Ansichten eines Informatikers

Hirn oder Hintern – Focus gegen Feminismus

Hadmut
30.8.2013 14:48

Was geht denn da plötzlich ab? Seit Jahren schreibt der deutsche Journalismus (oder was eben so als solchen bezeichnet) völlig hirn- und kritiklos dem Feminismus hinterher und jeden Quatsch ab, den der Genderismus hinwirft, sucht sogar Nachwuchsjournalisten nach den Kriterien Ideologiekompatibilität, Denkverzicht, Abschreibbereitschaft und Mainstreamwilligkeit aus. Und auf einmal schreibt der Focus kurz hinternander diesen und diesen Artikel frontal gegen Feminismus.

Was ist da los und woher kommen plötzlich solche Qualitätsschübe, noch dazu bei Focus? Wahlkampf? Hat sich die Schwarzer mit jemand angelegt? Geht’s einfach nur darum, sich von der Mainstreamsuppe abgrenzen zu wollen? Oder hat da doch mal etwas Einsicht gezündet?

14 Kommentare (RSS-Feed)

mindph
30.8.2013 15:02
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Focus ist ein konservatives Magazin. Konservativismus war noch nie besonders Freund mit Feminismus. Was natürlich nicht heißt, dass man als Kritiker des Feminismus gleich konservativ sein muss bzw. dass es nicht mitlerweile auch konservative Feministinnen gäbe…


Joe
30.8.2013 15:40
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Der erste Artikel (“Gleichstellungswahn”) ist schon weg. Geht schnell heutzutage…


WikiMANNia
30.8.2013 15:56
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Alles Taktik: Die Meinungswirtschaft suggeriert ihren Lesern, dass es sowas wie Meinungsvielfalt gäbe. Kein Grund zur Beunruhigung.

http://wikimannia.org/Gleichstellung
http://wikimannia.org/Meinungswirtschaft


RedHead
30.8.2013 15:57
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Um es mal so zu formulieren: Ich glaube das Pendel schlägt langsam zurück. Einige Magazine haben sich am “Brüderle-Skandal” und der Aufschrei-“Debatte” die Finger verbrannt und zwar in dem Sinne, dass die Verkaufszahlen besonders niedrig waren. Das habe ich jedenfalls damals als es noch aktuell war irgendwo gelesen und jetzt gerade die Zahlen leider nicht zur Hand. Daraus können Magazine – egal ob konservativ oder eben nicht lernen, dass der “Bedarf” der Menschen an feministischer Propaganda so langsam gedeckt ist. Weiterhin liegt natürlich die Vermutung nahe, dass das Abdrucken feminismuskritischer Standpunkt auf ein gewisses Interesse seitens der Leser stößt und es war einfach langsam an der Zeit, dass das mal jemand austestet. Dass der Focus dies tut überrascht nun wirklich nicht, es ist schließlich wirtschaftlich sinnvoll. Bei der taz hätte es überrascht, die sind mindestens in dieser Hinsicht stark ideologisch verbohrt. Dem Focus ist das Thema vermutlich relativ egal und es wird gedruckt, was was die Leute lesen wollen.


m
30.8.2013 16:35
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Hier der erste Artikel:
http://pastebin.com/kp4L98PJ


olav
30.8.2013 16:41
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@RedHead: Das mit den Auflagezahlen während der #aufschrei-Hysterie hatte ich auch gelesen (bei Genderama). Kurzes googlen liefert: http://meedia.de/print/desaster-woche-fuer-spiegel-stern-und-focus/2013/03/13.html


Hadmut
30.8.2013 16:46
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> Das mit den Auflagezahlen…

Das urige daran ist ja, dass die Piraten so gar nichts daraus lernen…


John
30.8.2013 17:45
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Man darf das nicht überbewerten. Birgit Kelle ist und bleibt ganz klar mütterzentriert.


Hadmut
30.8.2013 17:47
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Kelle ist bekannt, aber die Tatsache, dass der Focus darüber relativ deutlich berichtet, scheint schon ein Richtungswechsel zu sein.


John
30.8.2013 19:28
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@ Hadmut

Glaube ich nicht. Ist eben quasi ein Exklusivinterview wegen der Buchvorstellung. Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling.

Abgesehen davon hat Kelle natürlich völlig recht. Diese Frau vom “Stern”, die vom Brüderle angequatscht wurde, ist sogar sogar selbst Sexistin, denn wenn George Clooney sie mit exakt dem gleichen Spruch angesprochen hätte, wäre ja alles ok gewesen für sie. War aber nur der olle, dicke Brüderle. Übrig bleibt eine sexistische Journalistin, die beleidigt war, daß Brüderle nicht wie Clooney aussieht. Das ist bei dem ganzen #Aufkreisch völlig übersehen worden.


Fx
30.8.2013 19:42
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@John

“ganz klar mütterzentriert”

Und? Ist das zu altmodisch oder nicht politisch korrekt genug? Das allein wäre wirklich kein Gegenargument. Im Gegenteil: ist doch wichtig, dass auch Gruppen, die in der “schönen neuen Genderwelt” hinten runter fallen, auch mal laut die Stimme erheben. Sie tut das auf erfrischende Weise, nur halt aus einer traditionellen, christlichen Position heraus – das ist nicht so mein Ding. Trotzdem sehe ich sie ganz klar als Verbündete im Kampf gegen Gender und Radikalfeminismus.


Alexander
30.8.2013 20:33
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Und dann wird noch das feminismuskritische Buch von Bernhard Lassahn “Frau ohne Welt” im dradio positiv besprochen:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/2231711/


John
30.8.2013 21:25
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@ Fx:

Ich sehe sie auch als Verbündete, das hält mich aber nicht davon ab ihre Mütterzentriertheit zu kritisieren. Mit “altmodisch” bzw. “nicht politisch korrekt genug” hat das nichts zu tun, vielmehr mit einer Höherstellung der Mutter gegenüber dem Vater, und das finde ich definitiv nicht ok.
Sie hält den Feministinnen regelmäßig den Spiegel vor die Nase, allein das macht sie mir schon sympathisch. Dabei ist sie auch noch schön streitbar und läßt sich nichts gefallen, eben weil sie all die Pseudo-Argumente der Feministinnen In- und Auswendig kennt.


Fx
2.9.2013 9:04
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@ John

OK, jetzt verstehe ich. An der “Höherstellung der Mutter” ist natürlich was dran.