie zu den Early Adopters. Ob Fotografie, Film oder das Internet.


Claus Thaler
27.2.2015 17:46
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Wie aber kommt es zu dieser Konzentration von Genderistinnen in einem jüdischen Museum?

Ich denke, das Bindeglied ist Christina von Braun, die auf beiden Gebieten (Gender und Judentum) tätig ist.

http://www.christinavonbraun.de/

Hadmut hatte ja schon mal was dazu geschrieben.

https://www.danisch.de/blog/2015/02/09/noch-ein-puzzle-stuck-zu-gender-studies-the-missing-link/


Bärle
27.2.2015 18:38
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Noch vor der Bibel druckte Gutenberg ein Losbuch (Sibyllenbuch). Neben der Bibel entstanden zahlreiche Flugblätter. Die Bibel war also nur ein Teil des Geschäftes. Ergo, der Buchdruck wurde nicht erfunden, um Bibeln zu drucken, sondern um Texte in großer Stückzahl zu produzieren.

Die Räderwerkuhr wurde nicht wegen dem Stundengebet erfunden, davor gab es nämlich schon über Jahrtausende zuverlässige Wasseruhren, nach denen man nicht nur die Gebetszeiten ausrichtete.

Erste Versuche Brillen beziehungsweise Okulare zu bauen gab es bereits im alten Rom.

Frau von Braun mangelt es am Eifer, ihre Vorträge zu recherchieren.


derdiebuchstabenzählt
27.2.2015 18:44
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>Blödsinn.

>Erstens würden es dann nicht so viele Leute freiwillig machen.

Ist Gender etwa doch Wissenscheaft, nur weil viele es freiwillig dafür halten?


Bärle
27.2.2015 18:45
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Und noch was zum unsinnigen Hygieneargument: Das Smegma bildet sich an den Genitalien beider Geschlechter, wenn sie nicht gewaschen werden (Nillenkäse und Fudkäse genannt). Wie es bei den 62 anderen Geschlechtern aussieht kann ich nicht sagen, die haben sich hinsichtlich ihres Smegma noch nicht geoutet oder wurden von Genderisten entsprechend untersucht.


rjb
27.2.2015 18:52
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Weshalb sollte die Schnackselfrequenz (woher will man die eigentlich verläßlich kennen?) zur Höhe des Sexualtriebs (wie auch immer man diese definieren und messen mag) über unterschiedliche Gesellschaften und Lebnensverhältnisse hinweg proportional sein?


Phil
27.2.2015 18:54
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> Und daher hat die männliche Beschneidung denselben Zweck wie die weibliche: Knebelung des Sexualtriebes.

Blödsinn.

Erstens würden es dann nicht so viele Leute freiwillig machen.

Zweitens müssten dann Länder mit höherer Beschneidungsquote einen niedrigeren Sexualtrieb als andere Länder, wie etwa Deutschland haben. Stimmt aber nicht. In vielen solcher Länder wird mehr geschnackselt als etwa bei uns.

Hier begehst du aber einen Denkfehler. Der Sexualtrieb ist von den biologischen Befähigung dazu unabhängig. Nur wenn wichtige Emitter von Hormonen zerstört werden, sind der Sexualtrieb (Hoden, Eierstocke, etc).
Schmerzen beim Verkehr senken natürlich den Sexualtrieb, dies ist dann aber eine Konditionierung, welche dem eigentlichen Trieb entgegensteht. Bei beschnittenen Frauen sind Schmerzen wohl häufiger, weil sich bei ihnen Narbengewebe bildet. Spezialvarianten, wie verschnüren sind sowieso biologisch äußerst riskant.

Beschnittenen Männer verlieren wohl bis zu 60% der Empfindsamkeit. Dies dürfte reichen, um das Masturbieren einzuschränken. Es taugt dann nicht mehr zur Triebbefriedigung, insbesondere wenn dazu noch Strafen zu befürchten sind.

Es wäre hier natürlich äußerst interessant, ob sich die Beschneidung auf das Aggressionsverhalten auswirkt. Laut Unwin (angelehnt an Freud), wird mangelnder Sex ja durch expansionistische Tätigkeiten, sowie Wissenschaft und Kunst ausgeglichen.
Dies würde sowohl auf die Staaten, als auch auf die nahöstlichen Völker zutreffen.


KillingTime
27.2.2015 18:57
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Ich kann mir schon vorstellen, warum Frauen lieber einen “beschnittenen” Mann haben wollen: sie finden es hygienischer (kein Pimmelkaas bei der Fellatio) und durch die erschwerte Onaniemöglichkeit wird der Mann öfter “ranmüssen”, weil er es sich selber nicht so gut mehr besorgen kann.

Warum aber nun ausgerechnet Feminist_Innen 😀 pro-Beschneidung sind, vermute ich, dass es was mit manischem Männerhass zu tun hat und sie sagen sich, “wenn der Kerl mich schon nicht f*cken will, weil ich als abgehalfterte Femanze zu eklig und ‘past the prime’ bin, dann soll er auch nicht mehr onanieren dürfen”.


Hadmut
27.2.2015 19:10
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> Warum aber nun ausgerechnet Feminist_Innen pro-Beschneidung sind,

Meines Erachtens aus dem einzigen Grund, mal wieder auf den weißen, mitteleuropäischen, religionslosen oder christlichen Mann als Universalfeindbild einzuschlagen.


Leon
27.2.2015 18:58
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… Knebelung des Sexualtriebes…

Naja, hm, es könnte in gewisser Weise ein wahrer Kern daran sein, wenn auch nicht so, wie die Frau Baur sich das so denkt.

Der größte Teil (80 – 90 %) der “weiblichen” Beschneidungen betrifft die Vorhaut um die Klitoris und bewirkt dasselbe wie beim Mann.

Unter den restlichen 10 bis 15 % gibt es eine Form der “Beschneidung”, bei der wesentliche Teile des Sexualapparats entfernt werden.

Besonders in Somalia wird auch eine Form der “Beschneidung” praktiziert, die das sexuelle Empfinden der Frau tatsächlich drastisch verringert. Soweit, dass den Betroffenen der Sex höchstwahrscheinlich gar keinen Spaß mehr macht.

Die Frage ist nun, wer könnte sich davon eigentlich einen Vorteil versprochen haben?

Für die Genderistas, die sich um Logik ja nicht so zu sorgen brauchen, ist die Antwort klar: Die bösen Männer natürlich, diesmal allerdings ausnahmsweise mal nicht die weißen, christlichen, europäischen.

Aber wie überzeugend ist das eigentlich?

Zusammen gefasst:

– Männer, die sogar heute noch Schwierigkeiten haben (sollen), sinnvoll mit einer Klitoris umzugehen, sollen vor 4000 bis 8000 Jahren ganz genau gewusst haben, welche Teile der weiblichen Anatomie eine Rolle spielen.

– Diese rabiate Beschneidung wird nur in sehr wenigen Teilen Afrikas durchgeführt, anscheinend. Als Beispiel wird immer NUR Somalia genannt.

– Diese rabiate Beschneidung wird offensichtlich nahezu ausschließlich von (älteren) Frauen durchgeführt, quasi nie von Männern.

– In div. Gegenden Afrikas hat es zu früheren Zeiten offensichtlich ein Matriarchat gegeben.

– Auch die Königin von Saba, die schon im alten Testament auftaucht, kam übrigens sicher aus dem heutigen Somalia.

Frage: Wie haben es in diesem Matriarchat eigentlich Frauen vor 6000 Jahren geschafft, Männer zu beherrschen?

Mögliche Antwort: Durch Sex-Entzug.

Das kann aber nur effektiv klappen, wenn der größte Teil der Frauen selbst kein Interesse mehr an Sex hat .

Wie erreicht frau das effektiv?

Eine wirksame Möglichkeit wäre, einen großen Teil der weiblichen Bevölkerung so zu “beschneiden”, dass die Frauen kein eigenes Interesse an Sex mehr haben.

Damit kann Sex dann als besondere Belohnung für Männer eingesetzt werden, die Gehorsamkeit mit besonderen Leistungen zur Erbauung der weiblichen Herrscherinnen verbinden.


KillingTime
27.2.2015 19:16
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@Hadmut

Mag ja sein, aber warum, warum??

Warum ist der weiße Mann für Femastasen das inkarnierte Böse? Ich kenne zwar deine Theorie von der Nazijagd des Profx Kimmel, und vielleicht jagt er tatsächlich deshalb die mitteleuropäischen Männer, aber warum machen da die Femastasen mit? Die können doch nicht alle blöd sein?


Hadmut
27.2.2015 19:52
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@KillingTime:

> Warum ist der weiße Mann für Femastasen das inkarnierte Böse?

Was fragst Du mich? Meine Vermutung dazu kennst Du. Mehr weiß ich auch nicht, sonst hätt ich’s ja geschrieben. Frag die Femastasen.


Robert W.
27.2.2015 19:44
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“Und drei Frauen. Moderatorin und zwei Vortragende. Kein Mann. Kennt Ihr den? Unterhalten sich drei Blinde über Farbe…”

Der Aufschrei ist regelmässig groß, wenn Männer es wagten, ohne Beteiligung irgendeiner Frau über “Frauenprobleme” zu diskutieren. Ich frage mich immer, daß “die” ihren eigenen Sexismus nicht sehen …


[…] […]


Stephan Fleischhauer
27.2.2015 20:42
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@KillingTime
> Warum aber nun ausgerechnet Feminist_Innen 😀 pro-Beschneidung sind, vermute ich, dass es was mit manischem Männerhass zu tun hat

Ja, wahrscheinlich geht denen die Beschneidung der Vorhaut noch nicht weit genug.

@Hadmut
>Dieselbe Argumentation müsste dann auch für Nasen, Ohren, Finger usw. gelten. Oder Köpfe.

Naheliegend wären hier wohl die Eier.

> Deshalb [Buchdruck, Räderwerkuhr, Sehtechnik] seien unsere Körper zutiefst vom Christentum geprägte Körper.

Gilt das eigentlich für alle Kulturen, in denen diese Erfindungen eine wichtige Rolle spielen? Was ist mit Muslimen, die Bücher lesen, Indern, die eine Brille tragen usw.? Alle zutiefst christlich geprägt?


EinInformatiker
27.2.2015 21:01
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> Warum aber nun ausgerechnet Feminist_Innen pro-Beschneidung sind,

Es geht darum, das Fremde zu hofieren (bzw. ihm angeblich Respekt zu erweisen) und gegen das Eigene (in diesem Fall ja gezielt gegen das Christliche) zu bolzen. Sonst ist man nicht In (-> krankhafter ínverser Ethnozentrismus).


Heinz
27.2.2015 22:46
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> Zwar hat eine Beschneidung einige medizinische Vorteile

… die, gelinde gesagt, umstritten sind.


Hadmut
28.2.2015 0:18
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@Heinz:

> … die, gelinde gesagt, umstritten sind.

Du hast meinen Text nicht verstanden. Ich will auch keine Diskussion darüber, ob gut oder schlecht.

Mein Punkt war, dass keines der Argumente, die als medizinische Vorteile vorgebracht werden (ungeachtet der Frage, ob sie stimmen und ob die Gegenargumente stärker sind) erklären, warum man damit nicht warten könnte, bis jemand alt genug ist, das selbst zu entscheiden. Vieles ist selbst dann inkonsisten, wenn man es nicht in Frage stellt, sondern einfach hinnimmt.


Heinz
27.2.2015 22:56
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> Die haben doch viel bessere Argumente.

Nein, nur eine bessere Rethorik/Rabulistik


Cassandra
27.2.2015 22:58
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Wieviel der Beschneidungen gehen schief, weil der besoffene Beschneider die Eichel mitabschneidet. Hab mal von einem Fall gelesen, das einem Jungen der halbe Penis mitabgeschitten wurde. Dann wurde entschieden der Rest kann auch noch weg und wir erziehen in als Mädchen.


torwine
27.2.2015 23:03
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Hahaha 🙂
Hadmut, schon mal mit dem Gedanken gespielt, Kabarettist zu werden ?
😉


Hadmut
28.2.2015 0:04
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> Hadmut, schon mal mit dem Gedanken gespielt, Kabarettist zu werden ?

Ich glaube, ich bin live und verbal nicht mehr so gut. Ich war es mal, aber da bin ich schwer aus der Übung, seit ich keine Vorlesungen und Workshop mehr halte. Zumal ich mir sowas nicht mehr merken kann. Ich wäre da auch von Gestik, Mimik und Physiognomie nicht gut.


Cassandra
27.2.2015 23:11
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KillingTime
27.2.2015 23:29
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@EinInformatiker

Das überzeugt mich auch noch nicht.

Wie wäre es mit folgender Hypothese: die Femastasen versuchen ganz einfach nur, Beschneidung “salonfähig” zu machen. Also Hemmschwellen abbauen, Akzeptanz für Beschnittene und Beschneidung schaffen. Wie wir wissen, gehört die Beschneidung zum Islam wie der Knoblauch zum Döner. Möglicherweise wollen die Feministen erreichen, dass Islam auf diese Weise mehr Akzeptanz erfährt, weil sie damit eine Gemeinsamkeit herausstreichen können bzw weil sie Andersdenkenden gleich die Nazikeule an den Kopf hauen können. Ich halte Feminismus ohnehin für eine äußert linke Sache, und Linkslinke harmonieren traditionell gut mit dem Islam.

Wäre das eine denkbare Möglichkeit?


Küstennebel
28.2.2015 1:06
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Das ist genau das, was ich meine: Diese Soziologen kapieren überhaupt nicht mehr, was Leute sagen, sie sind überhaupt nicht mehr in der Lage, irgendetwas rational zu verarbeiten, sondern reagieren immer nur noch mit dem Soziologen-Reflex, den anderen in irgendeine *ismen-Kategorie einzuordnen, damit zu entwerten, und das war’s. Argumente haben sie nie, stattdessen zitieren sie einfach immer ihre Autoritäten, wenn’s gerade gebraucht wird. Ich sag’s ja immer, die funktionieren wie Scientology.

Das ist aber nicht nur Gendergeschädigtenproblem. Das gibts überall wenn Untersuchungen und Erkenntnisse nicht automatisch eine Eindeutigkeit erzeugen.

Skeptiker sind doch genauso deppert. Die glauben nur noch das was in Studien steht, aber wenn denkende Menschen z.B. mit Ärzten und Professoren der Medizin zu tun haben, wird das nicht mal zur Kenntniss genommen. Ich kenn das jetzt aus verschiedenen Bereichen ein bischen. Ernährung”wissenschaft”, Medizin, z.B. Psychologie aber auch Psychiatrie. Da kann ich einiges über Dummfug bei ADHS und Asperger/Autismus sagen und es wird ständig mit Studien ein Meinungskrieg geführt.

Die Soziologie kann auch andere Bereiche bearbeiten. Das ist dann eine perspektivische Erfahrungsbetrachtung, die sich um historische Entwicklungen mehr oder weniger unbestimmter Zusammenhänge oder Objekte kümmert und aus dem vorhandenen Wissen das relevante zusammentragen will etc.

Soziologie ist nicht nur Genderismus. Manchmal geht das bissi unter bei Danisch.de 😀


Reinhard
28.2.2015 1:53
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Hadmut, hast du dich noch nie daran gedacht, dich mal in Gender Studies einzuschreiben, so nach dem Motto “Kenne deine Freunde, aber kenne deine Feinde noch viel besser”?


Hadmut
28.2.2015 1:58
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@Reinhard: Wie soll ich das machen? Ich muss tagsüber arbeiten…


Sebastian
28.2.2015 4:26
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@ Cassandra

Soso Reimer hiess er also, ich wusste es schon ohne den Nachnamen zu kennen das er deutsche Vorfahren hatte. Mitlerweile hab ich das 3. Auge.

“Rache” an Mengele, Spezialgebiet Zwillingsforschung.Alles klar, muss man nicht mehr lange erklären.

Nur die brauchen kein KL dazu, die machen das heute in der Öffentlichkeit


Jens
28.2.2015 7:32
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http://man-tau.blogspot.de/2015/02/merseburger-zauberspruche-der.html

“„Die drei Autoren haben es geschafft, auf 90 Seiten Adorno/Horkheimer und Foucault für ihren Aufklärungsverrat als Geiseln zu nehmen.”


Cargo Cult Science
28.2.2015 8:44
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Die Genitalverstümmlung minderjähriger Knaben gehört zum Gründungsmythos des Feminismus in Deutschland. Nicht die Vorhautamputation als solche, sondern deren fehlerhafte Durchführung; Cassandra gab ja hier schon den entscheidenden Hinweis.

Es ist der von John Money durchgeführte, mengeleähnliche Menschenversuch (Bettina Röhl) an Bruce Reimer alias Brenda Reimer: Ein »Chirurg schnitt dem Jungen, nachdem er ihm [bei der Vorhautentfernung] den Penis versehentlich verbrannt hatte, in einer weiteren Operation auch noch die Hoden ab. Man beschloss also, den ersten Medizinpfusch mit einem zweiten Pfusch zu kompensieren und den Jungen einer Zwangskastration zu unterziehen.«

»Als Alices Schwarzers Buch [„Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“] 1977 erschien, war der 1965 geborene Junge ohne Penis und ohne Hoden… 12 Jahre alt und hatte bereits zehn Jahre konsequenter Mädchenerziehung hinter sich. Nichts schien der finalen Geschlechtsumwandlung mehr im Wege zu stehen. Schwarzer jubelte in ihrem Buch: „Das Mädchen wird einer kontinuierlichen Hormonbehandlung unterzogen, und nach der Pubertät wird man ihm eine künstliche Scheide einsetzen. Sie wird dann eine normale Frau sein – nur gebären kann sie nicht. Und die Gebärfähigkeit ist auch der einzige Unterschied, der zwischen Mann und Frau bleibt. Alles andere ist künstlich aufgesetzt, ist eine Frage der geformten seelischen Identität.”«

»…Die völlige Verzweiflung des jungen Bruce mündete schließlich darin, dass ihm eröffnet wurde, er sei als Junge geboren. Bruce beschloss auf der Stelle, als Junge zu leben und unterstrich seinen Entschluss unmissverständlich, indem er seinen Kleiderschrank anzündete. Von nun an revoltierte er gegen seine Peiniger und beschloss, sein Leben selbst zu bestimmen… Money dagegen propagierte dieses Zwillingsexperiment noch Jahrzehnte lang weiter… und für ihn blieb es ein Beweis für den durchschlagenden Erfolg seiner Theorie, dass das Geschlecht eines Menschen beliebig veränderbar sei… Money verzichtete erst auf diese Eigenpropaganda, als sich David Reimer vor ein paar Jahren entschloss, mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.«

»Die aberwitzigen Thesen von Money, Schwarzer und Schmidt sind durch David Reimer nicht bewiesen worden, sondern endeten in der Katastrophe eines Selbstmordes, Endpunkt eines Lebens, das 38 Jahre lang Folter und Seelenqual bedeutete. Es ist wahrscheinlich ein Beleg für die Konjunktur der Gender-Mainstreaming-These, …dass der Selbstmord von David Reimer im Jahre 2004 zwar in den Medien kurz erwähnt wurde, aber bis heute nicht zu einem Aufschrei der Gesellschaft geführt hat – weder moralisch noch intellektuell wurde der Fall angemessen aufgearbeitet. Weder die Feministin Alice Schwarzer noch der beliebte und von vielen Mainstream-Medien gern zitierte Hamburger Sexologe [Prof. Gunter] Schmidt haben ihren Irrtum öffentlich zugegeben.« ( http://bettinaroehl.blogs.com/mainstream/2005/04/cicero_online_d.html )

Dieses satanische Experinent ist die Ursünde des Genderfeminismus, dessen Scheitern man nicht eigestehen kann, weil dadurch deren Grundthese der geschlechtlichen Konstruktion gegenstandslos ist. Mit dieser bis heute ungebrochenen Leugnung hat der Genderfeminismus schon Ende der Siebziger Jahre das wissenschaftliche Feld verlassen und ist zu Religion geworden. Eine Religion, die von Mengele-Money in ihrer heutigen Form überhaupt erst geschaffen wurde:

»Money steht für Begriffe wie „gender identity“ und „gender role“. Er wurde der einflussreichste Vertreter der Gender-Theorie, der zufolge das soziale Geschlecht (gender) dem Menschen willkürlich zugeteilt wird und daher vom biologischen Geschlecht vollkommen abweichen kann.« ( http://suite101.de/article/die-dunkle-seite-des-feminismus-von-alice-schwarzer-und-co-a113798 )

Nebenbei ist Money selbst ein weiteres Beispiel für Esther Vilars These des manngedachten Feminismus: “Die Idee von der Unterdrückung war… eine Männeridee. Sie stammt nicht von Beauvoir, Friedan, Millett und Greer – wie sollten Frauen auch auf die Idee kommen, sie seien unterdrückt? – sondern von Marx, Engels, Bebel und Freud.” ( http://de.wikimannia.org/Esther_Vilar )

Letztlich sehe ich darin auch den Grund für das übertriebene Interesse des Genderfeminismus am Fortbestehen der Vorhautamputation besonders kleiner Kinder: Jede birgt nämlich die potentielle Möglichkeit, bei Fehlern irgendwann den gescheiterten Menschenversuch zu wiederholen, um schließlich endgültig zu triumphieren. Man muß nur lange genug Gras über David Reimers Grab wachsen lassen.


Hadmut
28.2.2015 11:11
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@Cargo Cult Science: Die Reimer-Zwillinge sind hinreichend bekannt, habe ich im Buch schon beschrieben. Auch dass Money und Alice Schwarzer damals das Blaue vom Himmel gelogen haben.

Nur:

Moneys Behauptung, dass Geschlechtsverhalten nur kulturell erzeugt und austauschbar sei, ist in den Feminismus eingesickert. Die Beschneidung an sich eigentlich nicht. Zumal der Fall ja doch – auch im feministischen Lager – gezeigt hat, dass das schief gehen kann.

Es sei denn, man würde unterstellen, dass die auf mehr Unfälle, verbrannte Penisse und neue Reimer-Experimente spekulieren.

Das glaube ich aber auch nicht. Denn Feministinnen scheuen Realität und Experimente wie der Teufel das Weihwasser, da könnte ja rauskommen, dass sie Mist erzählen.


EinInformatiker
28.2.2015 10:40
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@KillingTime

Nun ja man kann in die Leute nicht reinsehen. Ich kenne auch niemand davon live und hab mich auch noch nie mit der Vita solcher Leute befaßt. Ich bin lediglich vor 40 Jahren mal mit dem dogmatischen Charakter konfrontiert gewesen. Damals glaubte ich nicht daran, dass diese Leute bewußt lügen, sondern dass sie ihre Lügen aus sozialen Gründen glauben. Nun sind die Absurditäten heute aber ungleich absurder geworden. Das könnte dafür sprechen, dass diese Leute sich die Absurditäten maßgeschneidert ausdenken. Denn was in jedem Fall auffällt, es ist ja maßgeschneidert und es gehört einiges an Intelligenz dazu diese Absurditäten zu entwickeln. Kaum vorstellbar, dass das also aufgrund einer psychischen Störung (oder auch nur einer fehlerhaften Ideologisierung) automatisch abläuft. Aber wir werden es wahrscheinlich nie erfahren. Das mit dem inversen Ethnozentrismus ist aber eine verbreitete Krankheit (seit dem Vietnamkrieg, vermischt mit Nazi- und Kolonialzeit) und es kann natürlich schon sein, dass das eine allgemeine Prädisposition für bestimmte “Argumentations”muster erzeugt. Aber auch der weiße Mann als das inkarnierte Böse kann dieselbe Funktion übernehmen. Der inverse Ethnozentrismus ist das umfassendere Phänomen.


Stannis Baratheon
28.2.2015 12:40
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Skeptiker sind doch genauso deppert.[…]

Was auch daran liegt das der überwiegende Teil der Skeptiker gar keinen philosophischen Skeptizismus betreibt sondern sich berufen fühlt eine angegriffene Orthodoxie gegen Heterodoxien zu verteidigen. Vergleich mal die erstaunlich ähnlichen Erlebnisse von Marcello Truzzi und Edgar Wunder.


Heinz
28.2.2015 13:42
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> Stimmt aber nicht. In vielen solcher Länder wird mehr geschnackselt als etwa bei uns.

Er meinte den Sensibilitätsverlust, der ja zumindest in Form eines Risikos auftritt.


Heinz
28.2.2015 13:44
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OT: > Und noch was zum unsinnigen Hygieneargument: Das Smegma bildet sich an den Genitalien beider Geschlechter

Bei Frauen sogar noch mehr.


Heinz
28.2.2015 13:51
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Karl Marx
28.2.2015 22:14
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@rleo: “Hat nicht Beschneidung etwas mit Infektionsgefahr zu tun?”, “Schweinefleisch z.B. war wirklich noch vor einiger Zeit nicht ungefährlich.”

Infektionsgefahr ist aber nicht der Grund für die religiös motivierte Beschneidung so wie auch die Trichinengefahr nicht der Grund für relgiöse Nahrungstabus ist.


Gast$FF
1.3.2015 1:19
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“Hirn/ab!” – Klassischer Fall von Cerebralphimose


Dirk S
2.3.2015 9:38
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@ Leon

> Frage: Wie haben es in diesem Matriarchat eigentlich Frauen vor 6000 Jahren geschafft, Männer zu beherrschen?

Mal ein ernsthafter Antwortversuch: Durch die Matrilinearität, also die Abstammung über die Mutterlinie.

Was leider heute (auch durch unsere hysterischen Feminstinnen) kaum noch bekannt ist, ist, dass es nicht nur Matri- / Patriachate gibt, sondern auch Mattri- und Patrilinearitäten, also die Abstammung eines Kindes über Mutter- bzw. Vaterlinie. Bei der Vaterlinie zeigt sich die nächste weibliche und männliche Verwandschaft eines Kindes recht einfach: Mutter und Vater. Bei matrilinearen Verwandschaften ist das anders, da sind es Mutter und Onkel (Mutterbruder), also wird dem Vater seine Verwandschaft verweigert.

Gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass sich Matri- und Patrilinearität in den unsprünglichen Gruppen ungefähr gleich verteilt waren (was sie bestimmt nicht waren). Wenn nun sich eine Gesellschaft sich in Richtung Landwirtschaft entwickelte und dafür gewaltige Gemeinschaftsanstrengungen (Rodungen, Kanalbau) notwendig waren, waren patrilineare Gesellschaften im Vorteil, da diese Leistungen primät von Männern erbracht wurden und diese dies nur dann gerne taten, wenn sie es für ihre Familien war. Dies gab es aber nur in patrilinearen Gesellschaften, nicht in Matrilinearen. Matrilinearität konnte sich vor allem in den Gebieten halten, die eine einfache Nahrungsgewinnung ermöglichten, je anstrengernder und vor allem, je mehr Gemeinschaftleistung die Nahrungsgewinnung benötigte, umso mehr waren patrilineare Gesellschaften im Vorteil (und folglich dominierend).

Sollte eine matrilineare Gesellschaft versucht haben, ihre Männer durch Gewalt (von wem eigentlich?) “auf Spur” zu bringen, dürfte dies leicht in einer Abwanderung der Männer geendet haben, da diese keine (oder nur eine schwache) emotionale Bindung zu ihren Kindern hatten (die ja gesellschaftlich nicht “ihre” waren). Da hilft auch die Erziehung langfrißtig nichts, wo keine Bindung, da keine Treue. Im Prinzip wurden (und werden) alle matrilinearen Gesellschaften durch die Verweigerung der (gesellschaftlichen) Vaterschaft von innen her geschwächt, während patrilineare Gesellschaften dadurch gestärkt werden.

So und nun zurück zu den Matriachaten: Matriachat bzw. Patriachat beinhaltet erst einmal das gesellschaftlich vorherrschende Geschlecht (das meißt mit der Abstammungslinie identisch ist, aber nicht sein muß). Nur zeigen die aufgezeichneten Matriachte ein viel geringeres Entwicklungspotential gegenüber den Patriachaten und die von Femistinnen so viel gepriesene Friedfertigkeit gehört auch in das Reich der Legende. Matriachate können sehr kriegerische Gesellschaften hervorbringen (z.B. die Irokesen), schon allein weil den Männern die väterliche Bindung zu ihren Kindern fehlt, die die meisten Männer friedfertig macht.
Dem kann ein Matriachat nur dann entgegenwirken, in dem es den Männern noch mehr Pflichten auferlegt, als es das Pariachat tut. Nur, ein zuviel an Pflichten führt zur Abwanderung von Männern, was die Gesellschaft wiederum schwächt. Gesellschaftliche Pflichten werden nur dann langfristig erbracht, wenn sie gerne erbracht werden, werden sie mit Gewalt eingefordert, wird die Gesellschaft sich langfristig auflösen.

Und noch eine kleine Anmerkung zum angeblichen minoischen Matriachat: Das hat es nur in der Phantasie eines Sir Arthur Evans gegeben, in der Forschung gilt es als widerlegt. Und schon wieder ist ein Matriachatstraum geplatzt.
Die Geschichte zeigt, dass Patriachate dominieren und Matriachate nicht sehr weit kommen.

Langatmige Grüße,

Euer Dirk


KillingTime
2.3.2015 19:50
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@Dirk S

Das hast du sehr schön beschrieben, mit dem Patriarchat und dem Matriarchat, und den unvermeidlichen Zerfallserscheinungen des Letzteren.

Ich habe dazu noch eine Anmerkung: muslimische Gesellschaften dürften definitiv *patriarchalisch* strukturiert sein (“Großfamilie”), was also bedeutet, dass die Männer vorherrschen. Ganz im Gegensatz zu unseren feministisch geprägten deutschen Gesellschaften, wo Männer wenig zu sagen haben und trotz Scheidung sehr oft als Unterhaltssklaven ausgebeutet werden.

In muslimisch geprägten Gesellschaften dürfte das komplett anders sein, es gibt praktisch kaum Scheidungen und die Geburtenrate dementsprechend höher.

Wäre es wohl möglich, dass durch diesen Feminismus- und Genderismuspopanz der Niedergang der deutschen Kultur mit Absicht erfolgt? Dass man den Feminismus und die vorrangig muslimische Einwanderung forciert, weil man weiß, dass dies den Wandel der Gesellschaft unumkehrbar macht?


Dirk S
3.3.2015 13:25
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@ KillingTime

> muslimische Gesellschaften dürften definitiv *patriarchalisch* strukturiert sein (“Großfamilie”), was also bedeutet, dass die Männer vorherrschen.

Der Islam fordert patrilinearität (Sohn des…) und eine patriachale Familienordnung, so wie du schon geschieben hast. Weiterhin sind die Rollen innerhalb der Familie für Mann, Frau, Tochter, Sohn und Schwiegertochter vorgegeben (was Frauen anscheinend entgegenkommt). Wobei das Familienoberhaupt (was übrigens auch mal vorübergehend eine Frau sein kann, nämlich dann, wenn das älteste männliche Familienmitglied noch unmündig ist) auch die Pflicht hat, für die Familie zu sorgen und Schutz zu gewährleisten. Die muslimische Gesellschaft ist im Prinzip eine Clan-Gesellschaft im vorstaatlichen Stadium (also bezogen auf einen modernen Staat). Daher haben einige von denen auch Probleme hier (die anderen bevorzugen unsere Staatlichkeit, aber die fallen nicht auf). Ob diese Gesellschaftsform sich langfrißtig durchsetzen kann, wage ich derzeit zu bezweifeln, jedenfalls solange, wie nicht eine globale Katastrophe eintritt. Dann sind wir ganz schnell wieder auf dieser Stufe und zwar alle.

> Ganz im Gegensatz zu unseren feministisch geprägten deutschen Gesellschaften, wo Männer wenig zu sagen haben

Unsere Gesellschaft ist noch nicht feministisch, allenfalls im Vergleich zur traditionellen muslimischen. Was wir haben, ist das Problem, dass kleine, laute und hysterische Gruppen zuviel Einfluss haben. Ein mehr an Demokratie würde diesen Spuk beenden. Die Ansichten dieser Schreihälse sind selten mehrheitsfähig.

> und trotz Scheidung sehr oft als Unterhaltssklaven ausgebeutet werden.

Eine Kostenfrage für den Staat: Die Ex-Ehefrau durch den Ex-Ehemann finanzieren lassen oder durch die Staatskasse? Ersteres ist für den Staat billiger. Also, heirate nicht oder lass dich nur katholisch scheiden. Dann spart du auf jeden Fall den Nacheheunterhalt. Oder aber versuche eine Mehrheit für die Abschaffung des nachehelichen Unterhalts zu bekommen. Meine Stimme bekommst du dafür.

> In muslimisch geprägten Gesellschaften dürfte das komplett anders sein, es gibt praktisch kaum Scheidungen und die Geburtenrate dementsprechend höher.

Scheidungen sind im Islam für den Mann leichter, für die Frau schwerer. Was die Scheidungrate niedrig hält ist, dass es in islamischen Ländern kein Sozialamt gibt und keinen nachehelichen Unterhalt. Und natürlich, dass die Familie der Ex-Ehefrau beleidigt sein und zumindest einen Teil der Mitgift zurückverlangen wird. Das ist teuer und gibt eine Menge Ärger.

> Wäre es wohl möglich, dass durch diesen Feminismus- und Genderismuspopanz der Niedergang der deutschen Kultur mit Absicht erfolgt?

Nein, das wird von den intessierten Kreisen nur in Kauf genommen. Die Genderisten denken nicht daran, dass ein gesellschaftlicher Zusammenbruch eher zu Lasten der (unverheirateten) Frauen geht und es nicht klar ist, wie die Folgegesellschaft aussehen wird. Genderisten glauben, dass sie dann eine bessere, gerechtere Gesellschaft schaffen könnten. Was unwahrscheinlich ist, die Geschichte zeigt, dass in solchen Situationen gewalttätige Psychopaten nach oben gespült werden und keine selbstgerechten Träumer. Wenn es hart auf hart kommt, ist Gewalt das ausschaggebende Kriterium. Da können Genderistas soviel nörgeln, wie sie wollen. Denen würde nur das Mäulchen gestopft werden und das ganz wortwörtlich.

Also, zum Vorsorgepack für schlechte Zeiten gehört auch immer eine Waffe. Und wenn es nur ein großes Taschenmesser ist. Besser wenig als gar nichts.

> Dass man den Feminismus und die vorrangig muslimische Einwanderung forciert, weil man weiß, dass dies den Wandel der Gesellschaft unumkehrbar macht?

Nein, dass der Feminismus die muslimische Einwanderung fördert, hat aus meiner Sicht andere Gründe:
Zum einen, weil sie nicht aus ihrem ideologischen Korsett rauskommen können, wonach der weiße Mann die Ursache allen Übels ist und durch andere, ebenfalls vom weißen Mann unterdrückten Männern anderer Völker ersetzt werden muss. Dass die sich damit gelernte Frauenunterdrücker ins Haus holen, sehen die nicht, auf dem Auge sind die blind.
Zum Anderen gibt der deutsche Mann zu leicht nach und wird von Frauen (und damit auch von Feministinnen) nicht mehr ernst genommen. Frauen werden in DE meißt nicht artgerecht gehalten. Im Gegensatz dazu genießen Muslime die Ruf, Frauen zu sagen, wo es lang geht. Und das ist es, was sich viele Frauen (und damit auch Femistinnen) insgeheim wünschen… Die Kunst für den deutschen Mann ist es, den richtigen Mittelweg zu finden.

Demokratieförderne Grüße,

Euer Dirk


EinInformatiker
5.3.2015 12:09
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Zum Anderen gibt der deutsche Mann zu leicht nach und wird von Frauen (und damit auch von Feministinnen) nicht mehr ernst genommen. Frauen werden in DE meißt nicht artgerecht gehalten. Im Gegensatz dazu genießen Muslime die Ruf, Frauen zu sagen, wo es lang geht. Und das ist es, was sich viele Frauen (und damit auch Femistinnen) insgeheim wünschen…

Ich will das nicht überstrapazieren. Aber ich erinner mich da an eine Szene aus einem Fernsehfilm mit Judy Winter, die für mich immer beispielhaft den ganzen Emanzipationskladderadatsch ad absurdum (im WDR gibts übrigens gerade die Meldung, dass in Westdeutschland der Mann zu 87% das höhere Gehalt nach Hause bringt, beim letzen mal seinen es noch 89% gewesen) führte. Muß in den 70/80-ern gewesen sein. Der Filmpartner ist auch ein ganz bekanntes Gesicht (Durchschnittsmann aber natürlich erfolgreich), aber kenn ich von Namen her nicht. Die hatten eine Autopanne. Es sah schlecht aus und auch der Mann schien ratlos. Judy Winter meinte: Na tu was “du bist doch hier der Mann”. Die Welt wird sich ewig nach den gleichen Schema weiter drehen. Aber u. U. wird das “christlich/jüdisch/aufklärerisch geprägte Abendland” bald aus der gesellschaftichen Evolution ausscheiden.


Leon
5.3.2015 18:58
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Dirk schrieb:
Nein, dass der Feminismus die muslimische Einwanderung fördert, hat aus meiner Sicht andere Gründe:

Woran machst Du eigentlich fest, dass der “Feminismus eine muslimische Einwanderung fördert”?

Wie kommst Du darauf?


Dirk S
6.3.2015 9:47
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@ Leon

> Woran machst Du eigentlich fest, dass der “Feminismus eine muslimische Einwanderung fördert”?

> Wie kommst Du darauf?

“Refugees welcome!”* Besonders die aus islamischen Ländern. Die tun es eher indirekt, nicht so offen. Wobei die sich so verhalten wie die gesamte linke Szene, zu der der deutsche Feminismus inzwischen gehört.

*Ich bin eher Anhänger des Prinzips, Flüchtlingslager möglichst nahe der Heimat der Flüchtenden zu betreiben, gerne von westlichen Staaten finanziert. Mit Schulen, (Ausbildungs-)Werkstätten und Eigenverwaltung. Denn dann kann man mit dem gleichen Geld einem Mehrfachen an Menschen helfen und ihnen die Möglichkeit geben, sich in ihrer Heimat wieder eine Zukunft aufzubauen. Mitteleffizienz eben.

Antwortende Grüße,

Euer Dirk


Küstennebel
6.3.2015 17:35
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Leon
5.3.2015 18:58
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Dirk schrieb:
“Nein, dass der Feminismus die muslimische Einwanderung fördert, hat aus meiner Sicht andere Gründe:”

Woran machst Du eigentlich fest, dass der “Feminismus eine muslimische Einwanderung fördert”?

Wie kommst Du darauf?

Ich vermute, das das aus der Meinungskoexistenz vieler Links/Grüner hervor geht, die für z.B. Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Respekt vor anderen Kulturen und gegen das unterdrücken von Minderheiten kämpfen.

Gegen Rechtsnationalistische Einflüsse zu sein, ist für viele gleichbedeutend mit dem Einladen anderer Kulturen.

Oder so ähnlich…

Es geht um Geld und Macht. Um die Fleischtöpfe der Gesellschaft und sonst nix. Das ist bei Frauenlobbyismus so, bei Gender, und Frauen in Führungspositionen und genauso bei den Migrationswanderungen. Wobei diese aus Sicht der Migranten jeweils noch verständlich sind. Denn jeder möchte dorthin, wos für ihn am besten ist. Jeder wird beipflichten, das wir alle gerne den besser dotierten Arbeitsvertrag mit besseren Arbeitsbedingungen unterschreiben.

Wer das dem Migranten zum Vorwurf macht, ist quasi nicht mehr ernst zu nehmen.

MFG


WikiMANNia
6.3.2015 20:18
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Feminismus fördert nicht speziell muslimische Einwanderung.

Weibliche Gebärverweigerung führt zu Einwanderung und Türkei sowie Nordafrika hatten Geburtenüberschuss. Damit wird es aber bald vorbei sein. In türkischen Städten soll die Geburtenrate auf 1,5 Kinder pro Frau gefallen sein und auch in Nordafrika fallen die Geburtenraten dramatisch.

In etwa 5-10 Jahren ist Feierarbend mit Einwanderung. Vielleicht wird es noch ein paar zentralafrianische Staaten geben, die noch etwas länger Geburtenüberschuss haben werden, aber all das haben deutsche Spitzenpolitiker nicht auf dem Schirm.