Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Presse-Crash Der Stern: Vom Feminismus erwürgt

Hadmut
14.8.2014 23:43

Vor nicht einmal zwei Wochen hatte ich über den Stern geschrieben und dessen Niedergang prognostiziert. Heute hat’s da gekracht.

Vor knapp zwei Wochen hatte ich beschrieben, wie sich der Stern-Chefredakteur Dominik Wichmann massiv feministisch ins Zeug schmeißt, weil ihm offenbar gleichzeitig der Kittel brennt und das Wasser bis zum Hals steht. Laut Wikipedia war er seit 2011 stellvertretender Chefredakteur, seit Januar 2013 Co-Chefredakteur und seit Mai 2013 alleiniger Chefredakteur. Laut BILD wurde er zum 14.1.2013 Co-Chefredakteur, während sich die beiden anderen Chefredakteure bereits zurückzogen. Die #Aufschrei-Affäre um Rainer Brüderle wurde vom Stern am 23.1.2013 losgetreten. Es drängt den Gedanken auf, dass schon damals Wichmann hinter der #Aufschrei-Affäre steckte, denn nicht nur die zeitliche Nähe drängt sich auf, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass zwei alte, scheidende Chefredakteure, die schon wissen, dass der Neue den Stuhl bald alleine übernehmen soll, von ihrer bisherigen, jahrelangen Linie unmotiviert abweichen und dem Neuen so ein Ei da reinlegen. Ich würde drauf wetten, dass die #Aufschrei-Nummer Wichmanns Strategie war, den Kundenstamm des Stern im Feminismus zu verankern. Darauf deutet ja auch sein Editorial „Frauen an die Macht” von neulich hin, in dem er ja dem Feminismus ganz tief in den A… kriecht. Und man kann sich ja erinnern, dass der Stern nach #Aufschrei noch mehrere feministische Titelseiten hatte, und darunter das absolute Auflagentief war.

Heute nun ging die Meldung rum, dass Wichmann ganz „plötzlich” gefeuert wurde.

Neuer Chefredakteur des Stern wird nun der Chefredakteur der „Gala”.

Und das ist eine deutliche Ansage. Denn die Gala ist ja so ein Käse-Schmierblatt des Regenbogen-Spektrums, 86 Prozent der Leser weiblich, wesentlicher Inhalt Prominenten-Klatsch. Die Sorte Müll, die beim Friseur rumliegt, nur hirnlosen irrelevanten Mist enthält, aber monströse Umsatzzahlen erzeugt.

Heißt: Der Stern bleibt bei der Zielgruppe Frau, wechselt aber von der Zielgruppe hirnloser Feminismus zur Zielgruppe hirnlose Hausfrau mit erzkonservativem Geschlechterrollenverständnis, Klatsch, Tratsch, Liebesdrama, üble Fotomontagen und neueste Gerüchte aus den Königshäusern.

Anscheinend hat man da die Notbremse gezogen, die Feminismus-Nummer über Bord geworfen und die Umsatzgeheimwaffe Hausfrauen-Klatsch reaktiviert.

Muss man mal beobachten, ob da andere Verlage oder Blätter folgen, denn denen geht es ja allen übel. Die gedruckten Zeitungen befinden sich ja angeblich in der schwersten Krise, die sie je hatten – was ich nicht glaube, weil eine Krise ja auch mal vorbei ist. Ich glaube, das ist keine Krise, sondern der Niedergang. Und der Grund dürfte nicht im vielgescholtenen Internet liegen, das für alles verantwortlich gemacht wird, auch nicht Google oder Amazon, die dann außerdem immer an allem Schuld sein sollen, sondern schlicht und ergreifend an der Selbstvernichtung der Presse. Man hat die Presse vor Jahren vom Informations- zum Polit-, Propaganda- und Gesinnungsmedium umgebaut. Ausnahmslos und mit Dauer-Stakkato wurde uns da die political correctness eingeprügelt. Es gab Zeiten, in denen jeden Tag prominent durchgeprügelt wurde, wer jetzt schon wieder sein Homo-Coming-Out hatte und warum es toll ist, schwul zu sein. Nur: Wo ist da der Nachrichtenwert? Wen interessiert die Lebensbeichte abgetakelter Fußballspieler?

Die Presse hat sich völlig verändert, ist eine völlig andere Richtung gegangen, hat eigentlich das Konzept „Presse” aufgegeben, hat sich mit der fast ausschließlichen Rekrutierung von Gender-Spinnern in eine Sackgasse manövriert, aus der sie jetzt nicht mehr – oder jedenfalls nicht mehr schnell genug – wieder herauskommt. Nicht Presse an sich scheitert, nicht das Internet ist schuld, sondern dieses neue Konzept, nicht mehr zu informieren, sondern nur noch zu politisieren, emotionalisieren, völlig einseitig Interessen durchzuprügeln, das scheitert.

Der Stern sieht sich da offenbar gerade auf den Abgrund zufahren und versucht nun, sich noch durch „volle Fahrt zurück” zu retten, schnell zurück ins Gegenteil der Regenbogenklatschpresse der Sorte Frau, die das völlige Gegenteil von emanzipiert ist, die sich in einem alten, seifigen Frauenbild suhlt, dass sich an Promi-Tratsch hochzieht und dabei auch jeglichen Anspruch verzichtet.

Schaun wir mal.

Mitleid ist nicht angebracht. Zeit, dass die Pleite gehen.


36 Kommentare (RSS-Feed)

ST_T
15.8.2014 0:54
Kommentarlink

Es ist doch ziemlich scheißegal, bei welchem Thema, fast immer stehen in den Leserkommentaren deutlich relevantere Informationen als in den Artikeln. Die Leser selbst betreiben deutlich besseren Journalismus als die Journalisten an sich. Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn unter 20-30 Artikeln vielleicht nur einer ist, der halbwegs ausgewogen mit einem Problem umgeht.

Und dieses Problem hat sich seit 9/11 deutlich verstärkt. Überall liest man nur noch Desinformation und Propaganda über die tatsächlichen Zustände, die wir haben, und das nicht nur hierzulande.
Ich wäre auch niemals so informiert wie jetzt, hätte ich nicht Freunde und Bekannte, die oftmals näher am politischen Geschehen sind als die Korrespondenten in den jeweiligen Ländern.

Dazu eine kleine Anekdote: Wusste hier jemand, dass die deutschen Korrespondenten vorwiegend in Asien wirklich verhasst sind? Und das betrifft nicht nur China, sondern auch Japan und z.B. Thailand.
Der Grund ist der, dass oftmals viel übertrieben und deutlich schlechter dargestellt wird, als es eigentlich der Fall ist. Redet man mit Leuten aus den Regionen darüber, wie es in deutschen Zeitungen teilweise aufgefasst wird, was dort politisch sowie gesellschaftlich passiert, stellt sich fast immer heraus, dass a) nur die Hälfte stimmt und b) die andere Hälfte deutlich verfälscht ist.

Das ist nur ein Bruchteil der Desinformation, mit der man tagtäglich berieselt wird. Egal welches Thema, fast überall werden Daten verfälscht wiedergegeben.

Der große Unterschied ist aber: Ich werde für meine Arbeit, die ich im Internet zur Aufklärung leiste, nicht bezahlt. Du wirst dafür auch nicht bezahlt. Diejenigen, die aber dafür bezahlt werden sind ausgerechnet diejenigen, die komplett falsch informieren.

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die deutsche Presselandschaft in den Abgrund fährt. Die Verfallserscheinungen sind ja schon deutlich auszumachen.

Aber so, wie ich unsere Regierung kenne, wird dann wohl eine “Zwangsabgabe” zum Wohle der “Freien Presse” kommen, sowas wie die GEZ. Und der Bürger, das dämliche Wahlvieh, wird das Spielchen wahrscheinlich mitspielen, genauso wie er solche Dummheiten wie Sektsteuer und Soli bezahlt.


Ron
15.8.2014 1:16
Kommentarlink

>>Wen interessiert die Lebensbeichte abgetakelter Fußballspieler?

Solange sie die Erste ist: Definitiv nicht wenige.

Denn im Fußball und seiner Fankultur existieren unleugbar Ressentiments gegenüber Schwulen. Gibt da auch genügend Fangesänge für (bzw. eher dagegen). Inwiefern das nur eine Projektion der Schwulen zugeordneten Attribute oder wirkliche Homophobie ist, das ist da die Frage.

Beim Gesang gegen den 1. FC Köln “Denn ihr seit schwule Kölner, habt Spetzebötzjer an”, wird nämlich sowohl der Kölner Karneval verspottet (das Lied ist daher) als auch das Kölner Selbstbild als tolerante Stadt mit dem deutschlandweit größten CSD auf die Schippe genommen. Ob es da wirklich um Schwule geht, das ist nicht so eindeutig.

Bei “Schiri, wir wissen, dass du Strapse trägst. Du schwule Sau, du schwule Sau.” sieht das hingegen anders aus.

Solange die Information meines Bekannten im Medienbereich stimmt, gibt es neben Hitzelsperger noch einen ehemaligen deutschen Nationalspieler, dessen Coming Out auch eines Tages kommen wird.


WikiMANNia
15.8.2014 1:28
Kommentarlink

>Mitleid ist nicht angebracht. Zeit, dass die Pleite gehen.

Wenn aber nun das mit der”Zielgruppe hirnlose Hausfrau mit erzkonservativem Geschlechterrollenverständnis, Klatsch, Tratsch, Liebesdrama, üble Fotomontagen und neueste Gerüchte aus den Königshäusern” funktioniert,
dann verlagert sich das nachgefragte Angebot nur von der Druckauflage ins Internet.

>Die Leser selbst betreiben deutlich besseren Journalismus als die Journalisten an sich.

Vielleicht ist das ja sogar Absicht.
Man lässt die Arbeit den Leser kostenlos machen, eine intelligente Form des Outsourcing?
Könnte ja sein. 😉


albert
15.8.2014 1:30
Kommentarlink

ja, wir koennen aktuell beobachten wie die gender-saat aufgeht, @hadmut. all die gleichheits- und genderindoktrinierten geisteswissenschaftlicher zeigen was sie gelernt haben: nix ausser verbreiten von gleichheitsideologien. kritisch hinterfragen, recherchieren, den eigenen verstand einsetzen ist ihnen fremd. sie kennen es nicht anders.

den in den kommentaren vorgetragen argumenten, haben sie lediglich floskeln wie hate-speech, rechtspopulistisch, angst, diskriminierend und kuechenpsychologische analysen entgegenzusetzen und sie merken es nicht mal. sie glauben es waeren sachliche argumente. zum glueck gibt es das schnoede geld als regulativ, dass ja auch der sozialistischen utopie ein ende bereitet hat. ich bin gespannt, ob dem feminismus aehnliches widerfaehrt, oder ob das traenreiche weibliche jammern nicht doch, wie fast immer, den untergang verhindert.


Borstie
15.8.2014 1:33
Kommentarlink

Zitat Hadmut: “Neuer Chefredakteur des Stern wird nun der Chefredakteur der „Gala”.”

Ohhhh NEIN, Autsch, das war es dann für den Stern.

Grüßle Borstie

PS: ob ich mich wohl je wieder zur, zum Frisörinn, Frisör traue? Ich befürchte das Schlimmste für mein Äußeres.


quarc
15.8.2014 1:42
Kommentarlink

> Neuer Chefredakteur des Stern wird nun der Chefredakteur der „Gala”.

Aha. Komischerweise keine Frau. Allerdings steht im Artikel der FAZ:

| Der künftige Chefredakteur Krug war bereits früher beim „Stern“ tätig –
| als politischer Korrespondent und Ressortleiter sowie für die Bereiche
| Kultur und Unterhaltung.

Stern und Gala gehören beide zu Gruner+Jahr, es bleibt also im Haus.


Flax
15.8.2014 7:26
Kommentarlink

Mein Bruch mit den Medien hatte ich zur Zeit des Erfurter Schulmassakers, als Computerspiele von Medien und Politik als Ursache herhalten mussten. Das war nen Thema mit dem ich mich auskannte und dann zu sehen wie manipulativ und verfälschend darüber berichtet wurde hat mir die Augen geöffnet und mich gefragt wies denn in andern Bereichen ist mit denen ich mich nicht auskenne.
Ich denke das es vielen andern auch so geht.

MfG flax


Thomas M.
15.8.2014 7:51
Kommentarlink

Gender-Spinner? Laut feministischen Deppinnen-Clubs wie Pro Quote sind das doch angeblich alles Alphamädchen, die mindestens den Posten von Chefredakteurinnen bekommen müßten. Wollte nicht die Heulsuse in die Chefredaktion vom Stern, die wegen Brüderle – ein Jahr nach dem lächerlichen Vorfall – rumgeheult hat? Wie hieß die noch gleich? Ach vergessen, da irrelevant. Der STERN war schon lange nicht mehr ein auch nur halbwegs seriöses Magazin. Da beste daran waren noch die gelegentlich halb bis ganz nackten Frauen auf dem Cover 😉


Martin
15.8.2014 8:18
Kommentarlink

Im Wesentlichen richtig. Allerdings ist der Feminismus nicht das einzige Thema, trotz medialer Dauerpropaganda sind halt die meisten Leutchen noch nicht so anti-westlich, ökosozialistisch und mit Verschwörungstheorien verdummt, wie die Presse das gerne hätte.

Ich denke, die ganze Ökohysterie hat bei vielen Leuten da auch zum massiven Prestigeverlust der Presse beigetragen. Wenn man sich die Berichterstattung zu “Fukushima” (Tsunami und Reaktorunglück) in der deutschen Presse und im Ausland anschaut, dann kann man über die völlig durchgedreht-hysterische “Das Atom kommt!” Berichterstattung der Deutschen nur eine Art Geisteskrankheit sehen.
Eine zunehmende Menge dürfte es der Presse auch übelnehmen, das sie sich in die Zustimmung zur katastrophalen Energiewende haben hineinverdummen lassen.

Die schon angesprochene weitgehend negative Berichterstattung über Computerspiele/r, die ebenfalls weitgehend schwerst gutmenschlich eingefärbte Berichterstattung über Themen wie Migranten/Ausländerkriminalität, das ignorieren realer, greifbarer Probleme der Leute, wie die Zunahme von Einbrüchen und das gleichzeitige permanente berichten über für die allermeisten eher abstrakte “Gefahren” haben halt auch ihren Anteil.

Und gar so islamophil/palästinensophil/antiwestlich verblödet, das sie nicht mehr merken, das sie mit Überschriften (und den darunter befindlichen Artikeln) wie diesen “Gaza-Krieg: Israel erwidert trotz neuer Waffenruhe Beschuss aus Gaza” manipuliert werden sollen,sind halt viele doch noch nicht.

Das wird halt quittiert, nicht nur beim Stern.


petpanther
15.8.2014 9:15
Kommentarlink

Der Stern wird zum feministischen Boulevard Kampfblatt.

Mit Gala Geschmack.

Da gibt es doch noch die Jäkel von Gruner +Jahr.

Seit 2012. Auch nahe an der demagogischen #Aufschrei Inszenierung und Rufmordkampagne.


magiccap
15.8.2014 9:23
Kommentarlink

@flax
> manipulativ und verfälschend [..] mich gefragt wies denn in andern
> Bereichen ist mit denen ich mich nicht auskenne.

Natuerlich komplett identisch. Ich denke ich bin neben Hadmut nicht der einzige Informatiker hier. Was die Presse ueber IT-Themen zusammenschreibt ist groesstenteils harstraeubend. Und das geht in die Breite und in die Tiefe. Jeder hat sein Fachgebiet. Wenn ich den Heise-Verlag (iX, c’t) ueber mein spezielles Thema lese, finden sich auch oft genug Aussagen, die man nur mit Kopfschuetteln quittieren kann. Dort sieht man im kleinen was notwendig auch im Grossen geschehen muss: Es wird fuer ein breites Publikum geschrieben. Verstaednlichkeit fuer dieses Publikum verlangt nach Abstraktion, Verallgemeinerung, Vereinfachung und produkziert damit zwanglaeufig Fehler (im Sinne von das Bild ist nicht komplett — worauf aber nciht hingewiesen wird).

Das Gleiche passiert natuerlich ueberall. Frage: Wie weit muss ich mit meinem Niveau herunter gehen damit ich 80% meiner intendierten Leserschaft zuverlaessig und mit jedem Artikel erreiche? Antwort: Sehr, sehr tief — wenn man die Situation aus dem Sicht eines ueberdurchschnittlich Gebildeten betrachtet.

Nur sollte man jetzt nicht die Medien und die Schulen miteinander verwechseln. Wir muessen Menschen ausbilden, die sich fuer hochweritge Inhalte interessieren. Von der Presse zu erwrten, dass sie fuer einen nicht existenten Markt produkziert ist etwas vertraeumt. Von Tageszeitungen zu erwarten, dass sie ihre Leser in kritischem Denken schulen und Bildungsluecken schliessen … ja ne. Irgendwie nicht.

Das Ganze betrachtet bis hierher noch keine absichtliche Verdummung mit politischer Agenda. Die geht natuerlich leichter in jedwedes Hirn, wenn die Dummheit der Thesen im Umfeld der restlichen Veroeffentlichungen nicht weiter auffaellt. Hier kann man die Presse zwar nicht in Schutz nehmen, auf die Ausbildung der Leser zu verweisen ist aber trotzdem richtig. Einfache Menschen sind einfach einfacher zu manipulieren.


magiccap
15.8.2014 9:24
Kommentarlink

@flax
> manipulativ und verfälschend [..] mich gefragt wies denn in andern
> Bereichen ist mit denen ich mich nicht auskenne.

Natuerlich komplett identisch. Ich denke ich bin neben Hadmut nicht der einzige Informatiker hier. Was die Presse ueber IT-Themen zusammenschreibt ist groesstenteils haarstraeubend. Und das geht in die Breite und in die Tiefe. Jeder hat sein Fachgebiet. Wenn ich den Heise-Verlag (iX, c’t) ueber mein spezielles Thema lese, finden sich auch oft genug Aussagen, die man nur mit Kopfschuetteln quittieren kann. Dort sieht man im kleinen was notwendig auch im Grossen geschehen muss: Es wird fuer ein breites Publikum geschrieben. Verstaednlichkeit fuer dieses Publikum verlangt nach Abstraktion, Verallgemeinerung, Vereinfachung und produkziert damit zwanglaeufig Fehler (im Sinne von das Bild ist nicht komplett — worauf aber nciht hingewiesen wird).

Das Gleiche passiert natuerlich ueberall. Frage: Wie weit muss ich mit meinem Niveau herunter gehen damit ich 80% meiner intendierten Leserschaft zuverlaessig und mit jedem Artikel erreiche? Antwort: Sehr, sehr tief — wenn man die Situation aus dem Sicht eines ueberdurchschnittlich Gebildeten betrachtet.

Nur sollte man jetzt nicht die Medien und die Schulen miteinander verwechseln. Wir muessen Menschen ausbilden, die sich fuer hochweritge Inhalte interessieren. Von der Presse zu erwarten, dass sie fuer einen nicht existenten Markt produkziert ist etwas vertraeumt. Von Tageszeitungen zu erwarten, dass sie ihre Leser in kritischem Denken schulen und Bildungsluecken schliessen … ja ne. Irgendwie nicht.

Das Ganze betrachtet bis hierher noch keine absichtliche Verdummung mit politischer Agenda. Die geht natuerlich leichter in jedwedes Hirn, wenn die Dummheit der Thesen im Umfeld der restlichen Veroeffentlichungen nicht weiter auffaellt. Hier kann man die Presse zwar nicht in Schutz nehmen, auf die Ausbildung der Leser zu verweisen ist aber trotzdem richtig. Einfache Menschen sind einfach einfacher zu manipulieren.


Emil
15.8.2014 10:02
Kommentarlink

> Der Stern bleibt bei der Zielgruppe Frau, wechselt aber von der Zielgruppe
> hirnloser Feminismus zur Zielgruppe hirnlose Hausfrau …

Hinter der “Boulevardisierung” des Stern steckt eine Frau: Julia Jäkel, die Vorstandsvorsitzende der Eigentümer-Firma Gruner+Jahr.

Aus einem älteren Artikel:

Neben einem dicken Lob für die Brigitte zeigte sich Jäkel von der Gala begeistert. Seitdem sich das neue Team um Christian Krug um das Magazin kümmere, hätte vor allem eine Redaktion die wichtigen People-Themen in Deutschland gesetzt: die Gala. “Genau das erwarte ich auch von einem People-Magazin. Die neue Gala ist aufregender und unterhaltsamer geworden”.

Vor ihrem Vorstandsjob brachte sie die Food- und Wohn-Titel exakt nach diesem Strickmuster wieder zum Blühen. Bei der Auflage und den Anzeigen. Dieses Erfolgsmodell transferiert Jäkel nun auf die anderen Verlagssegmente.

Neue Hefte sollen fixer entwickelt und in den Markt gebracht werden. Positivbeispiele seien hierfür Beef!, Couch oder Woman’s Health, die alle zügig entwickelt wurden und jeweils neue Segmente erschlossen hätten.

http://meedia.de/2013/03/27/die-regierungserklarung-der-julia-jakel/

Offenbar geht es weniger um Ideologie als um Geld. Chefredakteur Wichmann wurde von Jäkel beim Stern installiert und mit viel Vorschusslorbeeren bedacht. Anscheinend hat er aber nicht geliefert, deshalb wurde er jetzt durch den erfolgreicheren Chefredakteur Krug von der Gala ersetzt.


Alex
15.8.2014 10:24
Kommentarlink

@Flax – meinst Du so Dinge wie das Killerspiel Starcraft?


Beeblebrox
15.8.2014 10:39
Kommentarlink

Sehe ich ebenso wie Thomas M. Der Stern war schon sehr lange auf dem absteigenden Ast – eigentlich auch schon vor den Hitlers Tagebüchern. Von dem Skandal haben die sich nie so richtig erholt. Aber schon vorher liefen die eigentlich eher nur noch als linksliberales Gegenstück zur Bunten.

Das nun der frühere Chefredakteur der Gala den Posten beim Stern übernimmt lässt einen schon schmunzeln. Andererseits war Helmut Markwort vor seiner Zeit beim Focus Chefredakteur der christlichen Fernsehzeitung Gong.

Noch besser als den ehemaligen Gala Chefredakteur hätte ich jedoch diese Horst Schlämmer Vorlage von der Bild Zeitung – Hugo Müller-Vogg gefunden. Das wäre echt der Kracher!

Von den überregionalen Print Medien (und deren Online-Ausgaben) interessieren mich zur Zeit eigentlich nur noch die FAZ und gelegentlich die Süddeutsche.


Medien-Experte
15.8.2014 11:14
Kommentarlink

Die Inszenierung der “#Aufschrei”-Kampagne erinnert sehr an einen früheren Skandal, als der STERN die angeblichen “Hitler-Tagebücher” veröffentlichte. Beides ein völliger Griff in den Klo, von dem sich diese Zeitschrift niemals wieder erholen kann.


Martin
15.8.2014 11:15
Kommentarlink

Ach… und als kleiner Hinweis drauf, wo ein guter Teil der entsprechenden Beeinflußung auch der Medienmacher herkommt, auch ganz interessant:
http://www.frank-schaeffler.de/ist-der-kampf-der-ideen-verloren/


Emil
15.8.2014 11:18
Kommentarlink

Beim Stern gibt es übrigens seit zwei Jahren eine Frauenquote:

Der stern will in den kommenden Jahren 50 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzen

Um das ehrgeizige Ziel der 50 Prozent zu erreichen, schlägt das Papier konkrete Schritte vor. Beispielsweise sollen bei der Endauswahl für Führungspositionen künftig mindestens 30 Prozent Frauen berücksichtigt werden. Ein Mentoring-Programm ermöglicht weiblichen Nachwuchskräften, sich für Führungspositionen zu qualifizieren. Viele dieser Maßnahmen orientieren sich an “Female Factor”, der deutschlandweiten G+J Initiative zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen.

http://www.guj.de/presse/pressemitteilungen/der-stern-will-in-den-kommenden-jahren-50-prozent-der-fuehrungspositionen-mit-frauen-besetzen/

Bei der Besetzung des Chefredakteurpostens wurde allerdings wieder ein Mann genommen. Ein weiterer Beweis für meine These, dass hier finanzieller Erfolg wichtiger ist als Ideologie.


Gast$FF
15.8.2014 11:31
Kommentarlink

> Das Ganze betrachtet bis hierher noch keine absichtliche Verdummung mit politischer Agenda.

Doch, ist es, zumindest sehr oft. Vor allem immer dann, wenn es um solche “Reizfachgebiete” wie Atomkraft, Chemie, Pharma, Pflanzenschutz, Gentechnik etc. geht.


Bärle
15.8.2014 11:44
Kommentarlink

Ideologische Spartenpresse hat fast immer nur bescheidene Auflagenzahlen, zum Beispiel Freitag, Konkret, Junge Freiheit.


Dirk
15.8.2014 11:51
Kommentarlink

Dass beim Stern die Notbremse gezogen wurde ist gut vorstellbar. Feministinnen sind eine zu kleine Zielgruppe, als dass sie sich für “Nichtspartenmagazine” lohnen würde. Diese Zielgruppe ist mit der “Emma” hinreichend bedient. Die deutsche Hausfrau ist als Zielgruppe schon eher intessant, aber der Markt müsste eigentlich schon gesättigt sein. Im Zeitschriftenladen sind inzwischen mehr Regalmeter mit Frauenzeitschriften belegt als mit allen andern zusammen. (Oder waren das jetzt die Klamotten- und Schuhläden? 😉 )

Ein großes Problem ist der Nineau-Verlußt der Presse. Der geht interessanter Weise mit der Zunahme des Frauenanteils in den Redaktionen einher. Zufall oder Zusammenhang? Ich vermute letzteres. Frauen schreiben für Frauen und die wollen eher seichte Unterhaltung. Und Emotionen! Und werden bedient.

Frauen lesen angeblich mehr als Männer – glaubwürdig, die haben im Schnitt auch mehr Zeit dazu. Hinzu kommt, dass Männer eher zu Fachliteratur (-zeitschriften) greifen als Frauen, die Unterhaltung bevorzugen. Und mit Unterhaltungsliteratur für Männer sieht es auch eher mau aus, ist ja schließlich kein Markt. Warum eigentlich nicht? Liebe Verlage, versucht den doch mal zu füllen. Und Tittenmagazine sind neben Computermagazinen nicht das einzige, was Männer interssiert.

Zum abnehemenden Niveau muss ich anfügen, dass das inzwischen auch angeblich seriöse Sparten ergriffen hat. Während ich nach 20 Jahren c’t nicht wirklich etwas über das Niveau sagen kann (mein Wissen verbessert sich, daher erscheint ein gleichbleibendes Niveau als ein sinkendes), kann ich das bei “Spektrum der Wissenschaft” eindeutig bestätigen. Von den meisten Themen in den Artikeln habe ich keine Ahnung, daher fällt mir die Niveau-Absenkung in den letzten 20 Jahren auf. Die Artikel waren früher (vor allem in den alten Ausgaben, die man manchmal noch auf Flohmärkten ergattern kann) eindeutig informativer und anspruchsvoller. Um die Leserschaft zu verbreitern, hat man wohl das Niveau abgesenkt. Für mich ärgerlich, für den Buchhalter erfreulich (wenn es mehr Leser gibt). Wobei mir dort kein Zusammenhang mit mehr Artikeln von Frauen aufgefallen ist. Ist aber ein Spezialfall.

Wenn dies aber schon bei einer Zeitschrift mit hoher Abonentenquote und einer 100.000er Auflage geschieht, ist anzunehmen, dass es auch bei Zeitschriften mit Millionenauflage erst recht statt findet. Und das führt leicht in den Untergang: Die Stammleser brechen weg, neue Leser sind nicht so leicht zu rekrutieren, da man sich in besetztes Terrain begibt (Scheiße, klingt das militärisch). Es ist ein wirtschaftliches Risiko, dass beim Stern eingeangen wird, um die Zeitschriften-Marke “Stern” am Leben zu erhalten. Wird wahrscheinlich schief gehen, aber was solls. Vielleicht ist es das Opfer, das benötigt wird, um wieder an das Niveau zu erinnern. Ok, das ist wohl zu optimistisch.

Wobei man das Internet beim Niedergang der Presse nicht völlig außen vor lassen sollte. Das Internet ist ein Konkurent, vor allem für die Tagespresse. Konkurenz belebt das Geschäft, aber hebt nicht zwangsweise die Qualität. Kostenpflichtige Inhalte (gedruckte Zeitung) gegen kostenlose (Internet), da muss bei schlecht laufenden Geschäften gespart werden. Und das meist bei der Qualität. Man kann ja nicht alles nach China auslagern.
Gleichzeitig hat das Internet dazu geführt, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Leser sich reduziert hat. Dem hat sich Presse angepasst und offeriert nur noch “Informationhäppchen” mit kaum vorhandenen Inhalt. So lassen sich kaum Informationen transpotieren, aber sehr gut Emotionen. Und damit beginnt sich der Kreis zu zu schließen: Frauen als primäre Zielgruppe werden von Emotionen besonders angesprochen, die “Informationhäppchen” lassen vor allem den Transport von Emotionen zu, auf die wiederum die primäre Zielgruppe besonders anspricht usw. usf.

Qualität ist da nur hinderlich. Und mit dem Ansprechen von Emotionen lässt sich auch viel besser Manipulieren und die eigenen Ansichten weiterverbreiten. Und so sieht die Presse denn auch heute aus.

Nun ja. Es gibt die Theorie, dass die Informationsübertragung um so besser funktioniern, je geringer die Inhalte sind. Also, bevor wir über die verlorenen Inhalte trauern – freuen wir uns doch, dass die Übertragung so gut funktioniert.

Informative Grüße,

Euer Dirk


Fredi
15.8.2014 12:32
Kommentarlink

Nur weil der Chefredakteur vorher bei einer Hausfrauenzeitschrift war, heißt das doch nicht, dass er automatisch jede nachfolgende Zeitung auch zu einer Hausfrauenzeitschrift macht.


thogo
15.8.2014 14:13
Kommentarlink

> manipulativ und verfälschend [..] mich gefragt wies denn in andern
> Bereichen ist mit denen ich mich nicht auskenne.
@flax
Wie schon weiter oben geschrieben wurde – in den Bereichen in denen man sich nicht auskennt sieht es nicht besser aus. Allerdings kommt folgender Effekt dazu, kann man auch sehr gut an sich selber beobachten:

Ich lese ein Artikel wo ich mich sehr gut auskenne. Innerer Kommentar: Absoluter Schwachsinn, der Schreiberling erzählt eindeutig vom Pferd.
Ich lese den nächsten Artikel über ein Thema das ich nicht kenne: Oh wow, interessant, gut zu wissen. Obwohl es wahrscheinlich genau so ein Schwachsinn ist da das Qualitätsmanagement der Zeitung ja schon vorher für mich nachweisbar beim 1. Artikel versagt hatte

Da gibt es mittlerweile das Mem “Gell-Mann Amnesia” dafür:

http://seekerblog.com/2006/01/31/the-murray-gell-mann-amnesia-effect/


James T. Kirk
15.8.2014 14:15
Kommentarlink

Da muß man Fredi rechtgeben. Aber ein Zusammenhang kann durchaus trotzdem bestehen. Die bestellen ja auch keinen Linken zum Focus, sondern den früheren Cicero-Chefredakteur.

Bestürzend ist für mich vor allem, daß ein Magazin wie der “Spiegel” von jeher kräftig und berechtigt gegen rechts austeilt, es aber nicht schafft, die Kurve zu kriegen und nun angesichts der bereits einige Jahrzehnte alten neuen gesellschaftlichen Realitäten auch genauso beherzt nach links auszuteilen.

Man hat da eine beklemmende Ladehemmung. Da werden höchstens 30% ausgereizt. Den Rest erledigt das Internet. Warum hauen die der Öffentlichkeit nicht mal den ganzen obskuren Gender-Müll um die Ohren und die ganzen anderen feministischen Lügen? Also null Recherche- und Aufdeckungsanspruch.

Rechte Lügen ja, linke Lügen nein. Da wollen wir nicht ran.


Martin
15.8.2014 14:44
Kommentarlink

@Bärle: Was halt eben auch damit zu tun hat, das die Massenpresse eben längst auch die Dogmen des “Freitag” etc. vom allbösen Ami, dem schlimmen Kapitalismus etc. daheraugsteint.


Beeblebrox
15.8.2014 15:58
Kommentarlink

OT aber recht interessant http://idw-online.de/de/news599599

insbesondere:

“Das Karlsruher Institut für Technologie verlangt von seiner Informatik, die Frauenquote bei Erstsemestern von durchschnittlich 10.7% auf 15% zu erhöhen. 40% Zuwachs bei den Studienanfängerinnen ist aber gänzlich unrealistisch. Die Fakultät müsste jährlich bis zu 150 männliche Bewerber ablehnen und Studienplätze unbesetzt lassen, um die Quote zu erfüllen.”


TOPCTEH
15.8.2014 17:58
Kommentarlink

Mein Bruch mit der Presse kam dadurch zustande, dass ich mit den letzten etwa 50 Leitartikeln der abonnierten Tageszeitung hintereinander nicht (mehr) einer Meinung war. Dazu kam noch der Umstand, dass die hiesigen zwei Lokalmonopolzeitungen weiterhin eine eindeutige regierungsfreundliche Linie durchzogen, als selbst der ehemalige Regierungschef schon vor Gericht stand.

Was ist denn die Presse heutzutage (on- wie offline): Gendergülle, Neusprech, Parteien-/Wirtschaftspropaganda, Meinung als Meldung verkauft, uferlose Sportberichterstattung, “People”-Nichtigkeiten, Reklame, Reklame, Reklame (die oft auch noch als Artikel daherkommt) und jetzt aktuell auch noch die Kriegshetze. Wie die Talfahrt der Abonnentenzahle zeigt, bin ich nicht der Einzige, der dafür nicht mehr zahlen möchte.

@Borstie: Haareschneiden ist für mich zeitschriftentechnisch glücklicherweise irrelevant, da ich dort sowieso immer die Brille ab habe. (Die Kommunikation übernimmt dann mein italienischstämmiger Friseur.)



Dirk
16.8.2014 21:45
Kommentarlink

@ Beeblebrox

So bekämpft man den Fachkräftemangel natürlich besonders effizient. Wann kapieren die endlich, dass nur wenige Frauen Informatik (E-Technik, Naturwissenschaften, Mathe etc.) studieren wollen? Scheiß sozialistische Alles-Gleich-Denkweise.

Kapierende Grüße,

Euer Dirk


brrr
18.8.2014 5:26
Kommentarlink

Also bevor der Stern pleite geht, bitte vorher noch die SZ!

Das hier ist glaube ich das aller dümmste, was ich seit Ewigkeiten gelesen habe. Glaubt der das selbst?
Das kann man doch gar nicht mehr ernst nehmen?
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tech-firmen-im-silicon-valley-tal-der-weissen-maenner-1.2072754


Joe
18.8.2014 8:13
Kommentarlink

@brrr: Das kommt davon wenn man die Rassenkunde im Schulunterricht abschafft. 😉 Dann hält ein Idiot von der SZ Asiaten für Weiße.


brrr
18.8.2014 21:53
Kommentarlink

Das hat Methode. Schöne Gelegenheit, zu erkennen, welche Medien komplett kompromittiert wurden, und nur das schreiben, was ihnen vorgegeben wird.
Dass Golem dazu gehört, war mir schon immer klar – komisch, Heise fehlt irgendwie:

http://www.golem.de/news/frauen-und-it-frauen-sind-naturtalente-im-programmieren-1408-108207.html


WikiMANNia
19.8.2014 3:43
Kommentarlink

Der Murray-Gell-Mann-Amnesie-Effekt

Die Medien umgibt eine völlig unverdiente Glaubwürdigkeit. Sie alle haben schon erlebt, was ich den Murray-Gell-Mann-Amnesie-Effekt nenne. (Ich verwende diesen Namen, weil ich es einmal mit Murray-Gell-Mann diskutiert habe, und indem ich diesen berühmten Namen fallen lasse, messe ich mir und dem Effekt eine größere Bedeutung zu, als er es sonst hätte.)

Kurz gesagt, arbeitet der Gell-Mann Amnesie Effekt wie folgt. Sie lesen in der Zeitung einen Artikel über irgendein Thema, das Sie gut kennen. In Murrays Fall wäre das Physik. In meinen Fall ist es Show-Business. Sie lesen den Artikel und erkennen, dass der Journalist absolut keine Ahnung von dem hat, was er schreibt. Oft ist der Artikel so falsch, dass er Ursache und Wirkung vertauscht. Ich nenne dies die „Nasse Straßen verursachen Regen“-Geschichten. Die Zeitungen sind voll davon.

Jedenfalls, nachdem Sie mit Verärgerung oder Belustigung die vielen Fehler in dem Artikel gelesen haben, blättern Sie um auf die Seite mit nationalen und internationalen Angelegenheiten und lesen mit neuem Schwung den Rest der Zeitung, als wenn ein Artikel über einem fernen Palästina irgendwie richtiger wäre als der Artikel, den Sie gerade zuvor gelesen haben. Sie blättern einfach um, und tun so, als wenn nichts gewesen wäre, als wenn sie den zuvor gelesenen Artikel nicht als fehlerhaft erkannt hätten.

Ob nun mit Verärgerung oder Belustigung, Sie finden viele Fehler in dem Artikel. Trotzdem lesen Sie danach beispielsweise Artikel über nationale oder internationale Angelegenheiten – Themen, in denen sie wenig bewandert sind – , als ob der Rest der Zeitung keine Lügen mehr enthielte. Sie blättern einfach um, und tun so, als wenn nichts gewesen wäre, als wenn sie den zuvor gelesenen Artikel nicht als fehlerhaft erkannt hätten. und nehmen den Artikel über das Palästina als wahr an.

Das nenne ich den Gell-Mann-Amnesie-Effekt. Ich möchte anmerken, dass in anderen Bereichen des Lebens dieser Effekt nicht anzutreffen ist. Wer konsequent übertreibt oder Sie belügt, dem werden Sie nichts mehr glauben von dem, was er sagt. Vor Gericht gilt der Satz von „falsus in uno, falsus in omnibus“. Wer einmal lügt, lügt immer.

Aber wenn es um die Medien geht, glauben wir ohne Nachweis alles, was geschrieben wird, obwohl dem fast sicher nicht der Fall ist. Die einzige mögliche Erklärung, die ich für dieses Verhalten habe, ist Amnesie.

The Murray Gell-Mann Amnesia effect
Seeker Blog, 31. Januar 2006
http://seekerblog.com/2006/01/31/the-murray-gell-mann-amnesia-effect/

Kommentar:
Das ist nicht Amnesie, das ist das Prinzip Hoffnung. Sie hoffen, dass diese Leute sind wirklich nicht so dumm sind.

http://www.freerepublic.com/focus/chat/2960207/posts
16. November 2012


Dirk
19.8.2014 14:25
Kommentarlink

@ WikiMANNia

> Die Medien umgibt eine völlig unverdiente Glaubwürdigkeit.

Das stimmt. Eigentlich sollte man nur noch die “Bild-Zeitung” lesen, da weiß man wenigstens immer, dass die lügen. Ist doch schön einfach. Ich lese kaum noch Zeitung…

Belesende Grüße,

Euer Dirk


Joe
19.8.2014 16:47
Kommentarlink

Das hat Methode. Schöne Gelegenheit, zu erkennen, welche Medien komplett kompromittiert wurden, und nur das schreiben, was ihnen vorgegeben wird.
Dass Golem dazu gehört, war mir schon immer klar – komisch, Heise fehlt irgendwie:

Golem wurde verkauft und gehört jetzt zur “Videospiele-Presse” und die ist komplett korrupt und inzestiös. Aktuelles Beispiel, was nebenbei auch die feministische Agenda behandelt:

https://www.youtube.com/watch?v=C5-51PfwI3M


Michael
22.8.2014 11:26
Kommentarlink

Nicht nur “soziale” PC wird durchgepeitscht. Regelmässig liest man, wie toll hiesige Produkte doch die Nachhaltigkeit unterstützen. Dass gewisse Dinge so sinnlos sind, dass man sie erst gar nicht tun sollte, das schreibt natürlich so ein Käsblatt nicht, man ist ja von Anzeigen abhängig. Nur so als Randbemerkung.
Das mit dem Stern finde ich fürchterlich. Die warschauerpakterisch aufgewachsenen Mitmenschen haben einen grossen Vorteil: Sie wissen, dass die Medien und Firmen von damals nicht dieselben sind wie heute. Und sie wissen auch, was Propaganda ist. Bei den Wessis bin ich mir da echt nicht sicher.