Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Akustisch hacken

Hadmut
8.1.2017 15:40

Es ist zwangsläufig: Wenn gesprochene Sprache zum IT-Kommunikationskanal wird, dann kann man es auch hacken.

Ein Nachrichtensprecher sagt einen Satz im Fernsehen, und in den Wohnungen fangen die Alexa-Boxen an, selbständig Puppenhäuser zu bestellen.

Dann sind wir an dem Punkt, an dem die Radio- und Fernsehwerbung laufender Fernseher und Radios gleich selbst der Alexa-Box die Befehle zum Bestellen des eigenen Produkts zuruft. Oder Geheimdienste oder Rechteinhaber in Filmen Informationen unterbringen, die sowas auch auslösen.

Muss ja nicht mal eine Bestellung sein, das können ja auch unhörbare akustische Signale sein, die Meldungen auslösen. Akustisches Wartermarking. Beim Kunden X wurde Star Wars 7 auf irgendeinem Gerät abgespielt. Also mal prüfen, ob er eine Lizenz erworben hat.

Oder in Abwesenheit der Bewohner einfach mit dem Lautsprecher (oder Körperschallsprecher) oder vielleicht ein gehacktes Radio Dinge bestellen. (Oder per Spracherkennung diktierte Kommentare in irgendwelchen Foren posten.)

Vielleicht auch einfach zuhören, was in der Wohnung passiert. Und sei es auch nur, um passende Werbung zu schicken (Kondome, Kindernahrung, Urlaubsreisen). Es geht doch alles um personalisierte Werbung. Da lohnt es, wenn man die in der Wohnung gesprochenen Worte kennt.

Personenfahndung wär auch nicht schlecht.