Ansichten eines Informatikers

Die Grünen, der Schah und der Islam

Hadmut
18.1.2026 0:46

Eine hochinteressante Personalie.

Möglicherweise habe ich gerade ein Menge der deutschen Geschichte der letzten 55 Jahre (neu) verstanden.

Ich habe vorhin einen schweren Denkfehler begangen.

Ich hatte über die Vorgänge geschrieben, die auf einer Webseite über die Vorgänge in der iranischen Revolution und den Zusammenhang zu den deutschen Linken und der RAF bestand.

Ich hatte dabei implizit angenommen, dass alle, die damals beteiligt waren, längst tot sind.

Man denkt da eben an solche Leute wie Ulrike Meinhof, die erste RAF-Generation, Rudi Dutschke, den Schah, Ayatollah Khomeini. Ist ja nun auch schon fast 50 Jahre her.

Da schreibt mir ein Leser:

Bahman Nirumand und die Grünen

Grüß Dich Hadmut,

“Nirumand ist seit längerem für Bündnis 90/Die Grünen aktiv und verfasste den bis Ende 2021 monatlich erschienenen Iran-Report der Heinrich-Böll-Stiftung.”
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahman_Nirumand

“Seit 2002 ist er der Verfasser des monatlich erscheinenden iran-reports der Heinrich-Böll-Stiftung.”
https://www.boell.de/de/2010/07/05/bahman-nirumand-der-mann-hinter-dem-iran-report

Moment mal.

Der lebt noch?

Auf den Gedanken bin ich gar nicht gekommen.

Und der ist bei den Grünen?

Auf die Idee wäre ich nicht gekommen.

Ist das wirklich derselbe? Wikipedia (nach deren Daten wäre er jetzt 89 Jahre alt):

Bahman Nirumand wurde als Sohn einer wohlhabenden Beamtenfamilie in der iranischen Hauptstadt Teheran geboren. Er wurde im Alter von vierzehn Jahren von seinen Eltern zum Schulbesuch nach Deutschland geschickt. Er besuchte unter anderem in Stuttgart eine Waldorfschule. Nach seinem Abitur studierte Nirumand in München, Tübingen und Berlin Germanistik, Philosophie und Iranistik. 1960 promovierte er in Tübingen über Probleme der Verpflanzung des europäischen Dramas in die neupersische Literatur. In diesem Jahr war er auch Gründungsmitglied der Konföderation Iranischer Studenten (CISNU), einer einflussreichen oppositionellen Studentenorganisation, die zunächst vor allem iranische Studierende in Großbritannien, Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland, später auch in den USA und Kanada vereinte.[1]

Was!?

Der ist nicht durchgängig im Iran aufgewachsen, sondern war in Stuttgart auf der Waldorfschule und hat hier linken Kram studiert, um dann im Iran den Schah zu stürzen? Aus Stuttgart?

1960 promovierte er in Tübingen über Probleme der Verpflanzung des europäischen Dramas in die neupersische Literatur.

? .. ? .. ?

Was ist denn das für eine linke Nummer?

Hatte da die DDR die Finger drin? Wenn der 1936 geboren wurde und mit 14 nach Deutschland geschickt wurde, dann war das ungefähr 1950. Die DDR gab es seit 1949, und die war in Baden-Württemberg und Karlsruhe sehr aktiv. Und ich habe ja erzählt, dass man im Studentenwohnheim aus der Zeit erzählte, als sich Schah-Anhänger und -Gegner mit dem Messer bekriegten.

Und dann geht der in den Iran zurück, wird zu einer zentralen Figur im Kampf gegen den Schah.

Die RAF schließt sich dem an.

Und die DDR führt die RAF.

Die Grünen werden ebenfalls in Baden-Württemberg gegründet, Karlsruhe, regieren in Stuttgart. Und es spricht sehr viel dafür, dass die DDR von deren Gründung bis 1989 auch bei den Grünen die Finger drin hatte.

Die RAF wurde – mit Organisation und Unterstützung der DDR/Stasi – von palästinensischen Terroristen ausgebildet, mit denen sie dann (Entführung der Landshut) kooperierte – die Landshut-Entführer wollten die RAF-Terroristen freipressen, die in Stuttgart Stammheim saßen.

Während gleichzeitig deutsche Linke die Sache unterstützten und gegen den Schah demonstrierten.

Dabei wurde Benno Ohnesorg erschossen, was die Proteste radikalisierte und zur Bildung der RAF beitrug – vom West-Berliner Polizist Karl-Heinz Kurras, der, wie sich erst 2009 herausstellte, Agent der Stasi war und die West-Berliner Polizei ausspionieren sollte. Als ob die DDR die Radikalisierung gewollt und provoziert hätte.

Und dann kam es zur Revolution im Iran, übernahmen die Ayatollahs die Macht – ausgegangen von einer Gruppe sozialistischer Islamisten, unterstützt aus Deutschland.

Nach Abschluss seines Studiums kehrte Nirumand 1960 nach Iran zurück und arbeitete dort als Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Teheran, daneben als Schriftsteller und Journalist. Er musste dann eineinhalb Jahre Militärdienst leisten und trat danach eine Stelle am Teheraner Goethe-Institut an. Dort lernte er Hans Magnus Enzensberger kennen, der ihn zum Schreiben ermutigte und später bei seinen Etablierungsversuchen in Deutschland unterstützte. Da Nirumand als Oppositioneller galt und ihm eine Verhaftung drohte, ging er 1965 erneut nach Deutschland.[2]

Nirumand erhielt dort ein Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung für eine Habilitationsschrift über Goethe und Hafis.

Und laut diesem Iran-Blog, das ich vorhin zitiert habe, soll er durch Desinformation – behaupten jedenfalls diese Schah-Anhänger – die Proteste in Deutschland und die Bildung der RAF angestachelt haben.

Weiter Wikipedia:

Einem persischen Blog zufolge gründete Nirumand zusammen mit Mehdi Khanbaba Tehrani und Majid Zarbakhsh die Kadergruppe Goruhe Kadreh, die sich als marxistisch-leninistische Organisation verstand und revolutionäre Kader ausbilden habe wollen, die als revolutionäre Zellen im antiimperialistischen Kampf in den Städten Irans als Stadtguerilla gegen das Regime des Schahs Mohammad Reza Pahlavi agieren sollten.[4] 1965 kehrte er in die Bundesrepublik Deutschland zurück. 1968 beabsichtigte er zusammen mit seinem Freund Rudi Dutschke einen AFN-Sendemast zu sprengen, was unter anderem an der Verweigerung der Unterstützung durch Franz Josef Degenhardt scheiterte.[5] Diese von Nirumand selbst berichtete Geschichte wird allerdings wegen Widersprüchen und mangels anderer Quellen angezweifelt.[6]

Warum höre ich davon zum ersten Mal?

Nirumand ist seit längerem für Bündnis 90/Die Grünen aktiv und verfasste den bis Ende 2021[8] monatlich erschienenen Iran-Report der Heinrich-Böll-Stiftung. 2013 forderte Nirumand nach der Wahl Rohanis zum Präsidenten der Islamischen Republik Iran Zugeständnisse des Westens statt neuer Sanktionen, die „eine Kriegserklärung“ seien.[9] Einem Beitrag von Per Hinrichs auf dem Blog Achse des Guten zufolge soll er argumentiert haben, dem Westen gehe es „nur um einen Regimewechsel im Iran“.[10] Iranische Oppositionelle wie Nasrin Amirsedghi und andere Regimekritiker werfen Nirumand deshalb vor, das iranische Regime zu verharmlosen und zu verteidigen sowie der Islamischen Revolution von 1979 – wie damals viele Linke – unkritisch begegnet zu sein.[11][12][13]

Was wiederum dazu passt, dass ich selbst verschiedene Zusammenhänge zwischen den Stuttgarter Grünen und der Antifa/Neo-RAF gefunden habe, und auch andere schon Verbindungen beschrieben haben, etwa zu den Ungarn-Schlägern.

Gleichzeitig verbinden sich Linke/Grüne immer stärker mit den Palästinensern, die vom Iran gesteuert werden.

Und vorhin las ich irgendwo etwas darüber, dass es heißt, dass England gerade vom Iran übernommen wird. Was man auch von New York sagen könnte. Die ganze Islamisierung Englands werde vom Iran aus gesteuert, der das zusammen mit den Linken dort betreibe. Was die Frage aufwürfe, ob Keir Starmer ein Befehlsempfänger es Iran ist.

Was die Antwort auf eine Frage gibt, über die ich lange gerätselt habe.

Mal sah es so aus, als ob hinter all den Umstürzen Linke steckten. Sozialisten.

Und mal sah es so aus, als ob dahinter Islamisten steckten.

Und nun sieht es als, als stimme beides, als seien die das zusammen, indentisch. Lange sah es so aus, als seien Linke und Islamisten beide der nützliche Dumme es jeweils anderen. Aber vielleicht sind sie so eng verwandt, dass sie identisch sind und wie eine Entität handeln.

Ich kann mich erinnern, dass der Islam zu Zeiten meiner Kindheit noch als harmlos galt. Frauen mussten sich damals in Ländern wie dem Iran, dem Libanon, der Türkei nirgends verschleiern, man hatte noch den Sarotti-Mohr, und man nannte sie noch „Mohammedaner“ oder „Muselmane“.

Und zumindest soweit ich mich erinnern kann, kochte das alles erst mit dem Sturz des Schahs islamistisch so richtig hoch. Und wurde dann auch durch die Öl-Milliarden befeuert.

Wenn der Sturz des Schahs aber nicht nur von Linken und der RAF unterstützt und gefordert wurde, sondern das sogar ein Produkt aus Deutschland, Baden-Württemberg, Stuttgart war, und möglichweise – naheliegenderweise eine Aktion der DDR, dann sieht das alles deutlich anders aus.

Dann nämlich fügte sich das in die russische Revolution ein, und auch in die versuchte deutsche, jeweils den Monarchen zu stürzen und durch Sozialismus/Kommunismus zu ersetzen. Nur dass ihnen in Deutschland ein gewisser Hitler in die Quere kam, weshalb sie heute noch sauer sind.

Letztlich sieht es so aus, als hätte man mit dem Zar, dem Kaiser und dem Schah gleich verfahren wollen. Umbringen und den Sozialismus/Kommunismus an dessen Stelle setzen. Zar und Kaiser, und ich glaube auch Schah, sind etymologisch dasselbe Wort.

Dann war die Revolution im Iran keine islamistische – sondern eine marxistische. Und wurde aus Deutschland – womöglich von der DDR – mehr und stärker betrieben, als es bisher aussah. Dann ist der Islamismus eine Verkleidung, eine Tarnung des Marxismus. Und viele Islamisten nennen sich ja auch Sozialisten.

Was wiederum erklärt, warum die Grünen so unglaublich islamophil, so islamvernarrt sind. Dann wären die verschieden Unternehmensbereiche desselben Unternehmens.

Nirumand ist mit der iranischen Ärztin Sonia Seddighi verheiratet und Vater der Journalistin Mariam Lau.

Ach, gar …