Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Wie die Piraten-Partei zur totalitären Meinungsdiktatur wird

Hadmut
28.2.2013 0:57

Warum man die Piratenpartei bei Verstand nicht mehr wählen kann, warum man sie nicht mehr wählen darf.

Ein Leser wies mich auf ein Getwitter hin, das da heute stattfand. Es fing wohl mit einer Bemerkung des Grünen Abgeordneten Volker Beck an:

Leser meines Buchs merken da gleich, dass da Pfeffer drinliegt, denn ausgerechnet Volker Beck war ja daran beteiligt, die als Verfassungsgegnerin einzustufende Genderistin Susanne Baer in das Richteramt zu hieven, und setzte sich dabei ja sogar in Widerspruch zu seiner eigenen Kritik an der Richterwahl, die er 15 Jahre zuvor geäußert hat. Und Baer kündigt in ihren Schriften ja an, geschriebenes Recht – und damit auch die Verfassung – systematisch und subversiv unterwandern zu wollen. Sie bricht aus mehreren eigenen Interessen heraus Verfassungsrecht. Die Frage, wer die Verfassung vor den Verfassungsrichtern schützt, ist daher sehr gut und berechtigt. Absurd ist nur, dass ausgerechnet Volker Beck sie stellt, nachdem die Grünen mit Susanne Baer eine Verfassungssaboteurin eingeschleust haben.

Einem Leser war das bekannt und er antwortete Beck entsprechend:

Volker Beck antwortete darauf, wobei mir nicht klar ist, warum er das dann gleich auf die Piraten bezog (anscheinend, weil tessarakt in seinem Profil erwähnt, Pirat zu sein):

Und das finde ich sehr bemerkenswert, denn er schickt das ja nicht nur an tessarakt, sondern gleich auch an Marina Weisband (afelia) und Anke Domscheit-Berg (anked), die ja von den Grünen zu den Piraten gewechselt ist und im Verdacht steht, eine Agentin der Grünen zu sein. Die Grünen haben die Piraten ja regelrecht unterwandert, übernommen und zu ihrer Handelsmarke gemacht. Und da twittert offenbar die „Konzernmutter”, die „Holding” an die Meinungsmacherinnen bei den Piraten, dass die da gleich mal gegensteuern sollen. Da dirigieren die Grünen, was bei den Piraten zu laufen hat.

Anke Domscheit-Berg antwortet sofort, brav und wie bestellt:

Tessarakt hatte da aber noch gar keine „Meinung” geäußert, sondern lediglich die Wahl der Richterin Susanne Baer angeführt. Sofort wird das als „Einzelmeinung” abgekanzelt, gerade so als müssten sich die Piraten bei den Grünen für Aussagen entschuldigen, die dem Programm der Grünen zuwiderlaufen. Da wird sofort klar, wer da steuert und wer nur die Tochtergesellschaft ist. Woher Domscheit-Berg wissen will, dass das eine „Einzelmeinung” sein sollte (was denn überhaupt?), ist nicht nachvollziehbar. Domscheit-Berg scheint zu meinen, dass der Bundesvorstand vorgeben könnte, was der Pirat politisch zu meinen und zu wollen hat. Zu untersuchen wäre, wann der Vorstand was und wie geäußert haben soll. Bisher habe ich da nichts greifbares gefunden. Tessarakt fragt zurück:

Und wird von Anke belehrt:

Und damit geht’s jetzt wirklich in die Meinungsverbote – sogar bei privaten Äußerungen außerhalb der Piraten. Die Richterin Susanne Baer macht nichts anders als Gender. Sie hat die Gender Studies an der HU Berlin eingeführt und ich habe bei umfangreicher Recherche von ihr in der gesamten Zeit ihrer Professur keinerlei andere Themen gefunden, nichts ernstlich Juristisches von einer Professorin der Rechtswissenschaften. Man kann Baer damit wohl sicherlich als Genderistin bezeichnen, denn das ist ihr einziger Schwerpunkt, sie macht nichts anderes.

Trotzdem wird es hier von Domscheit-Berg quasi abgeschnitten und piratisch verboten: Es sei „abwertend, beleidigend und auch sexistisch”. Und Sexismus würde eben „nicht toleriert”. Eine Begründung gibt es nicht, und was daran sexistisch sein soll (oder was überhaupt unter dem Begriff sexistisch zu verstehen wäre, der wurde nämlich nie greifbar definiert), erklärt sie auch nicht. Alles, was man nicht hören will, ist „sexistisch” und damit verboten. Die »Einzelmeinung« wird schon als eine hingestellt, die bei den Piraten nicht »toleriert« werden kann. Dabei hat Tessarakt gar nichts zum Geschlecht Susanne Baers gesagt, sondern nur ihre Wahl zur Richterin als fraglich angedeutet. Schon das ist verboten.

Aber warum ist es schon verboten, eine von den Grünen ins Amt gehievte Richterin zu kritisieren? Ist es nicht grundsätzlich Ziel, Zweck und Aufgabe einer Partei, sich mit den Aktionen anderer Parteien und überhaupt als Opposition mit Regierungshandeln kritisch auseinanderzusetzen? Werden die Piraten so stark von den Grünen ferngesteuert, dass es Piraten verboten ist, die Grünen zu kritisieren?

(Bemerkenswert immerhin, wie auch »entropy« feststellt, dass »Genderistin« als beleidigend angesehen wird. Da kann man mal drüber nachdenken.)

Die Frage ist aber, warum hier nun behauptet wird, dass Susanne Baer eine „hochqualifizierte Verfassungsrichterin” sei. Denn das ist Susanne Baer in meinen Augen und nach dem Stand meiner inzwischen einjährigen Recherche überhaupt nicht. Es gibt nicht nur hinreichend Literatur über das Wahlverfahren im Allgemeinen (sogar eben jener Volker Beck hatte das Verfahren kritisiert, als er noch nicht an der Korruptionsmacht war), sondern mir wurde aus der Wahlkommission selbst mitgeteilt, dass man im Fall Susanne Baer deren Kompetenz nicht geprüft und kaum über sie gesprochen habe. Richter werden nach Parteienproporz verteilt, und keine Partei kritisiert die Vorschläge der anderen, um die eigenen unkritisiert durchbekommen zu können. Und da gab es eben genug Eigeninteressen der anderen Parteien, deren Kandidaten durchzukriegen, dass da niemand das Fass aufmachen wollte, nach Baers Kompetenz zu fragen. Der Parteienproporz sorgte dafür, dass die Grünen sich die Richterin frei auswählen durften, und der Frauenquotenwahn der Grünen sorgte dafür, dass es eine Frau sein musste. Damit war die Auswahl schon entsetzlich klein. Und Baer war als Extremfeministin und Politikberaterin schon bei den anderen Parteien bekannt und hatte für SPD und CDU gearbeitet, war also in feministischer Hinsicht „konsensfähig”. Man hat Susanne Baer einfach durchgewinkt – weil sie Frau und Radikalfeministin ist. Die Frauenquote sorgt dafür, dass Frauen nichts mehr können müssen. Das Geschlecht reicht als Zugang.

Eine Qualifikation als Richterin wurde bei Susanne Baer nie geprüft, nie danach gefragt. Die hat sie auch nicht. Sie hat vor ca. 20 Jahren ihr Staatsexamen gemacht und eine Dissertation geschrieben, die man getrost als Plagiat abstempeln müsste, wenn sie nicht über 2000 Fußnoten mit Quellenangaben drin hätte – fast die Hälfte der Dissertation besteht aus der Wiedergabe fremder Texte, fast eine weitere Hälfte aus den Quellenangaben dazu. Eigene Leistung ist kaum erkennbar, außer dass sie im Rahmen ihrer Ideologie alles einsammelt und sich an amerikanischer Rechtsprechung entlanghangelt. In den Schriften Baers habe ich jedoch nur Emotional-Geblubber gefunden. Bisher habe ich keine einzige juristische Auseinandersetzung, keine einzige juristische Begründung, keine Klärung einer Rechtsfrage gefunden. Immer nur die Darstellung ihrer absurden Standpunkte und die Ignoranz gegenüber des Rests der Welt.

Woher die angebliche Qualifikation kommen soll? Für mich nicht nachvollziehbar.

Und das sage ich nicht nur so. Ich befasse mich seit April 2012 intensiv damit, davon 3 Monate ausschließlich. Ich bohre seit Monaten bei der HU Berlin und der Senatsverwaltung Berlin nach den wissenschaftlichen Inhalten und dem Zustandekommen von Baers Studiengängen »Gender Studies«. Ich habe Ungereimtheiten gefunden, aber die HU ist bis heute nicht in der Lage, auch nur ansatzweise Substanz oder gar wissenschaftlichen Gehalt zu benennen. Da ist nichts. Ich halte Baer daher nicht nur für inkompetent. Nach meinem derzeitigen Wissensstand ist sie schlichtweg eine Wissenschaftsbetrügerin, die ausdrücklich erklärt, dass sie jegliches wissenschaftliches Arbeiten und jegliche Qualität ablehnt, weil sie diese für männlich dominiert und nur für einen Vorwand zur Ausgrenzung von Frauen hält. Wo sollte da noch Platz für Qualifikation bleiben?

Oder ist Anke Domscheit-Bergs Behauptung, Susanne Baer sei hochqualifiziert, im feministischen (und von Baer vertretenen) Sinne zu verstehen, dass die Gleichstellung bedeute, dass man Frauen stets und Blanko dieselbe Qualifikation zuzuschreiben habe wie Männern, egal was sie von sich geben, weil eben lernen männlich sei und damit jede Qualitätsforderung Frauen benachteilige? Nach der Denkweise müsste Baer wegen der Gleichstellung schon allein deshalb als hochqualifiziert gelten, weil sie Frau ist. Denn es gibt ja hochqualifizierte Männer, und es würde der Gleichstellung und der Chancengleichheit zuwiderlaufen, wenn Frauen nicht genauso qualifiziert zu sehen wären.

Ich gehe aber noch weiter und sehe in Baers (und Domscheit-Bergs) Orientierung an der Gender-Ideologie den Nachweis ihrer Inkompetenz und Unfähigkeit. Denn Gender ist – wenn man sich da mal richtig tief reinliest und hinter die Oberfläche guckt – nur grober Schwachsinn, völlig willkürlicher Blödsinn, frei erfundener Humbug, schlimmster Esoterik-Quatsch. Nichts ist begründet, nichts nachvollziehbar, nichts ergibt Sinn, alles beruht nur auf Geschrei, Meinungsdruck, Ignoranz, einer Vorgehensweise, die Scientology stark gleicht. Gerade heute morgen habe ich in einem Buch über die Aussagen von Genderismus-Aussteigerinnen (sowas gibt’s schon, und von denen bekommt man Insider-Wissen, wie auch bei Rechtsradikalen und Scientology) gelesen, dass es an amerikanischen Universitäten Genderistinnen gibt, die behaupten, dass die Schmerzen bei einer Geburt nicht echt, sondern nur als Teil der Unterdrückungsmaschinerie kulturell anerzogen seien. In einer rein feministischen Gesellschaft gäbe es bei Geburten keine Schmerzen. Auf diesem Blödsinnsniveau bewegt sich der amerikanische Feminismus, und Susanne Baer macht fast nichts anderes, als amerikanischen Feminismus zu kopieren. Nahezu alle Aussagen, die ich bei ihr gefunden habe, habe ich deckungsgleich in der amerikanischen Gender-Literatur gefunden. Sie kupfert nur ab.

Es muss also in einer Demokratie und in einer Meinungsfreiheit, besonders in einer politischen Partei erlaubt und normal sein, an solchen Zuständen Kritik zu äußern. Nicht nur aus Fragen der Wissenschaftspolitik, sondern eben auch wegen der personellen Besetzung eines Verfassungsorgans. Es gehört zum unmittelbaren Kern einer politischen Betätigung, einer Meinungsäußerung, einer aktiven Beteiligung in einer Partei, kritisch mit Vorgängen umzugehen, die die Grundstrukturen des Staates, die Besetzung eines Verfassungsorgans betreffen. Dies umso mehr, als die Verfassungsrichter unbegrenzte Macht haben und für 12 Jahre nicht mehr aus dem Amt zu kriegen sind, sie aber keiner Kontrolle mehr unterliegen und jeglicher demokratischer Legitimierung entbehren. Sie werden nicht einmal vom Bundestag gewählt, sondern im finstern Hinterzimmer ausgekaspert. Was, wenn nicht das, wäre Gegenstand politischer Betätigung?

Plötzlich aber kommt da eine Anke Domscheit-Berg daher und will solche Kritik verbieten, als beleidigend, abwertend, sexistisch, nicht tolerabel. Wie kommt sie überhaupt dazu, für den Bundesvorstand der Piraten sprechen zu wollen? Und warum wendet sich Beck an sie und nicht an den Bundesvorstand selbst? Weil Domscheit-Berg eine Ex(?)-Grüne ist?

Nachlesen kann man das etwa in der TAZ.

Da behauptet sie, das Internet würde von „weißen, heterosexuellen Männern” dominiert (dem Standard-Sündenbock, Feindbild und Hassobjekt der Feministinnen). Als Begründung heißt es:

Eine von Wikipedia kommunizierte Statistik besagt, dass dort der Männeranteil bei etwa 85 Prozent liegt. Das Wissen der Welt, dass in dieser Wissensdatenbank gesammelt wird, enthält also viele Positionen von Frauen gar nicht.

Das heißt, dass allein schon die Untätigkeit, Bequemlichkeit und Faulheit der Frauen, dort einfach wenig zu schreiben, letztlich zu einem Vorwurf gegenüber Männern führt. Nach der Denkweise, wozu Frauen keine Lust haben, dürfen Männer dann auch nicht tun, weil sie ja sonst dort dominant und frauenausgrenzend wären. Egal was Männer machen oder nicht, sie sind schon durch ihre bloße Existenz frauenfeindlich, wenn einfach nicht ebensoviele Frauen dazukommen und Männer damit ohne eigenes Zutun in der Überzahl sind. Die eigene Faulheit wird dem anderen angelastet.

Egal, ob es ein Quotenartikel ist, wo sich die Maskulinisten ausleben oder auf netzpolitik.org. Bei einer Umfrage dort wurde festgestellt, dass nur 8 Prozent ihrer Leser weiblich sind. Als sie fragten, wie das zu ändern sei, gab es viele negative Reaktionen im Sinne von: “jetzt soll es also oberflächlich, langweilig und seicht werden, damit es ein paar mehr Weiber interessiert“. Im Prinzip wird man damit als Frau für blöd erklärt.

Nein. Frauen erklären sich damit selbst für blöd. Wenn sie nämlich erwarten, dass man ihnen das Zeug so formuliert und wie das Frühstück ans Bett bringt, damit sie sich herablassen lesen zu wollen, anstatt aus eigenem Willen zu lesen, dann ist das einfach dämlich. Man muss nur mal Männerzeitschriften mit Frauenzeitschriften vergleichen. In Männerzeitschriften geht es um Technik und Fakten, in Frauenzeitschriften geht es um Sex, Schminke, Mode und Eifersucht. Selbst wenn man Feministinnen folgt, bleibt dieser Eindruck erhalten. Man muss nur mal lesen, was die Feministinnen in der Informatik fordern: Sie müsse verdämlicht und enttechnisiert werden. Die Informatik müsse sich von Computern trennen und auf das Soziale einlassen, damit auch Frauen in der Informatik was werden könnten. Und dann wundern die sich, wenn man sie für blöd hält und das, was Frauen wollen, für oberflächlich, langweilig und seicht hält. Denn es ist oberflächlich, langweilig, seicht – und dumm.

Und wer das nicht glaubt, der möge doch einfach mal die Schriften von Susanne Baer lesen. Die fordert geradezu, die Wissenschaft oberflächlich, langweilig, seicht und dämlich zu machen, damit die Gleichstellung möglich wäre. Weil Gleichstellung bedeute, dass Frauen auch ohne Ausbildung und langes Lernen einfach mal mitmachen könnten. Das mit der Dummheit ist kein männlicher Vorhalt, es ist feministische Forderung.

Und damit muss man einer Anke Domscheit-Berg eine ziemliche Verlogenheit vorwerfen.

Im Ergebnis kann ich mir – als Mitglied der Piraten, wohlgemerkt – nur wünschen, dass da niemand von den Piraten in den Bundestag gewählt wird. Es ist unerträglich, was für Leute sich da in den Positionen etabliert haben – oder besser gesagt, von den Grünen installiert wurden. Und die Grünen sind wegen ihres Frauenstatuts sowieso unwählbar. Ich halte die Grünen für nicht minder verfassungsfeindlich als etwa die NPD. Mir graust es vor einer Partei, die solche Leute als Kandidaten aufstellt – und noch mehr vor denen, die sie wählen würden.

Einem Volker Beck sollte man mal unter die Nase reiben, was er selbst vor 15 Jahren noch über das Bundesverfassungsgericht geschrieben hat. Damals war das nämlich noch sinnvoll. (Siehe Buch)

90 Kommentare (RSS-Feed)

Korrektor
28.2.2013 1:41
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Die Aussage stammt nicht von Volker Beck, sondern ist nur ein Retweet (RT) der Aussage von @steinbacherika. Lediglich der Teil “Konservative jetzt auch gegen Recht und Gesetz:” ist von Volker Beck.


Hadmut
28.2.2013 6:07
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@Korrektor: Schon klar, macht aber keinen Unterschied. Beck hat sich bei der Wahl Baers selbst widersprochen, und für die Aussagen Domscheit-Bergs spielt es keine Rolle.


Oppi
28.2.2013 1:56
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“Als sie fragten, wie das zu ändern sei, gab es viele negative Reaktionen im Sinne von: “jetzt soll es also oberflächlich, langweilig und seicht werden, damit es ein paar mehr Weiber interessiert“. Im Prinzip wird man damit als Frau für blöd erklärt.”

Das stimmt vor allen Dingen nichtmal. Ist völlig verdreht und aus dem Zusammenhang gerissen. Die Reaktionen in diese Richtung gab es nicht unter der ursprünglichen Frage “wie gewinnen wir Frauen für dieses blog ?” (da kamen lediglich Antworten wie “warum müssen wir das überhaupt, wenn die selber nicht wollen ?”), sondern unter Folgeartikeln, die Zitate von Frauen aus irgendwelchen anderen Blogs bezüglich netzpolitik.org zum Thema hatten. Dort hiess es dann etwa “das ist mir alles zu technisch” oder “die haben mir alle zu feste Meinungen, das müsste ergebnisoffener geschrieben sein”. Wohlgemerkt bezogen auf ein Blog, in dem es um das Internet und Technik und eine bestimmte darauf bezogene politische Agenda geht.

Und angesichts solcher Forderungen bzw Meinungen ist “man hätte es gerne oberflächerlicher und seichter” ja wohl lediglich eine Inhaltsangabe. Das Fatale daran ist : Sie sagen es einem offen ins Gesicht, aber wenn man es nur paraphrasiert und wiederholt, ist das bereits sexistisch und beleidigend. Fast wie mit Afroamerikanern in irgendwelchen Filmen, die sich laufend gegenseitig “Nigger” nennen, aber wehe es kommt ein hellhäutiger Mensch dazu und benutzt dieses Wort, dann ist aber der Teufel los.


Gerd
28.2.2013 2:31
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Bravo, Hadmut!

Das war ein wirklich hervorragender Artikel.


Martok
28.2.2013 3:41
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An der Stelle Glückwunsch und Dank an tessarakt dafür, dass er korrekt zwischen “Genderistin” und “Feministin” unterscheidet.
Letztere sind letztlich ja quasi das polare Gegenteil: “Wir sind doch alle Menschen” statt “Frauen sind zu allem zu doof und müssen protegiert werden” und so.

Leider eine Unterscheidung die die Genderisten (sehr zum Leidwesen der ja durchaus existierenden “normalen” Feministen und -innen) komplett aus dem Alltag gebügelt haben. Sprache konstruiert eben manchmal doch Realität, nämlich durch die Verwendung von Kampfbegriffen zum Diskreditieren von Ideen. Siehe auch “Drohnen” vs “Quadrokopter”/”RC-Flugmodelle”.


Hank
28.2.2013 4:03
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Deine Analysen gefallen mir weiterhin, pass aber auf bzgl. Frauen nicht zu sehr zu verallgemeinern. Statt “Faulheit der Frauen, dort einfach wenig zu schreiben” hätte man auch schreiben koennen “Faulheit mancher Frauen, dort einfach wenig zu schreiben”. Du schreibst “Frauen erklären sich damit selbst für blöd” tatsächlich erklären sich aber nur die Feministinnen für blöd. usw. usw.


Hank
28.2.2013 4:14
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“Bei Männerzeitschriften geht es um Technik und Fakten” — ich lese selber keine Zeitschriften, aber nenn doch mal ein paar Titel für Männer? Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nnermagazin) nennt z.B. Playboy, Men’s Health und GQ. Nur vom Titelblatt her drängt sich jeweils die Kurzzusammenfassung “Technik und Fakten” nicht auf. Deswegen Hausaufgabe für Dich bis morgen: Je 1 aktuelles Exemplar dieser Zeitschriften kaufen, lesen (bzw. angucken) und resümieren, inwieweit es um “Technik und Fakten” geht, z.B. Prozentsatz an Seiten oder auch tiefer inhaltlich damit auseinandersetzen.


Hadmut
28.2.2013 6:12
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@Hank: c’t, die ganzen Computerzeitschriften, Fotozeitschriften, Motorzeitschriften, usw.

Zeig mir mal eine Zeitschrift mit großem Frauenanteil in der Leserschaft, in der es um ein höheres technisches Niveau als Einlegen des Fadens in die Nähmaschine geht.


Hank
28.2.2013 4:39
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Ist Anke Domscheit-Berg eigentlich noch mit Daniel Domscheit-Berg verheiratet? Mit einem weißen, heterosexuellen Mann? Wie muss man sich eigentlich so eine Partnerschaft vorstellen, oder handelt es sich bei solchen Beziehungen durchweg um asymmetrische Beziehungen?

Dazu noch: Ich habe Daniel’s Buch zu Wikileaks gelesen und er macht den Eindruck eines einigermaßen Kompetenten Menschen, technisch, politisch und weltlich. Wie passt das zu einer Feministin die sich Inkompetenz auf die Fahne geschrieben hat?


Heinz
28.2.2013 7:21
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@Hadmut
> Zeig mir mal eine Zeitschrift mit großem Frauenanteil in der Leserschaft, in der es um ein höheres technisches Niveau als Einlegen des Fadens in die Nähmaschine geht.

Ich versuche es mal andersherum – Ich kenne kaum Frauen, die “Frauenzeitschriften” lesen, dies scheint nur eine bestimmte Art von Frauen zu tun.

Und auch ich möchte die darauf hinweisen, dass du mit Pauschalisierungen vorsichtig sein solltest.
Zum einen können sich Frauen gekränkt fühlen, wenn du so unnötig verallgemeinerst, zum anderen lieferst du deinen Gegnern damit Munition, so kann es ganz schnell passieren, dass man auch ohne große Rabulistik als frauenfeindlich hingestellt wird.

Also am besten weniger pauschalisieren, damit man die Frauen, auf die diese pauschalen Äußerungen nicht zutreffen, nicht noch in Richtung FeministInninin treibt.


Hadmut
28.2.2013 8:46
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@Heinz: ja klar, das übliche: nur noch so kritisieren, dass es niemand mehr als Kritik erkennt…


Hank
28.2.2013 7:35
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Ok wie groß muß der Frauenanteil denn sein. Der o.g. Wikipedia-Artikel sagt z.B. über den Spiegel 1/3 Frauen, 2/3 Männer. Deswegen würde ich den Spiegel jetzt nicht als “Männerzeitschrift” bezeichnen.


Fx
28.2.2013 7:37
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“Anke Domscheit-Berg (anked), die ja von den Grünen zu den Piraten gewechselt ist und im Verdacht steht, eine Agentin der Grünen zu sein”

Allerdings – und nicht nur der Grünen!

http://www.twitlonger.com/show/chek37


Peter
28.2.2013 7:42
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Hahaha kurz nachdem sie Tessarakt den Mund verbietet postet die Domscheit-Berg “Politik wider den fraktionszwang! #guteSache” Völlige Realitätsverzerrung.


euchrid eucrow
28.2.2013 8:10
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ein bisschen ot, aber:
wenn du an einem zeitungsladen vorbei kommst, kauf dir mal die titanic von diesem monat. da ist ein schöner dreiseiter von gerhard henschel drin. der arbeitet sich an der wdr ladies night ab. “der letzte dreck” ist leider nicht online verfügbar.


Henriquatre
28.2.2013 9:01
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Ich habe mittlerweile den Eindruck daß es sich bei den „Grünen“ eher um eine Art Sekte bzw. einen Kult handelt, als um eine politische Partei. Ähnlich wie Sektenführern dulden auch die Hohepriester und Hüter der sakralen Dogmen der Grünen nicht den leisesten Zweifel oder gar Widerspruch. Ähnlich einer Sekte gilt die feministische Doktrin – allerdings nicht nur diese – der Grünen als unumstößliches Axiom, dem sich gefälligst die Realität anzupassen hat, und nicht umgekehrt. Ähnlich dem Vorgehen anderer Sekten werden Dissidenten und Apostaten mit einem wutschäumenden, inquisitorischen Fanatismus verfolgt und regelrecht gejagt, der in seiner Intensität den Auswüchsen eines McCarthyism in nichts nachsteht.


queue
28.2.2013 9:12
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Komisch, ich bin Pirat, noch dazu als heterosexueller, weißer Mann mit nicht allzu schlechtem Angestelltengehalt. Und ich empfinde die Piratenpartei nicht als Meinungsdiktatur.

Meine Theorie:
Es gibt in der Partei Mitglieder, die einander als Arschlöcher sehen und sich (mit Hilfe aller Argumente, die sie sich zurechtbiegen können) auch so behandeln.
Der Blogautor und @anked sind offensichtlich zwei solche Mitglieder.

So, und nun können wir die großen Keulen wieder einpacken. Keine Verschwörung der Meinungsmaoisten, Ministalinisten, Gendernazis oder Chauvi-Leninisten. Denn der obige Vorgang beweißt gar nichts, außer: @tessarakt und @anked mögen sich nicht.

Handle mit es!


Manolo
28.2.2013 9:48
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Hadmut, ich glaube schon, dass an den Mahnungen von Heinz was dran ist. Manche deiner Textstellen kann man zumindest leicht als pauschalierend verstehen. Viele deiner Leser wissen was Du meinst, und lesen darüber hinweg, aber evtl. “Gegner” können das unnötig leicht als Angriffspunkt nutzen.

Ansonsten sind deine Beiträge gut, nur manchmal neigst Du zu Wiederholungen. Etwas kürzer wäre wohl wirkungsvoller.


Tenshinhan
28.2.2013 9:50
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Dumme Frage, auf welche Entscheidung des BVerfG bezieht sich denn da der Herr Beck / Frau Steinbach? Wird irgendwie aus dem Artikel nicht so ganz klar oder geht es nur mir so? 😀


suwasu
28.2.2013 10:50
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“Wenn sie nämlich erwarten, dass man ihnen das Zeug so formuliert und wie das Frühstück ans Bett bringt, damit sie sich herablassen lesen zu wollen, anstatt aus eigenem Willen zu lesen, dann ist das einfach dämlich”

Darüber musste ich doch lachen. Sicher ist das so gesehen sehr pauschal. Aber denke ich an meine Zeit als Dozent zurück, dann stimmt das schon irgendwie. Es hatte sich unter den Studenten eine Kultur der Bastelstunden und der netten Filmchen etabliert, die allerorten die Mühen des Lernens beseitigen sollten. Man muss dazu sagen, dass die Jungs den Mädels da nicht nachstanden, solche Vermeidungsaktionen einzufordern. Es hat auch gar nichts mit links oder grün zu tun. Der Wunsch danach verband die Studenten aller Schichten ^^

Jedenfalls hatte Unterricht unter diesen Bedingungen schnell was damit zu tun, Leuten das Frühstück noch vorzuverdauen. Wo es schwierig, theoretisch und komplex wurde, brandete schnell allgemeiner Protest auf. Diese Kultur sehe ich auch in der Fachzeitschriftenfrage und in dem Versuch, technische Fächer zu versoften, am Werk.


Krischan
28.2.2013 10:51
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“Gerade heute morgen habe ich in einem Buch über die Aussagen von Genderismus-Aussteigerinnen (sowas gibt’s schon, und von denen bekommt man Insider-Wissen, wie auch bei Rechtsradikalen und Scientology) gelesen, dass es an amerikanischen Universitäten Genderistinnen gibt, die behaupten, dass die Schmerzen bei einer Geburt nicht echt, sondern nur als Teil der Unterdrückungsmaschinerie kulturell anerzogen seien.”

Wie geil ist das denn! Hast du Näheres dazu? Hast Du den einen oder anderen Buchtitel noch in Erinnerung? Ich habe gerade wieder etwas mehr Freizeit. Das wäre eine lustige Beschäftigung! :-))


Hadmut
28.2.2013 21:59
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@Krischan: Steht in Daphne Patai, Noretta Koertge; Professing Feminism. Sehr lesenswert.


Frauenhaus - Von Frauen. Für Frauen.
28.2.2013 13:11
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@danisch (((“Man muss nur mal Männerzeitschriften mit Frauenzeitschriften vergleichen. In Männerzeitschriften geht es um Technik und Fakten, in Frauenzeitschriften geht es um Sex, Schminke, Mode und Eifersucht. “)))

http://bloganddiscussion.com/frauenhaus/62/frauen-denken-nur-an-sex/

@danisch (((“Ich halte die Grünen für nicht minder verfassungsfeindlich als etwa die NPD.”)))

Wegen ihrer parteiinternen Frauenquote? Oder wegen ihrer gesamtgesellschaftlichen Bestrebungen?


Luc
28.2.2013 13:32
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@queue:

Es gibt in der Partei Mitglieder, die einander als Arschlöcher sehen und sich (mit Hilfe aller Argumente, die sie sich zurechtbiegen können) auch so behandeln.
Der Blogautor und @anked sind offensichtlich zwei solche Mitglieder.

[…]

Denn der obige Vorgang beweißt gar nichts, außer: @tessarakt und @anked mögen sich nicht.

Handle mit es!

Sorry queue, aber das ist einfach fünf Stufen zu simpel. Ob zwei sich einfach nur “nicht leiden” können, oder ob inhaltlich argumentiert wird, kann man ganz einfach erkennen, wenn man sich die jeweiligen Argumente mal anschaut. Und da sieht ein Blinder, sobald er sich ein bisschen einliest: “der blogautor” setzt sich bei aller Polemik inhaltlich mit der Causa Susanne Baer auseinander, während von Domscheid-Berg nur das Totschlagargument “Sexismus!!” kommt.

Wenn Dir der Themenblock fremd ist, ist es eben so, aber dann komm nicht an und unterstelle einfach mal rein persönliche Animositäten.


Alexander
28.2.2013 14:09
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Kann mir jemand schreiben, warum Anke Domscheit-Berg die Piraten-Partei repräsentiert? Wurde sie dafür von einem Gremium der Piraten-Partei gewählt? Wurde sie von der Partei-Basis gewählt? Falls ja, gibt es bei den Piraten die Möglichkeit, sie abzuwählen?


jck
28.2.2013 14:11
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@Manolo: Warum sollte es Hadmut interessieren, dass seine “Gegner” ihm vorwerfen könnten, er würde “pauschalisieren”? Oder dass sich “Frauen gekränkt fühlen”? Das ist deren zentrale “Argumentation”, und es ist eben keine, sondern nur Jammern. Und selbst wenn er das alles lassen würde, bleibt den Genderleuten noch der “Vorwurf”, dass Hadmut ein Mann ist und deswegen seine Klappe zu halten hat. Wieso also anfangen, den Leuten nach dem Mund zu reden, das wollen die doch bloß?!

(ich habe “weißer, heterosexueller” mal weggelassen, weil ihnen das im Notfall auch egal wäre.)


Skeptiker
28.2.2013 14:25
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Markus Kompa hatte letztes Jahr eine “Checkliste für Journalisten beim Piraten-Bundesparteitag” geschrieben (http://www.kanzleikompa.de/2012/11/23/), in der er die “Vorstände einer basisdemokratischen Partei deren Dienstleister” nannte, die “politisch selbst nichts zu verkünden, zu predigen oder sonst wie zu kamellen haben”. Insbesondere also nicht “Einzelmeinungen” zu maßregeln. Waren noch ein paar andere gute Sätze dabei. Aufrecht der Mann.

Das muss aber eine andere Piratenpartei sein als die, in der Anke Domscheit-Berg tätig ist.


Johanna
28.2.2013 14:32
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@Tenshinhan: Ihre “dumme Frage” (und ich behaupte, dumme Fragen existieren entgegen der Behauptung zahlreicher Lehrer und Professoren wirklich) ist gar nicht so dumm. Als Fazit bleibt nämlich festzustellen, dass Twitter mit seinen paar hundert Zeichen und der (aus meiner Sicht) viel zu komplizierten Art, einer Folge von Tweets zu folgen in keiner Weise geeignet ist, um eine politische Debatte zu führen – nicht mal ansatzweise. Das gilt für das Twitter-Gestammel von Frau Domscheit-Berg genauso wie für das von Herrn Beck und den übrigen Beteiligten. Twitter = massive Zeitverschwendung.


Skeptiker
28.2.2013 14:33
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Ach und die Grünen. In den Achtzigern voll die ökologische Revolution, dann langer Marsch, längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, Umweltbewusstsein und Tierschutz an jeder Ecke, und Deutschland (welch nette Pointe) die führende Industrienation in Sachen nichtfossiler Energien, Filtertechnik, Mülltrennung und Recycling.

Mit anderen Worten: Überflüssig geworden. Längst ein Selbstläufer. Um Bundeswehreinsätze, Gebührenerhöhungen und Bolognamist zu beschließen, reichen die anderen Parteien.

Ich halte es hier mal mit Marina W.: Das müssen die Piraten, jedenfalls bezogen auf ihren Bürgerrechtscontent, auch erreichen. Leider müssen sie dafür erstmal relevant werden, an dem Punkt muss noch.


Herbert
28.2.2013 15:02
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Es ist wirklich traurig, dass die Piratenpartei inzwischen wirklich auch unwählbar geworden ist.
Am Anfang war es genau das, was ich gesucht hatte, dann war es ne lange Zeit nur das kleinste Übel, jetzt ist es schlichtweg falsch, sie zu wählen.


denn
28.2.2013 16:10
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anonym
28.2.2013 16:39
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Anke Domscheid-Berg wird verdächtig eine Grünen-Agentin zu sein? Interessant. Sie wird nämlich auch verdächtigt eine BND-Agentin zu sein. Scheint ihre Haupttätigkeit zu sein und zeigt wer die wahre Macht besitzt.


Pete
28.2.2013 16:54
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Ich hake mich nochmal hier ein:
“In Männerzeitschriften geht es um Technik und Fakten”

Hier irrt Hadmut, es gibt fuer Maenner sogar Esoterikzeitschriften. Schaut euch mal die merkwuerdige Physik an, die in HiFi-Zeitschriften verbreitet wird. Da wird selbst “Technik” ein schwammiger Begriff, von “Fakten” reden wir nicht mehr 😉

Ansonsten gebe ich Hadmut recht, da laeuft eine Entwicklung ab, auf die man ein, nein viele Auge(n) haben muss. Das geht mit dem Sprachterror los und hoert bei den oben angesprochenen Vorfaellen nicht auf.

Pete

Die Anke muss auch dieses hier “ertragen”:
http://www.berufszyniker.com/2013/02/spasiges-uber-anke-domscheit-berg-adb-und-die-piratenpartei/

Scheint zu passen…


buchstabensalat
28.2.2013 19:56
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Hallo Hadmut, was mich mal interessieren würde: Du hast nun schon einige Artikel geschrieben, in denen du dich mit Frau Baer kritisch auseinandersetzt (mal ganz abgesehen von deinem Buch, welches ich aber noch nicht gelesen hab). Gab es da ihrerseits bereits ein Echo? Ich könnte mir gut vorstellen, dass bestimmte Äußerungen als “ehrverletzend” interpretiert und mit entsprechenden Anzeigen verbunden werden könnten.

Allerdings kann ich mir auch gleich schon mehrere Gründe vorstellen, warum genau das noch nicht passiert ist. 😉


Hadmut
28.2.2013 20:58
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@buchstabensalat: Nöh, keine Reaktion. Jedenfalls keine für mich ersichtliche.

Allerdings hab ich bisher alle Rechtsstreitigkeiten gewonnen, weil ich mich mit der Verfassungsrechtsprechung des BVerfG zur Meinungsfreiheit auseinandergesetzt hatte und mich zu verteidigen wusste. Das wäre ein Riesen-Spaß, einer Verfassungsrichterin Verfassungsentscheidungen um die Ohren zu hauen. 😀


Ace Ventura
28.2.2013 20:25
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Als ich vor einigen Jahren aktiv Mitglieder der Piratenpartei zu überzeugen versuchte, sich klar gegen Rechtsextremismus zu distanzieren, war es wie gegen Windmühlen kämpfen. Leider aussichtslos. Viel später als die Mainstream-Medien eine Kampagne gegen Rechtsextremismus bei den Piraten führten, könnten sich diese plötzlich wandeln und endlich ein klares Zeichen gegen Rechts setzen. Nur war das Zeichen in erster Linie fürs Fernsehen gemacht. Kaum wurde danach von der Systempresse das Geschlecht der Mitglieder thematisiert, durchzieht dieses die Partei und die wichtigen ursprünglichen bürgerrechtlichen Themen werden vernachlässigt. Statt auf die tatsächlich wichtigen Ereignisse angemessen mit Statements und Aktionen zu reagieren, lässt sich die Partei nur von der von den Medien gesetzten Agenda treiben. Als die Piraten sich noch nicht den Mainstream-Medien mit vorauseilenden Gehorsam anpassten, schaffte die Partei es zu einer hoher Zustimmung in der Bevölkerung. Sie waren wählbar, weil sie anders waren als die Blockparteien. Doch was sind sie heute? Medien- und karrieregeil ans Etablissement angepasst und zunehmend unwählbar. Früher versprach die Partei aufgrund ihrer Transparenz könnte sie nicht unterwandert werden. Agitatoren und U-Boote würden so sofort erkannt werden. Nun schwimmen die U-Boote ganz oben sichtbar im Fahrwasser des Piratengewässers, wie mit den Flaggen von McKinsey&Co. und Bundeswehr. Der Abwurf der Wasserbomben auf diese feindliche Flotte bleibt jedoch aus. Das Wahlversprechen wurde gebrochen! Stattdessen ist Heuchelei, wie bei der herkömmlichen Politikerkaste. Kaum ein Kandidat, der angibt käuflich zu sein. Doch wer ist naiv und glaubt so was noch? D.h. es gibt keine vertrauenswürdigen Kandidaten, wie beispielsweise Persönlichkeiten im Format eines Dirk Müller, der offen zu gibt, jeder Mensch hat einen Preis mit dem er käuflich wäre, inklusive er selbst.

Einst als ich noch jung und naiv war besuchte ich einmal ein Seminar bei Susanne Baer. Eine ihrer Gender-Studentinnen meldete sich zu Ende zum Wort, mit einer minutenlangen Monolog was sie an den Inhalten des Studiengangs alles nicht nachvollziehen kann. Sie zerrede den ganzen Studiengang, bemerkte die Dozentin streng und entgegnete irgendwas mit patriarchalen Strukturen. Damals hatte ich selbst keine kritische Einstellung zu “Gender-Studies” und so fort, denn ich glaubte alles was mir von Dozenten erzählt wurde. Schließlich waren sie Wissenschaftler und kamen aus einer höheren sozialen Schicht. Mit Frauen hatte ich seinerzeit ansonsten wenig zu tun, weil man sich mit ihnen nicht über Linux und so unterhalten konnte. Selbst wenn ich mich mit einem Kumpel unterhielt, unterbrach seine Freundin das Gespräch nur mit “Unterhaltet ihr euch schon wieder darüber?!” Frauen schnitten mich zudem, weil ich so weich, unsportlich und nicht vermögend sei. Früher in der Zeit vor den Internetmilliardären war “Nerd” noch ein Schimpfwort. Später als ich älter war, wurden sie böse, wenn ich auf ihre mutmaßliche Flirts nicht reagierte, oder wenn sie fälschlich behaupteten ich flirte mit ihnen. Dann las ich irgendeinmal auf der Webseite meiner Krankenkasse eine kurze Abhandlung, wie sich Flirtverhalten überhaupt äußert. Nämlich wie ich dort heraus fand, total verrückt. Vor allem bei den Deutschen ist das Verhalten psychopathisch geprägt, was mich verschreckt. So interessiere ich mich lieber weiterhin mehr für intellektuelle Themen, wie Computer und Philosophie anstatt für die Anbandelung von Beischlaf. Auch wenn das nicht ungefährlicher ist, weil ich mittlerweile selbstständig denken kann.

In der kapitalistischen Volkswirtschaft ist alles auf Profit ausgerichtet. In diesen Zusammenhang ist jede strategische Stimmungsmache in der Gesellschaft zu bewerten, wie der zeitgenössische bürgerliche Feminismus. Dabei geht es nicht nur darum das Angebot der Lohnarbeiter zu erhöhen und damit die Lohnhöhe zu senken. Sondern es geht ebenfalls darum die Familie als stabile Konstante der Gesellschaft abzuschaffen, ohne damit die Familie an sich zu romantisieren. Aber was bleibt in der heutigen Gesellschaft noch übrig als stabile Orientierung? Der professionelle Werber weiß darauf eine Antwort: “Die Marke!” Die Marken der Konsumindustrie. In der Konsumgesellschaft sollen idealerweise die Marken die einzige Orientierung im Leben eines Verbrauchers sein. Die gelangweilten höheren Töchtern lassen sich für dieses Ziel des bürgerlichen Feminismus einspannen. Eine kluge linke Frau, wie Sahra Wagenknecht weiß schon, dass Feminismus nur ein Nebenschauplatz ist und es keinen Krieg der Geschlechter gibt. Sie findet es absurd, wenn Frauen sagen, es ist immer besser, wenn eine Frau dran ist. Wagenknecht sagt, wer Emanzipation groß schreibt, muss die sozialen Fragen als dessen Fundament thematisieren, sonst bleibt es bei hohler Scheinemanzipation.

Letzten Endes ist unsere Gesellschaft selbst für Auswüchse verantwortlich, wie die von Susanne Baer, weil ihre Form der Behinderung bis in die jüngste Zeit als Perversion abgetan wurde. Weswegen solche Neigungen stark verheimlicht wurden. Wobei in der Geschichte im Gegensatz zu männlichen Homosexuellen, weibliche Homosexuelle, wenn überhaupt nur selten verfolgt wurden. Legitimes Godwin’s Law: Lesben lebten im deutschen Faschismus völlig unbehelligt, wenn sie ansonsten Regimekonform waren. Trotzdem wollen Lesben eine Legende aufbauen und sich zu den Opfern des Faschismus zählen. Nachweislich ohne historische Grundlage. Die NSDAP war eine von homoerotischen V-Männern des Geheimdienstes der Reichswehr gegründete Partei. Vor der Machtübername im Deutschen Reich begannen diese sich gegenseitig zu bekämpfen. Schwule Faschisten wurden nicht verfolgt, wenn sie auf der kapitalfreundlichen Linie Adolf Hitlers waren und nicht auf der antikapitalistischen Ausrichtung von Ernst Röhm. Der Hitler-Attentäter Claus von Stauffenberg war Jünger des homoerotischen George-Kreises und dessen “Geheimen Deutschland”. Ferner warf Hitler den Juden u.a. Frauenhandel vor. Für Details zum antisemitischen Feminismus sei die exzellente historische Aufarbeitung von Ljiljana Radonic genannt. Mit einem genaueren Blick sieht generell alles differenzierter und anders aus, als in den herkömmlichen stupiden Denkschablonen.


WikiMANNia
28.2.2013 20:41
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@Hank: “Du schreibst ‘Frauen erklären sich damit selbst für blöd’ tatsächlich erklären sich aber nur die Feministinnen für blöd. usw. usw.”

Tatsächlich aber erklären nicht die Feministinnen sich selbst, sondern die Frauen insgesamt für blöd. Immerhin maßen sich die Feministinnen ja ständig an, im Namen aller Frauen zu sprechen.


Piraten gendern Berlin:

https://www.taz.de/Idee-der-Piraten/!111922/


BERLIN taz | Die öffentlichen Gebäude des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg sollen Unisextoiletten erhalten. Überall dort, wo es möglich ist, soll es zusätzlich zu den getrennten Toiletten für Männer und Frauen auch eine entsprechende Räumlichkeit für alle Menschen geben – auch für die, die sich keinem dieser beiden Geschlechter zuordnen. Das beschloss das Bezirksparlament am Mittwochabend auf Antrag der Piraten und unterstützt von Grünen, SPD und Linken.

„Man könnte denken, es gebe wichtigere Themen“, sagt Piratin Lena Rohrbach, die den Antrag ausgearbeitet hat. „Aber für die Betroffenen, die nicht in das binäre Geschlechtersystem passen, ist das sehr relevant. Jedes Mal, wenn sie in ein Gebäude gehen, wird ihnen suggeriert, dass sie eigentlich gar nicht existieren dürfen.“

Grün, grün, grün, ist alles was ich mag.


Frank
28.2.2013 21:53
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Hat jemand schon das Urteil des Verfassungsgerichts zum Adoptionsrecht gelesen?

Schaut mal auf die Randnummer 29. Da werden doch tatsächlich Interessenverbände als “Sachverständige” angeführt!
Und darauf stützt sich dieses Urteil.
Desweiteren wird Artikel 6 ins Gegenteil verkehrt.

Eine kurze Abhandlung dazu findet sich hier, im Kommentarbereich:

http://gloria.tv/?media=403349


nullnull
28.2.2013 22:24
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Danke. Wie immer ein exzellenter Artikel. Das Alleinstellungsmerkmal deiner Artikel ist für mich, dass du deine Ansichten wissenschaftlich herleitest, so kann ich diese Herleitungen verstehen und in entsprechenden Diskussionen mit anderen verwenden.

Ich finde es nämlich zuweilen schwierig anderen dieses Thema näher zu bringen, ohne das man als etwas Frauenfeindliches hingestellt wird, und man somit nichtmehr Ernst genommen wird. Beweisbare Herleitungen helfen dabei sehr.


Stefan
28.2.2013 22:51
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@WikiMANNia, genau aus diesem Grund gibt es bei uns an der Uni auch eine sogenannte “Frauenvollversammlung”. Jede Frau ist Mitglied und wird angehalten beizuwohnen, ob sie einverstanden ist oder nicht.

Glücklicherweise sind die Teilnahmezahlen relativ gering, was mich ehrlich gesagt etwas beruhigt.


Alexander Roslin
28.2.2013 23:01
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@ Suwasu

*@ suwasu

*Aber denke ich an meine Zeit als Dozent zurück, dann stimmt das schon irgendwie. Es hatte sich unter den Studenten eine Kultur der Bastelstunden und der netten Filmchen etabliert, die allerorten die Mühen des Lernens beseitigen sollten. Man muss dazu sagen, dass die Jungs den Mädels da nicht nachstanden, solche Vermeidungsaktionen einzufordern. Es hat auch gar nichts mit links oder grün zu tun. Der Wunsch danach verband die Studenten aller Schichten ^^

Jedenfalls hatte Unterricht unter diesen Bedingungen schnell was damit zu tun, Leuten das Frühstück noch vorzuverdauen. Wo es schwierig, theoretisch und komplex wurde, brandete schnell allgemeiner Protest auf. Diese Kultur sehe ich auch in der Fachzeitschriftenfrage und in dem Versuch, technische Fächer zu versoften, am Werk.*

Aber genau das ist doch Folge linker Bildungspolitik!

Wenn’s anspruchsvoll wird, schwierig und anstrengend, trennt sich NOTWEND?IGERWEISE die Spreu vom Weizen.

Gift für eine Ideologie, die mit der Vorstellung operiert, alle Menschen seien gleich, gleich begabt, gleich motiviert, gleich klug etc., wenn nur die böse Sozialisation nicht wäre.

Da Menschen aber nicht gleichartig sind, verschieden klug, verschieden fleißig etc., was kann man denn da machen, um alle gleich zu machen?

Wenigstens scheinbar, denn REAL kann’s ja nicht klappen.

Ganz einfach: Man STELLT GLEICH und das funktioniert nach unten leichter als nach oben.

Man senkt also die Standards, die Ansprüche.

Gute Noten werden den Leuten nachgeschmissen, schon auf den Schulen, jetzt fällt’s auch den Unis auf.

Schüler/Studenten werden dadurch daraufhin trainiet, dass eine Leistung, die früher einmal als befriedigend eingestuft wurde, heute eben sehr gut ist.

Ohne dass sie damit besser wäre als früher, natürlich.

Nur die Bewertung ist besser > die Maßstäbe verrutschen, es lohnt nicht mehr, sich anzustrengen, mehr als “sehr gut” kriegt man eh nicht.

Der, der früher eine sehr gute Leistung brachte und heute auch noch bringt, ist damit auch nicht mehr besser als der befriedigende, denn besser als “sehr gut” geht ja nicht.

Warum sich dann noch anstrengen, das Letzte aus sich herausholen, wenn’s auch billiger geht?

Et voilà: der sehr Gute und der Befriedigende sind GLEICH – Sozialismus hat Erfolg!

Am Ende werden wir natürlich auch alle gleich arm sein.

Dafür gibt es dann wenigstens auch kaum noch Reiche – kein Grund mehr, neidisch zu sein – Sozialismus hat Erfolg!!

Die Nivellierung nach unten hat Erfolg – wenn ich die Schwellen und Anforderungen nur niedrig genug mache, kommen alle drüber weg.

Nur im Endeffekt macht das eine soziale Marktwirtschaft, die auf LEISTUNG angewiesen ist, noch effektiver kaputt als der Raubtierkapitalismus der Rabiatliberalen.


Alexander Roslin
28.2.2013 23:13
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Auf dieser Linie der GLEICHSTELLUNG = Nivellierung bewegt sich auch der Geschlechtersozialismus der Genderisten.

Natürliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen (IM SCHNITT, muss also nicht für jedes Individuum zutreffen)werden geleugnet, ist alles nur Sozialisation und Kultur.

Da man aber mit der GLEICHSTELLUNG via Sozialisation nicht vorankommt, senkt man die Standards und behindert zunehmend die Leistungsstarken, hindert sie am Erfolgreichsein.

In den technischen Fächern sind die Leistungsstarken und Erfolgreichen meist Männer, auch in der Rhetorik übrigens – ich erlebe sehr viel mehr faszinierende, mitreißende männliche Redner als weibliche.

Da man nach oben nicht gleich stellen kann, muss man also Männer zunehmend behindern und schlechte Leistungen, wenn sie von Frauen gebracht werden, aufwerten.

Darum gibt’s Quoten und Notenprivilegierung für’s weibliche Geschlecht > Männer und Frauen werden gleichgestellt > SOZIALISMUS HAT ERFOLG, Männer und Frauen sind gleich und bald auch alle gleich arm.

Kaum noch jemand in der Bel Étage, dafür fast alle im UG -4.

Aber wenigstens gleich.

Die Minderleister müssen niemanden mehr beneiden.


FullXD
28.2.2013 23:32
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Geschlechtslose Toiletten sind sehr sinnvoll! Dieser Antrag ist das erste sinnvolle von den Piraten seit langem.
Da fällt mir ein, ich war vor einiger Zeit auf dem jährlichen Kongress der Zeitung TAZ in Berlin. Als ich mich zum Ende fix in der mir unbekannten Örtlichkeit zum Strullern aufmachte, fand ich mich plötzlich und unerwartet auf dem Damenklo wieder. Selbstverständlich drehte ich sofort auf der Stelle um. Die Kennzeichnung für die Geschlechter war irgendwo weit oben zur Decke angebracht, wo sie nicht in meinem Sichtbereich waren. Soviel zur modernen Architektur der einstürzenden Neubauten. Im Schreck sagte ich zu meiner Beruhigung, es gibt schlimmeres. Es könnte sein, dass die Damen das falsch verstanden haben. Jedenfalls mit geschlechtssneutralen WCs passiert so etwas nicht mehr. Obgleich falls ich wieder falsch abbiegen sollte, am schrecklichen Gestank von Menstruationsblut den Fehler eher erkennen ließe, bevor jemand nicht männlichen Geschlechtes zu sehen ist. Auf geschlechtslosen Toiletten ist dagegen die Stimmung erfahrungsgemäß viel besser. Als ich einmal ganz nötig musste und nicht dazu kam die Tür hinter mir zu verschließen, freute sich die junge Dame hörbar, als sie darauf die Tür kurz öffnete und ich ihr einen Guten Tag wünschte.
Die Kulturgeschichte unser Ausscheidungsfunktion ist übrigens voller interessanter Wendungen. Dazu gibt es einige Literatur, Vorträge, Dissertationen und Museen.


Thomas
1.3.2013 2:51
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@Alexander Roslin:

Die 68er haben ganze Arbeit geleistet.

Ein dummes Volk ist beliebig manipulierbar. Also muß als erstes das Bildungssystem zerstört werden. Das ist passiert, von langer Hand geplant.

Das Mittel dazu heißt “moderne Pädagogik”. Sie wird mit heuchlerischen Phrasen verkauft (“Sozialkompetenz”, “Selbständigkeit”, “Schülerorientierung” usw.), bewirkt aber, daß so gut wie nichts mehr gelernt wird.

Das Ergebnis ist bekannt.

Hier ein kurzer Überblick:

http://www.didaktikreport.de/Irrlehren_der_Padagogik.pdf


Bürger
1.3.2013 7:56
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Schon schwach, daß Du Dich an dem Scientology-Bashing beteiligst. Hast wohl von selbsternannten Sektenexperten eine Gehirnwäsche bekommen.
Es ist immer dasselbe, Scyentology-Kritiker kommen immer nur mit Gerüchten.
Nenn mir doch mal ein technisches Detail der Scientology, das nicht stimmt.
Scientology enthält Techniken, wie man sich vor Gehirnwäsche schützen kann usw. Klar, daß sie (auch) von Gehirnwäschern angegriffen wird.

Wer Scientology ohne stichhaltige Beweise angreift, dem ist nicht zu trauen (da unseriös).


buchstabensalat
1.3.2013 9:28
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@Hadmut: Danke für die Antwort. Ich hätte vermutet, dass du die Aussagen als Tatsachenbehauptung deklarierst und dich entsprechend verteidigst bzw. verteidigen lässt. Bietet die Rechtssprechung des BVerfG denn tatsächlich so weitreichende Möglichkeiten, dass dieser (oder andere Artikel) von der Meinungsfreiheit abgedeckt werden oder habe ich das anders zu verstehen?


yasar
1.3.2013 10:40
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Bürger:

Wieso Gerüchte? Ich war vor ca. 25 Jahren mal in Hamburg. Dort bin ich, als ich zufällig vor dem Gebäude der Scientologen vorbeikam von einem ebensolchen angesprochen und in eine Diskussion evrwickelt worden. Und was im laufe dieser Diskussion zutage kam, zutage kam, bestärkt mich schon in meinem Glauben, daß die Scientologen offensichtlich einer Gehirnwäsche unterzogen werden.

Und wer Kritiker persönlich diffamiert, statt mit nicht-juristischen Argumenten zu kommen, ist ebenfalls unseriös.


NixVerstahn
1.3.2013 11:09
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@Bürger “Wer Scientology ohne stichhaltige Beweise angreift, dem ist nicht zu trauen (da unseriös).”

Verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht, aber nicht weil Scientology angegriffen wird, sondern weil Scientology irgendwie ohne Bezug aus heiterem Himmel erwähnt wird. Für mich hätte Hadmuts Satz lauten können “nur grober Schwachsinn, völlig willkürlicher Blödsinn, frei erfundener Humbug, schlimmster Esoterik-Quatsch. Nichts ist begründet, nichts nachvollziehbar, nichts ergibt Sinn, alles beruht nur auf Geschrei, Meinungsdruck, Ignoranz, einer Vorgehensweise, die HARE KRISHNA/BAGHWAN/OPUS DEI stark gleicht.”

Hadmut scheint von einer tatsächlichen Ähnlichkeit auszugehen, zumindest von einer größeren Ähnlichkeit als Genderismus und Hare Krishna. Gibt es dazu etwas Näheres?


Hadmut
1.3.2013 12:04
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@NixVerstahn: Bezieht sich auf ein Unterkapitel im Buch über die Parallelen zwischen Gender und Scientology.


suwasu
1.3.2013 11:15
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Herr Roslin,

Sie irren, das hat – nach meiner Erfahrung – wenig mit Ideologie und linker Politik zu tun. Ich habe es so erlebt, dass sehr verschiedene Lehrkräfte, ob konservativ oder links, in gleicher Weise die Ansprüche verflacht haben. Man wollte halt nach oben gute Absolventenzahlen melden, denn von denen hing das Wohlwollen der Chefetage ab, ausgedrückt in Mittel und Stellen. Das ist aber die Folge des Versuchs, Bildungserfolge messbar zu machen und daher auf Inhalte zu scheißen, solange die Kennziffern halbwegs stimmen. Meines Wissens nach ist das keine sozialistische Idee, sondern ein Teil der gloriosen Bolognareform der Unis. Also die linke Bildungspolitik mag ihre Fehler haben. Aber die Frühstück-ans-Bett-Mentalität in der Universität ist ein Systemproblem, das tiefer sitzt als die Gesäßgeografie unserer Parlamente das beschreiben kann.


Knut
1.3.2013 13:08
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@Alexander Roslin

Weia !
Bei dir ist es sicher, wenn der Mensch den Menschen knechtet, als der Mensch den Menschen. Diese Notwendigkeit gegen den Sozialismus zu wettern, haben üblicherweise nur die, deren Pfründe nicht auf ihrer Leistungsfähigkeit beruhen.
Da hat man von Papa die Stelle (vermittelt) bekommen und nicht völlig verkackt, dann ist man schon ein Genie. Und alle, die noch nicht mal das Angebot hatten, sind die Vollversager. Die Gute reine Kultur besteht im Hören von Musik und Lesen von Literatur aus den Jahren vor 1850, danach ging hier ja alles den Bach runter.

Ich hatte schon mit solchen Leuten zu tun, die dann mit ihrem excellenten Abitur an einer süddeutschen Schule und nachfolgendem Studium an der Exzellenzuni mit Auslandsemester, bei der Berechnung der benötigten Kabellänge und Steckeranzahl für die Schaltschränke völlig verkackt haben. Diese Aufgabe hatten sie halt in der Schule nicht. Außerdem hat man als Projektleiter ja einen gewissen Status, da kann man sich nicht um alles kümmern. Hätte man natürlich beauftragen können ! Da hätte man dann aber einen Plan machen müssen. Ich steh’ dann als Softwareingenieur daneben und erkläre, dass ich von Hardware nicht die geringste Ahnung habe. Soll er doch einen anderen “Dummen” suchen.

Die Auswendiglernhansel vom vor 68 Abi können mir in der Form gestohlen bleiben. Da ist mir einer, der die Kabel an den Fingern abzählen muß, aber zum Schluß das richtige Ergebnis erzielt lieber. Wenn der dann auch noch einen Fertigungsauftrag schreiben kann und das Ergebnis bei der richtigen Adresse ankommt, braucht der die Glocke nicht rückwärts zitieren zu können.


O.
1.3.2013 15:41
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Alle Menschen sind gleich, aber Frauen sind gleicher.


Der_Schwede
1.3.2013 15:44
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Wenn die Piraten so Meinungsdiktatorisch sind sind warum hast du dann wegen diesem Artikel kein Ausschlussverfahren am Hals oder sonst irgendwelche Konsequenzen zu befürchten?
(Ich weiß es einfach nicht ich betrachte die Piraten nur von außen)

Im übrigen wenn ich die Wahl hätte mir Baer oder Steinbach wegzuwünschen, würde auf jedenfall Frau Steinbach verpuffen.
Allein der Aufhängertweet von ihr: Selbst Verfassungswidrige zustände mit Klauen und Zähnen verteidigen und dann “Quis custodit custodes” rufen, ist Vorwärtsverteidigung vom feinsten.

Im übrigen beleidigt man keine Verfassungsrichter in der öffentlichkeit wenn man ernstgenommen werden will und jemanden unfähig zu nennen ist nunmal eine Beleidigung.

Das Volker Beck die Parteiprominenz ins Boot geholt hat war ein twitterpolitisch Geschickter Zug gegen die Piratenpartei (egal wie sie sich äußern sie legitimieren einen dämlichen tweet durch schweigen oder sie zeigen die “Zerstrittenheit” der Partei).
Tessarakt selbst war bloß der Stichwortgeber. Schade das er es nicht selber gemerkt hat.


Hadmut
1.3.2013 19:20
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@Schwede:
> Wenn die Piraten so Meinungsdiktatorisch sind sind warum hast du dann wegen diesem Artikel kein Ausschlussverfahren am Hals oder sonst irgendwelche Konsequenzen zu befürchten?

Weil sie so schnell nicht sind.

Nach meinem letzten Artikel über Piratinnen haben tatsächlich einige nach einem Parteiausschlussverfahren krakeelt, und ich merke innerhalb der Parteimedien schon diverse Zensurmaßnahmen gegen mich.


O.
1.3.2013 15:54
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@Hadmut:

Hmmerartikel, besonders die Passagen am Ende:

“Das heißt, dass allein schon die Untätigkeit, Bequemlichkeit und
Faulheitder Frauen, dort einfach wenig zu schreiben, letztlich zu
einem Vorwurfgegenüber Männern führt. (…)”

“Nein. Frauen erklären sich damit selbst für blöd. Wenn sie nämlich
erwarten, dass man ihnen das Zeug so formuliert und wie das
Frühstück ans Bett bringt, damit sie sich herablassen lesen zu
wollen, anstatt aus eigenem Willen zu lesen, dann ist das einfach
dämlich. (…)”

Diese Frauen sollten mal zum Psychologen gehen und ihre Vater-Beziehung klären, statt ihre persönlichen Probleme als Politik auszugeben und auf diese Weise ihrem Psycho-Exhibitionismus zu frönen.


O.
1.3.2013 15:59
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bzgl. Verallgemeinerungen: ja, da sollte Hadmut sich präziser ausdrücken… dennoch wichtig, der Artikel.


O.
1.3.2013 16:36
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Wenn es darum geht, daß in den Vorständen von DAX-Firmen der Anteil von Frauen gesteiuergt werden soll, und dieses Thema aufgebläht wird, braucht man weniger über die Arm-Reich-Schere berichten, die alle Geschlechter betrifft.

Das ist eine Wohlstandseliten-Diskussion, die dazu dient, die Wohlstandsungleichverteilung aus dem Blickfeld zu rücken.
Es ist daher keine linke debatte, wie Hadmut fälschlich vermutet, sondern typisch konservative Vorgehensweise. Daher auch bei der CDU gern gesehenes Thema.

Solange man sich über geschlechter(erfolgs)gleichheit einer Minderheit von Vorständen aufregt, braucht man nicht über gleichen Zugang zu Bildung und Jobs einer Mehrheit reden – will man auch garnicht, denn die interessiert diese Neureichen Labertiussis auch garnicht.


O.
1.3.2013 16:58
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@Ave Ventura: sehr interessant, was Du schreibst, und super Hinweis mit Radonic:

http://www.xs43.net/bagrupowi/texte/dt.fem.as.html

http://www.youtube.com/watch?v=v0P3K72BatU


Bürger
1.3.2013 18:22
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@ Hadmut

“@NixVerstahn: Bezieht sich auf ein Unterkapitel im Buch über die Parallelen zwischen Gender und Scientology”

Wo gibt es denn da Parallelen? Werden die dort etwa nur von dir behauptet?

Bitte gib doch mal ein Beispiel wo es bei der Scientology – Technologie Parallelen zu Gender geben soll.


Hadmut
1.3.2013 19:12
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@Bürger: Beispielsweise behaupten beide, Gender und Scientology, dass der Mensch als freies, neutrales Wesen geboren und dann von finsteren Mächten geknechtet, verformt, verbogen, unterdrückt wird, und dass die jeweilige Ideologie durch Analyse und Rückbau den Menschen davon wieder befreien könnte. Näheres im Buch zu lesen, ich werde es hier nicht für umme verteilen.


Bürger
1.3.2013 18:51
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@yasar

“Wieso Gerüchte? Ich war vor ca. 25 Jahren mal in Hamburg. Dort bin ich, als ich zufällig vor dem Gebäude der Scientologen vorbeikam von einem ebensolchen angesprochen und in eine Diskussion evrwickelt worden. Und was im laufe dieser Diskussion zutage kam, zutage kam, bestärkt mich schon in meinem Glauben, daß die Scientologen offensichtlich einer Gehirnwäsche unterzogen werden.

Und wer Kritiker persönlich diffamiert, statt mit nicht-juristischen Argumenten zu kommen, ist ebenfalls unseriös.”

Man muß UNTERSCHEIDEN zwischen der reinen (unverfälschten) Technologie eines Fachgebietes und den Praktizierenden. Wenn ein Physiker auf fragwürdige Weise diskutiert, heißt das nicht, das die Physik schlecht ist oder nicht funktioniert.

Um zu prüfen ob Scientology – Technologie funktioniert, muß man sie (in ihrer Reinheit) studieren und üben bis man sie mit dem richtigen know how anwenden kann. Erst dann hat man die entsprechenden Resultate.

Nein, auf die (reine) Scientology-Technologie lasse ich nichts kommen. Die ist auf ihrem Gebiet so präzise wie die Ingenieurwissenschaften.

Eine andere Frage ist allerdings, ob Scientology in den 80ern vielleicht (vom CIA?!) unterwandert wurde.
Nach dem Tod von L. Ron Hubbard (1986) gab es seltsame Veränderungen. Aber das ist hier nicht Thema.

Nur zwei konkrete Beispiele:
# Die Steuerbehörde in den USA erlies Scientology plötzlich die Steuern (es gab bis dahin einen 30 Jahre andauenden Kampf).

# Einige wichtige Kursmaterialien wurden geändert (um sie funktionsunfähig zu machen und so zu verhindern, daß Leute frei werden können?)


Hadmut
1.3.2013 19:15
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@Bürger:
> Um zu prüfen ob Scientology – Technologie funktioniert, muß man sie (in ihrer Reinheit) studieren

Scientology ist frei erfundener Unfug eines abgetakelten Science-Fiction-Schreiberlings, der eine Masche gefunden hat, genügend Dumme zu finden und auszunehmen. Da gibt’s nicht zu studieren, weil da keine Substanz ist. Frei erfundender Humbug. Auch das eine Parallele zwischen Genderismus und Scientology.


euchrid eucrow
1.3.2013 20:40
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Das ist eine Wohlstandseliten-Diskussion, die dazu dient, die Wohlstandsungleichverteilung aus dem Blickfeld zu rücken. Es ist daher keine linke debatte, wie Hadmut fälschlich vermutet, sondern typisch konservative Vorgehensweise. Daher auch bei der CDU gern gesehenes Thema. Solange man sich über geschlechter(erfolgs)gleichheit einer Minderheit von Vorständen aufregt, braucht man nicht über gleichen Zugang zu Bildung und Jobs einer Mehrheit reden

daher gehe ich auch davon aus, dass eines tages die quote kommen wird. diese stellt lediglich ein kleines opfer dar welches hingenommen werden kann, um politische kompromisse zu erziehlen.
die ungleichheit im lohngefälle west-ost basiert ebenfalls auf der leistungslosen sozialen aufwertung einer bestehenden mehrheit bzw. auf der abwertung einer minderheit. und nach lohnangleichung kräht heute kein hahn mehr. weder in der politik, noch in den gewerkschaften. noch nicht mal bei der linken ist das thema. soviel zur konservativen vorgehensweise. fragt sich nur wer oder was der nächste aufhänger sein wird, wenn das opfer gebracht worden ist? vielleicht die npd?


blackbear
1.3.2013 22:33
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@hadmut
Genau das ist ja das Problem.
Nur Eine Frau kann das losen, weil Männer dazu aufgrund von x y und z dazu nicht in der Lage sind.
Wenn das stimmen würde, dann müsste die derzeitige Bundesregierung ja durch Kompetenz auffallen.
Aber Kompetenz hat genau nichts mit Geschlecht zu tun.
Oder um bei den Piraten zu bleiben, warum stellt sich quasi jeder hinter swanhild und Irmgard?
Weil sie Quotenfrauen sind? Eher nicht.

Ja ich könnt kotzen bei so mancher Aussage von anke D.B.

Ich bin in eine andere Piratenpartei eingetreten.
Wir haben den genderwahn mal verarscht, hatten klos für steh, Sitz und eichhornpinkler, und haben gesagt wo sind die klos für transsexuelle eichhorner vom Planeten Vulkan?
hadmut, ich denke du stimmst mir zu: ich akzeptiere jede Person in jedem amt oder Position, es geht mir nur um fachliches wissen und persönliches können. Das Geschlecht ist uninteressant.


Bürger
2.3.2013 0:59
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@Hadmut

Wenn Du in deinem Buch so einen Unsinn schreibst wie Du hier über Scientology geschrieben hast, kann man Dein Buch getrost in die Tonne kloppen. Du bist ein Black PR-Verbreiter gegen Scientology.

Du hast Deine Informationen von Feinden der Scientology und diese nicht selbst überprüft, und plapperst diesen Dreck einfach nach.

Und klar, Du selbst hast auch keinen Zweifel darüber, daß deine Informationen nicht korekt sein könnten, gelle?

Das ist unterstes Niveau.


Hadmut
2.3.2013 1:27
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@Bürger: Ich habe überhaupt nichts „von Feinden der Scientology”.

Es wird Dich überraschen, aber ich bin alt und erfahren genug, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Und ich habe mich inzwischen über 15 Jahre mit Wissenschaftsbetrug und Schwindel befasst, und bin durchaus in der Lage, aus eigenem Wissen zu erkennen, dass Scientology nichts als willkürlich erfundener Blödsinn ist. Es stehen ja auch genug Scientologen in der Fußgängerzone rum, die einen anquatschen. Man braucht keine „Feinde”, um zu der Meinung zu gelangen, dass Scientology krimineller Schwindel ist. Zumal Scientologen auch schon versucht haben, mich zu betrügen, nämlich mit einer vorgeblichen Wohnungsvermittlung, die sich dann als Verkaufsstation für faule Beratungen von Scientology herausstellte.

Woher Du wissen willst, woher ich meine Informationen habe, würde mich mal interessieren. Offenbar unterstellst Du, dass man gar nicht zu eigener Kritik an und Ablehnung von Scientology kommen kann, wenn Du automatisch meinst, dass man das stets von anderen nachgeplappert haben müsste. Damit bist Du hier falsch.

Offenbar bist Du auch Scientology, denn “Black PR” ist ein Scientology-Terminus, und nur ein Scientologe würde so gestelzt und schubladenmäßig wie “Du bist ein Black PR-Verbreiter gegen Scientology” daherreden. Schon Dein Posting zeigt, dass es mit Scientology geistig nicht weit her sein kann.

Auch das ist übrigens wieder eine Parallele zwischen Gender und Scientology: Es wird von vornherein pauschal ausgeschlossen, dass es legitime Kritik geben kann und jede Form von Kritik sofort als Übernahme finsterer Mächte hingestellt, die Desinformation zur Bekämpfung verbreiten. Kritiker werden in Pauschal-Schubladen gesteckt und öffentlich beschimpft.

Wenn Du wüsstest, wie albern und lächerlich schon Deine Ausdrucksweise rüberkommt. Aber vermutlich würde dann Dein E-Meter durchbrennen…

Und die Story mit den Thetanen, die vom intergalaktischen Herrscher Xenu gequält und manipuliert werden, um dann auf dem Planeten Venus in den nächsten Körper montiert zu werden, ist doch auch nichts, was sich die „Feine der Scientology” erdacht haben, das war doch L. Ron Hubbard persönlich. Da hat er wohl zu viele schlechte Science Fiction gelesen, schlecht geträumt und vielleicht noch gesoffen. Ach, was heißt, vielleicht. Soweit ich gelesen habe, hat Hubbard ja sogar selbst gesagt, dass er Unmengen von Rum gesoffen und sich noch jede Menge Stimulanzien und Neurohemmer eingeworfen, um auf seine Phantasien zu kommen.

Das ist doch offenkundiger Unfug. Wozu soll man da noch „Feinde” brauchen, wenn Scientology doch gleich selbst zeigt, was für ein Quatsch das ist? (Auch da wieder eine große Parallele zu Gender…).

Thetan wievielter Stufe bist Du denn?

Und wieviel Geld haben Sie Dir dafür abgeknöpft?


Yammiyammi
2.3.2013 1:08
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@blackbear

Frauen, die ohne Quote etwas leisten, sind sowie das Feindbild dieser Femtrolls.

Wer durch Engagement und Leistung die Unterdrückungsthese in Frage stellt, ist pöhse. Wie kann man nur ohne Sexismus-Geschwurbel, -Gemecker und -Gedöhns etwas werden. Und überhaupt, wie kann man etwas leisten, ohne verfolgt zu sein. Wie kann man sich überhaupt freiwillig für etwas einsetzen, wenn das anstrengend ist und keine persönlichen Vorteile bringt. Da ist es besser, man macht nichts und wirft das den anderen auch noch vor.

Bezeichnend, dass diese Feministinnen nicht bereit sind, irgendwo Verantwortung zu übernehmen und sich für einen kleinen Bezirks- oder Landesverband abzurackern. Nur wenn es um Listenplätze mit der Aussicht auf anschließende Versilberung geht, muss plötzlich alles mit strikter Genderisierung ablaufen und am besten quotiert werden.

Haben diese krakeelenden Schnallen schon einmal irgendwas geleistet? Nein. Ausnahme: Julia Schramm. Die wollte groß absahnen mit BuVo-Posten und tollem Buch dazu aber hat völlig verkackt. Jede Woche gab es neue sich widersprechende blödsinnige Äußerungen. Mein Gott war das peinlich!

Man stelle sich vor, wir hätten noch mehr leistungsfreie Quotentrullas. Auweia.


FullXD
2.3.2013 2:20
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Ich möchte den Thread gerne loben! Genderismus, Scientology und Toiletten. Da kommt zusammen, was zusammen gehört. 😀

@Yammiyammi
Die Partei hatte mit Julia Schramm voraussehbar total verkackt. Sie selbst hat durchaus gewonnen mit einem Vorschusshonorar von 100.000 Euro für wirklich wirres Zeug. Übrigens Monica Lewinsky erhielt für ihren desaströsen Auftritt in der Politik viele Millionen Dollar.


WikiMANNia
2.3.2013 4:06
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@Hadmut: “Scientology ist frei erfundener Unfug eines abgetakelten Science-Fiction-Schreiberlings, der eine Masche gefunden hat, genügend Dumme zu finden und auszunehmen.”

Auch wenn es OT ist:
Nun, wenn der eine so gerissene Methode gefunden hat, die Leute auszunehmen und eine so perfekte Insitution aufzubauen, dann war der Mann nicht “abgetakelt”, sondern “ausgeschlafen”.

Aber weniger OT:
Wenn Genderismus erfunden wurde, um Familie und Gesellschaft zu zerstören, dann waren da auch ausgeschlafene Typen damit beschäftigt, denn die Nummer funktioniert tatsächlich wie am Schnürchen.


Skeptiker
2.3.2013 8:45
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> eine so gerissene Methode
@WikiMANNia, bitte nicht relativieren. Wenn mir ein Marktschreier mit einem großen Preisschild was für “Nur noch 19,99! Nur hier!” andreht, was gleich nebenan etwas unauffälliger für 9,99 zu haben ist, dann ist das ein Schlitzohr, vor dem ich den Hut ziehe. Der hat’s halt drauf. Der ganze graue Kapitalmarkt funktioniert z.B. so (leider nicht so transparent für die Betrogenen), und auch manchem Elektronikgroßmarkt sagt man das ja nach (ganz ohne Betrug).

Um in diesem Bild zu bleiben: Ein Sektenmarktschreier würde dich bequem auf den Boden betten, sich dann aber auf Deine Brust knien und dir seine Knarre in den Mund stecken. Solange, bis du das selbst toll findest und der dich wieder loslassen kann, ohne dass du nochmal abhaust. Wie gesagt, nur eine Analogie. Scientology & Co arbeiten mit Entmündigung und mentaler Freiheitsberaubung. Das ist weder komisch noch schlitzohrig und verdient keinerlei Respekt für ihre “Gerissenheit”.


NixVerstahn
2.3.2013 9:59
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@Hadmut “Beispielsweise behaupten beide, Gender und Scientology, dass der Mensch als freies, neutrales Wesen geboren und dann von finsteren Mächten geknechtet, verformt, verbogen, unterdrückt wird, und dass die jeweilige Ideologie durch Analyse und Rückbau den Menschen davon wieder befreien könnte. Näheres im Buch zu lesen, ich werde es hier nicht für umme verteilen.”

Hmmm…

In der Wikipedia steht “Der in Anlehnung an den griechischen Buchstaben Theta (?) benannte Thetan ist nach scientologischer Vorstellung das unsterbliche Wesen eines Menschen, also dessen Seele oder Geist.[38] Der Thetan habe zunächst eine Reihe von Fähigkeiten besessen, diese jedoch im Laufe der Geschichte durch traumatische Erlebnisse verloren. Thetane reinkarnieren, ähnlich wie im Weltbild des Hinduismus, über mehrere Millionen Jahre in verschiedenen physischen Formen.”

Also wenn die Scientologen an Reinkarnation glauben, dann ist das doch das Gegenteil von “als neutrales Wesen geboren”, oder nicht?

Wiki: “Ein weiteres zentrales Konzept im Rahmen des scientologischen Weltbilds ist der Überlebenswille.[47] Dieser finde seinen Ausdruck auf acht Ebenen, die als „die acht Dynamiken“ bezeichnet werden.[47] Die erste Dynamik ist der Überlebenswille der Einzelperson.[47] Die zweite Dynamik entspricht der Ebene der Familie und der sexuellen Fortpflanzung.[47] […]”

Lese ich das richtig? Ein zentrales Konzept ist die sexuelle Fortpflanzung? Wie passt das mit Gender zusammen?

Bitte verstehe mich nicht falsch, Hadmut, ich kann alles sofort nachvollziehen in deinem Artikel, aber überleg einmal, wenn jemand geschrieben hätte “Nichts ist begründet, nichts nachvollziehbar, nichts ergibt Sinn, alles beruht nur auf Geschrei, Meinungsdruck, Ignoranz, einer Vorgehensweise, die den Zeugen Jehovas stark gleicht”.

Man stockt beim Lesen bei “Zeugen Jehovas”, wenn das nicht näher erklärt wird. Genau so stockte man bei “die den Freimaurern stark gleicht”.

Ich habe auch bei Wikimannia nachgeschaut, und die einzigen Stellen, die Scientology erwähnen, scheinen Stellen zu sein, die dich zitieren.

Deswegen wünschte ich mir, du könntest einige erläuternde Sätze, oder einen Artikel schreiben, oder zumindest auf dein Buch verweisen.


NixVerstahn
2.3.2013 10:05
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@Hadmut “Scientology ist frei erfundener Unfug eines abgetakelten Science-Fiction-Schreiberlings, der eine Masche gefunden hat, genügend Dumme zu finden und auszunehmen. Da gibt’s nicht zu studieren, weil da keine Substanz ist. Frei erfundender Humbug. Auch das eine Parallele zwischen Genderismus und Scientology.”

Das ist eher eine Parallele zwischen allen Religion und beweist eher den Religionscharakter von Gender als die Ähnlichkeit zwischen Genderismus und Scientology oder zwischen Alice Schwarzer und Hubbard.

Aber ich stimme dir insofern zu (und @Bürger nicht zu), dass man irgendetwas studieren muss, um sich eine Vorstellung davon machen zu können. Mit diesem Einwand kann man immer jede Kritik wegwischen. Man darf den Sozialismus nicht kritisieren bis man Stalins Werke studiert hat und man kann den Islam nicht kritisieren bis man alle Hadithen gelesen hat.


Jens
2.3.2013 13:07
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Andere Frage: Auf welche Weise hast Du die Tweets in den Blogpost eingebettet?


Hadmut
2.3.2013 13:15
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@Jens: Auf der Twitter-Webseite gibt’s bei jedem Tweet unten rechts “mehr”. Darauf mit der linken Maustaste und dann “einbetten”. Dann geht ein Fenster auf, das man einfach in die Webseite einkopiert. Das einbinden der Java-Script-Funktionen habe ich nur beim ersten Tweet dringelassen, muss man bei mehreren Tweets natürlich nicht mehrfach laden. Und dann gibt’s da in dem anzeigefenster noch ein Link mit weiteren Erläuterungen und Zusatzfunktionen, etwa dass da bei jedem Tweet nicht die gesamte Historie dargestellt wird.


tessarakt
2.3.2013 13:11
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Achja: Im Ursprungstweet von Erika Steinbach (der es übrigens in die gestrige heute show geschafft hat), ging es um das jüngste Adoptionsurteil des BVerfG.

Auch DAS ist eine Meinung, die Frau Steinbach haben darf. Insbesondere ist es nicht rechtsstaats- und demokratiefeinlich, die Frage “Quis custodiet ipsos custodes?” zu stellen.

Meine Erwiderung auf die Empörung von Volker Beck war unabhängig von solchem Kontext.


WikiMANNia
2.3.2013 23:15
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@Skeptiker: “Das ist weder komisch noch schlitzohrig und verdient keinerlei Respekt für ihre ‘Gerissenheit’.”

Als Respektserweisung war das auch nicht gemeint. Nichts destotrotz war der Mann erfolgreich und sehr effizient, was das “Seine-Ziele-erreichen” anbetrifft. Nur muss das, was für den einen positiv ist, es für den anderen oder gesamtgesellschaftlich noch lange nicht sein.

Hitler war beispielsweise mit seinen Wahlkampfstrategien ebenfalls sehr erfolgreich. Seine Wahlkampfstrategien waren so erfolgreich, dass man sie später kopiert und verfeinert hat. Auch da würde man nicht von “Respekt gegenüber A.H.” sprechen. Irgendwelche Hemmungen, es trotzdem zu kopieren und zu verwenden, hatten und haben Politiker bis heute nicht, weil es einfach funktioniert …

Ich wollte ja nur anmerken, dass ich dem Begriff “abgehalftert” für unzutreffend halte, wenn man jemanden beschreibt, der offenbar die passenden Mittel zum erfolgreichen Erreichen seiner Ziele angewandt hat.


FullXD
2.3.2013 23:26
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Die Piraten sollte sich nicht davon verbiegen lassen, weil die Piratenpartei gnadenlos in der Gunst der Presse abgerutscht ist, nach dem medialen Hype um sie. Nun vor der Bundestagswahl ist die Missgunst bei den Mainstreammedien wieder da, wie damals vor der letzten Bundestagswahl. Haben sich einige Mitglieder der Piratenpartei vor zwei Jahren mit Eierstempeln auseinandergesetzt, wurde darüber gelacht. In der aktuellen “Lebensmittelskandal”-Berichterstattung dominiert nun die Reformvorschläge von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigners, obwohl sie seit Jahren keine vernünftiger Umsetzung einer geeigneten Lösung geleistet hat.

Abgesehen davon gibt es zur Geschichte der Grünen gibt es jede Menge parallelen. Die ursprünglichen Mitglieder müssen diesmal in der Partei bleiben und sich nicht von der Macht verdrängen lassen.
http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/die-story-im-ersten-geliebte-gegner?documentId=13525738


WikiMANNia
2.3.2013 23:41
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@FullXD: “Genderismus, Scientology und Toiletten. Da kommt zusammen, was zusammen gehört.”

Und wann man das entsorgt, dann ist das “Sondermüll” fürchte ich. *lol*


WikiMANNia
2.3.2013 23:52
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@NixVerstahn: “Ich habe auch bei Wikimannia nachgeschaut, und die einzigen Stellen, die Scientology erwähnen, scheinen Stellen zu sein, die dich zitieren.”

WikiMANNia ist da wohl das falsche Nachschlagewerk. 😉

“Das ist eher eine Parallele zwischen allen Religion und beweist eher den Religionscharakter von Gender als die Ähnlichkeit zwischen Genderismus und Scientology oder zwischen Alice Schwarzer und Hubbard.”

WikiMANNia geht es weniger daraum, Sekten wie Scientology zu erklären, als den Religionscharakter von Feminismus und Genderismus aufzuzeigen.
Hadmut Danisch ist aber die Anregung zu verdanken, dass man Feminismus und Genderismus durchaus auch als Science-Fiktion lesen kann. Man beachte nur die von Alice Schwarzer hochgelobte Geschichte von John Money und David Reimer. Der Junge, der gegen seinen Willen zu einem Mädchen umopiert wurde. Von Alice Schwarzer als “Heldentat der Wissenschaft” gefeiert.


Skeptiker
3.3.2013 10:03
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@WikiMANNia, Thema “Respekt” – verstanden, das war deutlicher als beim ersten Mal.

Es kann offenbar beides richtig sein – abgetakelt und später auf einem anderen Feld effektiv erfolgreich, samt Kompensationshandlung. Wenn wir bei den Beispielen bleiben: hier ein erfolgloser Maler, der sich später ausgerechnet und WTF? eine irre Kunstsammlung zusammenstiehlt, da ein ebensolcher Autor, der sich sein irres SF-Reich auf Erden selbst erschafft.

Zum Thema “Totalitarismus” zurück… mich bedrückt, wie stark offenbar die menschliche Disposition ist, dergleichen (irrationalen Überzeugungs-/Glaubens-) Systemen zum Opfer zu fallen bzw. sogar fallen zu wollen. Nie war ein Zeitalter “aufgeklärter” als unseres, nie gab es mehr Möglichkeiten, sich zu informieren oder sich dabei helfen zu lassen. Und was tun die Leute? Laufen Unisextoilettenbeantragern hinterher, halten AIDS für Gottes Strafe fürs Schwulsein, übertragen ihr Vermögen an irgendwelche Prediger und schlucken Kügelchen. Alles mitten in Europa.


WikiMANNia
4.3.2013 4:48
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@Skeptiker: “Nie war ein Zeitalter ‘aufgeklärter’ als unseres.”

Und kein Selbstbetrug ist größer als dieser!

Friedrich Nietzsche war vielleicht einer der wenigen, der durchschaut hat, wohin die “Aufklärung” mit ihrer Dekonstruktion der Religion führen würde. Mit “Gott ist tot! Wir haben ihn getötet!” hat er ja sehr wortgewaltig beschrieben, dass der Thron Gottes dann leer war und der “Übermensch” auf Gottes Thron Platz nehmen würde.

Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot, Hitler und wie sie alle heißen, nehmt meinetwegen die Planer der Weltregierung mit hinzu, haben ja bewiesen und beweisen es ständig erneut, wohin das führt.

Wenn man die Religion schleift, dann ist auch der Mensch kein “Ebenbild Gottes” mehr, wenn die Philosopie (beispielsweise französischer Existentialismus) sagt, das Leben sei rein zufällig und in sich wertfrei, wenn Wissenschaftler den Darwinismus und in der Folge den Sozialdarwinismus zur “Wahrheit” erheben, dann hat Hitler nur die “Dinge im zeitgenössischen Kontext interpretiert” und politisch umgesetzt. (ein anderer Stefan wörtlich: “Entscheidend ist immer, wie Gesetze im zeitgenössischen Kontext interpretiert werden.”)

Wenn man davon überzeugt ist, dass das Leben rein zufällig ist und der Mensch keinen besonderen Wert hat, dann war das, was Hitler tat ja gar nicht so schlimm, sondern in sich logisch und nachvollziehbar.
Es war durchaus der Ergebnis von damals weit verbreiterer Überzeugungen. “Der Starke überlebt auf Kosten des Schwachen”, so hatte Hitler das von den “Wissenschaftlern” gelernt und er hat es beherzigt. Hitler hat sich das doch nicht selbst ausgedacht.

Und letztlich ist Genderismus ja auch nichts anderes als “Wir-spielen-Gott” und basteln (konstruieren) uns eine Schöpfung 2.0 zusammen. Und man merkt es den Genderisten förmlich an, dass es ihnen Spaß macht, Gott zu spielen, “Bruce allmächtig” zu sein.

Im Fall von Hitler ist das Ergebnis historisch bekannt. Aus der leuchtenden Utopie ist nichts geworden, dafür reichlich rauchende Trümmer. Die Trümmer der Familienzerstörung heißen Scheidungswaise, Alleinerziehende, Zahlvater, Flickwerkfamilie (Patchwork), Regenbogenfamilie (Homo-Ehe) und so weiter.

Die Genderisten wirken auf mich wie kleine Kinder, die im Kontrollraum eines Atomkraftwerks herumspielen und nach Belieben Schalter umlegen, Regler verschieben und Schaltschränke zerpflücken aus Neugierde, was da wohl drinnen ist.
Wissen die Genderisten, dass die Gesellschaft kein Spielplatz ist?


Skeptiker
5.3.2013 17:08
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@Wikimannia, in Sachen Genderismus sind wir uns offenbar einig. Ansonsten bin ich aber nicht durchgängig deiner Meinung bzw denke, dass du hier und da unrecht hast.

Zunächst – “Nie war ein Zeitalter ‘aufgeklärter’ als unseres.” und “kein Selbstbetrug ist größer als dieser!” Ts ts – ich betrüge mich da doch nicht selbst. Ich sagte auch nicht, dass alle Menschen nun aufgeklärt seien, nur weil die Zeiten uns enorm viele und leicht zugängliche Informationsquellen gebracht haben, im Gegenteil. Ich glaube sogar, einige der Ursachen für die quasi biologisch angelegte Verführbarkeit und zu geringe Denktiefe der Menschen zu kennen – gerne an anderer Stelle. Neugier (gut) kommt darin ebenso vor wie ein starkes Bedürfnis nach Monokausalität (heute nicht mehr gut), aber auch andere Gründe.

Wenn ich dich richtig verstehe, führst du ins Feld, dass es Atheisten waren, die Terror über zuvor überwiegend religiösen Menschen gebracht hätten, also zum einen eine Art von “früher-war-alles-besser”-Argument. Wenn das so gmeint war, geh ich da nicht mit. Zum anderen waren die Stalins und Hitlers & Co aber nicht aus Atheismus Menschenschlächter, sondern aus Ideologie, also aufgrund und mithilfe derselben Mechanismen wie die Religionskrieger vorher und nachher.

Weiters: Religiös begründete Ge- und Verbote waren ein Weg, Gesellschaften zu organisieren, als die in der Menschheitsgeschichte immer größer und arbeitsteiliger wurden – das Soziale zu organisieren ebenso wie Machtstrukturen zu etablieren und einiges mehr, was man da so tun muss. Verteidigung, Produktion, Verteilung, Rechtsprechung u.v.m. Spiritualität und Götterglaube müssen da vorher schon etabliert gewesen sein. Zum Teil war und ist das nichts weiter als “Führen mit Angst”. Diese Regeln waren der Anfang einer Entwicklung, das Regeln des Zusammenlebens der Menschen nicht mehr alleine der Familie oder dem Clan oder dem Stamm zu überlassen. Daraus aber ein Monopol auf das Setzen oder Einhalten moralischer oder ethischer Standards zu konstruieren, ist ganz schön vermessen, oder? Ohne Götter kein Respekt vor dem Leben anderer Leute? Da fühl ich mich doch glatt ein wenig beleidigt 😉 Der momentane Stand dieser Entwicklung ist übrigens der Nationalstaat, und die Entwicklung geht ja weiter.

Leute abschlachten ist übrigens immer schlimm, auch wenn die Zeiläufte gerade mal wieder danach sind: Moral ist relativ. Erklärbar heißt nicht entschuldbar.

Da wäre noch mehr zu kritisieren, aber nur dies noch: “Der Starke überlebt auf Kosten des Schwachen” ist eine häufiges, aber gleichwohl falsches Verständnis der Evolutionstheorie (Kampfbegriff “Darwinismus”): Das steht da nirgends. Möglicherweise beruht das nur auf einem Übersetzungfehler: “survival of the fittest” ist das Überleben das am besten Angepassten, nicht des Stärksten – das ist einfach Quatsch. Nur passt das eben schön in die Thesen der “Sozialdarwinisten” und der Faschisten – ein in diesen Fällen gewiss vorsätzlicher Wissenschaftsmissbrauch, dem auch heute noch viele Leute zum Opfer fallen, u.a. weil ihnen das in der Schule keiner richtig erklärt.

Ironischerweise sind es eben gerade nicht die Starken, sondern die besonders Anpassungsfähigen, die Umbrüche in der Zeitgeschichte, also etwa den Beginn oder das Ende von Diktaturen, besonders gut überstehen.


Knorka Kinte
6.3.2013 23:32
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“Und kein Selbstbetrug ist größer als dieser!

Friedrich Nietzsche war vielleicht einer der wenigen, der durchschaut hat, wohin die “Aufklärung” mit ihrer Dekonstruktion der Religion führen würde. Mit “Gott ist tot! Wir haben ihn getötet!” hat er ja sehr wortgewaltig beschrieben, dass der Thron Gottes dann leer war und der “Übermensch” auf Gottes Thron Platz nehmen würde.

Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot, Hitler und wie sie alle heißen, nehmt meinetwegen die Planer der Weltregierung mit hinzu, haben ja bewiesen und beweisen es ständig erneut, wohin das führt.”

Du hast offenbar nicht einen Satz begriffen von dem, was Nietzsche geschrieben hat. Bist du auch einer, der ihn als “rechts” einstufen würde… Der hätte sich verwundert die Augen gerieben, wen man am Ende als sogenannte “Übermenschen” bezeichnet. Die genannten historischen Figuren waren das genaue Gegenteil.

Ein Übermensch ist das Wesen ewiger Selbstüberwindung, jemand, der “tänzelt” und sich selbstironisch geben kann, der sich stets kritisch hinterfragt und sich zu neuen Horizonten aufschwingt, der an sich doppelt so hohe Anforderungen stellt wie an andere, der keinen verheißerischen Ideologien anhängt, der kein Verkäufer populistischer Thesen ist, sondern ihnen die Wahrheit mit Freude in ihre wütenden Gesichter lacht.

Das sind so etwa die Charakteristiken, die aus der Lehre vom Übermenschen folgen. Es heißt:
“Gott ist tot. Am seinem Mitleid mit den Menschen ist er gestorben.”
Eine nicht-literarische Übersetzung davon:
“Hört auf, angeblich höheren Versprechungen und Predigern nachzulaufen. Sie sind alle falsch. Hört auf, andere zu bevormunden und euch bevormunden zu lassen. Nehmt euer Leben selbstverantwortlich in die Hand, anstatt euch in die Belange eurer Mitmenschen einzumischen oder euch von Lügnern betrügen zu lassen.

Warum wundert es mich nicht, dass diese Lehren so oft falsch interpretiert wurden?


WikiMANNia
7.3.2013 15:26
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@Skeptiker: Es ist falsch, die Dinge rückwärts erklären zu wollen. “Der Starke überlebt auf Kosten des Schwachen” stammt nicht vom Darwinismus, sondern vom Sozialdarwinismus. Darwin hat eine Theorie zur Biologie aufgestellt, Sozialdarwinisten haben sozialtheoretische Theorien aufgestellt, das ist etwas vollkommen anderes. Auch hilft es nicht, was wir HEUTE verstehen, sondern wie man die Dinge vor rund 100 Jahren verstand, als Stalin und Hitler sozialisiert wurden.

Gerade nach den Erfahrungen von Stalinismus und Hitlerfaschismus hat man da ja einige Korrekturen angebracht.

Wirklich aufgeklärter und weiter sind wir trotzdem nicht, denn mit Feminismus und Genderismus haben wir die nächsten totalitären Ideologien am Start und so richtig heftige Gegenwehr kann ich nicht erkennen.

Diese Schnulze mit “Stalins und Hitlers & Co” auf eine Stufe stellen mit “Religionskrieger vorher und nachher” ist mir eindeutig zu billig. Womit wollen Sie denn das belegen?
Es gibt viele Unterschiede zwischen atheistischen Ideologien und transzendenten Religionen. Eine der wichtigeren ist, dass atheistische Ideologen das “Paradies auf Erden” errichten wollen, während religiöse Theologen das Paradies (aus guten Gründen) ins transzendentale verschoben haben. Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht darin, dass der Mensch in der Religion nicht eindimensional als gut oder schlecht beschrieben wird. Es gibt also keine Utophie des Übermenschen, des Ariers oder des Sowjetmenschen.


Skeptiker
7.3.2013 22:02
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@Wikimannia, “Es ist falsch, die Dinge rückwärts erklären zu wollen” – Warum soll ich Erkenntnisse, die man nur in der Retrospektive gewinnen kann, allein deshalb disqualifizieren? Bei der Beurteilung dessen, was zu einer Zeit war, muss man *natürlich* die Umstände, den Stand der Dinge berücksichtigen. Mir hilft es aber sehr, die Dinge heute und eben auch im Rückblick zu verstehen. So gut ich kann. Neuer Tag, neue Einsichten.

“Sozialdarwinismus” – du lässt durchblicken, dass du das Wort wie ich für Missbrauch hältst.

“Wirklich aufgeklärter und weiter sind wir trotzdem nicht”. Hab ich auch nicht gesagt. Wir haben nur bessere und mehr Quellen und Kanäle als jemals, das war mein Statement, und die Ignoranz vieler Menschen bedrückt mich ebenso, wir mir scheint, wie dich. Früher konnten sie nicht, heute könnten sie.

“Es gibt viele Unterschiede zwischen atheistischen Ideologien und transzendenten Religionen.” Da werden wir uns womöglich nicht einig, wenn du religiös bist. Von außen gesehen überlappen sich Ziele und Methoden weitgehend, und die Unterschiede sind für die Insassen viel relevanter als für die Außenwelt.

Ich bin nicht religiös, ich lehne auch “Atheist” ab. Das heißt noch lange nicht, dass ich alles an und in Religionen schlecht finde, ganz im Gegenteil. Meine Kritik ist differenzierter.

“Es gibt also keine Utopie des Übermenschen”. Nun ja, je nach Religion bzw. Glaubensrichtung. Ich gebe aber zu, dass ich mit dem Nietze’schen Begrif des Übermenschen nicht vertraut bin. Vielleicht nach dem nächsten Urlaub, aber der Stapel ist schon wieder scheißhoch.

Persönliches p.s.: Du argumentierst nicht dogmatisch, du kämpfst. Das schätze ich, auch wenn dir das egal ist oder anbiederisch kommt.


Skeptiker
7.3.2013 22:06
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Bisschen OT das ganze. Verzeihung.

@Wikimannia, “Es ist falsch, die Dinge rückwärts erklären zu wollen” – Warum soll ich Erkenntnisse, die man nur in der Retrospektive gewinnen kann, allein deshalb disqualifizieren? Bei der Beurteilung dessen, was zu einer Zeit war, muss man *natürlich* die Umstände, den Stand der Dinge berücksichtigen. Mir hilft es aber sehr, die Dinge heute und eben auch im Rückblick zu verstehen. So gut ich kann. Neuer Tag, neue Einsichten.

“Sozialdarwinismus” – du lässt durchblicken, dass du das Wort wie ich für Missbrauch hältst.

“Wirklich aufgeklärter und weiter sind wir trotzdem nicht”. Hab ich auch nicht gesagt. Wir haben nur bessere und mehr Quellen und Kanäle als jemals, das war mein Statement, und die Ignoranz vieler Menschen bedrückt mich ebenso, wir mir scheint, wie dich. Früher konnten sie nicht, heute könnten sie.

“Es gibt viele Unterschiede zwischen atheistischen Ideologien und transzendenten Religionen.” Da werden wir uns womöglich nicht einig, wenn du religiös bist. Von außen gesehen überlappen sich Ziele und Methoden weitgehend, und die Unterschiede sind für die Insassen viel relevanter als für die Außenwelt.

Ich bin nicht religiös, ich lehne auch “Atheist” ab. Das heißt noch lange nicht, dass ich alles an und in Religionen schlecht finde, ganz im Gegenteil. Meine Kritik ist differenzierter.

“Es gibt also keine Utopie des Übermenschen”. Nun ja, je nach Religion bzw. Glaubensrichtung. Ich gebe aber zu, dass ich mit dem Nietze’schen Begrif des Übermenschen nicht vertraut bin. Vielleicht nach dem nächsten Urlaub, aber der Stapel ist schon wieder scheißhoch.

Persönliches p.s.: Du argumentierst nicht dogmatisch, du kämpfst. Das schätze ich, auch wenn dir das egal ist oder anbiederisch kommt.


Knorka Kinte
7.3.2013 22:59
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Hbt ihr eigentlich meinen Beitrag zum völlig verqueren “Übermenschen”-Begriff von wikimannia geflissentlich übergangen?
Bei Beschäftigung mit dem Thema würde nämlich auffallen, dass der Übermensch von Nietzsche nicht im geringsten etwas mit dem zu tun hat, wovon wikimannia spricht.


Andrea
11.3.2013 17:55
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Hab ich gerade in den Kommentaren zu einem Blogartikel der Piraten Brandenburg entdeckt:

„Danke dafür. Die Austritte sprechen für sich! Viel Spaß noch und fusioniert schön mit den Grünen.“

http://www.piratenbrandenburg.de/2013/03/piraten-brandenburg-kritisieren-ruckstandige-frauenpolitik-der-bundesregierung/#comment-11704


Hadmut
11.3.2013 19:08
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@Andrea: Danke für den Link, der ist prima!

Da erwähnt übrigens jemand was von Zensur auf piratenpartei.de, dem möchte ich nachgehen…