Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Links als die Ursache des Übels

Hadmut
2.4.2017 21:41

Die Erkenntnis breitet sich langsam aus, dass Links von Schaden ist.

Sogar SPIEGEL Online schreibt jetzt, dass das linke Lager in einer Gewaltkrise steckt und sehr viel Schaden anrichtet: Links zünden sie Polizeiautos an, rechts erzeugen sie Populisten und Donald Trump. Gutes findet man von ihnen nicht. Dazu schreibt SPIEGEL Online:

In einem tags darauf auf einer linken Internetplattform veröffentlichen Bekennerschreiben heißt es, Polizisten seien “reale Beschützer*innen der herrschenden Ordnung und nicht symbolische”, deshalb müsse man sie “mit voller Härte angreifen”. Über dem Text steht “Ganz Hamburg hasst die Polizei”, die Autoren nennen sich selbst “Smash G20”.

Die radikale Linke läuft sich also warm für den G20-Gipfel, der am 7. und 8. Juli in Hamburg stattfinden wird.

Wozu braucht man sowas?

Wer will sowas?

Kann das vielleicht sein, dass die Linke längst in einer geistigen Leere und Sackgasse steckt, sich mit dem ganzen Gender-Quatsch heillos ins Lächerliche verstrickt hat und ihre Existenz nur noch mit sinnloser Gewalt halten kann?

Ich habe das ja schon mal angesprochen, dass die Linke immer so tut, als würden sie sich für bezahlbare Mieten einsetzen, tatsächlich aber das Gegenteil verursacht, nämlich über die vielen Sachschäden und Brandstiftungen die Nebenkosten und Versicherungskosten extrem hochtreibt. Meine Autoversicherung ist beim Umzug von Unterföhring nach Berlin (selbe Versicherung, selbes Auto) von ca. 400 auf ca. 750 Euro jährlicher Kosten gestiegen. Das heißt, dass jeder, der auf ein Auto angewiesen ist, mehrere Hundert Euro allein für die Versicherung, dazu noch Kosten für Tiefgarage und alle die kleinen und großen Schäden (mit Selbstbeteiligungen usw.) zu zahlen hat.

Und dann tun die so, als würden sie sich für bezahlbare Mieten einsetzen.

Weil man nach Ansicht der Linken sowieso kein Auto haben darf.

Sehr interessant ist aber diese Passage:

Interessanterweise bekommt die Debatte über das wahre Wesen der Linken nicht nur auf der Ebene der Steinewerfer, sondern auch unter linken Intellektuellen gerade Schwung – auch wieder Dank Trump, “Infowars” und so weiter. In den vergangenen Monaten sind mehrere interessante Texte erschienen, zum Beispiel in der “Zeit”, in denen die Frage aufgeworfen wird, ob die “kulturwissenschaftliche Linke”, wie der Zürcher Philosoph Michael Hampe sie nennt, nicht doch irgendwie mitschuldig ist am Aufstieg der Populisten.

Der Text, der mir bislang am besten gefallen hat, stammt von einer britischen Kulturwissenschaftlerin namens Helen Pluckrose. Im Ernst: Wenn Sie noch 20 Minuten Zeit haben und fähig und willens sind, sich auf Englisch mit Foucault und Derrida auseinanderzusetzen, vergessen Sie den Rest dieser Kolumne und lesen Sie diesen Essay.

Letzlich geht es da um genau das, was ich immer sage: Linke Ideologien wie Poststrukturalismus richten einfach nur enormen Schaden an. Schaden wie Genderismus, diese ganze Willkürpropaganda und so weiter. Hat ja schon Harald Eia in seiner Feminismus-Reihe aufgedeckt, war aber schon vorher auch in der Literatur zu finden: „Feministische Theorie“ heißt, einfach willkürlich zu behaupten, was einem am meisten nutzt, ungeachtet jeglicher Wahrheit. Wahrheit lehnen sie sowieso ab. Die Verfassungsrichterin Susanne Baer schimpft – wie viele Feministinnen – auf das frauenunterdrückende „Truth Regime“. Es gibt feministische Schriften, in denen sogar explizit gefordert wird, dass Frauen sich ständig selbst widersprechen dürfen, weil Stringenz, Logik, gedankliche Konsistenz ohnehin alles nur böse Erfindungen böser Männer zur Unterdrückung und Ausgrenzung der Frau sei, von denen man sich befreien müsse. Diese Leute sind so unbeschreiblich dumm.

Die Dummheit kommt dabei aus den Geisteswissenschaften, vor allem der Philosophie. Weil’s im alten Griechenland und auch in der Neuzeit ein paar erwähnenswerte Philosophen gegeben hat, bilden sie sich ein, dass jeder, der sich Philosoph nennt oder dafür immatrikuliert, automatisch ein geistiger Überflieger wäre. Also ob die Bezeichnung irgendwie hirnübertragend wäre. Tatsächlich reden sie nur unverständlich, weil sie extreme Angst davor haben, dass man merkte, wie dumm und geistlos sie sind, würde man verstehen, was sie sagen. Sie sind ja auch der Meinung, dass man seine Behauptungen nicht zu belegen braucht, und es positive Beweise gar nicht gäbe, lehnen das als Positivismus ab. Es sei Aufgabe des Publikums, Thesen zu falsifizieren. Bis das Publikum das tut, habe jede beliebige Behauptung als wahr zu gelten. Macht das Publikum das aber, kann man das Publikum als rassistisch, sexistisch oder sowas und damit als unbeachtlich erklären,

Und ich hab’s ja auch schon angesprochen: Die Linke fühlte sich stark, solange sie ihre Methode wie dieses willkürliche Behaupten und dieses Hinwegsetzen über jede Empirie als ihr Monopol wähnte. Seit die Rechten das auch so machen, aber insgesamt doch besser und folgerichtiger begründen, hat die Linke eine Krise und schimpft ihre eigenen Methoden als „populistisch“ oder „postfaktisch“.

Den Artikel in der ZEIT hatte ich hier im Blog schon besprochen, deshalb will ich den jetzt nicht nochmal beleuchten.

Höchst bemerkenswert ist aber dieser Essay, den Spiegel Online da verlinkt: How French “Intellectuals” Ruined the West: Postmodernism and Its Impact, Explained von Helen Pluckrose |

Das ist ja mein Thema, Foucault ein Spinner und Geisteswissenschaftler Bekloppte, die ihm blind hinterherrennen. Ich bin ja der Überzeugung dass die Krise des Journalismus daher rührt, dass sie ihren Nachwuchs aus den Geisteswissenschaften rekrutieren. Wer gegen Ende seines Studiums mit 25 oder 30 immer noch auf solchen Blödsinn wie Foucault hereinfällt (oder sich dazu hat abrichten lassen), der ist geistig so schwach beleuchtet, dass das für den Rest des Lebens nichts mehr wird und der auch gar nicht mehr in der Lage wäre, irgendetwas zu recherchieren oder aufzuklären.

Postmodernism presents a threat not only to liberal democracy but to modernity itself. That may sound like a bold or even hyperbolic claim, but the reality is that the cluster of ideas and values at the root of postmodernism have broken the bounds of academia and gained great cultural power in western society. The irrational and identitarian “symptoms” of postmodernism are easily recognizable and much criticized, but the ethos underlying them is not well understood.

Diese Sekte, diese Pest, breitet sich aus, weil sie in gewissem Ausmaß selbstverstärkend ist oder war. Indem sie jede Form von Bildung verleugnete und verachtete, und damit die Parteipolitik als dummheitsaffine Lobbyveranstaltung leicht unterwandern konnte, hat sie Bildung in Schulen und die Leistungsanforderungen reduziert, damit immer mehr Unqualifizierte an die Universitäten gepumpt und sich selbst den Nachschub an Dummen verschafft, den sie zum Wachsen brauchte.

Dummheitsaffinitiät und Poststrukturalismus passen nämlich perfekt zusammen:

This is partly because postmodernists rarely explain themselves clearly and partly because of the inherent contradictions and inconsistencies of a way of thought which denies a stable reality or reliable knowledge to exist.

Dummheit wird zum Kult, zur Ideologie, zum Ideal erhoben, gleichzeitig wird jegliche Form von Wissen, von Anforderungen, von Qualität als willkürlich-subjektive Festlegung verachtet, deren einzige Motiviation Böswilligkeit, Rassismus, Sexismus, Ausgrenzung sei, um sich damit eine moralische Legitimation zur Ablehnung jeglichen Wissens zu verschaffen. Wenn alles nur noch als diskursive Willkür aufgefasst wird, wird die „Philosophie“ natürlich einfach und dummentauglich, weil es dann nichts mehr braucht außer der Bereitschaft, einfach irgendetwas zu behaupten und jeden zu verprügeln, der daran zweifelt. Das ist Philosophie heute: Dumm daherreden und auf andere eindreschen.

Und damit hat man die extremste, die totale, die perfekte Dummheit: Die völlige Dummheit als anzustrebendes Ideal. Denn herkömmliche Dummheit beruht auf geistiger Beschränktheit und damit immer gemessen an einem Durchschnitt um das Unterdurchschnittliche zu beschreiben, in Wirklichkeit aber nur ein geringeres Maß an Intellekt. Der herkömmlich Dumme ist in Wirklichkeit nicht effektiv ein Dummer, sondern nur ein Geringschlauer. Der hat halt nur zu wenig in der Birne. Erst der moderne Philosoph ist einer, der sich die komplette, restlose Dummheit als Ideal auswählt und mit großer Sorgfalt daran geht, jeden Restbestand von Hirn und Intellekt zu tilgen und selbst die kleinste Microspur eines Gedankens – etwa als „Microaggression“ zu entfernen bis wirklich gar nichts mehr da ist.

Niemand ist so dumm wie der neuphilosophisch Trainierte, weil nur der restlos dumm sein will und sich darüber freut.

Womit übrigens der Begriff der Philosophie, nämlich der Liebe zur Weisheit, diametral widersprochen wird, denn der Begriff besagt genau das Gegenteil dessen, was die da heute treiben. Man müsste sie alle Sophophobe nennen.

Und genau diese Form extremster, weil gewollter und perfektionierter Dummheit hat nicht nur Einzug in Universitäten und Politik gefunden, sondern auch in die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts und ist damit staats-, demokratie- und grundrechtszersetzend. Da helfen die roten Roben auch nichts mehr.

Und dann kommen wir zur Querverbindung zur Frankfurter Schule:

Structuralism, a movement which (often over-confidently) attempted to analyze human culture and psychology according to consistent structures of relationships, came under attack. Marxism, with its understanding of society through class and economic structures was regarded as equally rigid and simplistic. Above all, postmodernists attacked science and its goal of attaining objective knowledge about a reality which exists independently of human perceptions which they saw as merely another form of constructed ideology dominated by bourgeois, western assumptions. Decidedly left-wing, postmodernism had both a nihilistic and a revolutionary ethos which resonated with a post-war, post-empire zeitgeist in the West. As postmodernism continued to develop and diversify, its initially stronger nihilistic deconstructive phase became secondary (but still fundamental) to its revolutionary “identity politics” phase.

Im Prinzip marxistisch, aber in der Ansicht, dass der Kapitalismus nicht das richtige Streitmodul sei, hat nicht funktioniert. Deshalb nahm man sich Geschlechter und Sexualität her, denn die Frankfurter Schule hatte das schon als Substitut für Kapitalismus hergenommen. Die Frankfurter Schule wollte unbedingt marxistisch sein, gab sich als soziologisch-wissenschaftlich aus, um sich in Universitäten einnisten zu können, und stand vor dem Problem, dass das mit dem Kapitalismus als Feindbild nicht funktionierte. Drei, vier Probleme hatten sie:

  • Nach der Marxismus-Theorie hätte es längst zum Klassenkampf kommen müssen. Das war aber nicht passiert.
  • Sie mussten zugeben, dass es den Leuten im Kapitalismus besser ging als im Kommunismus.
  • Sie mussten vor dem dritten Reich in die USA flüchten, und in den USA gegen Kapitalismus zu wettern hieße die Hand zu beißen, die einen füttert.
  • Die meisten Leute in der Frankfurter Schule waren jüdisch, und damit während und nach dem Dritten Reich ganz besonders auf den Zusammenhalt in der (verbliebenen) jüdischen Community angewiesen, besonders auch in den USA. Gegen Kapital zu wettern ist jetzt aber auch nicht gerade geeignet, um sich in der jüdischen Community beliebt zu machen, und für innerjüdische Konflikte war das schlicht die falsche Zeit, die hatten schon zuviel Leid und Probleme, als dass man da noch etwas hätte draufpacken können. Es musste also eine andere Marxismus-Grundlage her.

Weil damals auch Schüler von Freud mit der Frankfurter Schule sympathisierten, kam es zu einer Vermischung und man nahm Freuds Sexualtheorien als Ersatz für den Kapitalismus. Geschlechter sollten künftig für Klassenkampf und Befreiung herhalten, daher der ganze Genderquatsch. Wenn die heute mit ihrem Gender-Gefasel daherkommen und Leute beschimpfen versuchen sie immer noch, endlich einen Klassenkampf zu entzünden. (Eine Menge Ideologen glauben, dass die Welt durch den herbeigesehnten ganz großen Krieg geläutert würde, Islamisten sehen das ja auch so.)

So entstand eine Art Marxismus 2.0, der nicht mehr in Konflikt mit Kapitalismus steht und sich damit in den USA ungehindert ausbreiten konnte, denn auch die McCarthy-Ära richtete sich nicht gegen Marxismus in allen Ausprägungen, sondern gegen Kommunismus im Sinne der Gegenposition zum Kapitalismus. Der Nachkriegskonflikt mit der Sowjetunion und China brachte einen USA-Kommunismus-Konflikt mit sich, und auf diese Weise konnte man den Marxismus dort weiterbetreiben, ohne damit in Berührung zu kommen.

Und damit kam man dann aus den 50er und 60er Jahren der USA auch wunderbar in die französische Schwafel-Ära der 60er Jahre, und dann zu den 68ern nach Deutschland. Denn so ganz nebenbei konnte man damit so gefühlt wunderbar den Nationalsozialismus wegtheoretisieren, und das war in dieser Zeit sehr, sehr wichtig. Alles nur sozial-diskursive Konstrukte, und weil nur der Diskurs die Wirklichkeit schafft, muss man einfach nur die Sprache verändern und den Diskurs steuern, und alles wird gut.

Es gab aber noch andere Aspekte.

Bis zum zweiten Weltkrieg war Deutschland – trotz verschiedener ideologischer Spinnereien wie deutscher Physik oder Ärzten wie Mengele – weltweit wissenschaftlich führend, wie die Nobelpreise damaliger Zeit noch belegen. Das waren sie nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Viele Wissenschaftler waren jüdisch gewesen und dann tot oder emigriert, auch andere Wissenschaftler entweder tot oder auf der Suche nach neuen Forschungsgebieten, denn Deutschland war ja weitgehend zerstört und nicht mehr forschungsfähig, da gab’s andere Probleme. Das brachte den USA einen enormen Forschungsschub. Bis in die 1940er Jahre waren die USA bei Forschung eigentlich nicht so der Brüller, aber in der Nachkriegszeit ging es da voll ab, auch im Wettbewerb gegen Russen und Chinesen. Man erfand Raumfahrt und Atomkraftwerke, und in den USA herrschte ein extremer Wissenschafts- und Science-Fiction-Boom (vgl. die Comic-Serie The Jetsons, Raumschiff Enterprise und die absurden Science-Fiction-Filme, auch in Deutschland mit Raumpatrouille Orion und Perry Rhodan). Und das bezog sich knall- und knüppelhart auf das, was wir heute MINT-Fächer nennen (englisch STEM = Science, Technology, Engineering, Mathematics), und was den technisch orientierten Universitäten erlaubte, mit klassisch-geisteswissenschaftlichen und medizinischen Universitäten gleichzuziehen und diese zu überholen. Nicht jeder kam damit jedoch klar und mit. Es setzte eine geistige Gegenbewegung zur Wissenschaft ein.

It has been a matter of contention whether postmodernism is a reaction against modernity. The modern era is the period of history which saw Renaissance Humanism, the Enlightenment, the Scientific Revolution and the development of liberal values and human rights; the period when Western societies gradually came to value reason and science over faith and superstition as routes to knowledge, and developed a concept of the person as an individual member of the human race deserving of rights and freedoms rather than as part of various collectives subject to rigid hierarchical roles in society.

Die inheränte Wissenschaftsfeindlichkeit dieser Linken ist ein Ergebnis dieser Zeit, als die da komplett abgehängt wurden. Man brauchte eben keine Philosophen, um zum Mond zu fliegen oder Atombomben und Computer zu bauen. Die durften dabei nur zusehen – und zwar vor den Fernsehern, die damals auf den Markt kamen, und für deren Entwicklung man die Philosophen auch nie gebraucht hatte. Das haben sie nie verkraftet. Die Ingenieure winkten vom Mond herunter und standen in dem Ruf, einfach alles neu bauen und verändern zu können. Philosophen haben bis heute Mühe zu erklären, wofür sie eigentlich da sind und wofür man sie brauchen könnte. Manchmal versuchen sie zu streiken und kaum einer merkt einen Unterschied, ob sie arbeiten oder nicht. Manche freuen sich und sagen, wenn die streiken, könnte man besser und angenehmer arbeiten.

Weil sie ihre eigene Überflüssigkeit nie verwunden haben, haben sie quasi einen Krieg gegen die Naturwissenschaften angezettelt, in dem sie sich einbilden, Naturwissenschaften wären nur willkürliche unbeachtliche Behauptungen und nur Philosophie und die umgelagerten Geisteswissenschaften beachtlich. So entstand dieser Gender-Krieg.

If we see the essence of modernity as the development of science and reason as well as humanism and universal liberalism, postmodernists are opposed to it. If we see modernity as the tearing down of structures of power including feudalism, the Church, patriarchy, and Empire, postmodernists are attempting to continue it, but their targets are now science, reason, humanism and liberalism. Consequently, the roots of postmodernism are inherently political and revolutionary, albeit in a destructive or, as they would term it, deconstructive way.

Sie nennen sich gerne „progressiv“, tatsächlich aber sind sie rückwärtsgewandt und wollen die vortechnologische Zeit wieder herstellen – in der Philosophen noch was zu sagen hatten. Man kann sich überlegen, ob die Technikfeindlichkeit der Grünen (siehe hier und hier) daraus erwachsen ist.

The term “postmodern” was coined by Jean-François Lyotard in his 1979 book, The Postmodern Condition. He defined the postmodern condition as “an incredulity towards metanarratives.” A metanarrative is a wide-ranging and cohesive explanation for large phenomena. Religions and other totalizing ideologies are metanarratives in their attempts to explain the meaning of life or all of society’s ills. Lyotard advocated replacing these with “mininarratives” to get at smaller and more personal “truths.” He addressed Christianity and Marxism in this way but also science.

Sie halten Wissenschaft für Art Ideologie, eine weitere Religion.

We see in Foucault the most extreme expression of cultural relativity read through structures of power in which shared humanity and individuality are almost entirely absent. Instead, people are constructed by their position in relation to dominant cultural ideas either as oppressors or oppressed. Judith Butler drew on Foucault for her foundational role in queer theory focusing on the culturally constructed nature of gender, as did Edward Said in his similar role in post-colonialism and “Orientalism” and Kimberlé Crenshaw in her development of “intersectionality” and advocacy of identity politics. We see too the equation of language with violence and coercion and the equation of reason and universal liberalism with oppression.

Ein absurdes Weltbild, Menschen als inhaltslose Verfügungsmasse, die durch Sprechakte beliebig programmiert werden kann und muss.

Schon elementare Überlegungen zeigen, dass das nicht stimmen kann. Wie sollte so ein Wesen überhaupt entstanden sein und wie könnten Tiere, die keine Sprache haben, an ihr Verhalten gekommen sein, das bei manchen Tierarten ja sehr ausgeprägt geschlechtsspezifisch ist?

Eine billige Phantasie, darauf ausgelegt, die Welt für die geistig faulen erfassbar zu machen. Alles, einfach alles wird auf einen einfachen Leugnungsmechanismus heruntergebrochen.

It was Jacques Derrida who introduced the concept of “deconstruction,” and he too argued for cultural constructivism and cultural and personal relativity.

Man versucht, die Moderne wieder loszuwerden, indem man sie symbolisch „dekonstruiert“, quasi einen Modernitätsexorzismus betreibt. Ein mythisches Denken: Wenn man nicht darüber spricht, wird es nicht eintreten.

We’ve seen that this includes an intense sensitivity to language on the level of the word and a feeling that what the speaker means is less important than how it is received, no matter how radical the interpretation. Shared humanity and individuality are essentially illusions and people are propagators or victims of discourses depending on their social position; a position which is dependent on identity far more than their individual engagement with society. Morality is culturally relative, as is reality itself. Empirical evidence is suspect and so are any culturally dominant ideas including science, reason, and universal liberalism. These are Enlightenment values which are naïve, totalizing and oppressive, and there is a moral necessity to smash them. Far more important is the lived experience, narratives and beliefs of “marginalized” groups all of which are equally “true” but must now be privileged over Enlightenment values to reverse an oppressive, unjust and entirely arbitrary social construction of reality, morality and knowledge.

So eine Art Gegenwehr der zur Passivität verdammten, zum Konsumenten reduzierten, zum Fernsehzuschauer gemachten Zuhörer (Geisteswissenschaftler) gegen die Aktoren und Protagonisten (Ingenieure), gemischt mit der Eifersucht des ehemals Wichtigen und nunmehr zum Unbeachtlichen an die Seite gedrängten Geisteswissenschaftler auf die Naturwissenschaftler.

Wer nicht mehr mehr zustandebringt, als zum reinen Empfänger von Information geworden zu sein, die er obendrein inhaltlich nicht versteht, der machten eben den Empfangsvorgang und die inhaltsunabhängige Interpretation zur überragenden Hauptsache. Die Selbsterhöhung des Unbeteiligten. Die Selbstidentifikation der Geisteswissenschaftler mit den „Marginalisierten“ dieser Welt, Lobbyismus der Unbeachtlichen.

Despite all the evidence that racism, sexism, homophobia, transphobia and xenophobia are at an all-time low in Western societies, Leftist academics and SocJus activists display a fatalistic pessimism, enabled by postmodern interpretative “reading” practices which valorize confirmation bias. The authoritarian power of the postmodern academics and activists seems to be invisible to them whilst being apparent to everyone else.

Naja, wenn man von der Entwicklung der Wissenschaft so grotesk stark abgehängt wurde, dass man einfach gar nichts mehr beisteuern kann, muss man sich halt mit sowas abgeben. In der Not gebiert der Teufel Fliegen. Poststrukturalismus ist die Insolvenzverschleppung der Philosophen.

When the organizers of the March for Science tweeted:

“colonization, racism, immigration, native rights, sexism, ableism, queer-, trans-, intersex-phobia, & econ justice are scientific issues,”[10] many scientists immediately criticized this politicization of science and derailment of the focus on preservation of science to intersectional ideology. In South Africa, the #ScienceMustFall and #DecolonizeScience progressive student movement announced that science was only one way of knowing that people had been taught to accept. They suggested witchcraft as one alternative. [11]

Man versucht verzweifelt, wieder an Bedeutung und Relevanz zu gewinnen. Hier durch Politik, in Afrika durch Hexerei. Egal wie, man versucht mit allen Mitteln, die Naturwissenschaft loszuwerden, weil man sich durch sie überfordert fühlt.

Das Motiv findet sich auch immer wieder in feministischen-genderistischen Schriften, auch bei der Verfassungsrichterin Baer. Man behauptet, es gäbe kein Wissen, nennt es Truth Regime, Qualität sei nur ein Vorwand zur Ausgrenzung von Frauen, die lange Arbeit und die Nächte in Labors männerorientiert, würde Frauen ausgrenzen, die Wert auf „Work-Life-Balance“ legten, (also nicht jahrelang hart studieren und forschen).

Wisst Ihr, was das ist?

Es ist das Eingeständnis, dass Naturwissenschaft etwas ganz Tolles ist, aber dass sie auch mit viel Arbeit verbunden und nur was für die geistig Hellsten und Fleißigsten ist.

Und es ist das weitere Eingeständnis, zu diesen nicht zu gehören. Man versuchte so verzweifelt, eine Existensberechtigung herbeizureden wie es heute die Journalisten in Anbetracht ihrer Auflagen versuchen.

Das Unterfangen, Wissenschaft auf die wissenschaftlich nicht befähigten auszuweiten, hat bisher nicht funktioniert. Auch Trotz Obama und der SPD nicht.

Ich hatte ja auch schon einige Male erwähnt, dass die Rechten inzwischen diese Methoden der Linken imitieren und die Linken plötzlich ausrasten, wenn sie mit ihren eigenen Methoden konfrontiert werden:

It has become commonplace to note that the far-Right is now using identity politics and epistemic relativism in a very similar way to the postmodern-Left.

Scheint, als wäre ich nicht der einzige gewesen, der auf diesen Trichter kam.

Immerhin scheinen jetzt alle aus den Löchern zu kommen, die da Profite wittern:

This “set of concepts” threaten to take us back to a time before the Enlightenment, when “reason” was regarded as not only inferior to faith but as a sin. James K. A. Smith, Reformed theologian and professor of philosophy, has been quick to see the advantages for Christianity and regards postmodernism as “a fresh wind of the Spirit sent to revitalize the dry bones of the church” (p18).

Hähä, die Kirche. Die Aufklärung hat sich nicht nur Freunde gemacht, und die wittern jetzt Morgenluft.

Erklärt immerhin, warum die Evangelische Kirche so auf dem Gendertrip ist. Gemeinsame Feinde verbinden eben.

Und damit ist die Linke so richtig in der Sackgasse angekommen:

Our current crisis is not one of Left versus Right but of consistency, reason, humility and universal liberalism versus inconsistency, irrationalism, zealous certainty and tribal authoritarianism. The future of freedom, equality and justice looks equally bleak whether the postmodern Left or the post-truth Right wins this current war. Those of us who value liberal democracy and the fruits of the Enlightenment and Scientific Revolution and modernity itself must provide a better option.

So sieht’s aus.

Vor allem die Linken (und dann so ein bisschen die Rechten) haben den ganzen Karren in den Mist gefahren, und die Naturwissenschaftler sollen uns jetzt wieder retten.

(Versuche ich ja die ganze Zeit, aber sie lassen einen ja nicht.)

Wie dem auch sei, krempeln wir also die Ärmel hoch und bereiten wir uns darauf vor, diesen ganzen Haufen Mist zu entrümpeln und nass durchzuspülen. Mit feucht durchwischen wird’s nicht getan sein, aber Naturwissenschaftler sind ja fleißige Leute.