Der beste Sicherheitshinweis
Ihr kennt doch all die albernen Sicherheithinweise, wie etwa, dass man die Batteriesäure aus der Autobatterie nicht trinken oder die Katze nicht in der Mikrowelle trocknen soll.
Einer meiner Einkäufe heute in besagtem Einkaufszentrum war ein Set aus einer billigen Schnorchelbrille und einem Schnorchel für 12 Euro. Touristen-Urlaubsqualität, ernstlich tauchen würde ich damit nicht gehen. Aber um in Ufernähe den Kopf bis zur Stirn unter Wasser zu halten und das Ding in der Strandtasche zu strapazieren, dafür reicht es. Stinkt beim Auspacken aber gruselig nach Weichmacher. Muss ich mir noch überlegen, ob ich das Ding wirklich in den Mund stecken und dadurch atmen will. Weile eine vergleichbare Brille allein aber auch schon zwischen 10 und 13 Euro gekostet hätte, wäre der Schaden durch den Stinkschnorchel gering. Mal auslüften lassen und spülen. Britische Vertriebsfirma. Made in China.
Doch was sehen meine alten, trüben, leidgeprüften Augen da: Auf der Brille klebt ein Aufkleber, mitten im Sichtfeld. So, dass man ihn zwingend lesen muss.
Ein Sicherheitshinweis. Englisch und französisch. Irgendwas beklopptes?
Nein. Der beste Sicherheitshinweis, den ich auf solchen Sachen gesehen habe:
For your safety and greater enjoyment learn to use this equipment correctly. Before entering the water read the enclosed instructions.
Ist das nicht geil?
Statt den üblichen Alibi-Erklärungen und Haftungsvermeidungshinweisen eine klare Ansage „Lern gefälligst, damit richtig umzugehen, und read the fucking manual!“
Man könnte meinen, dass da in China jemand die Schnauze voll von all diesen Deppenanleitungen gehabt hat.
Die beigefügte Bedienungsanleitung der englischen Firma ist dann aber wieder typisch und erklärt, dass das Mundstück des Schnorchels so geformt sei, dss es in den Mund passt, und – so ein Glück! – man es in den Mund stecken soll. Gut, dass sie es schreiben, ich hätte es mir sonst …
Aber auch Hinweise, dass man unter 3 Metern Tauchtiefe Tauchunterricht nehmen möge und vor dem Tauchen nicht mehr als dreimal tief einatmen solle, damit man nicht unter Wasser bewusstlos werde. Das ist gar nicht mal so dumm.
Aber dann, sogar in Fettschrift: Man solle die Brille, wenn man sie auf hat, nicht vom Gesicht wegziehen. Sie könne dann nämlich zurückschnalzen und die Augen verletzen.
Und jetzt bekomme ich das aus meinem Kopfkino nicht mehr raus, wie jemand die Taucherbrille mit aller Kraft nach vorne, vom Gesicht weg zieht und sie dann flotzen lässt – voll vors Hirn.
Das wäre mal ein Thema für ein KI-Video.