Ansichten eines Informatikers

Hallervorden, die CDU und die Sprachpolizei

Hadmut
5.8.2026 13:36

Problem erkannt, aber nicht richtig verarbeitet.

Leserzuschrift:

Zu Herrn Hallervorden: Immerhin stimmt er Dir öffentlich zu, wenn man Dicke nicht mehr dick nennen dürfe.

Wenn man unter https://box.media-carrier.de/reader/pdf?b=65&l=de die FAZ vom 5.8.2025 (nur heute) liest (paywall-frei sind nur die ersten 5 Seiten), liest man auf Seite 3 (Spalte 4), dass Herr Hallervorden in der CDU-Wahlkampfveranstaltung in Dessau (gemeinsam mit dem dortigen CDU-Chef Schulze) öffentlich betont, er sehe neben der Gefahr durch die AfD auch die Gefahr einer Sprachpolizei… bei der man Dicke nicht mehr dick nennen dürfe.

Und da liest man unter der Überschrift »Mit Didi für das „wichtigste Gut“« über den CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze und Dieter Hallervorden:

Deshalb mache er auch ganz bewusst Veranstaltungen mit Hallervorden zu kontroversen Fragen, um die Bedeutung von Meinungsfreiheit und Kunstfreiheit hervorzuheben.

Hallervorden fügte hinzu, er sehe neben der Gefahr durch die AfD auch die Gefahr einer „Sprachpolizei“ in Deutschland. „Wokeness“ und „professionelle Empörer“ wollten durchsetzen, dass schon der „Begriff Currywurst“ als rassistisch gelte und man „Dicke nicht mehr dick nennen“ dürfe.

Das bezieht sich höchstwahrscheinlich auf meinen Streit.

Das ist dann eine ziemlich verlogene Sache, denn gerade die CDU ist auch Teil dieser Sprachpolizei und agiert ganz massiv gegen Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit. Während die AfD die derzeit einzige Partei ist, die überhaupt noch für Meinungsfreiheit streitet.

Hallervorden widerspricht sich also massiv selbst, wenn der einerseits für die Meinungsfreiheit eintritt, sich andererseits aber zum Wahlkampfhelfer einer Partei macht, die eben diese Meinungsfreiheit massiv bekämpft. Nur eben nicht ganz so offen wie SPD und Grüne, aber auch nicht weniger effektiv. HateAid und REspect!, die dahinter stecken, werden auch CDU/CSU hofiert, gefördert, und über die Bundesregierung finanziert.

Wie kommt Hallervorden dazu, einerseits die Meinungsfreiheit anzumahnen, andererseits aber Wahlkampf für die CDU zu machen und auf die AfD einzudreschen, sich also selbst so sehr zu widersprechen?

Wie kommt Hallervorden dazu, die Verengung der Meinungsfreiheit zu kritisieren und sich gleichzeitig auf die Bühne einer Partei zu stellen, die dafür mit verantwortlich ist?

  • Weiß er es einfach nicht besser? Glaubt der das vielleicht wirklich?
  • Oder bekommt er Geld und erzählt als Mietmaul einfach das, was andere ihm aufschreiben?
  • Oder ist es so, dass er bewusst täuscht?
  • Hat er einen extrem verengten Blickwinkel, weil ihn Linke mal wegen der „Mohrenstraße“ angriffen?
  • Ist ihm das alles egal und er plappert einfach, was ihm noch Publizität bringt?

Ich weiß es nicht.

Aber es gefällt mir überhaupt nicht, was Hallervorden da treibt. Der war mal ein kritischer Geist. Jetzt wirkt er auf mich wie eine billige, käufliche Polithure.

Wäre er noch Kabarettist, müsste der die CDU stellen und fragen, warum sie sich an solchen Sprachpolizeien beteiligen.