Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Studienschulden

Hadmut
11.1.2017 0:27

Auch ein wiederkehrendes Thema hier: Die absurd hohen Schulden für Studiengebühren in den USA. [Nachtrag: Seltsamkeiten]

Selten, dass der SPIEGEL noch was verweisenswertes schreibt, aber manchmal kommt’s noch vor: Sie schreiben über Amerikaner, die von Studiengebühren-Schulden erdrückt werden.

Aber: Es geht da um Rentner. Die die Studiengebühren ihrer Kinder und Enkel mühsam abstottern.

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich die amerikanischen Universitäten in vielen Bereichen schlicht für Betrugsanstalten halte. Die können zwar schon exzellente Ausbildungen leisten, aber eben nicht alle ihrer Ausbildungen sind exzellent. Und viele, die dort studieren, können mit dem, was sie da lernen, ihre Studiengebühren nicht erwirtschaften. Schwindel mit der Mogelpackung. Wobei man natürlich schon einwenden kann, dass die Studis ja in der Regel volljährig und selbst für sich verantwortlich sind.

Niemand verbietet einem, sich ein Auto zu kaufen und damit sehenden Auges gegen die Wand zu fahren. Da ist man selbst verantwortlich.

Warum sollte es dann anders sein, wenn sich jemand in ein Studium stürzt, das ein Vermögen kostet, ohne sich darum zu kümmern, ob er das damit wieder reinholen kann (bzw. ob sich die Mehrausgaben gegenüber einem Studium an einer einfachen Universität überhaupt rentiert).

Kritisch wird das natürlich dann, wenn die Schulden dann an anderen hängen bleiben, Eltern oder Großeltern.

Noch kritischer, aber für andere, wird das, wenn die Großeltern dann sterben und der Schuldner damit weg ist. Denn normalerweise sind Studienschulden in den USA unerbittlich und auch mit Privatinsolvenz nicht wegzukriegen. Haben die Großeltern allerdings einen Kredit aufgenommen, sind sie Schuldner (und womöglich dann doch privatinsolvenzfähig, weil es Kredit- und nicht Studienschulden sind). In der Regel werden sie allerdings den Kredit mit einer Hypothek abgesichert haben und dann nach dem Tod das Haus nicht vererben können. Was dann letztlich wieder bei den Studenten aufschlägt, weil die dann eben nicht erben.

Es zeigt aber, dass die amerikanischen Universitäten zu einem ordentlichen Teil Snake Oil als Studium verkaufen.

Nun, könnte man sagen, sei angemessen. Die Politik wollte das doch so haben. Immer mehr Leute, auch immer mehr Doofe an die Universitäten, und von den Universitäten eben Doofen-kompatible Studiengänge verlangt.

Da werden sich die Universitäten gesagt haben, gut, wenn das so gewollt ist, und wir daran gut verdienen, stellen wir halt einen Rummelplatz auf dem Campus auf, und lassen dumme Leute für 25.000 Dollar im Jahr Karusell fahren und Kätzchenfotos aufhängen.

Linke US-Politik: Man schickt Leute massenweise in die Unis, obwohl sie da nicht hingehören, und heraus kommen sie als hochverschuldete, arbeitsunfähige, ideologisierte Idioten, die keiner haben will und die nichts machen als fordern und stänkern (erinnert Euch an die diversen Campus-Videos, die wir hier in den letzten 2 Jahren hatten), aber mit einem Diplom oder Master oder sowas auf einem Stück Papier.

Ich weiß zwar jetzt nicht, wie sich der Wechsel zu Trump darauf auswirken wird, aber früher oder später wird das ganz fürchterlich krachen. Die können ja nicht ewig in ihren Kätzchen-und-Welpen-Zimmern an der Uni bleiben. Wäre aber gut möglich, dass er das mal auf Twitter rausrotzt, wie dämlich er das findet, und dass die Idioten selbst schuld sind, und damit ist das Thema abgehakt.

Eigentlich haben wir hier — von den Studiengebühren abgesehen — die gleichen Probleme. Wir züchten Erdbeerpflücker.

Nachtrag: Jemand aus den USA schreibt mir dazu gerade. Er bestätigt die Darstellung und sagt, dass viele dort eben „brotlose” Fächer studieren, deren „ earning potential” so lausig ist, dass sie die Studienkosten niemals erwirtschaften können, sie sich also quasi sehenden Auges in Schulden stürzen, die sie nie wieder loswerden können (wird man auch mit Privatinsolvenz nicht los).

Wie die Lemminge, finanzieller Selbstmord.

Das komische daran sei aber:

Die Studiengebühren steigen kräftig, schneller als die Inflation. Niemand weiß, warum.

Gleichzeitig beschweren sich die Professoren, dass ihre Gehaltserhöhungen kaum die Inflation erreichen.

Es sei völlig unklar, wo die Differenz eigentlich hinfließt.

(Ich habe allerdings den – unbestätigten – Verdacht, dass damit die „affirmative action”, die Förderung von Minderheiten, quersubventioniert wird. Irgendwo las ich mal, dass die effektiv nichts zahlen, weil sie zwar auch hohe Gebührenrechnungen bekommen, aber gleichzeitig Stipendien in gleicher Höhe von der Uni bekommen, also effektiv nichts zahlen. Falls das so ist, dass sich die einen lebenslang verschulden damit die anderen gratis studieren, könnte das noch zu ziemlichem Verdruss führen.)