Ansichten eines Informatikers

Hat man Dieter Hallervorden politisch gekauft?

Hadmut
5.8.2026 17:58

Prinzip Mietmaul?

Ein Leser schreibt zu Hallervorden, die CDU und die Sprachpolizei:

Sehr geehrter Herr Danisch,

Sie schreiben in Ihrem o.g. Artikel:

Zitat: „Wie kommt Hallervorden dazu, die Verengung der Meinungsfreiheit zu kritisieren und sich gleichzeitig auf die Bühne einer Partei zu stellen, die dafür mitverantwortlich ist?“

Vielleicht deswegen??

Dieter Hallervorden betreibt und prägt in Berlin maßgeblich zwei große Theaterprojekte: das Schlosspark Theater in Steglitz sowie das Kabarett-Theater Die Wühlmäuse in Charlottenburg. Zudem führt sein Sohn, Johannes Hallervorden, das Theater am Frankfurter Tor in Friedrichshain.

Das von Dieter Hallervorden betriebene Schlosspark Theater in Berlin-Steglitz erhält eine Kombination aus staatlichen Zuschüssen des Landes Berlin und Projektförderungen der Lotto-Stiftung. Obwohl Hallervorden das Haus im Jahr 2009 ursprünglich komplett ohne öffentliche Subventionen betreiben wollte, erwies sich dieses Modell als wirtschaftlich nicht tragfähig.

Es würde mich nicht wundern, wenn auch die beiden anderen Theaterprojekte mit öffentlichen Geldern gefördert werden. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing – so einfach ist das. Und sein Geschieße gegen Merz u.a. muss man vielleicht auch unter dem in Berlin sich anbahnenden Machtwechsel sehen, denn eine CDU wird nach Wegner erst mal eher keine Chance haben, noch einmal den OB zu stellen. Da möchte Herr Hallervorden doch gerne nach allen Seiten offen sein, damit die Förderung weiterfließt.

Mit freundlichen Grüßen

Mal wieder ohne jegliche Quellangaben und Belege. Aber man findet welche. Steglitz-Zehlendorf-Zeitung 2017: Schlossparktheater erhält 600.000 € Lottoförderung

Der Betrieb des Schlossparktheaters ist noch immer nicht fest im Berliner Kulturetat verankert. Das Ungleichgewicht bei der Verteilung von Kulturfördermitteln in Berlin zwischen den Berliner Bezirken besteht weiter fort. Immerhin: die politischen Initiativen zum Erhalt des traditionsreichen Theaters haben den Beirat der Lottostiftung erreicht, die 600.000 € Lottoförderung bewilligte, um die nächste Spielzeit abzusichern.

[…]

Doch ein Betrieb ganz ohne öffentliche Zuschüsse ist auf Dauer kaum möglich. Für die Kulturpolitiker in Berlin und in Steglitz-Zehlendorf bleibt es also Ziel, das Haus fest im Berliner Kulturetat abzusichern. Spätestens 2021 sollte es geschafft sein, dann wird das Schlossparktheater in Steglitz 100 Jahre alt.

Wikipedia:

Seit 2011 erhält das Schlosspark Theater öffentliche Zuschüsse im Rahmen der institutionellen Förderung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB-Stiftung; sogenannte Lottomittel) und seit 2013 Subventionen unmittelbar vom Land Berlin.[2]

Nach eigenen Angaben aus dem Jahr 2018 hat Hallervorden zu Beginn 1,7 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen in die Renovierung investiert. Seitdem gebe er jährlich rund 100.000 Euro Privatmittel für den Betrieb des defizitären Theaters aus.[11]

Im Jahr 2017 erhielt das Theater insgesamt 883.000 Euro öffentliche Zuschüsse, davon 283.000 Euro als institutionelle Förderung des Kulturressorts des Landes Berlin und 600.000 Euro als Fördergelder der DKLB-Stiftung. 2016 hatte das Theater 89.705 zahlende Besucher bei 339 Vorstellungen, 2017 besuchten 79.919 zahlende Gäste 358 Vorstellungen, die Auslastung betrug 48 %.[12]

Mit Stand von 2024 erhält Hallervorden vom Land Berlin einen Zuschuss von 10,50 Euro pro Sitzplatz.[13]

Hat man Hallervorden also gekauft? Erpresst? Prostituiert er sich? Weil man sagen könnte, „der öffentlichen Hand fehlt das Geld“, und dann ist das Theater dicht? Geht es da um die Prioritäten bei der Vergabe von Fördergeldern?

Ein Leser meint, es könnte auch eine persönliche Rache an der AfD sein. Hallervorden betreiben nämlich mehrere Theater, auch eines in Dessau, und da habe es finanzielle Seltsamkeiten bei dem Vertrag mit der Stadt gegeben, und die AfD habe das aufgedeckt. Leider hinter Paywall.

Was dann aber schon die Frage in den Raum stellt, ob es Hallervorden da nicht eher um Geld als um Meinungsfreiheit geht.

Macht Hallervorden Wahlkampf im Tausch gegen Fördergelder und vergünstigte Theatermieten?

Wenn es ihm nämlich um Meinungsfreiheit ginge und er sich auch nur halbwegs informiert hätte, müsste er Wahlkampf für die AfD und gegen die CDU machen und nicht umgekehrt.