Ansichten eines Informatikers

Der arme, arme Südsudanese

Hadmut
31.1.2026 22:42

Wie man eine Stathmophobie entwickelt. [Update]

σταθμό του μετρό = U-Bahn-Haltestelle.

Sie hat jetzt Angst an Bahnhöfen. Stathmophobie.

„Welche Traumata muss der junge Südsudanese mit sich tragen, die ihn zu solch einer Verzweiflungstat trieben?“

Das arme, verzweifelte Opfer. Fast kein Wort von der jungen Frau. Der „tragische Suizid, bei dem auch eine Iranerin zu Schaden kam“. Als hätte er ihr ein Loch in die Jacke gerissen.

An der Grenze zum Wahnsinn. Und zwar auf des Wahnsinns Seite der Grenze.

Die Leute zwirbeln sich gerade Geschichten zurecht, damit sich das alles in ihr Weltbild einsortiert.

Laut ersten Pressemeldungen von der Polizei war der Sudanese sehr gewalttätig und von der Sorte, die andere traumatisiert. Und die drehen das jetzt einfach um. Machen den Täter zum Opfer.

Noch eine Stufe mehr, und sie machen die Frau verantwortlich, weil die sich da so hingestellt hatte, dass der nicht mehr anders konnte. Das wäre dann „victim blaming“.

Update: Ach, verdammt. Ein Leser schreibt mir, dass das eine „Satire-Seite“ sei. Mir kam das Logo bekannt vor, aber ich habe es in der Erinnerung falsch eingeordnet.

Was aber nicht heißt, dass die Sache frei erfunden ist. Es wird Leute geben, die das genau so sehen.