Zahnarzt: 181 Euro Zuzahlung
Mal so eine Frage.
Ich war heute beim Zahnarzt.
Karies.
Habe ich gar nicht gemerkt, keinerlei Beschwerden, sah man auch nicht, aber ich war neulich zur Kontrolluntersuchung und die meinten, man könne mal wieder ein Röntgenbild machen. An zwei Zähnen hatte sich unter alten Füllungen, die wohl undicht geworden sind, also im Zahn drinnen, ohne dass man das von außen hätte beeinflussen können, Karies gebildet.
Muss halt gemacht werden. Heute erster Zahn.
War was komplizierter, hat eine Stunde gedauert, dafür bin ich haarscharf an einer Wurzelbehandlung vorbeigekommen.
Zwischendurch kam die Frage auf, für welches Füllmaterial ich mich entscheide. Ach, das, was ich immer nehme. Heißt wohl „Komposit“, ist so eine Mischung aus UV-härtbarem Kunstharz und Keramikmehl für die Härte. Abgesehen von dem Umstand, dass beide undichten Zähne früher mal damit gefüllt wurden und das offenbar doch nicht so dauerhaft ist, war ich damit bisher zufrieden. Amalgam macht man ja schon lange nicht mehr.
Weil ich nicht wusste, wie das Zeug heißt, hatte ich das umschrieben, das, was ich immer nehme, diese Mischung, kostet so um die 80 Euro Zuzahlung.
Äh, ja, nee: Das geht nicht pro Zahn, sondern pro Seite. Pro Seite 60 Euro Zuzahlung, und bei dem Zahn wären jetzt vier Seiten fällig. Kostet heute also mehr.
Am Ende waren es doch nur drei Seiten.
Abrechnung: 249,14 Euro Gesamtkosten. Davon erstattet die Krankenkasse (gesetzlich) 68,05. Zuzahlung von mir: 181,09 Euro. Und nächste Woche ist der andere Zahn dran.
Wofür zahle ich eigentlich seit Jahrzehnten Krankenkasse wie blöde, wenn die dann, wenn ein Zahn gemacht werden muss, gerade mal ein Viertel ersetzen?
Selbst wenn ich ein billigeres Füllmaterial gewählt hätte – 68,05 reicht ja nicht mal für die Arbeitszeit zweier Leute plus Rezeptionspersonal, plus Praxisraumkosten plus Geräte und Ausstattung.
Was machen die denn bei Leuten ohne Zuzahlung? Schnitzen die dann einen Weinkorken zurecht und stecken den rein?
Wie ist das eigentlich bei Leuten, bei denen das Geld knapp sitzt? Die nicht ungeplant und ohne Vorwarnung dreihundert Euro hinlegen können?
Wie ist das bei Sozialhilfe-, HartzIV-, Bürgeld- Wie-auch-immer-es-grade-heißt-Empfängern? Bei Flüchtlingen, Asylanten usw.?
Müssen die auch zuzahlen? Oder übernimmt das dann die Kasse voll? Beantwortet das die Frage, warum ich so lange so viel gezahlt habe?
Irgendwas ist doch hier faul.
Und damit meine ich nicht den Zahn.