Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Über die Lächerlichkeit des Bundesverfassungsgerichts

Hadmut
30.12.2012 13:55

Inzwischen wird es ernstlich beänstigend.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mal einige Zeit nichts zum Thema Gender zu schreiben, obwohl meine Mailbox schier überquillt von den vielen interessanten und nützlichen Hinweisen. Ich bin gerade beruflich und privat sehr eingespannt und komme kaum damit nach, das abzuarbeiten. Zwar nutze ich möglichst jede verfügbare Zeit, um weitere Gender-Literatur zu lesen (derzeit hauptsächlich in der U-Bahn), aber die Zeit zum Schreiben ist mir gerade sehr knapp. Deshalb wird der Rückstand immer größer. Und das Blog sollte eigentlich nicht völlig zum Gender-Blog ausarten.

Auf was mich jetzt mehrere Leser hingewiesen haben, ist aber dann doch mehr als nur bedenklich. Es rührt am Konstrukt unseres Staates, an den wichtigsten Staatsstrukturen. Gender unterspült die Fundamente des Rechtsstaates.

Zur Einstimmung möchte ich aber erst einmal einen Schlenker zu einem anderen Vorgang unternehmen. Sicherlich wird jeder am Thema Interessierte in den Tagen vor Weihnachten die lächerliche Posse um der Ministerin Kristina Schröders „das liebe Gott” nicht entgangen sein (falls doch: siehe hier, seltsamerweise funktionieren aber gleich 3 Links zu verschiedenen Presseartikeln, die ich mir notiert hatte, nicht mehr, als ob man das Thema nachträglich aus der Presse ausradiert habe). Die CDU fing gleich eine Grundsatzdebatte über das Geschlecht von Gott an, weil die ja sowieso die führenden Gottesexperten sind und es besser wissen.

Auf mich wirkt das gleich dreifach lächerlich:

  • Erstens, weil es absurd ist, wenn Leute über das Geschlecht von etwas streiten, was nicht existiert und nichts anderes als ein willkürliches Phantasieprodukt ist. In einem Land, in dem angeblich Glaubens- und Religionsfreiheit herrscht, wird darüber gestritten, was der andere sich in seiner Phantasie vorzustellen hat. Sind wir jetzt endgültig das Bundesirrenhaus? Oder ist die Verdummung der Republik, der gesellschaftliche Absturz ins Einfältige, Naive, Oberflächliche gegenüber der oft beklagten Vergreisung das noch viel größere Problem?
  • Zweitens, weil die Leute den grammatikalischen Genus, die Zuordnung zu einer Wortdeklination, und das sexuelle Geschlecht nicht (mehr) auseinanderhalten können. Es gab mal eine Zeit, in der war für gebildete Leute und Wissenschaftler noch die sogenannte humanistisch-altsprachliche Bildung selbstverständlich, zu der auch Latein und Altgriechisch gehörten. Als jemand, der auf einem altsprachlichen Gymnasium war und Latein und Griechisch hatte, halte ich deren Nutzen zwar für sehr begrenzt. Verbindliches Intensiv-Englisch und eine Zweitsprache wie Chinesisch oder Arabisch halte ich heute für sehr viel wichtiger. Aber man hat in Latein und Griechisch jedenfalls gelernt, das grammatikalische Geschlecht vom sexuellen Geschlecht auseinanderzuhalten und zu begreifen, dass das eigentlich inhaltlich nichts bedeutet, sondern lediglich der Zuordnung zu einer Deklinationsform dient und hilft, Sätze leichter zu verstehen, weil es dem Hirn zusätzliche Information zur Satzstruktur und Bedeutungskategorie liefert. Was man besonders beim Satzbau in Latein und Griechisch versteht und dessen Notwendigkeit erkennt. Dieses Wissen haben die Genderisten offenbar nicht. Der sprachliche Genus dient dazu, das Verstehen von Sprache zu vereinfachen. Ziel der Genderisten ist es, Sprache bis zur Unverständlichkeit zu verkomplizieren und zu verhunzen. Gender ist die Bewegung der bildungsmäßig Unterbelichteten, einer Art akademischer Taliban. Eine ironische Fußnote ist, dass diese feministischen Sprachkrüppelinnen in Anspruch nehmen, dass Frauen kommunikativ und sprachlich begabter seien als Männer. Sagen ausgerechnet die, die Sprache nicht verstanden haben, Grammatik nicht beherrschen, in ihren Sprachbildungsdefiziten schier absaufen und sich per Gender die Birne so zerkloppt haben, dass sie keine geraden verständlichen Sätze mehr zustandebringen.
  • Die CDU und Kristina Schröder im Gespräch mit ihrer Tochter vertreten vorgeblich christliche Werte, verwenden aber den heidnischen Gott-Begriff. Denn wenn man Gott mit bestimmtem oder unbestimmtem Artikel verwendet (der Gott, eine Göttin), heißt das immer, dass man ein Exemplar von der Menge vieler Götter meint. So können die alten Germanen, die Römer, die Griechen, die Wikinger, die Inder, die Aborigines usw. reden. Bei denen kann ein Gott oder die Göttin vorbeikommen, sie hatten ja genug davon. So wie das Auto oder ein Auto draußen auf der Straße stehen kann. Ein Koch kann ein Süßspeisen-Gott sein.

    In den drei monotheistischen Religionen (Christen, Muslime, Juden) gibt es aber nur jeweils einen ausschließlichen Gott. Und da ist dann nur von Gott bzw. Allah oder Jehovah die Rede, ohne Artikel. Einfach nur „Gott sagt…” und nicht „Der Gott sagt…”. Allah ist groß, nicht der Allah. Weil ein monotheistischer Gott mit Allgemeinzuständigkeit und Schöpfer-Eigenschaften etwas anderes als die Resort-Götter mit Fachzuständigkeit ist. Insofern kann Kristina Schröders Tochter nur zutiefst bedauern, nicht nur dafür, dass ihr dieser Religions-Käse eingetrichtert wird, sondern auch noch sprachlich und inhaltlich verunglückt.

    Die besondere Lächerlichkeit liegt darin, dass die Genderisten ja bei einem anderen Wort, nämlich »Geschlecht«, den Artikel und den Plural komplett wegideologisiert haben. Sie „denken Geschlecht”. Ist zwar schwachsinnig und sprachlich falsch, zeigt aber, dass sie mit Worten ohne Artikel und ohne Genus umgehen können. Warum aber können sie es dann nicht mit »Gott«, wo es eigentlich richtig wäre?

Wenn ich die Posse um „das Gott” lese, weiß ich nicht, ob ich weinen oder lachen soll. Lachen über die Einfältigkeit, oder Weinen darüber, dass wir von solchen Leuten regiert werden. Der aufmerksame Leser wird gemerkt haben, dass da nichts mehr übrig bleibt, was die können.

Das aber nur zum Aufwärmen, um dem Leser eine Einleitung zu geben, worum es eigentlich geht: Die sprachnaive Sichtweise von Genderisten, aus der grammatikalischen Deklination von Substantiven auf das sexuelle Geschlecht zu schließen und das dann quotenmäßig zuzuordnen. Wollte man diesen Blödsinn mitmachen, müsste man sofort erhebliche Änderungen an der deutschen Sprache zugunsten der Männer fordern und vornehmen. Denn neulich las ich irgendwo, dass im Deutschen 46% der Substantive femininum sind, aber nur 34% maskulinum und die restlichen 20% neutrum. Ich fühle mich daher diskriminiert und vom Zugang zu so grundlegenden Nahrungsmitteln wie »die Schokolade«, »die Milch« oder »die Pizza« ausgeschlossen, die ja ausweislich ihres sprachlichen Geschlechts nur für Frauen hergestellt werden. Würde ich wie eine Feministin denken, müsste ich mich beschweren, dass die Gesellschaft mir als Mann den Zugang zu Pizza vorenthält, weil ja nur »die« und nicht »die und der« Pizza verkauft wird, und dann den freien Zugang zu Lebensmitteln skandieren. Man sollte hier dringend für eine repräsentative Anpassung sorgen. Andererseits sollte man alle biologischen Erkenntnisse über weibliche Anatomie gründlich überdenken, wo es doch bekanntlich »der Uterus«, »der Follikel«, »der Eierstock«, »der Muttermund«, »der Busen« und »der Eisprung« heißt, die ja offenbar alle dem männlichen und nicht dem weiblichen Organismus zugeordnet sind, wie ihr maskuliner Genus ja eindeutig beweist, folgte man feministischer Denkweise. »Die Prostata« ist demnach dem weiblichen Körper zuzurechnen. Und »die Beulenpest« war ja bekanntlich auch nur als Krankheit für Frauen konstruiert. Dem geneigten Leser sei an dieser Stelle gestattet zu lachen. Oder zu weinen.

Ich hoffe, ich habe den Leser nun ausreichend auf den Gender-Irrsinn eingestimmt, vom sprachlichen Genus auf die Geschlechterzuordnung schließen zu wollen, und ihm ein Gefühl für die tiefgreifende Dumpfsinnigkeit darin gegeben. Kommen wir also zum eigentlichen Gegenstand dieses Blogartikels, nicht ohne festzustellen, dass »der Blogartikel« selbstverständlich maskulinum ist, was ja sicherlich seinen Grund haben muss – oder?

Die Rede ist – wie bei der Verbindung aus Bundesverfassungsgericht und Gender nicht mehr überraschen kann – wieder einmal von der Richterin am Bundesverfassungsgericht Susanne Baer. Von ihr ist gerade der Aufsatz „Hat das Grundgesetz ein Geschlecht? – Gender und Verfassungsrecht“ erschienen, was Gegenstand dieses Artikels ist. Der Aufsatz geht auf einen Vortrag von 2011 an der Uni Freiburg zurück. Kostet als PDF 2 Euro. Lohnen sich die 2 Euro?

Inhaltlich lohnen sie sich nicht. Denn wie bei Genderisten im Allgemeinen und Susanne Baer im Besonderen notorisch, ist das substanzloses und willkürliches Geplauder. Sie redet – wie immer – von ihrer bzw. der Gender Studies selbsternannten Wissenschaftlichkeit, davon, dass man die anderen Fächer kritisch hinterfragen wolle und müsse, davon, dass die Frau an sich geknechtet und unterjocht ist. Und wie immer sagt sie das immer gleiche. Kennt man eine ihrer Publikationen, kennt man sie alle. Sie hat ein paar auswendig gelernte Grundthesen, und wiederholt diese seit Jahren in einer festen Endlosschleife ohne jeden Fortschritt, ohne jede Prüfung. Wie immer wird nichts begründet, nichts plausibel gemacht, nichts hergeleitet, und trotz der ständigen Wiederholung, dass man kritisch hinterfrage, keine einzige erkennbare Frage gestellt. Es ist das Manifest einer Frau, die sich seit 20 Jahren in geistigem Stillstand festgefressen hat und wie eine Platte mit Sprung die immer gleiche Stelle endlos wiederholt. Sie kann nur eines, und das ist in einer geradezu zwangsneurotischen Weise alles und jedes als frauendiskriminierend auszulegen. Sie hält diese Neurose für »Kompetenz« und deren Weitergabe für »Wissenschaft«. Die Sciencefiles gehen da in ihrer Einschätzung noch etwas weiter als ich, aber der Grund ist derselbe. Und auch ich würde bei einer so zwanghaften Fixierung auf ein einziges universelles Weltbildmotiv schon die Frage nach der Diensttauglichkeit als Wissenschaftlerin und Richterin stellen. Denn was Susanne Baer als ihre selbsternannte Kompetenz ausgibt ist in Wirklichkeit der völlige Verlust der Fähigkeit, noch irgendwem zuzuhören, sich ein objektives Bild einer Sache zu machen oder den Standpunkt eines anderen Menschen nachzuvollziehen. Sie macht nur noch eines, nämlich in allem was passiert oder nicht passiert, die Benachteiligung und Unterdrückung der Frau zu sehen. Deshalb ist sie darauf fixiert, dass jegliche Form von Gleichbehandlung immer Frauen benachteiligt und deshalb echte Gleichbehandlung zwangsläufig eine Ungleichbehandlung von Mann und Frau voraussetzt. Deshalb lehnt sie aus Prinzip jedes schriftliche Gesetz ab und ruft zu dessen Bruch auf. Denn Gesetze sind in ihrer nötigen Abstraktheit immer eine Verallgemeinerung, eine formale Gleichbehandlung, und damit in Baers Sichtweise eine Frauendiskriminierung. In meinen Augen ist das nicht nur eine Zwangsvorstellung, sondern auch außerhalb einer Diskussionsfähigkeit.

Oder um es kurz zu sagen: Ich habe viel von dieser »Professorin« Susanne Baer gelesen, aber bisher nichts, was Zeit und Papier, geschweige denn Geld wert gewesen wäre. Ich habe aus ihren Schriften den Eindruck gewonnen, dass diese Frau noch nie irgendetwas vernünftiges, brauchbares zustande gebracht hat und es auch niemals zustande bringen wird. Und ich habe aus ihren Schriften den Eindruck gewonnen, dass ich mit diesem Eindruck nicht alleine stehe, sondern dass ihre ganze Vita darauf aufbaut, dass sehr viele Leute von ihr diesen Eindruck hatten. Und dass jemand von so umfangreich tiefgreifender Vernunft- und Denkunfähigkeit nirgendwo anders landen konnte als in Politik oder an der Universität. Bei ihr sogar beides. Dass so jemand in Deutschland Professorin wurde, ist zwangsläufig, denn Professuren sind in Deutschland längst zum Auffangbecken derer geworden, die gar nichts können. Dass sie aber auch Verfassungsrichterin wurde, ist allerdings tragisch.

Und nur, weil sie auch Verfassungsrichterin wurde, lohnen sich die 2 Euro für einen sehr schlechten Aufsatz dann doch sehr, wenn man sich ein Bild vom Zustand des Bundesverfassungsgerichts und der Auswahl seiner Richter machen will. Wer wissen will, wie es um unseren Staat bestellt ist, für den lohnen sich die 2 Euro. Eine Ausgabe eines Wochenmagazins oder zwei Tageszeitungen kosten schon mehr, und die erhellen schon lange nichts mehr. Da sind die 2 Euro billig, nur eben nicht pro Baer, sondern kontra. Nicht um ihr zuzuhören, sondern um ihr in ihrer Lächerlichkeit zuzusehen. Das ist ein Unterschied.

Gleich in der Einleitung sagt sie:

Die Wissenschaft steht immer vor der Aufgabe, die Öffentlichkeit über die Begriffe im besten Sinne aufzuklären; und insbesondere die Gender Studies können es sich als junge Bewegung in der Wissenschaft nicht leisten, ungenau zu sein. Das ähnelt der Situation von Frauen in klassisch männlichen Berufsfeldern: Was andere sich erlauben können, geht einfach nicht. Daher soll dieser Beitrag aufklären, was Gender im Recht bedeuten kann.

Ich lese seit April intensiv Gender-Literatur, auch die von Baer, und habe darin noch keine einzige greifbare Begriffsdefinition gefunden. Alles ist willkürlich, alles ist volatil, vage, unscharf, ungreifbar, unerkennbar, alles ist moving target, alles ändert sich von Moment zu Moment, von Autor zu Autor. (Ich lese gerade Daphne Patai, Heterophobia – Sexual Harassment and the Future of Feminism, die darin auch vortrefflich auseinandernimmt, wie Gender-Feministinnen in ihren Aussagen ständig und von einem Satz zum Nächsten Begriffe, Bedeutungen und Standpunkte wechseln und ändern. In der feministischen Literatur wird das sogar als gewollt und großer Vorteil des Feminismus herausgestellt, weil es einem so weite Freiheit bei der Meinung ließe.) Ein – intern – offen erklärtes Ziel der Genderisten, eine absichtlich verfolgte Taktik ist das Stiften von Verwirrung, wozu auch gehört, Begriffe bewusst unklar zu lassen und ständig zu ändern. Gesetze werden häufig erst mit nichtssagenden Formulierungen eingeführt, und den Formulierungen dann erst nachträglich eine Bedeutung zugewiesen. Viele Genderistinnen vertreten die Auffassung, dass es sogar zum Wesen des Feminismus und feministischer Wissenschaft gehört, jede konkrete Festlegung zu vermeiden und der Variabilität und der Vielzahl der Meinungen „einen Ort zu geben”. Auch bei Baer gibt es keine Begriffsdefinitionen und schon gar keine Herleitung. Daher muss man solche Aussagen – die in Freiburg vor Juristen getroffen wurden – als bewussten Schwindel, als die für den Feminismus charakteristische Divergenz zwischen Außendarstellung und Innenideologie ansehen.

An einigen wenigen Stellen räumen manche der Gender-Autoren sogar mehr oder weniger versteckt ein, dass Gender nur eine frei erfundene Utopie, ein aus der Luft gegriffener Vorschlag ist. Die Gender-Professorin Britta Schinzel gab gerade in einem grottenschlechten Vortrag immerhin zu, dass Gender nur eine konstruktivistische Arbeitshypothese ist, also eine bloße Annahme oder Unterstellung, die nie belegt wurde. Bei Baer findet man so etwas nicht. Sie belügt mit jeder Konsequenz ihre Umwelt, indem sie Gender als unumstößliches, unzweifelhaftes und alternativloses Faktum hinstellt. Ich befasse mich seit inzwischen über 10 Jahren mit Wissenschaftsbetrug und Hochschulkriminalität. Doch ist mir bisher kein Fall eines so ausschweifenden, umfangreichen, kompletten und weitgehenden Forschungs- und Wissenschaftsbetrugs untergekommen.

Das ist auch nicht überraschend. Denn Gender ist keine wissenschaftliche Feststellung, sondern ein synthetisches Menschenbild, das zum Herzstück einer neuen globalen Zivilreligion geworden ist. Gender ist eine Art Retorten-Religion, die – ich habe es früher schon ausführlich beschrieben – in ihrer Struktur und Vorgehensweise extreme Ähnlichkeit und sogar gleiche Ursprünge wie Scientology hat. Deshalb wird man auch keine Belege bekommen, weil es keine Belege gibt. Gender ist kein belegbares Faktum, Gender ist ein Hirngespinst, ein Dogma das nicht zu belegen ist.

Man kann den Gender-Feminismus in verblüffend vielen seiner Eigenschaften auch mit dem Stalinismus vergleichen: Beide haben Ursprünge im Marxismus (Gender ist tatsächlich in erster Linie getarnter Marxismus). Beide weisen Züge einer Ersatzreligion und einer kollektiven Neurose auf. Beide beruhen auf einem fingierten Klassenkampf einer ausgebeuteten gegen eine ausbeutende Klasse mit dem Ziel der Umwälzung, in einem Fall gegen die Kapitalisten, im anderen Fall gegen den weißen, mitteleuropäischen, heterosexuellen Norm-Mann (und nicht selten wird das eine mit dem anderen sogar identifiziert), beides beruht auf Totalitarismus, »Säuberungen« und der Installation von Polit-Offizieren zur Überwachung und Kontrolle von Verwaltung und Lehre. Auch vor verbaler und Androhung physischer Gewalt schrecken Genderisten nicht mehr zurück, sie treten inzwischen in regelrechten Kommandooperationen in Form marodierender, bedrohender Banden als Gesinnungspolizei bei Veranstaltungen (Piraten, CCC usw.) auf, nicht unähnlich auch den selbsternannten Religionswächtern extremislamistischer Staaten oder der chinesischen »Kulturrevolution«. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Feministinnen auf Veranstaltungen mit (hochhackigen?) Springerstiefeln und (rosa?) Baseballschlägern auftauchen, um für die richtige Gesinnung zu sorgen. Beide wollen eine Umerziehung der Gesellschaft durch Änderung und Vergewaltigung der Sprache, wie sie auch Orwell in 1984 als Neusprech beschrieb. Typisch für Gender und Stalinismus sind auch der Personenkult mit Lobpreisungs- und Ergebenheitswerken. Beide nehmen eine »kritische« Sichtweise für sich in Anspruch. Beide beruhen auf der strikten Verteufelung, Stigmatisierung und Verfolgung aller Andersdenkenden, so brandmarken Genderisten jeden noch so gering Andersdenkenden sofort als Rechtsradikalen, Haßredner, Maskulinisten oder Misogynisten. „Normaldenkenden” wird kein Zweifel an Gender zugestanden, Gender gilt als absolutes, alleingültiges und zwingendes Dogma.

Gender ist letztlich eine marxistische Bewegung, die sich ähnlicher Methoden und Vorgehensweisen wie Scientology bedient und an den Religionsrezeptoren einer säkularisierten Gesellschaft angreift. Deshalb ist das auch alles frei erfunden, nichts ist nachprüfbar oder belegbar. Vor diesem Hintergrund ist Baers Aussage zur wissenschaftlichkeit purer Hohn. Wer Zweifel an der engen Bindung des Feminismus an den Marxismus hat, der möge beachten, dass Baer hier in der Fußnote 2 als grundlegend auf Catharine A. MacKinnon, Toward a Feminist Theory of the State, 1989, verweist (von der sie auch ihre feministische Ausbildung und Ideologisierung erhalten hat). MacKinnon baut ihre Staatstheorie eines feministischen Staates darin aber auf den Marxismus auf, was bei mir die Assoziation zur Konstruktion der Scharia-Gottesstaaten weckt. MacKinnon versucht darin wohl, die von Marx beschriebenen Machtverhältnisse des Kapitals auf Geschlechtsverkehr zu übertragen und daraus eine Art Marxismus-Isomorphie zu konstruieren, weil Sex und Kapital ja letztlich das gleiche wären, nämlich Machtausübung. Es gehört wohl zu Baers Taktiken, immer nur solche Quellen anzugeben, die in Deutschland praktisch nicht erhältlich und damit kaum überprüfbar sind. Ich habe mir das Werk in den USA als gebrauchtes Buch ergattert und bestellt, aber es wird 3 Wochen dauern, bis ich es erhalten werde. Vermutlich dürfte das der zentrale Schlüssel zu Baers Staatssabotage sein, da sie ja praktisch fast nur ein MacKinnon-Klon zu sein versucht. Weiter unten auf Seite 111 sagt Baer sogar ausdrücklich, dass die deutsche Feminismus-Bewegung der 60er und 70er Jahre den „Marxismus und Sozialismus neu gedacht hat“ und der Klassenkampf mit Geschlecht zu tun habe, weil Reichtum männlich und Armut weiblich sei. (Der Reichtum – Die Armut? Hoppla…) So langsam erhalte ich ein geschlossenes Bild des feministischen Betrugssystems. Und so langsam wird mir auch immer klarer, warum SPD und Grüne so versessen auf Feminismus sind – weil es ein Trojanisches Pferd ist. Außen Frauenrechte, innen Marxismus. Und Marxismus hat bekanntlich mit Demokratie nichts zu tun.

Schon Goethes Roman [„Wahlverwandschaften”] lässt sich mit Hilfe der analytischen Instrumente der Gender Studies besser lesen, thematisiert Goethe doch den Konflikt zwischen ratio und emotion, eine zutiefst vergeschlechtlichte Dichotomie. Im Roman ist es die Repräsentation der einen klassisch kriegerischen, rational planenden, Natur in Kultur verwandelnden Männlichkeit, bei Eduard und Otto, und, bei Charlotte und Ottilie, der Entwurf zweier unterschiedlicher Weiblichkeiten, sittsam hausfraulich einerseits, leidenschaftlich und doch unterwürfig andererseits. Schon hier zeigt sich, dass der Begriff Gender mehr anzeigt als den Hinweis auf Frauen und auch mehr als Frauen und Männer.

Diese Argumentationsweise ist typisch und charakteristisch für die gesamte universitäre Gender-»Forschung«, denn sie kommt alleine aus Richtung der Literaturwissenschaftler, Philosophen und einiger Winkel der Soziologen, entbehrt also jeder realwissenschaftlichen Grundlage. Sie beruht ausschließlich auf literaturwissenschaftlichen und meist höchst zweifelhaften und willkürlichen Auslegungen von Literatur meist des 18. Jahrhunderts, in dem man die Erfindung der Frau durch böswillige Wissenschaftler verortet. Jegliche Verifikation, Herleitung, Beweislast, Plausibilitätsprüfung ist diesen Leuten fern, sie kennen bestenfalls die Falsifikation und halten alles für wahr und vertretbar, was man beliebig behaupten kann. Eine Beweislast liegt nie beim Behauptenden, sondern immer nur beim zweifelnden Publikum.

Und es zeigt, dass Baer hier auf die Zuordnung von Rationalität zu Männlichkeit und Emotionalität zu Weiblichkeit aufbaut. Zwar formuliert sie es hier als Vorwurf an Goethe, aber in anderen Publikationen brandmarkt sie wissenschaftliche Rationalität als frauenausgrenzend, unterstellt also selbst, dass Frauen emotionallastig und rational unterbelichtet seien. Spätestens bei der Lektüre ihres Buches über Rechtssoziologie wird klar, dass Ursache ihre abgrundtiefe Abneigung, ihre Unfähigkeit, ihr enormer Haß gegenüber allem rationalen ist, und dass sie rationales Denken ablehnt, dass sie – auch als Richterin – emotionales Denken priorisiert und fordert. Sie versucht dabei ständig, das Emotionale, das Kommunikative als die weibliche Gegenkompetenz gegenüber männlicher Rationalität hinzustellen, die man als gleichwertig bewerten müsse um Frauen einen fairen Ausgleich für fehlende Ratio und damit Chancengleichheit zu gewähren.

Allein: Emotionalität ist angeboren, sie setzt keinen Verstand, keine Bildung, keine Denkarbeit, einfach gar nichts voraus. Emotionalität ist keine Leistung, kein Verdienst, keine Qualifikation, kein Können und kein Haben. Sie ist das, was man in der Windel findet und dazubekommen hat. Emotionalität ist sogar ein Zeichen für die Abwesenheit von Bildung und Erfahrung, denn das menschliche Gehirn beruht auf angeborenen und von den älteren Gehirnteilen gesteuerten Verhaltensweisen, die man durch Lernen überdecken kann. Ein Schwerpunkt auf Emotionalität ist nichts anderes als die auf völliger Leere beruhende Transparenz der neueren Hirnteile, die den Menschen zum homo sapiens machen. Was ich von der behaupteten kommunikativen Überlegenheit von Feminstinnen halte, habe ich oben ausgeführt. Kurz gesagt: Quantität ist nicht Qualität.

Es erscheint als erschreckend und unvertretbar, aus diesen Vorgaben schließen zu wollen, dass Frauen weniger wüssten und könnten als Männer, dass sie einfach unter einem schweren Lerndefizit litten. Und doch vertritt Baer genau diese These in einigen anderen ihrer Publikationen und Vorträge (Belege siehe Buch »Frauenquote«) um die Forderung nach Wissen, Können und der damit verbundenen jahrelangen Aneignung als männertypisch und damit frauenausgrenzend abzutun.

So wohnt der Rationalität schon ein Stück Irrationalität inne – bei Goethe bändigt die Ehe nicht die Liebe, wenn sie woanders hinfällt. Auch das lässt sich auf Recht und Rechtswissenschaft aus der Perspektive der Gender Studies beziehen. Denn Gender und Verfassungsrecht – das ist eine Wahlverwandtschaft. Und der kritische Rechtsrealismus offenbart, dass es dabei rational und irrational zugeht, Recht ist also nicht immer gerecht, wenn es ganz neutral erscheint, nicht nur rational dogmatisch, auch wenn es Traditionen folgt, sondern oft ungerecht und irrational ideologisiert. Mit Hilfe der Gender Studies lassen sich derartige Überlegungen präzisieren. Danach hat Recht immer etwas mit Gender zu tun, weil es auf eine Welt reagiert, in der Männer und Frauen ständig als solche wahrgenommen werden und leben.

Das ist – um mit Baer bei Goethe zu bleiben – des Pudels Kern. Denn Baer vertritt – ausdrücklicher noch in ihrem Buch über Rechtssoziologie – die Auffassung, dass

  • Jedes, jegliches Recht Gender betrifft.
  • Gender die alles überragende und beherrschende Universalkompetenz sei, mit der man alles lösen und verbessern könnte.
  • Dass jedes neutrale, für alle gleiche Recht daher frauenbenachteiligend sei, weil alles, was entsteht, alles was nicht gegendert ist, immer und zwingend am Norm-Mann ausgerichtet und damit zwangsläufig frauenunterdrückend sei, weil die Frau das von vornherein als benachteiligt konstruierte Geschlecht und damit qua Konstruktion immer benachteiligt sei.

Das ist ein geschlossenes, argumentativ nicht mehr aufzubrechendes Weltbild, das ich als Psychologie-Laie durchaus für eine Neurose, für einen krankhaften Verfolgungswahn, für Realitätsverlust halten würde. Es gibt Leute, die sich nur noch in Alufolie eingewickelt aus dem Haus trauen, weil sie glauben, dass sie ständig von Außerirdischen mit Hirn-Strahlen verfolgt werden. Baer dagegen ist hochgefährlich, denn sie lehnt – wieder vertiefend in ihrem Buch über Rechtssoziologie – jegliches neutrales, für alle gleiches, geschriebenes Gesetz ab und ruft Richter dazu auf, sich über geschriebenes Recht hinwegzusetzen und nach individuellem Gerechtigkeitsgefühl zu entscheiden. Baer verlangt den richterlichen Rechtsbruch, macht den Richter zum Ausübenden einer willkürlichen Selbstjustiz, weil sie mit der Ablehnung geschriebenen neutralen Rechts die für den Rechtsstaat fundamentale Gewaltenteilung, die Demokratie und die Bindung der Rechtsprechung an die Gesetzgebung aushebelt. Denn unser Grundgesetz ist so gebaut, dass der Souverän, das Volk, durch Wahlen und Abstimmungen die Regierung wählt, diese wiederum durch geschriebene Gesetze Recht macht und damit der Rechtsprechung vorgibt, welches Recht sie zu sprechen hat. Baer bricht dies auf und schneidet damit den demokratischen Einfluss auf die Rechtsprechung komplett ab. Stattdessen bildet sie ein Kastenwesen, in dem die Richter zu einer quasi allein und individuell herrschenden Kaste werden. Man merkt daran auch, dass Baer ihr juristisches Weltbild in den USA erhalten hat, wo Richter deutlich stärker willkürlich und alleinherrschend agieren als bei uns, aber dort nur auf Zeit ernannt und direkt gewählt werden, der demokratische Einfluss auf die Rechtsprechung dort also auf andere Weise ausgeübt wird als bei uns. Baer hat diesen fundmentalen verfassungsrechtlichen Unterschied nicht erkannt oder will ihn nicht erkennen, eine beachtliche Inkompetenz für eine Verfassungsrichterin. Es passt aber dazu, dass man von Baer eigentlich auch nie etwas Eigenes findet, sondern immer nur das, was man ihr in den USA an der Universität von Michigan im Umfeld von MacKinnon eingetrichtert hat. Das spult sie stur ab. Sie übersetzt es nur sprachlich, merkt aber nicht, dass es wegen des anderen Rechtssystems hier nicht passt. Eigenes Denken ist da nur selten zu finden. Wäre von einer Verfassungsrichterin und Juraprofessorin womöglich schon zuviel verlangt.

Wo es Recht gibt, gibt es Rechtskritik. Die Geschichte feministischer Rechtskritik reicht insofern sehr weit zurück. Allerdings wird sie erst seit relativ kurzer Zeit auch wissenschaftlich fundiert. Das ist ernüchternd, denn grundsätzlich ist es jedem Menschen – und erst recht allen wissenschaftlich Tätigen – möglich, systematisch und ernsthaft der Frage nachzugehen, inwiefern Recht Geschlecht konstruiert.

Wenn sogar Baer selbst zugeben muss, dass die feministische Rechtskritik schon alt ist, aber bis vor kurzem nicht wissenschaftlich fundiert war, warum hält sie dann daran fest? Wäre das nicht der Punkt, an dem man den ganzen Müll entsorgen und bei Null neu anfangen müsste? Ist das nicht der intellektuelle Offenbarungseid?

Und wo ist diese angebliche neue wissenschaftliche Fundierung? Ich habe nichts gefunden. Und ich habe an der HU Berlin eine IFG-Anfrage nach eben diesen wissenschaftlichen Grundlagen von Baers Gender-Studiengang gestellt. Seit vier Monaten suchen sie und haben bisher noch nichts gefunden. Weil da nichts ist.

Nimmt man beides zusammen muss man zu dem Ergebnis kommen, dass die feministische Rechtskritik jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt und damit als erfundener Unfug auf der Ebene von Esoterik und sonstigem Schwindel steht. Umso erschreckender ist, dass Baer gleichzeitig erklärt, daran festhalten und dies weiter anwenden zu wollen – als Verfassungsrichterin!

Ich persönlich habe als Bürger gewissen Erwartungen gegenüber Richtern im Allgemeinen und Verfassungsrichtern im Besonderen, nämlich dass sie Recht anwenden können und nicht nur der Frage nachgehen, ob es vielleicht irgendwo „Geschlecht konstruieren“ würde und damit zu ignorieren und übergehen wäre. Aber das dürfte von der Richterin Baer schon zuviel verlangt sein, denn von einer normalen Rechtsanwendung habe ich in ihren Schriften und ihrem Lebenslauf nichts, wirklich gar nichts gefunden. Ich habe nicht den Eindruck, dass diese Rechtsprofessorin Recht überhaupt als etwas anzuwendendes auffasst, sondern es nur noch als Objekt feministischer Kritik auffasst und gar nichts anderes mehr damit macht. Und sie damit mit Recht letztlich überhaupt gar nichts mehr anzufangen weiß. Dass sie vor Recht steht wie der sprichwörtliche Ochse vor dem Berg. Und das als Verfassungsrichterin.

Baer spricht übrigens sehr gerne und oft von „feministischer Rechtswissenschaft”, die sie für sich in Anspruch nimmt. Aber woher soll es Wissenschaft sein, wenn sie nicht wissenschaftlich fundiert ist? Und warum soll es Recht sein, wenn sie Gesetze dabei ablehnt?

Doch ist diese Möglichkeit von Männern, die an juristischen Fakultäten gerade in Deutschland sehr lange unter sich waren und gar nicht selten auch noch heute unter sich sind, nicht genutzt worden. Ganz im Gegenteil: Nicht selten wird ein Kontext gepflegt, in dem solche Fragen als unwichtig oder gar unwissenschaftlich gelten.

Sagte sie nicht eben noch selbst, dass die feministische Rechtskritik wissenschaftlicher Grundlagen entbehre?

Und wäre es nicht ihre eigene Aufgabe, diese Wissenschaftlichkeit nachzuweisen, anstatt nur die Männer dafür zu beschimpfen, dass sie es für unwissenschaftlich halten? Hat Baer überhaupt begriffen, was Wissenschaft bedeutet? Dass es etwas anderes ist als das Mitspielenlassen der Kinder im Sandkasten? Dass Wissenschaftlichkeit eine Pflicht derer ist, die sie in Anspruch nehmen und nicht ein Blanko-Anspruch auf Anerkennung an andere?

Und wie sollte man Gender überhaupt als wissenschaftlich anerkennen, wenn Baers eigener Studiengang auf meine Anfrage nach wissenschaftlichen Grundlagen keine Antwort geben kann?

Wie kommt sie überhaupt darauf, dass Gender nur als unwissenschaftlich gilt und nicht auch unwissenschaftlich ist? Denn nicht nur den Nachweis dessen, sondern genaugenommen sogar die glaubhafte Behauptung dessen ist sie schuldig. Man könnte meinen dass in Baers Weltbild jeder eine Art Anspruch darauf hat, dass sein persönliches Steckenpferd von anderen als »wissenschaftlich« respektiert wird.

Das ist auch ein Indiz dafür, dass Wissenschaft ebenso wie das Recht etwas ist, was alles andere als unabhängig von den Personen ist, die sie betreiben.

Wissenschaft ist bei ihr, was derjenige jeweils selbst für Wissenschaft hält. Als grenzenlos alles. Wissenschaft als ein völlig jeder Beliebigkeit überlassener sinnentleerter Begriff. Dabei könnte man von einer Verfassungsrichterin, die für den Wissenschaftsbereich zuständig ist (!), erwarten, dass sie wenigstens die bisherigen Definitionen des Bundesverfassungsgerichts zur Wissenschaft kennt. Denn diese sind für sie immerhin zwingend verbindlich, weil die Entscheidungen des BVerfG auch es selbst binden. Baer scheint da im völligen Blindflug und völliger wissenschaftlicher und juristischer Ahnungslosigkeit zu agieren. Das bestätigt auch ihre Darstellung der Aufweichung von Wissenschaft:

Die Universität lebt zudem von Vorstellungen der Exzellenz, die tief in einer Wissenschaftsgeschichte verwurzelt sind: In diesen beherrschen Männer – ganz wie Otto und Eduard – die Natur, und Rationalität steht für Herrschaft; Frauen – wie Goethes Ottilie – aber sind die Natur, und Emotionalität wird als Irrationalität zur zwar begehrten, aber in andere Sphären verwiesenen Störung.

Die Öffnung der Fakultäten für dieses Andere und die Anderen bedeutet also einen Bruch mit tief verwurzelten, oft ganz unbewusst wirksamen Traditionen. Auch heute geht es daher darum, Strukturen und Handlungsweisen zu verändern, um Wissenschaft für alle Fragen, Vorgehensweisen und Akteure zu öffnen, die daran produktiv Anteil nehmen wollen und können. Die Frage nach Gender und Recht ist damit nicht zu trennen von der Frage nach den Politiken des Rechts und der Rechtswissenschaft: Wer macht was mit welchem Erkenntnisinteresse – und wie lässt sich das besser machen?

Dem liegt ein fundamentaler Rechtsirrtum zugrunde. Denn die Freiheit der Wissenschaft besagt, dass der Zugang zur Wissenschaft jedem offensteht und dass der Wissenschaft jedes Thema offensteht. Es heißt nicht, dass alles, was jemand mit sich herumschleppt, als Wissenschaft zu gelten hat und anerkannt werden muss. Es heißt, dass jeder mitmachen kann, aber es heißt nicht, dass man alles machen kann. Denn damit würde der Begriff zum grenzenlos offenen und damit inhaltslosen und nicht mehr greifbaren Rechtsbegriff. Und die gibt es im Zuge der Normenklarheit nicht. Wissenschaft ist für alle Fragen und alle Akteure, aber eben nicht für alle Vorgehensweisen zu öffnen. Denn dann wäre dem Wissenschaftsschwindel Tür und Tor geöffnet – genau darauf beruht aber Baers Anspruch, Feminismus als Wissenschaft anzuerkennen (und damit auch ihr Rechtsbruch, einheitliche und konkrete Promotionskriterien abzulehnen).

Baer plädiert hier für nichts geringeres als die Auflösung der Grenze zwischen Wissenschaft und Unwissenschaft, die Freigabe des Wissenschaftsbetrugs, um den Feminismus als Wissenschaft etablieren zu können. Und ein völlig verantwortungsloser, korrupter und pflichtvergessener Bundestag hat sie auch noch an die entsprechende Machtstellung gebracht, das durchzusetzen.

Eine Frage nach Gender ist daher auch nicht etwa die Frage nach Frauen oder nach Frauen und Männern. Es ist – emanzipatorisch – die Frage nach geschlechtsbezogenen Ungleichheiten, die wesentlich und mehrheitlich Frauen benachteiligen und Männer bevorteilen. Gleichheit ist kein symmetrisches Recht, sondern ein Recht gegen spezifische Asymmetrien.

Ist das so? Dass Gleichheit kein symmetrisches Recht sei? Begründen kann sie das nämlich nie. Sie behauptet es einfach dogmatisch. Sie postuliert es einfach, als müsse sich die Bundesrepublik mit ihren 80 Millionen Einwohnern allein nach ihr und ihren Vorstellungen richten. Und die Aussage bedeutet nichts anderes, als dass sie Recht und Gesetz schlechthin ablehnt, denn jedes Gesetz muss immer ein Abstraktion vom Einzelfall und damit eine Gleichbehandlung sein. Nicht umsonst gibt es die Gleichheit vor dem Gesetz um genau das durchzusetzen. Wer also wie Baer Gleichheit als symmetrisches Recht ablehnt, lehnt Gesetze an sich ab und macht den Staat zu einer Privilegienmaschine. Also einer Rückkehr zu einer feudalen Ständegesellschaft, in der Recht davon abhängt, in welchem Stand, in welcher Kaste man ist. Weil Recht in ihrer Sicht immer nur als spezfisches Abwehrrecht der jeweiligen Kaste existieren kann.

Was paradox ist, denn der Marxismus fordert ja eigentlich die Gleichheit aller, während Baer die Privilegierung aller fordert, die nicht dem verhassten heterosexuellen Norm-Mann entsprechen. Um diesen Widerspruch unter eine Decke zu bringen kommt sie auf diese bescheuerte rhetorische Nummer, dass Gleichheit ja eigentlich Ungleichbehandlung bedeuten und es genaugenommen kein Gleichheitsrecht geben dürfe, obwohl sie ja eigentlich gegen die Benachteiligung durch Ungleichbehandlung wettert. Genau diesen Widerspruch, den man durch Rhetorik zu übertünchen sucht, hat schon George Orwell aufgdeckt: „All animals are equal. But some are more equal than others.“ Es kommt nicht von ungefähr, dass Animal Farm eine Kritik am Stalinismus ist und so gut auf den Feminismus passt. Denn wie der Stalinismus ist der Feminismus eine Groteske des Marxismus.

Kommen wir abschließend noch einmal vertieft auf Susanne Baers juristische, intellektuelle und sprachliche Fähigkeiten zu sprechen. Nämlich ihre Art, das Grundgesetz auszulegen, was ja eigentlich bei einer Verfassungsrichterin eine der wichtigsten Fähigkeiten sein sollte, und weshalb ich den Leser eingangs auf die Sache mit dem sprachlichen Genus vorgespannt habe:

Ausdrücklich um das Geschlecht geht es in Artikel 3 des Grundgesetzes: Er sichert die Gleichberechtigung von Männern und Frauen und benennt explizit das Geschlecht als verbotenes Diskriminierungsmerkmal. Ansonsten bezieht sich das Grundgesetz – abgesehen von zwei Ausnahmen4 – weithin nur auf Männer, denn es ist explizit männlich formuliert: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt“, „Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse (….)“, „Jeder hat das Recht, seine Meinung (…)“, Durchsuchungen darf nur „der Richter“ anordnen, in Wohnungen, in denen sich „der Beschuldigte“ vermutlich aufhält, „jedermann hat das Recht“ zur Petition. Sprachlich eindeutig auf Männer bezogene Formulierungen finden sich auch im staatsorganisationsrechtlichen Teil der Verfassung: die Einwohner (Art. 29), die Staatsbürger (Art. 33), die „Vertreter des ganzen Volkes“ (Art. 38), der Präsident des Bundestages (39), der Abgeordnete (46, 48, nicht aber 47: Plural), der Präsident des Bundesrates (52), der Bundespräsident (54-61), der Bundeskanzler und die Bundesminister (62 ff.). Die männliche Form soll in der heutigen Interpretation „natürlich“ für alle Menschen stehen, Frauen seien mit gemeint, so ist von ihren Verteidigern zu hören; Hinweise auf die Wirkmacht der Sprache seien übertrieben, „kosmetisch“.

Das ist so dämlich, dass es brummt.

Als würde das Grundgesetz nur Männern Rechte zugestehen, weil es in normaler Sprache und nicht Doppel-Sprech geschrieben ist. (Orwell lässt schon wieder grüßen, doppelplusgut). So als ob ich einen frauenfeindlichen Männerbund bilden würde, wenn ich mir aus dem Kühlschrank einen Joghurt hole und keine Joghurthin aus der Kühlschränkin. Von dem sprachlichen Genus darauf zu schließen, dass das jeweils andere Geschlecht von den Rechten ausgeschlossen wäre, ist so strunzdumm, dass mir schier die Worte fehlen, um dessen Geist- und Hirnlosigkeit angemessen zu würdigen. Das ist nicht mehr geistiges Proletariat, das ist Proletentum der übelsten Sorte. So nach dem Motto „juristisch hab ich keine Ahnung und auch nicht kapiert, worum es in der Verfassung geht, aber »der« und »die«, das kann ich unterscheiden”. So wie der, der da neulich mal sagte, dass er nie begriffen hat, was der Unterschied zwischen einer Million und einer Milliarde sei, aber was 1,50 Euro sei, das wisse er. Wie in der Uni-Bib die BILD-Zeitung zu lesen. So wie die chinesische Revolution es ja auch nicht so mit der geistigen Tiefe hatte und mehr was für die flacheren Gemüter war. Juristische Verfassungsauslegung für ganz Doofe. Auf dem Niveau, für das man keinerlei juristisches Wissen braucht. Mit Gender kann man alles.

Letztlich ist das aber nur der moralische Vorwand dafür, sich über geschriebenes Gesetz hinwegzusetzen, indem man es für fiktiv fehlerhaft erklärt.

Die Frage wäre, wie sich Baer eigentlich korrekte Gesetze vorstellt. Das sagt sie dann auch:

Zu der Frage, wie Sprache unser Denken und unsere Wahrnehmung geschlechterbezogen prägt, und zur Frage, wie auch juristische Texte angemessener formuliert werden können, gibt es umfangreiche Forschung, und für eine angemessenere Praxis gibt es Handreichungen und Beispiele. Sie zeigen nicht nur, dass sich sprachliche Diskriminierung elegant auflösen lässt; schon im Grundgesetz wird, wenn auch selten, der Plural oder eine Passivkonstruktion benutzt. Soziolinguistische und psychologische Forschungen zeigen auch, dass auf der sprachlichen Ebene genau das tatsächlich explizit zum Ausdruck kommt, was im Kopf als paradigmatische Vorstellung existiert: das männliche Rechtssubjekt, der Bürger, der Grundrechtsträger, der Politiker. […]

Daher ist an Hochschulen (und auch in Rechtstexten) heute nahezu durchgängig von Studierenden die Rede und in der Politik werden Bürgerinnen und Bürger adressiert, denn nicht nur haben beide tatsächlich das Wahlrecht, sondern werden auch als relevante politische Subjekte wahrgenommen.

Der Plural ist aber nicht geschlechtsneutral, da lauten die Artikel nur zufällig gleich: Die Bürger und die Bürgerinnen fängt beides mit „die” an und ist trotzdem unterschiedlich. Und alles in Passivkonstruktionen zu bauen ist ganz schlechtes Deutsch, auch (in Verbindung mit penetranter Substantivierung) als Politikerdeutsch bekannt. Ganz schlechter Stil und schwer verständlich. Und sowas fordert Baer? Eine Verfassungsrichterin, die umständliche und schwer verständliche Sprache fordert?

Weiß wie überhaupt, wovon sie redet? Ich glaube nicht. Denn die Feminismus-übliche Umformung wie von Studenten zu Studierende ist keine Passiv- sondern ein Partizip-Konstruktion. Feministinnen im Allgemeinen und Baer im Speziellen haben kein Sprachgefühl und keine Ahnung von Sprache, traktieren die Sprache wie Bauerntölpel. Die feministische Mär von der weiblichen Überlegenheit im kommunikativ-sprachlichen Bereich als Gegenstück zur männlichen Dominanz in Technik und Rationalität hat sich damit wohl auch erledigt. Vielleicht sollten Feministinnen erst einmal Deutschkurse belegen bevor sie die Sprache umbauen wollen. Würde ja sogar passen, nachdem sie sich ja mit Ausländern gegen den deutschen heterosexuellen Norm-Mann solidarisieren wollen, können sie auch zusammen mit denen mal die Deutsch-Kurse besuchen. Und »Deutsch für Lesben« wäre im Studium Generale auch mal nicht schlecht. Danach bliebe der Umwelt allerhand erspart.

Das Grundgesetz in durchgängig weiblicher Sprachform – die Einwohnerinnen, Staatsbürgerinnen und Vertreterinnen des ganzen Volkes, die Präsidentin des Bundestages, die Bundespräsidentin, die Bundesministerinnen? Das ist dann „völlig absurd“, da stößt der vorher schon leicht verkrampfte Humor an eine Grenze.

Tja, warum nur? Haben die Feministinnen uns nicht jahrelang eingeprügelt, dass ein Genus nur für das entsprechende Geschlecht gelte, und dass „Einwohner” keinesfalls auch Frauen meinen könnte? Bestanden sie nicht eisern darauf, dass eine „Frauenvertreterin” eben nur eine Frau sein könne? Und nun beschweren sie sich über ihr eigenes Werk, nämlich dass man unter „Einwohnerin” nur eine Frau verstünde? Produzieren sie das, worüber sie sich beschweren, nun schon selbst? Warum haben sie den Quatsch der festen Zuordnung des sprachlichen Genus zu einem Geschlecht denn überhaupt angefangen, wenn es ihnen jetzt nicht passt?

Im Englischen, wo der Gender-Blödsinn herkommt, unterscheidet man nicht verschiedene Genus-Formen, da sagt Mayor nichts über das Geschlecht aus. Is OK. Im Russischen gibt es sprachlich für alles zwei Formen, sogar der Familienname wird unterschieden (Gorbatschows Frau heißt Gorbatschowa), dort fordern die Feministinnen aber im Rahmen der Gleich-Anerkennung ausdrücklich, mit den männlichen Formen benannt zu werden. Die wollen Feuerwehrmann und nicht Feuerwehrfrau sein. Warum also ist es nur im deutschen Sprachraum anders? Haben die überhaupt nachgedacht oder geht es nur darum, Macht auszuüben indem man einfach irgendwas ändert und sich über den status quo beschwert, egal wie er aussieht? Geht es gar nicht um Form und Ziel, sondern um den Vorgang der Umerziehung an sich, das Dressieren auf Neusprech?

Oder geht es banal einfach nur um eine Wichtigtuerei auf so niedrigem geistigen Niveau, dass es auch für Feministinnen reicht? Hat’s zu was Ernsthaftem nicht gereicht? Denn um sich über „Präsident und Präsidentin” zu beschweren und diese dämlichen -I-formen einzuführen gehört geistig nun wirklich gar nichts, das kapiert sogar die allerdümmste Möchtegernemanze – Beschweren nach fertigem Kochrezept. Malen nach Zahlen. Ging’s also nur darum, etwas zu finden, womit man überall meckern, töbern und sich wichtig machen kann, was auch die allerniedrigsten Tieffliegerinnen nachschwätzen können? So ne Proletariatsparole?

Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass Sinn und Zweck dieser Sprachumbauerei, das ständige Fordern dieser Doppelformulierungen oder solcher -in/In-Formen ist, jeder noch so einfältigen Nuss ein idiotinnensicheres Werkzeug an die Hand zu geben, um immer, überall und in jeder Situation an etwas herumzumäkeln, Änderungen zu verlangen, sich zu beschweren und wichtig zu tun, „Macht auszuüben”, indem sie sogar dann Einfluss auf Sätze und Texte, und damit elementare Steuerelemente unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens zu nehmen, wenn sie sie inhaltlich nicht entfernt versteht. Denn auch die Gender Studies oder gerade die Gender Informatik machen und sind nichts anderes: Rhetorische Tricks um sich über Fächer und Wissenschaften zu beschweren ohne sie verstanden zu haben. Deshalb findet das alles auf sprachlicher Ebene statt. Passt auch auf die Herkunft des Genderismus aus den Geisteswissenschaften. Die hängen sich auch am Sprachstil auf, wenn sie den Inhalt nicht kapieren, was in der Regel der Fall ist. Man hat einfach die Art und Weise, wie Literaturwissenschaftler Wissenschaft und Kritik vorgaukeln, verallgemeinert.

Und auf diesem Aller-Dummen-Kompatibilitäts-Universal-Niveau findet jetzt unsere Verfassungsrechtsprechung am Bundesverfassungsgericht statt? Offenbar ist das der Fall:

Die Gender-Dimension der Verfassung lässt sich insbesondere auch anhand der allgemeinen Freiheitsrechte, in Deutschland an Art. 2 Abs. 1 GG zeigen: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt.“ Nicht nur sprachlich bezieht sich dieser Satz auf Männer. Auch faktisch war und ist die freie Entfaltung der Persönlichkeit vergeschlechtlicht.

Was zum Teufel hat eigentlich Renate Künast geritten, Susanne Baer für zur Verfassungsrichterin geeignet zu halten? Und wie tief muss der Wahlausschuss des Bundestags geschlafen zu haben um eine Person auf diesem geistigen Niveau zur Verfassungsrichterin zu wählen? Da fehlen ja ganze Wahrnehmungsschichten im Bewusstsein, wenn Sätze nur noch Wortweise wahrgenommen und nicht mehr sinngemäß zusammengesetz werden können.

Leidet Baer an einer Form des Autismus? Ihre Wahrnehmung der Realität erscheint als gestört, wenn nicht gar partiell dysfunktional, und durch eine fiktive Phantasiewelt ersetzt worden zu sein. Oder adressiert sie bewusst ein Publikum der untersten intellektuellen Schublade, das man mit solchen Quark ködern kann? Dass ich Feministinnen für dumm halte ist weder neu noch ein Geheimnis. Aber halten die sich nun schon gegenseitig für so dumm, dass sie sich auf diesem Proleten-Niveau kommen? Oder können die nicht höher, selbst nicht als Professorin?

Ich habe in den letzten Monaten einiges der Schriften von Susanne Baer gelesen. Und dabei ist mir, gerade auch hier wieder, aufgefallen, dass sie niemals etwas begründet. Das sind alles nur immer wieder aufgekochte Kampfparolen, die heruntergeleiert werden. Selbstrechtfertigungen zwar, aber nur Parolen, keine Begründungen. Was natürlich auch eine Folge dessen ist, dass sie fast nichts selbst denkt oder hervorbringt, sondern sich im wesentlichen darauf beschränkt, Inhalte der amerikanischen Feminismusszene zu repetieren und ins Deutsche zu übersetzen. Ich bin aber darüberhinaus zu der Auffassung gelangt, dass Baer überhaupt nicht weiß, was eine Begründung ist und noch nie irgendetwas begründet hat, dass ihr das ganze Prinzip einer Begründung fremd ist. Denn nur das erklärt ihre eigene Unwissenschaftlichkeit und ihre Haltung gegenüber den anderen Wissenschaften sowie ihre zutiefst fragwürdige Weise der Wissens- und Wissenschaftskritik, die sie in den Gender Studies lehrt. Sie kommt mir vor wie der Blinde, der sich beschwert, weil ihm die Farbe nicht gefällt. Und sie beklagt sich permanent darüber, dass sie für unwissenschaftlich gehalten oder als Wissenschaftlerin ausgelacht würde. Sie führt das darauf zurück, dass sie Frau und Lesbe ist und hält es für frauenausgrenzend. Ich halte ihre Ansicht jedoch für grundfalsch. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass sie völlig zu Recht ausgelacht wird, weil sie unwissenschaftlich ist. Weil sie so unwissenschaftlich ist, dass sie nicht einmal weiß, was Wissenschaft ist und deshalb den Unterschied zwischen sich und Wissenschaft noch nicht einmal bemerkt. Oder ganz platt gesagt, weil sie schlichtweg zu doof ist. (Ausführlich dazu in meinem Buch.) Und weil sie das nicht sieht, weil das – algebraisch gesprochen – außerhalb ihres minderdimensionalen Vektorraums liegt. Wenn phi die Abbildung ihrer Genderbrille ist, dann liegt Wissenschaft in Kern(phi). Und weil sie nicht merkt, warum sie ausgelacht wird, müssen halt Geschlecht und sexuelle Orientierung als Vorwand herhalten.

Ich halte Baer übrigens nicht für eine Verfassungsrichterin, sondern für die Version 2.0 des linksterroristischen Anschlags auf den Staat. Während alles gebannt auf den islamistischen Terror blickt, läuft da im Hintergrund eine subversive Sabotage der innersten und wichtigsten Organe des Staats.

Freilich wird jetzt das Argument kommen, dass man Baer nicht auf das ganze Bundesverfassungsgericht verallgemeinern könne. Weil das zum Arsenal der auswendig gelernten Standardargumente gehört, die fall- und denkunabhängig immer und überall kommen. Doch, ich kann Baer verallgemeinern. Erstens weil eine Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied und das BVerfG nicht danach zu beurteilen ist, was man im Glücksfall vielleicht von ihm bekommt, denn es ist keine Grundrechtetombola, sondern welche Leistung es in jedem Fall, also auch im worst case garantiert. Und die ist spätestens seit der Ernennung Baers auf oder sogar unter Null gesunken. Das Bundesverfassungsgericht muss nach seinem schwächsten Richter beurteilt werden. Es kann also nicht besser als Baer sein. Und das Niveau des Bundesverfassungsgerichts ist damit auf das der völligen juristischen Hirnleere gesunken, den Verfassungstext allein nach den verwendeten Artikeln und dem Genus der Substantive zu beurteilen. Denken ist nicht mehr. Der Kopf ist nur noch dazu da, dass der rote Hut nicht herunterfällt.

Und zweitens weil die Causa Baer viel, wenn nicht alles über die (abwesende) Qualität des Auswahlverfahrens des Wahlausschusses des Bundestags sagt, bei dem ich mich erkundigt habe, und von dem aus man mir gegenüber einräumte, bei Baer eigentlich gar nichts geprüft und ihre Wahl nach Parteienproporz und Gegenseitigkeit völlig kritiklos den Grünen überlassen zu haben. Von diesem Wahlausschuss wurde immerhin die Hälfte der Verfassungsrichter besetzt.

Ich werde die Schriften Baers weiter verfolgen. Bisher habe ich von ihr noch nichts, wirklich gar nichts gefunden, was ich als vernünftig und nachvollziehbar oder einer Wissenschaftlerin, Professorin, Juristin oder Richterin für würdig und angemessen einstufen würde. Ich glaube auch nicht, dass da jemals noch etwas kommt. Baer ist knapp 50 und völlig verrannt, ich könnte auch nicht erkennen, dass sie in den letzten 20 Jahren irgendetwas anderes gelernt hätte, als sich in Michigan von diesem Gender-Kram indoktrinieren zu lassen. Das ist gelaufen. Diese Frau hat nach meiner Einschätzung wissenschaftlich nie etwas gelernt und sie wird es auch nie mehr tun. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie noch jemals auf ein höheres geistiges Niveau kommt als sie derzeit ist. Verfassungsrichterin ist sie für 12 Jahre, Professorin ist sie lebenslang. Beides unkündbar. Und als Verhöhnung der Gewaltenteilung rührt sie in Personaleinheit als Professorin und Prüferin in der Exekutive, als Beraterin des Familienministeriums und von der Leyens in der Gesetzgebung und als Verfassungsrichterin in der Rechtsprechung herum.

91 Kommentare (RSS-Feed)

Michael Klein
30.12.2012 14:34
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Danke für diese ausführliche Analyse, der ich mich nur vollumfänglich anschließen kann.
Ich denke, nachdem ich in meinem Beitrag etwas weitergehe, aber nunmehr nach der Lektüre Deines Beitrags denke, dass Du genauso weit gehst wie ich, dass wir uns auf Wahnvorstellung einigen, denn jemand der durch die Welt läuft, wie Frau Baer und denkt, alles ist Geschlecht (man stelle sich die Frau(?) beim Einkaufen vor, die armen Menschen, denen Sie begegnet oder was denkt Frau Baer, wenn Sie im Fahrstuhl mit dem Vorsitzenden des Ersten Senats alleine ist, ich habe zum ersten Mal in meinen Leben Mitgefühl für einen Verfassungsrichter…) hat den Bereich der Normalität verlassen.

Nun aber zu einem Punkt, den ich aus meinem post weggelassen habe und an anderer Stelle ausführlicher behandeln werde: Genderisten begründen nichts, wie Du vermutlich auch nicht zum ersten Mal feststellst. Wie auch, dazu müssten sich sich auf messbare Zustände in der Realität beziehen und man könnte nachprüfen, was sie behaupten. Wann immer sich Genderisten mit Behauptungen, die prüfbar sind, in die Öffentlichkeit getraut haben, sind sie auf die Nase gefallen. Das war mit den schulischen Nachteilen von Mädchen so, mit dem Gender Pay Gap oder dem Gender Pension Gap, und es ist mit diesem Sprachwahnsinn, der Genderisten ergriffen hat, genau so.

Dass sich Genderisten in Deutschland und an Universitäten festsetzen konnten, obwohl sie überhaupt nichts zu bieten haben, macht deutlich, in welchem Zustand sich insbesondere deutsche Universitäten befinden, an denen vor allem die sozialwissenschaftlichen Fächer zu Wunschkonzerten verkommen sind, bei denen Positionsinhaber, die denken, dass sie einen Lehrstuhl inne haben, würde sie zum Professor machen, ihre eigenen Vorlieben und affektiven Bindungen ausleben ohne auch nur einen Hauch einer Idee davon zu haben, was Wissenschaft ist, was wissenschaftliche Methoden sind und warum Wissenschaftler zuerst und vor allem damit beschäftigt sein sollten, ihre Aussagen zu begründen.

Baer ist in diesem Sinne nur ein Ergebnis eines maroden Systems, in dem politische Stiftungen auf Universitäten zugreifen können, um Gefälligkeits”expertisen” erstellen zu lassen und in dem politische Parteien sich gegenseitig Pöstchen und Einkommen zuschanzen können, und in einer Weise an Steuerzahlern schmarotzen, dass es einem schlecht wird.

Es ist folglich nicht zu verhindern, dass man in einem Wissenschaftsblog sich regelmäßig mit Gendermist beschäftigt, denn der ganze Gendermüll ist wie ein Virus, der die deutsche Wissenschaft befallen hat und dazu führt, dass die wissenschaftlichen Fortschritte der letzten zwei Jahrhunderte (Man erinnere sich an Comte oder Durkheim, die dachten, man müsse Gesetze aufstellen oder soziale Fakten ERKLÄREN) vergessen werden und aus den Sozialwissenschaften höufig Geschwätzbuden geworden sind, die uns weit hinter den Universalienstreit zurückwerfen.


EI
30.12.2012 14:51
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Michael Klein
30.12.2012 15:01
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Hadmut
30.12.2012 15:04
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Das erklärt natürlich auch, warum sich die HU gerade mit Händen und Füßen gegen Akteneinsicht in die wissenschaftlichen Grundlagen der Gender Studies sperrt.

Meinen IFG-Antrag wollten sie damit zurückweisen, dass ich einen Wohnsitz in Bayern habe und mich deshalb Berliner Angelegenheiten nichts angingen.


Herbert
30.12.2012 15:25
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Sickes Zeug, muss ich sagen. Ich gebe aber auch zu, ich hab erst mal nur ungefähr Drittel gelesen, weil mir dann die Hutschnur geplatzt ist bei einem Zitat der Frau.

Dass die nicht verstehen, dass zwischen grammatikalischem und biologischem Genus ein Unterschied besteht, ist mir auch schon aufgefallen.
Halten die sich dann eigentlich jeweils für “eine Menschin” anstatt für einen Menschen?


Michael Klein
30.12.2012 15:28
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@Hadmut, wenn die HU mit Berliner Angelegenheiten argumentiert, dann verspricht doch, deinen Antrag zurückzuziehen, wenn Dir zugesichert wird, dass die Berliner Angelegenheiten nicht mit über den Länderfinanzausgleich ergaunerten Bayerischen Steuermittel finanziert werden und wurden. Das wäre mal ein Durchbruch in den Verhandlungen über den Länderfinanzausgleich…


Philipp
30.12.2012 15:44
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Der neue Spiegel hat in seiner Titel-Geschichte “Mann” zum Thema:

https://magazin.spiegel.de/epaper/start/index.html

Wieder mal viele Rollenklischees zu finden. Männerforscher Martin Dinges kam jedenfalls auch zu Wort.

Daneben gibt es ein Interview mit der Autorin Hanna Rosin. Diese schrieb das Buch “Das Ende der Männer und der Aufstieg der Frauen”


I. Wengel
30.12.2012 15:50
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Ach Hadmut, bestelle einfach »etwas« in »der« Schokolade«, »der« Milch« oder »der« Pizza, dann bekommst Du Beilage mit was Du willst.

Baer dagegen ist hochgefährlich, denn sie lehnt – wieder vertiefend in ihrem Buch über Rechtssoziologie – jegliches neutrales, für alle gleiches, geschriebenes Gesetz ab und ruft Richter dazu auf, sich über geschriebenes Recht hinwegzusetzen und nach individuellem Gerechtigkeitsgefühl zu entscheiden. Baer verlangt den richterlichen Rechtsbruch, macht den Richter zum Ausübenden einer willkürlichen Selbstjustiz, weil sie mit der Ablehnung geschriebenen neutralen Rechts die für den Rechtsstaat fundamentale Gewaltenteilung, die Demokratie und die Bindung der Rechtsprechung an die Gesetzgebung aushebelt. Denn unser Grundgesetz ist so gebaut, dass der Souverän, das Volk, durch Wahlen und Abstimmungen die Regierung wählt, diese wiederum durch geschriebene Gesetze Recht macht und damit der Rechtsprechung vorgibt, welches Recht sie zu sprechen hat. Baer bricht dies auf und schneidet damit den demokratischen Einfluss auf die Rechtsprechung komplett ab. Stattdessen bildet sie ein Kastenwesen, in dem die Richter zu einer quasi allein und individuell herrschenden Kaste werden. Man merkt daran auch, dass Baer ihr juristisches Weltbild in den USA erhalten hat, wo Richter deutlich stärker willkürlich und alleinherrschend agieren als bei uns, aber dort nur auf Zeit ernannt und direkt gewählt werden, der demokratische Einfluss auf die Rechtsprechung dort also auf andere Weise ausgeübt wird als bei uns. Baer hat diesen fundmentalen verfassungsrechtlichen Unterschied nicht erkannt oder will ihn nicht erkennen, eine beachtliche Inkompetenz für eine Verfassungsrichterin.

Das, was Du hier zu Recht anprangerst, ist die Grundlage der deutschen »Rechtswissenschaft« und der Grund, weshalb seit dem 23. Mai 1949 das Grundgesetz eben nicht angewendet wird, sondern eigenes Bedarfsrecht gesetzt wird.

Begründen kann sie das nämlich nie. Sie behauptet es einfach dogmatisch. Sie postuliert es einfach, als müsse sich die Bundesrepublik mit ihren 80 Millionen Einwohnern allein nach ihr und ihren Vorstellungen richten. Und die Aussage bedeutet nichts anderes, als dass sie Recht und Gesetz schlechthin ablehnt, denn jedes Gesetz muss immer ein Abstraktion vom Einzelfall und damit eine Gleichbehandlung sein. Nicht umsonst gibt es die Gleichheit vor dem Gesetz um genau das durchzusetzen. Wer also wie Baer Gleichheit als symmetrisches Recht ablehnt, lehnt Gesetze an sich ab und macht den Staat zu einer Privilegienmaschine.

Auch das ist eine der Grundlagen der »Gilde« (sie nennen sich wirklich so). Man besetzt den Begriff der Begründung mit schwadronierden Satzungetümen, zitiert sich permanent selbst und stellt dies als über dem Gesetz stehende herrschende Meinung heraus.

Nämlich ihre Art, das Grundgesetz auszulegen, was ja eigentlich bei einer Verfassungsrichterin eine der wichtigsten Fähigkeiten sein sollte, …

Hier ist Dir ein fataler Fehler unterlaufen, nämlich der Irrglaube an die Aufgabe des BVerfG, das Grundgesetz auszulegen. Allein Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG erlaubt »die Auslegung dieses Grundgesetzes aus Anlaß von Streitigkeiten über den Umfang der Rechte und Pflichten eines obersten Bundesorgans oder anderer Beteiligter, die durch dieses Grundgesetz oder in der Geschäftsordnung eines obersten Bundesorgans mit eigenen Rechten ausgestattet sind; …«

Diese angebliche umfassende Auslegungskompetenz des BVerfG führt nämlich genau zu den Exzessen, von welchen Du berichtest.

Susanne Baer täte diesbezüglich ein Gutes, wenn sie zum Beispeil dafür plädieren würde, dass sich das BVerfG von seiner »Rechtsprechung« in der BVerfGE 6, 389 – Homosexuelle vom 10. Mai 1957 offiziell lossagt, wo z.B. »ausgelegt« wird:

Leitsätze:

Die Strafvorschriften gegen die männliche Homosexualität (§§ 175 f. StGB) verstoßen nicht gegen den speziellen Gleichheitssatz der Abs. 2 und 3 des Art. 3 GG, weil der biologische Geschlechtsunterschied den Sachverhalt hier so entscheidend prägt, daß etwa vergleichbare Elemente daneben vollkommen zurücktreten.
Die §§ 175 f. StGB verstoßen auch nicht gegen das Grundrecht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG), da homosexuelle Betätigung gegen das Sittengesetz verstößt und nicht eindeutig festgestellt werden kann, daß jedes öffentliche Interesse an ihrer Bestrafung fehlt.

Zudem beruft man sich hier in aller Fröhlichkeit auf nationalsozialistische »«Rechtsprechung, usw. usf., …

Den ersten Einwand gegen die Geltung der §§ 175, 175 a StGB entnimmt der Beschwerdeführer dem nationalsozialistischen Ursprung dieser Bestimmungen. Er macht geltend, das Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuchs vom 28. Juni 1935 sei unwirksam, weil es auf der Grundlage des Gesetzes zur Behebung der Not von Volk und Reich vom 24. März 1933 (RGBI. I, 141), des sogenannten Ermächtigungsgesetzes, von der nationalsozialistischen Reichsregierung ohne die Mitwirkung der gesetzgebenden Körperschaften erlassen worden sei; ein unter so eklatantem Verstoß gegen demokratische Grundsätze erlassenes Strafgesetz könne in einem demokratischen Staatswesen keinen Bestand haben. Die Verschärfung der Strafbestimmungen gegen die Homosexualität durch das erwähnte Gesetz sei auch sachlich nicht gerechtfertigt gewesen und nur als Ausfluß der nationalsozialistischen Rassenlehre verständlich; die neuen Bestimmungen enthielten in so hohem Maße nationalsozialistisches Gedan414:kengut, daß sie in einer freien Demokratie nicht mehr angewandt werden dürften.

Dieser Einwand ist unbegründet.

Vergleiche dazu meine Kommentare zum Urteil des Tribunal Général unter http://www.danisch.de/blog/2012/12/26/ein-rotzfreches-finanzamt.

Auch hier also nach wie vor ein Festhalten am Nationalsozialismus. Was also diesbezüglich von Frau Baer verlangen? Öffentliches Anprangern? Ihre Lehre an der Uni ändern? Den Studenten die Zustände aufzeigen? Sie zum Protest bewegen?

Zum Thema Feminismus und Nationalsozialismus hier in aller Kürze das folgende Zitat von Prof. Dr. Gerhard Amendt, in der Jahresschrift “Jüdisches Echo” (Wien, Vol. 57):

Hinter dem leidenschaftlichen Anspruch, dass Frauen das bessere Geschlecht seien, trat in Deutschland und Österreich der Versuch zutage, die Mitwirkung der Frauen im Nationalsozialismus der kritischen Betrachtung und Bewusstwerdung zu entziehen. Es sollte nicht erörtert werden, wie, wann und wo Mütter und Großmütter an dieser schrecklichen Zeit beteiligt waren.

Unter Feministinnen bezog sich dabei keine ausdrücklich auf die Idealisierungen der Frauen als “arisch reine Frauen” während des Nationalsozialismus. Dem stand die darin mitschwebende rassistische Komponente im Wege.

Deshalb wird auch noch in den gegenwärtigen Idealisierungen der Frauen nirgendwo auf die “arisch reine Frau” Bezug genommen. Aber seit den 80er-Jahren schält sich heraus, dass hinter dem zeitgenössischen feministischen Bild von der guten Frau und guten Mutter sich eben nicht nur die Weiblichkeitsentwürfe der Romantik des 19. Jahrhunderts verstecken, sondern deren rassistische Vereinnahmung und Wertschätzung durch die Nationalsozialisten. Dieses halb schlummernde, halb wache Bild von den hehren “arischen” Frauen wollte der Feminismus vor den Niederungen eines vermeintlich nur männlich geprägten Nationalsozialismus kunstvoll entrücken. So ist es im Rückblick der deutschsprachige Feminismus, der den zähen Versuch verkörpert, die Mütter- und Großmüttergenerationen als unbeteiligt am Nationalsozialismus darzustellen.

Obwohl das bereits im Feminismus zu Auseinandersetzungen geführt hatte, ist die Ideologie von den weiblichen Opfern und männlichen Tätern der Versuch, jede Beteiligung der Frauen am Nationalsozialismus und der Shoah zu verleugnen. Diese Verleugnung ist ungeschmälert noch immer so wirksam, dass 1994 für die Veröffentlichung der “Liebesbriefe an Hitler”4 keine maßgebliche Feministin bereit war, eine Einleitung zu verfassen.

Sehr lesenwert unter: http://www.hagalil.com/archiv/2009/10/05/frauenbewegung-1/

Meinen IFG-Antrag wollten sie damit zurückweisen, dass ich einen Wohnsitz in Bayern habe und mich deshalb Berliner Angelegenheiten nichts angingen.

Das kann ich gern für Dich übernehmen; vielleicht offiziell über unsere Organisation, dann ist da ein wenig mehr Druck dahinter als bei einer Einzelperson, gern aber auch persönlich.


Hank
30.12.2012 16:31
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Was ich mich beim Lesen von “Frauenquote” schon fragte, jetzt wo Fr. Baer nun Richterin ist, muss sie da auch Entscheidungen treffen? Oder kann sie sich durchmogeln, indem sie immer nur 2. Flöte spielt, d.h. ihre Kollegen die Arbeit machen lassen und alles nur abnicken? Oder sämtliche Fälle “ohne Begründung” ablehnen wie in Deinem Fall?

Ansonsten könnte man alle Spekulation ja mal beiseite lassen und auch ihre Aufsätze, die für ihre Arbeit nur indirekt von Bedeutung sind ignorieren, und eine konkrete, von Ihr getätigte Rechtsprechung analysieren. Ich habe mal schnell in der Liste der Entscheidungen auf der Webseite des Verfassungsgerichtes herumgeklickt, aber da stehen auf den Entscheidungen lange Listen von Richternamen drauf und es ist mir nicht klar, wer da welche Rolle spielt.


Hank
30.12.2012 16:56
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P.S. Nicht, dass das große Rolle spielte, aber ich kann mich der Schlussfolgerung bzw. Diagnose des Wahns noch nicht anschließen. Hier hat halt jemand eine Masche gefunden, über Jahrzehnte leicht an Geld und Ansehen zu kommen. Erst Professorengehalt und andere staatliche Zuwendungen, jetzt Richtergehalt.

Ein Verkäufer von Lebensversicherungen nutzt gerne jede Gelegenheit daran zu erinnern, dass man von jetzt auf gleich an einem Autounfall sterben und eine hilflose Familie zurücklassen kann. Das heißt nicht, dass er Autounfall-Paranoia hat.


I. Wengel
30.12.2012 17:10
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PS: Akteneinsicht in die wissenschaftlichen Grundlagen der Gender Studies

Die Uni ist eine öffentlich-rechtliche Bildungseinrichtung und hat einen Bildungsauftrag, ihre Lehr-Quellen sind allgemein zugänglich zu halten. Demzufolge fällt sie unter die sog. Garantenpflicht auch gegenüber dem Grundrechtsträger, der sich gemäß Art. 5 Abs. 1 Satz Halbsatz 2 GG die Absicht hat, sich »aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten« – hier zum Thema Gender, welches ja wohl auch von S.B. mit dem Menschenrechten in Verbindung gebracht wird.

Hinzu kommt hier die UN-Resolution A/RES/53/144 (http://grundrechtepartei.de/UN-Resolution_A-RES-53-144) als Erklärung über das Recht und die Verpflichtung von Einzelpersonen, Gruppen und Organen der Gesellschaft, die allgemein anerkannten Menschenrechte und Grundfreiheiten zu fördern und zu schützen.

Artikel 5
Zum Zweck der Förderung und des Schutzes der Menschenrechte und Grundfreiheiten hat jeder Mensch das Recht, einzeln wie auch in Gemeinschaft mit anderen, auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene,
c) mit nichtstaatlichen oder zwischenstaatlichen Organisationen in Verbindung zu treten.

Artikel 8
1. Jeder Mensch hat das Recht, einzeln wie auch in Gemeinschaft mit anderen, wirksam ohne Diskriminierung an der Regierung seines Landes und an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten mitzuwirken.
2. Dies umfaßt unter anderem das Recht, einzeln wie auch in Gemeinschaft mit anderen, an Regierungsorganen und -stellen und an mit öffentlichen Angelegenheiten befaßten Organisationen Kritik zu üben und ihnen Vorschläge zur Verbesserung ihrer Tätigkeit zu unterbreiten und auf jeden Aspekt ihrer Arbeit aufmerksam zu machen, der die Förderung, den Schutz und die Verwirklichung der Menschenrechte und Grundfreiheiten beeinträchtigen oder behindern könnte.

Es ist hier also gar nicht nötig, sich auf das schwammige IFG zu berufen.


Michael Klein
30.12.2012 17:21
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@Hank
Es gibt nach meiner Ansicht keine andere Wahl als den Wahn. Was Du schreibt ist mir auch schon gekommen, aber: Frau Baer schreibt eindeutig, dass Frauen, also sie in erster Linie, wenn man ihre Weiblichkeit einmal als gegeben hinnehmen will, emotional und nicht rational sind. Was Du beschreibts, ist ein rationales Verhalten und das hat Frau Baer für sich ausgeschlossen. Bleibt nur die Emotion und der Wahn! Klassischer Syllogismus…


Hadmut
30.12.2012 20:06
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@Michael: Sie hat rationales Verhalten nicht einfach nur für sich ausgeschlossen. Da steckt mehr dahinter.

Baer hat ihr Weltbild aus der amerikanischen Rechtsprechung zur sexuellen Belästigung (sehr ausführlich in ihrer Dissertation beschrieben). Dort aber hat man das so hingebogen, dass allein das „Opfer” willkürlich und wenn sie will sogar nachträglich festlegen kann, was sie unter sexueller Belästigung verstehen will. Es kann also sein, dass man als Mann mit einer Frau ganz einvernehmlichen Sex hat und sie da voll mitmacht und Spaß hat, und sie es sich am Tag danach anders überlegt, sich nunmehr belästigt fühlen will und schon ist der Mann dran. Weil es dort eben alleine darauf ankommen soll, ob das Opfer sich emotional gerne belästigt fühlen möchte.

Das ist einer der Hintergründe, warum die alle so auf emotional machen. Weil es grenzenlose Willkür erlaubt.


Michael Klein
30.12.2012 20:20
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@Hadmut,
true, das selbe Muster findest Du auch bei Ilse Lenz und ihrem unschätzbar entlarvenden Beitrag: “Der neue Antifeminismus. Der Fall Kachelmann und das Bild vom männlichen Opfer.” Und wo wurde dieser totalitäre Beitrag veröffentlicht?

..

….
…..

Richtig: In den Blättern für deutsche und internationale Politik, dem Gewerkschafts-Kampfblatt der Einheitsfront der Genderisten.

Ich habe mir die Freiheit genommen, den Unsinn von Lenz auseinanderzunehmen:

http://sciencefiles.org/2012/07/08/der-neue-antifeminismus-ilse-lenz-nimmt-bestand-auf/

Vielleicht sollten wir auch damit anfangen, diesen Gendermist, wie ihn Baer und Lenz verzapfen als das zu bezeichnen, was er ist, Faschismus pure and simple!


Hadmut
30.12.2012 20:28
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> Faschismus pure and simple!

Oh ja.

Ich hatte beim Schreiben des Buchs „Frauenquote” schon ein Unterkapitel über Faschismus drin, hab’s aber wieder rausgenommen, weil ich es nicht so rund bekommen habe, dass ich damit zufrieden war.

Tatsächlich aber ist Gender Faschismus, und das Absurde daran ist, dass er ja besonders von den Linken betrieben werden, sie sich so gerne als antifaschistisch hinstellen.

Ich muss da noch etwas Zeit reinstecken, um das fundiert darzustellen.


Joe
30.12.2012 21:02
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Leider sind meine Kenntnisse in Staatsrecht zu beschränkt, um die Sache Bundesverfassungsgericht einer fundierten Analyse zu unterziehen. Deshalb kann ich im folgenden nur meine laienhaften Eindrücke schildern:

Das sog. Bundesverfassungsgericht war schon immer eine merkwürdige mit viel Macht ausgestattete Einrichtung, für die keinerlei Kontrollinstanzen existieren und die meines Eindrucks nach nicht an geltende Gesetze gebunden ist. Eingaben können ohne Begründung abgewiesen werden. Es handelt sich also wohl nicht um ein Organ der Rechtsprechung.

Merkwürdig finde ich ebenfalls die monarchie-ähnliche Verehrung dieses Gremiums durch Volk und Medien, was meinen Eindruck stärkt, es hier mit absolutistischen Elementen zu tun zu haben.

Wenn ich eine Willkürdiktatur auf bundesdeutschem Boden errichten wollte, würde ich bei der Machtergreifung im Bundesverfassungsgericht starten.

Beängstigend ist dann wohl eher die finale Erkenntnis, daß die Bundesrepublik als Staatsgebilde insgesamt gar nicht besser aufgestellt ist, als eine DDR und Weimarer Republik. Und man gern einer angenehmen Wunschvorstellung geglaubt hat, ohne die realen Defizite zu sehen.


georgi
30.12.2012 21:13
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Hadmut weiß nicht, was Marxismus ist, daß Feminismus antimarxistisch ist; Stichpunkt Nebenwiderspruch, Poststrukturalismus etc., wie Marxisten die Benachteiligung der Frau begründen, und daß man den ganzen *innen-Schwachsinn ganz bestimmt nicht den Marxisten anlasten kann. Mit Hadmuts großspurig verkündeter Wissenschaftlichkeit ist wohl daher nicht weit her. Mal abgesehen davon, liest Du ein bißchen zuviel “1984”, sonst würdest Du den Unterschied zwischen Faschisten und Leuten kennen, die einfach nur bescheuert sind.


Hadmut
30.12.2012 21:15
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…wieder die Trollerei aus den Berliner Unis. Und so toll begründet…


Jungs, versuchts doch mal hiermit:
http://agensev.de/wp-content/uploads/Vortrag-Baer-GG-Copy.pdf
Suchmaschine, ein Versuch, ein Treffer. Oder ist das der falsche Vortrag?

Warum muß alles Totalitäre als faschistisch bezeichnet werden? Gehen die Schimpfworte aus? Wollen wir mal die Begriffe sauber halten? Faschismus gab es in Italien, vielleicht auch in Spanien, nicht in Deutschland. Jede Macht will die totale Macht sein, jede Religion, jede Ideologie will alles, oder sie verliert gegen andere.

Das Festhalten an den Steuergesetzen und anderen Gesetzen aus der Zeit des Nationalsozialismus hat seinen Grund in der Rechtslage in Deutschland, in seiner mangelnden Souveränität. Ähnlich verhielt es sich mit der Reichsbahn.

Carsten

Dummheit ist nachhaltig


Hadmut
30.12.2012 21:33
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@Carsten:

> Warum muß alles Totalitäre als faschistisch bezeichnet werden?

Ja eben nicht alles. Faschismus ist eine spezifische Variante des Totalitären.

Und dass Faschismus nur die in Italien aufgekommene Variante sei, ist auch eine veraltete Auffassung.

Siehe beispielsweise

http://www.eurozine.com/articles/2007-03-07-gentile-de.html

wo sehr detailliert auf die Eigenschaften von Faschismus eingegangen und damit auch die Unterschiede zu allgemeinem Totalitarismus aufgezeigt werden.


georgi
30.12.2012 21:27
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Da heute nix im Fernsehen läuft, habe ich etwas für Euch: Wie kommen deutsche Substantive zu ihrem grammatikalischem Geschlecht?

http://www.belleslettres.eu/artikel/der-oder-das-blog_genus.php

So ganz nebenbei wird klar, warum die ganze feministische Sprachkritik, “Frauen nicht gemeint” etc., großer Quatsch ist, d.h. daß es im Deutschen sehr wohl ein generisches Maskulinum gibt.


Joe
30.12.2012 21:31
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Hadmut weiß nicht, was Marxismus ist, daß Feminismus antimarxistisch ist

Ich spreche gern vom Marxismus-Feminismus, weil gegenwärtig der Feminismus als Vehikel zur Durchsetzung einer marxistischen Weltordnung genutzt wird. Ganz deutlich ist das in der Europäischen Union erkennbar.

Ich bin allerdings mangels soziopolitologischer Gehirnwäsche nicht mit dem einschlägigen Begriff des Marxismus vertraut, sondern verwendete ihn nur als griffige Bezeichnung für den totalitären Kollektivismus, also die vollständige Unterordnung des Individuums unter das “höhere Ziel” (Völker auflösen, Frauen einebnen, Klima retten usw.), einhergehend mit der Beseitigung jeglicher persönlicher Freiheiten und Entscheidungsmöglichkeiten.


Josef
30.12.2012 21:40
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> Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass Sinn und Zweck dieser
> Sprachumbauerei, das ständige Fordern dieser Doppelformulierungen
> oder solcher -in/In-Formen ist, jeder noch so einfältigen Nuss ein
> idiotinnensicheres Werkzeug an die Hand zu geben, um immer, überall
> und in jeder Situation an etwas herumzumäkeln, Änderungen zu
> verlangen, sich zu beschweren und wichtig zu tun, „Macht auszuüben”
> […]

Ein weiterer (durchaus gewünschter) Effekt ist natürlich, all jene, die diese Formen nicht benutzen, nach und nach in die Ecke der vermeintlichen Unterdrücker zu drängen. Assimilation oder Vernichtung quasi 😉

Danke für den ausführlichen Artikel!


georgi
30.12.2012 21:41
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…ich bin gewiß ein Troll, aber keiner aus einer Berliner Uni.

Zu den Erfordernissen wissenschaftlichen Arbeitens gehören Empirie und besonnenes Urteilen. Ressentiment und Erkenntnisse vom Hörensagen sind keine wissenschaftlichen Arbeitsmethoden. Wenn das Antifeministen nicht einsehen, sind sie nicht besser als männerhassende Feministen, sie wären dann feministenhassende Männer, also ziemlich armseliges und bescheuertes Volk.


Hadmut
30.12.2012 21:42
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Und warum gibst Du dann eine E-Mail-Adresse einer Berliner Uni an?


Jens
30.12.2012 22:22
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“Leidet Baer an einer Form des Autismus?”

Du tapfst gerne von einem Fettnäpfchen ins nächste, kann das sein?

http://quergedachtes.wordpress.com/2012/12/15/autismus-das-medienbild-und-die-wirklichkeit/ etc. pp.


Hadmut
30.12.2012 22:29
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@Jens: Nein. Die Seite ist ja wohl voll daneben und dilletantisch.

Es gibt verschiedene Formen von Autismus. Genauer gesagt ist Autismus eine ganze Kategorie von Formen.

Es gibt dabei durchaus Formen, bei denen man das den Leuten kaum anmerkt und die ein weitgehend normales Leben führen und normal schreiben können, sich aber Wahrnehmungsdefizite ergeben.


Jens
30.12.2012 23:08
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Susanne Baer täte diesbezüglich ein Gutes, wenn sie zum Beispeil dafür plädieren würde, dass sich das BVerfG von seiner »Rechtsprechung« in der BVerfGE 6, 389 – Homosexuelle vom 10. Mai 1957 offiziell lossagt, wo z.B. »ausgelegt« wird:

Statt sich davon loszusagen, hat man sich darauf ja noch in den 2000er-Jahren nochmals berufen …


Hadmut
30.12.2012 23:13
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Unfug. Ein Verfassungsrichter tut nichts Gutes, indem er sich von etwas „lossagt”. Rechtsbeugung wird nicht besser, bloß weil sie Euch gerade in den Kram passt.

Die Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts binden nach § 31 BVerfGG alle Gerichte und damit auch das BVerfG selbst. Soweit ich mich erinnere, war das sogar selbst eine der ersten Entscheidungen des BVerfG.

Daher kann sich Baer nicht einfach mal so davon „lossagen”, denn das wäre Rechtsbeugung. Zwar kann das BVerfG seine Meinung ändern, aber dafür braucht es Grund und Begründung.


Jens
30.12.2012 23:12
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Ansonsten könnte man alle Spekulation ja mal beiseite lassen und auch ihre Aufsätze, die für ihre Arbeit nur indirekt von Bedeutung sind ignorieren, und eine konkrete, von Ihr getätigte Rechtsprechung analysieren. Ich habe mal schnell in der Liste der Entscheidungen auf der Webseite des Verfassungsgerichtes herumgeklickt, aber da stehen auf den Entscheidungen lange Listen von Richternamen drauf und es ist mir nicht klar, wer da welche Rolle spielt.

Das hat da Methode. Ich hab von denen mal ein Schreiben “auf richterliche Anordnung” bekommen, ohne zu wissen, _wer_ das angeordnet hat, also, aus wem der zuständige Spruchkörper bestand, oder wer Berichterstatter war.

Intern gibt es beim BVerfG gibt es durchaus Voten (vgl. auch die Geschäftsordnung des BVerfG). Extern kriegt man es aber nicht mit, insbesondere nicht als Unbeteiligter (als Beteiligter könnte man es sich vermutlich sagen lassen).


Jörg
30.12.2012 23:35
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Weihnachtsgeld 2012:

Susanne Baer ist erste Caroline von Humboldt-Professorin. Damit sind 80.000 Euro verbunden.

“Die international besetzte Jury würdigte mit ihrer Entscheidung nicht nur die wissenschaftlichen Leistungen von Susanne Baer, sondern auch ihr außerordentliches wissenschaftspolitisches Engagement.”

http://idw-online.de/pages/de/news513284


Jens
31.12.2012 0:18
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“Die international besetzte Jury würdigte mit ihrer Entscheidung nicht nur die wissenschaftlichen Leistungen von Susanne Baer, sondern auch ihr außerordentliches wissenschaftspolitisches Engagement.”

Ja, Hochverrat ist auch eine Form von staatspolitischem Engagement.


Hadmut
31.12.2012 0:23
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Was man als Formulierung im Wissenschaftsbereich häufig so zu verstehen hat, dass das “nicht nur” gar nicht da war. Dass es eben keine wissenschaftlichen Leistungen, sondern nur politisches Engagement gab. Es findet sich in ihren Publikationen ja auch keine wissenschaftliche Arbeit, dafür hat die Recherche ergeben, dass sie von Anfang ihrer Professur an bis 2010 intensiv für das Familienministerium politisch tätig war.

Weil Politik aber nicht zur Wissenschaft gehört, wäre das eine erstens erlaubnispflichtige und zweitens in diesem Umfang unzulässige Nebentätigkeit.

Es konnte mir von der HU bisher keiner erklären, wie Baer überhaupt zu dieser Nebentätigkeit als Beraterin des Ministeriums kam. Und warum eine aus Steuergeldern bezahlte Professorin in ihrer Arbeitszeit Parteipolitik treibt.

Ich habe bisher auch keinerlei Hinweise darauf gefunden, wer in dieser „international besetzen” Jury gesessen haben soll.


Jens
31.12.2012 0:21
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Tatsächlich aber ist Gender Faschismus, und das Absurde daran ist, dass er ja besonders von den Linken betrieben werden, sie sich so gerne als antifaschistisch hinstellen.

Bei den Linken habe ich ihn aber noch nicht in verschärfter Form wahrgenommen.


Stefan W.
31.12.2012 0:25
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Wie man dazu kommt feministische Strömungen als Faschismus zu bezeichnen ist mir auch schleierhaft, während Totalitarismus leicht erkennbar ist.

Da der Begriff “Gender Studies” das irreführende Wort “Studies” enthält schlage ich als Alternative dafür “Gender Gospels” vor.


Hadmut
31.12.2012 0:33
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> “Gender Gospels”

Bist Du wahnsinnig?

Hast Du mal deren unerträgliches Gekreische und deren „Sexistische Kackscheiße!”-Geschrei gehört? Jede Klospülung ist um Größenordnungen musikalischer und angenehmer anzuhören.


Heinz
31.12.2012 1:02
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@Hadmut
“Und so langsam wird mir auch immer klarer, warum SPD und Grüne so versessen auf Feminismus sind – weil es ein Trojanisches Pferd ist. Außen Frauenrechte, innen Marxismus. Und Marxismus hat bekanntlich mit Demokratie nichts zu tun.”

naja leider nicht nur SPD und Grüne, die CDU(so wenig ich deren Politik mag) hatte immer ein stabiles Immunsystem, was mit der Infiltrationsbeauftragten Glöckner, die auch gleich in ein hohes Amt gewählt wurde, anders aus…


Kaiser
31.12.2012 2:12
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“Deshalb findet das alles auf sprachlicher Ebene statt. Passt auch auf die Herkunft des Genderismus aus den Naturwissenschaften.”

Müsste da nicht Geisteswissenschaften hin? Und wie zitiere ich hier eigentlich?


Stefan W.
31.12.2012 5:38
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Nein, ich habe noch nie ein „Sexistische Kackscheiße!”-Geschrei gehört. Religiös-exstatische Gospels können, gerade wenn sie mit mehr Inbrunst als Kunstfertigkeit vorgetragen werden, auch als Gekreisch empfunden werden.


Philipp
31.12.2012 7:16
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Woher kommt dieses “Kackscheiße” eigentlich her? Musste gerade lachen, da im ersten Kommentar im Zeitartikel es gleich vorkam:

http://www.zeit.de/digital/internet/2012-12/29c3-chaos-computer-club


Hadmut
31.12.2012 8:33
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@Kaiser: Äh, ja, natürlich. Danke!


Hadmut
31.12.2012 8:35
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@Philipp: Aus der unendlichen Leere feministischer Gehirne, die sich verbal nicht besser als auf dieser Primitivebene ausdrücken können, aber für sich proklamieren, dass Frauen grundsätzlich die höhere Sprachbegabung haben.

Die meisten Feministinnen haben einen lächerlich geringen Sprachschatz.

Hängt auch damit zusammen, dass viele dieser angeblich so kommunikativen Wunderwesen in der Realität so viel Twittern und Chatten, dass sie nicht mehr in ganzen Sätzen reden können.


Roland
31.12.2012 10:30
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Unser Hadmut gestaltet meinen letzten Tag des Jahres ausgesprochen fröhlich, weil ich aus dem Lachen gar nicht mehr herauskomme.
Eine solche Charmeoffensive wie hier im Blog in Richtung Baer/ Verfassungsgericht ist nicht so häufig zu lesen. Du machst Dir geradezu serienweise neue Freunde, besonders in der “Gender-Szene”.
Die werden vor lauter Zähneknirschen nicht mal mehr “Prosit NeujahrIn”
rufen können…..

Sehr lustig die Kommentare von “georgi”, in denen nichts, aber auch gar nichts irgendwie begründet wird. Schade, daß ich schon zu alt bin, mit “Gender”, also substanzlosem Geschwafel hätt ich auch eine “wissenschaftliche” Karriere hinbekommen……….- kleine Operation am Körper vorausgesetzt….


[…] Baer und der von Ihr verbreitete Unsinn hat auch Hadmut Danisch zu einem post inspiriert: Über die Lächerlichkeit des Bundesverfassungsgerichts Bewerten:Share this:FlattrShare on TumblrFacebookDiggE-MailDruckenGefällt mir:Gefällt mir2 […]


Michael Klein
31.12.2012 12:03
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Zu den Erfordernissen wissenschaftlichen Arbeitens gehören Empirie und besonnenes Urteilen. Ressentiment und Erkenntnisse vom Hörensagen sind keine wissenschaftlichen Arbeitsmethoden. Wenn das Antifeministen nicht einsehen, sind sie nicht besser als männerhassende Feministen, sie wären dann feministenhassende Männer, also ziemlich armseliges und bescheuertes Volk.

Georgi, you really made my day!

Ich bin in England Mitglied einer Campaign for Merit in Business. Wir versuchen seit nunmehr 12 Monaten von Feministen ein Argument für Ihre Forderung nach einer Frauenquote in Unternehmen zu bekommen. Wir haben bislang noch keine Feministin gefunden, die diese Forderung mit etwas anderem als mit Hörensagen begründet. Die Arbeiten, die angeblich einen Zusammenhang zwischen Frauenanteil und positiver Entwicklung von Unternehmen zeigen, sind das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt werden und die wenigen Arbeiten, die valide und reliabel sind, zeigen unisono, dass Frauenquoten die zu ihnen gezwungenen Unternehmen schädigen.

Ich beschäftige mich seit mehreren Jahren mit feministischen Auswürfen, die von Universitäten kommen. Keiner davon enthält empirisch Nachprüfbares. Die Begründungen, die von Feministinnen für ihre Behauptungen gegeben werden, sind regelmäßig die selben Gebete, der selbe Katechismus. Und wer diesen Katechismus nicht glaubt, ihn gar hinterfragt, der wird zum Antifeministen gestempelt (ein Titel, den ich mittlerweile mit Stolz trage, denn er sagt nur, dass ich Fragen stelle, die Feministen nicht beantworten können). Und jetzt kommst Du daher und verkündest einen Anspruch an Antifeministen, der von Popper sein könnte und suggerierst Feministen würden einem solchen Anspruch gerecht.

Wirklich ulkig und ich habe selten so gelacht, aber, man soll ja fair sein und deshalb: Bring mir NUR EINE feministische Arbeit, die empirisch ist, in der aus einer THEORIE, eine HYPOTHESE abgeleitet wird und in der die entsprechende HYPOTHESE auch GEPRÜFT wird, und zwar mit VALIDEN UND RELIABLEN Ergebnissen. Ich bin im Gegenzug für die Nennung einer solchen Arbeit, die dann wissenschaftlichen Kriterien genügt (nach Prüfung versteht sich), bereit, in Zukunft zu schreiben, Feministen – mit Ausnahme von XY – haben keine Ahnung davon, was Wissenschaft eigentlich ist.


Andreas
31.12.2012 12:34
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Hallo,

was habe ich gelacht! Bis die Tränen kamen — kein Wunder, solche Zustände lassen einen verzweifeln, auch wenn sie urkomisch sind.
Aber eigentlich kein Wunder, wenn seit zig Jahren das Schulniveau abgesenkt wird und man vor 10 Jahren auch noch das Uniniveau durch Einführung von Bachelor/Master und vor allem dem Punktesystem kastriert.
Also werden wir bald — geistiges, anschließend wirtschaftliches — Entwicklungsland.


yasar
31.12.2012 12:57
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Ich stelle mir grerade eien Grundgesetzänderung vor:

Jedie hat das Recht auf die freie Entfaltung …

Jedie hat das Recht, ihre Meinung …

Jediefrau hat das Recht …

(in Anlehnung an an Zitate aus dem Grundgesetz:

Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung …
Jeder hat das Recht, seine Meinung …
Jedermann hat das Recht …

)


yasar
31.12.2012 12:59
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Ach ja, die Grundgesetz-Zitate kommen auch bei Baer im Original vor, mit der sie belegt daß es männlich ist.


lothar
31.12.2012 14:11
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etwas oT:
Gott ist Brasilianer – also maennlich,
die Kompetenz ist weiblich und steht daher nur Frauen zu – inkl. Frau Baer.

Gutes neues Jahr (zum Glueck saechlich)


Hadmut
31.12.2012 14:19
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Deshalb redet sie ja auch unentwegt davon, die Kompetenz gepachtet zu haben…


Heinz
31.12.2012 15:52
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@Hadmut
“Es gibt dabei durchaus Formen, bei denen man das den Leuten kaum anmerkt und die ein weitgehend normales Leben führen und normal schreiben können, sich aber Wahrnehmungsdefizite ergeben.”

Ich kenne mich zufälligerweise damit aus – welche Wahrnehmungsdefizite gibt es denn bei allen Autismusformen?


Jürgen
31.12.2012 17:19
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Der von den 68ern ausgerufene “Marsch durch die Institutionen” steht kurz vor der Vollendung.

“Marsch durch die Institutionen” ist die verharmlosende Bezeichnung für ein Jahrhundertverbrechen. Nämlich die großangelegte Ämterpatronage mit dem Ziel, die demokratischen Strukturen der Bundesrepublik aufzulösen, um eigene Ideologien durchsetzen zu können.

Wäre ein solcher Vorgang – eine Person wie Baer in das Verfassungsgericht einzuschleusen – in den 50er-Jahren möglich gewesen?

Es bedurfte intensiver Vorarbeit.
Die in den 70er-Jahren gestarteten “Bildungsexperimente” in den SPD-regierten Bundesländern waren der Beginn des Bildungsabbaus.
Der ursprüngliche Plan, das Gymnasium abzuschaffen und die drei Schulformen durch eine Einheitsschule zu ersetzen, scheiterte am Widerstand der Eltern. Dennoch gelang es denen, das Gymnasium von innen auszuhöhlen. Ersetzung der Lehrpläne durch unverbindliche Rahmenpläne, schrittweise Abbau der Leistungsanforderungen, Einführung von ineffizienten und nutzlosen Methoden unter dem Deckmantel der “modernen Pädagogik”. So wurde das Gymnasium langsam und schleichend zugrundegerichtet.

Die Fähigkeit, Wissenschaft von Pseudowissenschaft zu unterscheiden, wird heute am Gymnasium nicht mehr vermittelt.

Dieses Verbrechen, das mit der modernen Pädagogik begann, und im Genderismus endete, muß lückenlos aufgeklärt, und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.


O.
31.12.2012 17:19
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Apropos Orwell und Ungleichheit ist Gleichheit:

=>

“Krieg ist Frieden
Freiheit ist Sklaverei
Ignoranz ist Stärke”


O.
31.12.2012 17:23
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Bleibt die Frage: Warum hat DIE WURST eine phallische Form?!


Hadmut
31.12.2012 17:31
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Weil sie dazu gemacht ist, Frauen permanent an die bestehenden Machtstrukturen zu erinnern.

Deshalb backen Feministinnen ja auch „Muschikuchen” (im Ernst!). Bilder zu googlen.


georgi
31.12.2012 17:52
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Michael Klein, du Wissenschaftler!

Ich bin nicht für Frauenquote, und halte feministische Theorien für genauso blöd wie ihr. Deshalb muß ich auch nichts begründen. Nur, wer Feministen für Marxisten hält, ohne das Nebenwiderspruchsgeplänkel mitbekommen zu haben, und ohne deren Positionen zu kennen, oder der wirre Verschwörungstheorie bastelt, nach dem Motto “Hülfe! Die greifen nach der Weltherrschaft! Die wollen uns unterjochen!”, oder der mit soziologischen Fragestellungen und Arbeitsmethoden im allgemeinen nicht klar kommt, den muß man nicht ernst nehmen.

Übrigens: Subjektive Erfahrungen von Bloggerinnen, selbst von feministischen Bloggerinnen, sind durchaus wertvoll; für echte Wissenschaftler meine ich. Selbstverständlich muß man differenziert urteilen können. Das machen auch Pharmafirmen so, die Leute in den Urwald schicken, und sich ansehen, wie die Eingeborenen ihre Kranken behandeln. Dann untersuchen sie das und subtrahieren den Geisterglauben und den ganzen Hokuspokus, und vielleicht kommt dabei etwas Nützliches heraus. So ein Michael Klein hingegen würde stattdessen Studie auf Studie auffahren, andauernd auf den Geisterglauben der Eingeborenen herumhacken, nur weil seine Ignoranz nichts anderes zuläßt.


Hadmut
31.12.2012 18:00
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> den muß man nicht ernst nehmen.

Typische Universitäts- und insbesondere Feministinnen-Taktik, immer den anderen für nicht ernst zu nehmen erklären zu wollen, wenn man beim Schwindel erwischt wurde und nicht mehr weiter weiß. Ganz typisch.

Und unglaubwürdig. Denn würdest Du mich nicht erst nehmen, würdest Du dich nicht so intensiv hier in meinem Blog rumtreiben und nölen/pöbeln. Gemessen an der Zeit, die Du hier verbringst, scheinst Du mich sogar außerordentlich ernst zu nehmen.


O.
31.12.2012 18:11
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Hadmut
31.12.2012 18:39
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@O.: Schröder und von der Leyen gehören nicht zu den Protagonisten von Gender, sondern zu den Blöden, die darauf hereingefallen sind. Beide sind wissenschaftlich unfähig und merken den Unterschied nicht, und als Familienministerinnen wurden/werden sie entsprechend intensiv bearbeitet. Die springen auf jeden Floh an, den ihnen jemand ins Ohr setzt.

Von der Leyen wurde durchgehend von Baer „beraten”.


FullHD
31.12.2012 18:25
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“Gender-Studies” gehören zu den propagandistischen Pseudowissenschaften, wie “Lyssenkoismus”, “Marxismus-Leninismus”, “Rassenkampf” und “Kreationismus”. Diese entstanden aus politisch zweifelhaften Absichten und hatten/haben schreckliche Auswirkungen zur Folge. Leider sind bislang nicht alle auf dem Müllhaufen der Theoriegeschichte gelandet.


techniknoergler
31.12.2012 22:54
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“…wieder die Trollerei aus den Berliner Unis. Und so toll begründet…”

Der Marxismus sieht sich als die einzig wahre Wissenschaft. Er ist per Definition wissenschaftlich und Widerspruch unwissenschaftlich. Das ist, wenn ich das richtig erkenne, auch eine der Parallelen zum Feminismus die du siehst.

Hat natürlich mit Wissenschaftlichkeit im Sinne der Struktur- oder Naturwissenschaften nichts zu tun.

Aber nicht jede Behauptung, die man nicht mag ist gleich Trollerei…


ArgumenteVonFemastasen
31.12.2012 23:50
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Hadmut, Hadmut, da erwähnst du in deinem Artikel wie männerfeindlich der Plural-Artikel “die” ist, vergisst aber die männerverachtendsten Formulierungen schlechthin:

Das Dritte Person Plural Pronomen und die Höflichkeitsform: “Sie”.

Na sowas! Dagegen wettert keine Feministin. Und auch beim Binnen-I misst man mit zweierlei Maß:

http://bloganddiscussion.com/argumentevonfemastasen/1428/generisches-maskulinum-feminismus/


Übrigens: Subjektive Erfahrungen von Bloggerinnen, selbst von feministischen Bloggerinnen, sind durchaus wertvoll; für echte Wissenschaftler meine ich. Selbstverständlich muß man differenziert urteilen können. Das machen auch Pharmafirmen so, die Leute in den Urwald schicken, und sich ansehen, wie die Eingeborenen ihre Kranken behandeln. Dann untersuchen sie das und subtrahieren den Geisterglauben und den ganzen Hokuspokus, und vielleicht kommt dabei etwas Nützliches heraus. So ein Michael Klein hingegen würde stattdessen Studie auf Studie auffahren, andauernd auf den Geisterglauben der Eingeborenen herumhacken, nur weil seine Ignoranz nichts anderes zuläßt.

Ich bin immer wieder überrascht, über die Assoziationen, die manche meiner Sätze bei Dritten auslösen. Leider ist es mir nicht vergönnt, mich in die Gehirnwindungen einzugraben, die diese Assoziationen haben und deshalb meine Frage: Welche meiner Aussagen hat diesen Wust and Assoziation ausgelöst und was willst Du mir damit sagen? Ich kann nicht erkennen, was das Ganze mit Michael Klein zu tun hat. Für den Fall, dass Du mit “so ein Michael Klein” mich meinst, was mir etwas unheimlich wäre, denn ich bin es nicht gewohnt, stereotypisiert, vergöttern und auf ein Postament gestellt zu werden, aber bitte, warum eigentlich nicht, also spreche ich mal von meinem Postament herunter zu Dir armem Sterblichen und sage Dir, dass ich als Anhänger einer deduktiven Vorgehensweise in der subjektiven Sicht der Bloggerin genau so lange subjektiven Junk sehe, solange es nicht gelingen mag, die subjektive Sicht der Bloggerin in einen größeren Zusammenhang zu stellen, und der Zusammenhang, der größere, wird in meiner Welt von einer Theorie hergestellt, denn ich habe die gleiche Angst, die schon Bertrand Russell befallen hat, dass nämlich der Irre, der sich für ein Rührei hält nur deshalb als irre identifiziert werden kann, weil er sich in der Minderheit (derzeit noch) befindet. Entsprechend führt, so fürchte ich, an Rationalität und deduktivem Vorgehen, kein Weg vorbei, so leid mir das für die subjektive Einsicht der Bloggerin auch tut.

By the way, ich bin ein Fan von EE Evans-Pritchard (WITCHCRAFT, ORACLES. AND MAGIC AMONG THE. AZANDE) und entsprechend auch nicht bereit, mich in die Schiene rationaler Westler, der z.B. südamerikanische Kulturen nicht schätzt und für unterlegen hält, einordnen zu lassen. Und sobald Du Deinen Duktus von, guck mal, die sind gar nicht so blöd, unsere Wissenschaftler versuchen, hinter deren Geheimnis zu kommen, abgelegt hast, können wir darüber vielleicht auf gleicher Ebene reden.


georgi
1.1.2013 13:55
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Das Bild von den Pharmawissenschaftlern im Urwald war ein Gleichnis. Zum Beispiel sind feministische Bloggerinnen wie Nadine Lantzsch und das Steinmädchen erfahrungsgemäß immer dann gut, wenn sie von selbst erlebten psychotischen Zustände aus subjektiver Sicht berichten, also von Depressionen, Borderline-Störungen, Alkoholsucht, Angststörungen, Suizidabilität u. dergl. mehr schreiben. Erst dann, wenn sie verallgemeinern, tritt das ganze poststrukturalistische Zeug hinzu. Dann wird daraus Critical Whiteness oder Queer Theory. Also: Feminismus als empirisches Ausgangsmaterial vielleicht brauchbar, als Theorie schwach.


Hadmut
1.1.2013 13:59
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von selbst erlebten psychotischen Zustände aus subjektiver Sicht berichten, also von Depressionen, Borderline-Störungen, Alkoholsucht, Angststörungen, Suizidabilität u. dergl. mehr

Müssen ja tolle Zustände bei den Feministinnen herrschen.

Und die behaupten, das wäre der natürliche Normalzustand?

Gesunde haben die nicht?


Skeptiker
1.1.2013 23:09
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[QUOTE]Ressentiment und Erkenntnisse vom Hörensagen sind keine wissenschaftlichen Arbeitsmethoden. Wenn das Antifeministen nicht einsehen, sind sie nicht besser als männerhassende Feministen, sie wären dann feministenhassende Männer, also ziemlich armseliges und bescheuertes Volk[/QUOTE]

Georgi, das kommt der Aufforderung gleich, gegen Panzer mit dem Schwert zu kämpfen, weil nur das ehrlich und ehrbar sei. Das schmälert nicht meine Hochachtung für Samurais wie Freistetter, die Psiram-Macher, die GWUP und viele andere, auch Hadmut. Wohin das aber führt, kann man in der Debatte um die Scheinmedizin sehen (Homöopathie, TCM, Aku* usw. – da gibts einige Analogien zu Gender- und anderen Glaubensthemen): Trotz intensivster sauberer Nachweisarbeit nirgendwohin, sondern im Gegenteil zu der Einsicht bei vielen Ärzten und Apothekern, dass man mit Voodoo viel leichter Geld verdienen kann als mit wissenschaftlicher Medizin. Da die aber auch an den Unis allmählich an Boden verliert, gibt es wenig Hoffnung – jedenfalls wenn man Wert darauf legt, wissenschaftlich sauber zu bleiben.

Es gibt schon “Heiler”, die Krebs usw. mit Globuli behandeln. Die Genderideologie sitzt bereits in Parlamenten, Ministerien und Gerichten. Irgendwann werden die Genderingenieurinnen auch Flugsicherheitssysteme programmieren und Brücken bauen, während wir hier noch Doppelblindstudien zur Wirksamkeit ihrer Designmethoden planen.

Eine der Grenzen wissenschaftlicher Methodik ist die eigenständige erfolgreiche Bekämpfung der Unwissenschaftlichkeit.


Hadmut
1.1.2013 23:16
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@Skeptiker: Das kenne ich, seit ich gegen Wissenschaftsbetrug aktiv bin (1998). Sie verlangen immer, dass man sich als Kritiker so zu benehmen hat, dass man bequem und einfach ignoriert und übergangen werden kann. Denn wenn man ganz trocken nüchtern wissenschaftlich agiert, erklären sie einen einfach für unbeachtlich und irrelevant, weil man ja nicht Teil der Community ist, kein Professor ist, nicht mal den Doktor hat usw.

Sie setzen sich nie inhaltlich auseinander. Es geht immer nur darum, den Kritiker aus irgendeinem Grund für irrelevant zu erklären und zu übergehen. Das muss man wissen.


Skeptiker
2.1.2013 0:06
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@Hadmut, weshalb Fairness (Regelkonformität) auf Seiten der Kritiker eben nicht zielführend oder sogar kontraproduktiv ist – unter Hunderten Wirksamkeitsstudien müssen zwangsläufig ein paar dabei sein, die eine wenngleich schwache Signifikanz ausweisen, selbst wenn die alle sauber wären, was sie oft aber nicht sind. Was die schon ganz gut unterwanderte oder schlicht ungebildete Publikumspresse daraus macht, können wir jeden Tag in den Medien sehen und lesen: Akupunktur “wirkt” usw.

Sie greifen die Wissenschaft auch geschickter und irgendwie unauffälliger an als die Genderistinnen, finde ich. Die bleiben auch total ruhig uns sachlich. Was aber vielleicht nur daran liegt, dass die Scheinmedizin eine viel längere Geschichte hat und weil da massive Geschäftsinteressen dahinterstehen.


Hadmut
2.1.2013 0:15
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@Skeptiker: Meine Aussage gilt nicht allgemein. Hätte man Wissenschaftler als Gegner, bräuchte man das nicht sondern könnte nüchtern-sachlich-wissenschaftlich bleiben. Denn dann würde das Argument beachtet.

Man hat aber keine Wissenschaftler als Gegner. Man hat Professoren als Gegner. Das ist was ganz anderes. Heute Professoren arbeiten fast nur noch mit dreckigsten Tricks und Regeln, übergehen eben die Argumente und argumentieren ad personam usw. Und solange man gegen einen dreckigen Gegner kämpft, der selbst dreckige Regeln festlegen will, kann man sich daran nicht halten.

In wissenschaftlichem Rahmen sollte man sich aber tunlichst an wissenschaftliches Arbeiten halten. Die Universitäten sind aber nicht so ein Rahmen.


Alexander Roslin
2.1.2013 4:03
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@ Georgi

Um Symptomatiken von Neurosen/Psychosen zu erstellen, ist die Psychiatrie nun wirklich nicht auf die Erfahrungsberichte von Feminist.I.nnen vom Umgang mit ihren Neurosen/Psychosen angewiesen.

Was soll daran neu sein?

Erkenntnisfördernd?

Interessant wäre allenfalls die Beantwortung der Frage, welche Ideologien Neurotiker.I.nnen/Psychotiker.I.nnen bevorzugen, welche “heilsam”, also perseverierend-konservierend auf ihren verstörten Zustand wirken, den Krankheitsgewinn nicht gefährden.

Denn genau danach scheinen sie sich ihre präferierten Ideologien auszuwählen.

Sie wollen ja nicht gesunden – das ist Teil der Erkrankung.

Sie wollen vielmehr die ganze Gesellschaft neurotisieren/psychotisieren, um sich DANN, mit ihrer Krankheit, als gesund fühlen zu können, als Avantgarde.

Man ist nicht mehr die bekloppte Verrückte, als die man in der Schule von den anderen angesehen wurde, sondern die Vorbot.I.n einer neuen Normalität.


“Heutige Professoren…”
Wissenschaft war immer schon ein Kampf um Macht und nebenbei um Wahrheit. Das ging auch früher kräftig zur Sache. Es mag sein, daß zur Zeit wieder Pseudowissenschaften Oberwasser haeben. Es ist aber ein ständiger Kampf. Daran ändert sich nichts.


Skeptiker
2.1.2013 12:44
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> Und solange man gegen einen dreckigen Gegner kämpft, der selbst dreckige Regeln festlegen will, kann man sich daran nicht halten.

In wissenschaftlichem Rahmen sollte man sich aber tunlichst an wissenschaftliches Arbeiten halten. Die Universitäten sind aber nicht so ein Rahmen. Bildungssystem).


georgi
2.1.2013 14:54
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Um Symptomatiken von Neurosen/Psychosen zu erstellen, ist die Psychiatrie nun wirklich nicht auf die Erfahrungsberichte von Feminist.I.nnen vom Umgang mit ihren Neurosen/Psychosen angewiesen.

Doch. Bevor man allgemeingültige Aussagen treffen kann, muß man empirische Tatsachen erheben. An diesen Tatsachen müssen sich die verallgemeinerten Aussagen bewähren.


Skeptiker
2.1.2013 17:17
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Da hat mir die pöse Technik wieder mal einen Teil meines Texts mitten rausgeschnitten (2.1.2013 12:44). Ich hatte sagen wollen, dass ich das jeweils so gemeint hatte wie in dem Zitat von Hadmut, und bedauert, dass so wenige Leute unterscheiden können, was “wissenschaftlich” ist und was nicht, und dem Bildungssystem dafür eine Mitschuld gegeben.


anonym
2.1.2013 19:29
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Erstens, weil es absurd ist, wenn Leute über das Geschlecht von etwas streiten, was nicht existiert und nichts anderes als ein willkürliches Phantasieprodukt ist.

Genau an der Stelle ist jede Diskussion über die Akzeptanz gefährlicher Phantasie, wie Religion, für mich beendet. Also ohne die Absicht sich darauf einzulassen, aber weils so schön ist (von Dieter Nuhr) Gott muss männlich sein. Denn wäre er weiblich würde er zu uns sprechen.


Hadmut
2.1.2013 19:39
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* Pruuuuust *

Huahahahaaaaa !


Fry
3.1.2013 7:08
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Hadmut,
vielen Dank für einen weiteren guten Artikel, auch wenn der Inhalt eher bedrückt als beglückt.

Ein kleiner Hinweis von meiner Seite: es ist nicht fair, den Begriff “Lesbe” quasi in einen Topf mit “Emanze”/”Feministin” usw. zu verwenden. Überhaupt sollte man nicht vergessen, dass es eine Menge “unpolitischer Frauen” gibt, damit meine ich Frauen, die es nicht nötig haben, ihr Geschlecht ständig vor sich her zu tragen und mit einer gar nicht so sehr “hidden” politischen Agenda zu thematisieren.

Lesben – wie auch Frauen allgemein – sind keineswegs automatisch Feministinnen (oder Genderistinnen oder wie auch immer man das heute nennt). Insofern ist jede sprachliche Implikation oder Ungeschicklichkeit, die dieses falsche Verständnis erkennen lässt, ein Eigentor, denn es schiebt eine Personengruppe, die deinen Inhalten eigentlich zustimmen könnte, in die Defensive.

Aber nochmal: exzellenter Artikel, gratuliere.

VG,
Fry


Fry
3.1.2013 7:09
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Noch was: ich habe den obigen Kommentar zuerst in firefox getippt, er wurde abgelehnt, weil “Javascript und Cookies” angeblich deaktiviert wären (beides falsch). In IE64 ging es dann. Seltsam.


Den Einwurf von georgie “Zu den Erfordernissen wissenschaftlichen Arbeitens gehören Empirie und besonnenes Urteilen. Ressentiment (…) sind keine wissenschaftlichen Arbeitsmethoden.” finde ich berechtigt, genauso wie den von Hadmut “man wird nicht ernstgenommen, wenn man brav und nett ist”. Ich finde, das kann man so stehenlassen, ohne sich an die Gurgel zu gehen.

Was Hadmut in diesem Blogbeitrag geschrieben hat, finde ich starken Tobak, auch von der Wortwahl und Ausdrucksweise her. Aber das ist angesichts des Befundes wohl auch berechtigt.

Jedenfalls habe ich ambivalente Gefühle beim Lesen des Beitrags, einerseits ist es erfrischend, wie Hadmut pointiert Feminismus, Genderismus und Susanne Baer auseinander nimmt, andererseits erschüttert und verunsichert, wie ignorant und inkompetent in Deutschland regiert und gerichtet wird.

Nun versuche ich mich an einer Erklärung:

1. Nicht jeder Wissenschaftler ist ein Galilei oder Newton, das Gros der Wissenschaftler ist eher durchschnittlich und das war wohl immer so.

2. Es wurde nicht nur Marxismus für wissenschaftlich gehalten, sondern auch Sozialdarwinismus und das Vermessen von Schädelformen mit dazugehörigen Zuschreibungen. Auch wurde lange Zeit ernsthaft und wissenschaftlich versucht, alle möglichen Materialien in Gold zu verwandeln. Es wurde also vieles für Wissenschaft gehalten, was heute eher belächelt wird. Feminismus und Genderismus sind also nicht die einzigen Beispiele “wissenschaftlicher” Verirrungen.

3. Zudem hat sich in unserer Gesellschaft etwas etabliert, was nichts mit Feminismus zu tun hat. Es werden Hauptschüler auf die Realschule befördert, Realschüler auf das Gymnasium, Gymnasiasten an die Hochschulen und so weiter. Dass diese Förderung nicht dazu führt, dass die Intelligenz der Menschen zunimmt, und so zu Forschung und Lehre befähigt, sollte klar sein. Doch wenn man die Zahl der Gelehrten und Wissenschaftler immer weiter erhöht, dann ist es nur eine Frage der Zeit, dass der Durchschnitt in die Wissenschaft eindringt. Und der Durchschnitt ist der Elite und dem Ausnahmewissenschaftler zahlenmäßig immer überlegen.

Fazit: Es ist also nur eine Frage der Zeit, dass eine Koch-Merin ins Europa-Parlament befördert und eine Susanne Baer Verfassungsrichterin wird. Das ist letztlich nur zwangsläufig.

Natürlich sind Koch-Merin und Baer jede für sich eine Peinlichkeit, aber die Welt besteht aus wenigen Ausnahmeleistungen und vielen Peinlichkeiten. Ist das nicht auch menschlich? Und ist dies etwa in USA oder China anders? Wer glaubt unter Euch, dass in USA und China nur die Besten und Geeignetsten auf die entsprechenden Posten kommen?

Die Diskussion um die Frauenquote zeigt doch deutlich, dass die Bereitschaft, Frauen in Spitzenpositionen größer ist als die Anzahl an Spitzenfrauen, welche die nötigen Qualifikationen haben. Aber sieht das bei Männern anders aus? Viele Stellen sind suboptimal besetzt, weil die ideale Qualifikation selten in ausreichendem Maße verfügbar ist. Qualifikation und Spitzenleute sind eben ein knappes Gut. Das ist die Chance für Luschen wie Koch-Mehrin und Baer, gelegentlich weit nach oben zu kommen.

Das ist nicht schön, das ist auch peinlich, aber sehr wahrscheinlich geht davon die Welt nicht gleich unter. Hadmut hat gut gekocht und gewürzt, aber es sollte nicht so heiß gegessen werden, wie es gekocht wurde.

So richtig und wichtig Hadmuts Analyse auch ist, man sollte nicht über das Ziel hinausschießen. Die Selbstheilungskräfte sozialer Systeme sollte nicht unterschätzt werden. Auch hat die Wissenschaft an sich auch schon hahnebüchene Irrtümer überlebt. Gott sei dank!
Also wird die Wissenschaft auch eine Susannne Baer überleben, davon bin ich überzeugt.

Man weiß auch nie, wofür die Dinge wirklich gut sind. Vielleicht ist Susanne Baer als Verfassungsrichterin auch ein Glücksfall. Wenn Renate Künast eine so strunzdumme Person zum Verfassungsrichter macht, könnte das auch zum Boomerang für die Grünen und den Feminsmus werden. Immerhin ist die Dummheit des Feminismus jetzt an prominenter Stelle für jeden sichtbar. Das könnte dem Feminismus mehr Schaden zuführen, als Alice Schwarzer je imstande sein wird.

Das, was Lesben, Genderisten und Feministen für einen Geniestreich und Erfolg halten, könnte sich am Ende des Tages als Rohrkrepierer erweisen. Die letzte Strophe zu dem Lied ist noch nicht gesungen.


… andererseits >bin ich< erschüttert und verunsichert, wie ignorant und inkompetent in Deutschland regiert und gerichtet wird.

Das ist wirklich bedrückend, wie Fry anmerkt,
aber da ist die letzte Messe noch nicht gesungen.

Genau so gut, könnte Susanne Baer das Gender-Schiff zum Kentern bringen.
Das halte ich durchaus für nicht unrealistisch.


Hadmut
6.1.2013 12:48
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Wer meine Frage zu Baers Autismus zu absurd fand, möge

http://tageshauschaos.blogspot.de/2013/01/mal-luft-machen-und-doch-danke-sagen.html

lesen.


Skeptiker
7.1.2013 12:44
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Die Verbindung von dieser Autistin zur Baer entgeht mir gerade….


O.
3.2.2013 15:35
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@Hadmut
Ich lese gerade den Artikel vom Emilio Gentile.
Sehr interessant. Toller Hinweos, danke.


Sam Becker
7.2.2013 22:31
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@Skeptiker zitat: Die Verbindung von dieser Autistin zur Baer entgeht mir gerade….

mir auch….. versteh nicht ganz was die/ Baer für eine verbindung zu mir haben sollte.

@Hadmut könntest du mir da bitte deine aussage (Wer meine Frage zu Baers Autismus zu absurd fand, möge

http://tageshauschaos.blogspot.de/2013/01/mal-luft-machen-und-doch-danke-sagen.html

lesen.)
etwas erläutern?

Gruß Sam Becker


Hadmut
7.2.2013 22:48
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@Sam: Ich hatte noch nicht mit Autisten zu tun, aber hatte mal auf einer Reise für ein paar Tage eine Krankenschwester mit in der Reisegruppe, die – nach eigener Aussage – viel mit Autisten zu tun hatte. Sie erzählte mir, dass es da durchaus sehr viele Erscheinungsformen gibt, die teils auch schwer zu erkennen sind und durchaus nicht alle wie Rainman oder der Junge in Mercury Puzzle rumlaufen. Manchen merke man das durchaus erst einmal gar nicht an. (auch der von Dir verlinkte Bericht einer Autistin geht ja in diese Richtung.) Sie erzählte mir, dass manche Autisten mit schwach ausgeprägtem Autismus durchaus vor zuviel „Feedback” und Kritik fliehen und sich ihre eigene Welt zusammenzimmern, ähnlich wie ein Kind das sich die Ohren zuhält um sich nicht mit seiner Umwelt auseinandersetzen zu müssen.

Liest man Baers Werke bekommt man durchaus den Eindruck, dass sie sich in geradezu krampfhafter Weise gegen die Außenwelt abdichtet und den wissenschaftlichen Betrieb eigentlich nicht ertragen kann, und sich deshalb eine Phantasiewelt zusammendichtet, um jeden Außenkontakt zu vermeiden und alles als fremde Welt abzutun.

Inzwischen bin ich aber deutlich weiter, denn mittlerweile habe ich immer mehr von dem, was Baer von sich gibt, in der amerikanischen feministischen Literatur gefunden. Von Baer kommt eigentlich gar nichts selbst, sie schreibt das alles nur von den Amis ab. Plagiat mit Übersetzung, sozusagen. Was nichts daran ändert, dass der ganze Feminismus autistische Tendenzen hat. Ich lese gerade „professing feminism” mit Berichten von Insidern und Aussteigern aus dem Feminismus, wo man sich eigentlich jeden Tag an den Kopf langt ob der extremen Idiotie und Beklopptheit des amerikanischen Feminismus, die sich ebenfalls gegen jegliche Kommunikation von außen abschottet und rigide Schemen aufbaut, wer überhaupt etwas zu welchem Thema sagen darf. Und Baer kopiert das in weiten Bereichen. Damit kopiert sie auch den Eindruck, den das hinterläßt.


Sam Becker
7.2.2013 23:15
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@Hadmut da gruselt es mich sehr… nur bei dem Gedanken das eine Krankenschwester derart komische Sachen über Autisten von sich gibt.

zitat:Sie erzählte mir, dass manche Autisten mit schwach ausgeprägtem Autismus durchaus vor zuviel „Feedback” und Kritik fliehen und sich ihre eigene Welt zusammenzimmern, ähnlich wie ein Kind das sich die Ohren zuhält um sich nicht mit seiner Umwelt auseinandersetzen zu müssen. :zitat ende

also wir fliehen nicht vor zu viel Kretik oder Feedback. Eher sind wir mit unserer Umgebung so überlastet das unser Kopf leider auf stand-bei schaltet und wir uns ohne es zu wollen zurück ziehen. (bzw. in uns zurück ziehen). Wir zimmern uns unsere eigene Welt nicht zusammen. Eher ist es so das uns die Filter im Gehirn fehlen, die bei euch wichtige Informationen von unwichtigen trennen. Bei uns kommt alles ungefiltert und gleich laut, gleich wichtig im Bewustsein an. Das führt dazu das oftmals der Ram-speicher einfach überläuft (überlastet ist, zu warm wird.) Wenn du einen Autisten siehst der sich die Ohren zu hält, hält er in diesem Moment seine Laute Umgebung nicht mehr aus.

Ich habe das Wort Feminismus gerade noch einmal durch Wikipedia gejagt, und konnte auch dort keinerlei verbindung zum Autismus feststellen.

Freundliche grüße
sam becker

PS. wir sind meist sehr rational denkende Wesen.


Hadmut
7.2.2013 23:47
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@Sam: Ach Du bist das selbst, die das geschrieben hat? Hab ich nicht gleich gemerkt, ich dachte, Du verweist nur darauf und habe mich gerade gewundert, wen Du mit „wir” meinst.

Deinen Artikel habe ich übrigens damals schon gelesen und fand ihn sehr, sehr gut. Auch überraschend. Dass Autisten „rational denken” war mir auch bekannt. Aber nach meinem Laienwissen, das ich über lange Zeit immer wieder mal durch die Allgemeinpresse etwas eingesammelt habe (vor dem Film „Rainman” war der Begriff Autismus in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt, und wird nunmal erst durch solche Werke und Zeitungsartikel der Öffentlichkeit dargestellt, es gibt daher sehr wenige fundierte Darstellungen. Besonders eingeprägt hat sich bei mir, dass man angeblich noch nicht genau verstanden habe, was Autismus eigentlich genau ist und wodurch er entsteht, dass man nicht mal genau sagen kann, welche Formen es gibt und wo die Definitionsgrenze liegen soll).

Interessanterweise trifft Deine Beschreibung des Autismus aber durchaus – allerdings nur im übertragenen Sinne – auf den Feminismus zu.

Nach dem, was ich über Autismus weiß, was ich mir unter Autismus bisher vorstelle und wenn ich Dich richtig verstehe, ist es eben genau dieser fehlende Filter im Gehirn, der zu einer Reiz- und Informationsüberflutung führt und quasi eine Verstopfung der Aufnahmefähigkeit durch Überfüllung hervorruft.

Das war mir bekannt von unmittelbaren Reizen der Sinnesorgane, so wie Du ja auch beschreibst, dass Du nicht berührt werden möchtest. Oder eben durch Lärm oder visuelle Reize. Die fünf Sinnesorgane eben.

Es war mir aber auch bekannt von inhaltlichem, von Informationen. Soweit ich weiß, empfinden es viele Autisten als unangenehm bis panikauslösend, wenn irgendetwas von ihrem Ordnungsschema, vom Tagesablauf, von der Aufgeräumtheit, eben von der Erwartung abweicht. Es soll Autisten geben, für die es äußerst wichtig ist, dass alles, der Tagesablauf, wo die Dinge in der Wohnung liegen, und so weiter, exakt der Planung entsprechen, um jede Überraschung auszuschließen. Nichts darf an der falschen Stelle liegen.

Und das sind ja nun keine physischen Reize der Sinnesorgane mehr, sondern das sind reine Informationen, die zur Überflutung führen. Das Filterproblem besteht also nicht oder nicht nur auf Ebene der Sinnesorgane und deren Empfindungen. Es muss, zumindest bei manchen Autisten, auch auf Denkebene stattfinden. Und es gibt ja Autisten, die Telefonbücher oder ähnliches auswendig lernen, weil sie deren Unwichtigkeit nicht einschätzen können. Und die sich – soweit ich als Laie gehört und gelesen habe – systematisch abschotten von allem, was stört.

Ich habe mal irgendwo einen Bericht über eine Firma gesehen, die nur Autisten einstellt. Wenn ich mich recht erinnere, war es dort sehr wichtig, die Arbeitsplätze von allen Störinformationen abzuschotten.

Und dieses Abschotten von Störinformationen, dieses Zuhalten von Ohren, dass ist eines der Kernelemente des Feminismus. Feminismus beruht nicht auf Wissenschaften oder Disput, nicht auf Untersuchung oder Validierung, sondern auf dem Gegenteil, nämlich jeden Widerspruch, jedes Gegenargument, jede abweichende Information vom strikten Plan abzuschotten, zum Schweigen zu bringen. Der Feminismus hat ein extremes, rigides Ordnungsschema, wer sich wozu äußern darf. Und nichts darf irgendwie überraschend sein oder Neuigkeiten enthalten. Da wird strikt eingeteilt, wer zu welchem Thema etwas sagen darf und was man sagen darf. Nämlich immer das gleiche. Nur nichts neues. Und auf gar keinen Fall darf irgendwer außerhalb dieses festen Schema irgendetwas sagen. Männer dürfen nichts zu Feminismusthemen sagen, Weiße nichts zu Schwarzenthemen usw. Jede unvorhergesehene, von der stehenden Ideologie abweichende Äußerung führt zur sofortigen Panik, zum Ausstoß. Deshalb kommt im Feminismus auch nichts Neues, deshalb schreiben und sagen die immer nur in einer Endlosschleife das immer selbe. So wie manche Autisten jahrezehntelang den immer selben Tagesablauf haben.

Und eben darin sehe ich eine gewisse Parallele zum Autismus.

Das aber nur am Rande. Viel wichtiger finde ich die erschreckenden Übereinstimmungen des Feminismus mit Scientology.

> Ich habe das Wort Feminismus gerade noch einmal durch Wikipedia gejagt, und konnte auch dort keinerlei verbindung zum Autismus feststellen.

Oh, auf Wikipedia solltest Du gar nichts geben und schon gar nicht, was Kritik an Feminismus angeht. Wikipedia wird ganz massiv von Lobbygruppen kontrolliert, und besonders stark von Feministen. Jede Kritik, jede Andermeinung, jeder Zweifel, den man bei Wikipedia einträgt, wird innerhalb von Minuten sofort wieder gelöscht. Da wird systematisch dafür gesorgt, dass nur Pro-feministische und ideologiekonforme Ansichten stehen. Wikipedia ist Schrott bei allem, was irgendeine Ideologie oder Lobby betrifft.

Siehe dazu auch

http://www.danisch.de/blog/2012/08/05/politisch-ideologische-filterung-in-der-wikipedia/

Davon ganz abgesehen ist es ja langweilig, dröge und überflüssig, immer nur das zu schreiben, was schon in Wikipedia steht (das schreiben ja schon die Politiker für ihre Dissertationen ab). Ich will neue Gedanken schreiben, die es vorher noch nicht gab.

Grüße
Hadmut


Sam Becker
8.2.2013 0:29
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@Hadmut

ich gehe mit dir konform wenn du nur einen ganz groben vergleich mit deinem text anstrebst.

denn gerade das Thema Feminismus dürfte von ganz vielen Autisten nicht verstanden werden, weil es viel zu abstrakt ist und nicht rational erfahrbar ist. Die Meisten Autisten können zwar über die unterschiedlichsten sachen Fachsimpeln doch sind es meistens erfassbare und Handfeste Dinge.

Mit der Ordnung hast du recht, diese existiert auch in meiner Wohnung , so hat alles seinen Platz und nicht irgend einen. Auch mit dem geregelten Tagesablauf hast du ebenfalls recht. Autisten versuchen häufig für alles Regeln auf zu stellen, gerade weil sie für die unterschiedlichsten sachen keinerlei andere Lösungen haben wie die von sich auswendig gelernten.

Ich denke das viele Autisten mit dem Thema nicht viel Anfangen können, weil es scheinbar keine feststehenden regeln dazu gibt. Es dürfte auch sehr irritierend wirken, das es so viele unterschiedliche Meinungen dazu gibt.

mit freundlichen grüßen
Sam Becker


Hadmut
8.2.2013 0:55
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@Sam:

> weil es viel zu abstrakt ist und nicht rational erfahrbar ist

Dann hast Du den Feminismus aber im Wesentlichen schon verstanden, denn viel mehr als abstrakt und nicht rational ist da nicht. Das war’s eigentlich schon. Misch noch die Kärtchen vom 29C3 dazu, und Du hast ein Bild vom Feminismus.

> weil es scheinbar keine feststehenden regeln dazu gibt … so viele unterschiedliche Meinungen dazu gibt

Auch damit hast Du die Außendarstellung des Feminismus eigentlich schon sehr gut zusammengefasst. Feminismus ist vor allem willkürlich, ständig wechselnd, versucht jede Greifbarkeit, jede Festlegung zu verhindern. Ich sage oft „moving target” (ein Begriff aus der Jäger und Militärsprache, der ein schwer zu treffendes bewegliches Ziel bezeichnet). Du hast die Außenseite des Feminismus eigentlich sehr gut erfasst. Du kannst Dir da ruhig etwas mehr Selbstvertrauen leisten.

> gerade weil sie für die unterschiedlichsten sachen keinerlei andere Lösungen haben wie die von sich auswendig gelernten

Und das wäre eine gute Beschreibung der Innenseite des Feminismus.

Beim Feminismus unterscheiden sich die Außendarstellung und das, was innen drin steckt, ganz enorm. Die Außenseite ist beliebig, nicht greifbar, schmierig, man rutscht ab, weil sie ständig den Standpunkt ändern. Das gehört zu deren Strategie, das ist Absicht. Verwirrung zu stiften ist deren ausdrücklich erklärtes Ziel. Und dafür dürften Autisten vermutlich besonders anfällig sein.

Die Innenseite ist ganz anders, ein ganz starres, festes, an rigide Regeln gebundenes System, in dem überhaupt nicht mehr gedacht wird, sondern nur noch Hassregeln und Feindschemen auswendig gelernt werden und daran entlang agiert wird. Auch das ist im Prinzip eine einfache Sache, braucht aber viel Lesearbeit, bis man da durchgestiegen ist.

Das, was Dich (bzw. wie Du sagst Autisten im Allgemeinen) daran so verunsichern und irritieren könnte, ist vor allem dieser Widerspruch, diese Divergenz aus der Außen- und Innendarstellung. Dass etwas anderes drinnen steckt, als man von außen sehen kann. Dass man es nicht von seiner Außendarstellung her einschätzen und das Verhalten vorhersehen und erklären kann. Deshalb wirkt es so unberechenbar, so unplanbar.

Man muss innen rein schauen um zu verstehen, wie das funktioniert. Das aber ist eine Menge Arbeit. Man muss viel lesen.

Grüße
Hadmut


Sam Becker
8.2.2013 1:07
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zum guten schluss weil ich gleich ins Bettchen muss 🙂

>Beim Feminismus unterscheiden sich die Außendarstellung und das, was innen drin steckt, ganz enorm. Die Außenseite ist beliebig, nicht greifbar, schmierig, man rutscht ab, weil sie ständig den Standpunkt ändern. Das gehört zu deren Strategie, das ist Absicht. Verwirrung zu stiften ist deren ausdrücklich erklärtes Ziel. Und dafür dürften Autisten vermutlich besonders anfällig sein.<

ständig Standpunkte ändern, kann ich zb gar nicht, du wirst auch noch in 10 Jahren von einer Frage immer die Gleiche Antwort von mir erhalten, weil diese eben auswendig gelernt ist. Gilt natürlich für die Samlltalk sachen wie zb. wie gehts dir Heute, was hast du so Gemacht, hast du gut geschlafen? gut, nichts, ja.

Ich danke dir für diesen sehr netten austausch….
so macht konversation echt richtig spass, ich werde wohl ab jetzt öffter auf deinem block vorbei schauen.

gruß sam becker

ps noch eins. ich versteh weder Ironie noch sarkassmus, und wende beides nie an 😉


Paul
16.2.2013 14:36
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Sobald man aus irgendwelchen Gründen an Scheindebatten von Femisten (meine ich so) gerät, werden unter Beifall anwesender Weiblichkeit gern die sex. differenzierenden Zentimeter Männlichkeit als Grund für die allgemeine Benachteiligung von Frauen angeführt. Niemals jedoch habe ich davon gehört oder gelesen, daß die Begründung dafür in den durchschnittlich fehlenden 130Gramm unter der weiblichen Fontanelle liegen sollten. Nach Verinnerlichung o.g. Texte bekomme ich jedoch eine etwaige Vorstellung über die Folgen dieser Tatsache.

Es geht wohl auch nicht um den besseren Verdienst für Frauen- das könnte durch den Wechsel in diverse Industriezweige mittels Überstunden und Arbeitsbelastung incl. schmutziger Finger durchaus realisiert werden- nein, es geht wohl stets ausschliesslich um Führungspositionen. Das gäbe dann im Extremfall 52% Führungspersonal und 48% Zwangsdienste leistende Männer?

Leider zeigen mir diverse Genderbeiträge keinen Weg zur Gleichberechtigung auf, lediglich eine mögliche Begründung dafür, weswegen viele Frauen ohne die allerbeste Freundin kaum allein auf eine Toilette gehen können; darüber hinaus jedoch die Vorstellung hegen, Chefs bräuchten nicht zu arbeiten. Diese gäben ohnehin nur Anweisungen (kann Frau auch- Freundin anrufen), hätten immer saubere Hände und könnten mit Teilzeittätigkeit gut über die Runden kommen. Nun ja! Wenn es mal wieder klemmt könnte ein Mann ja schnell aushelfen (Lebenserfahrung!)

Nebenbei: “Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, bei gleicher Leistung selbstredent”- Beschwerte sich Frau Susanne Baer jemals über diesbezügliche Benachteiligung gegenüber ihren männlichen Kollegen?