Rainbow Aachen
Ist Aachen pleite, oder hat es andere Gründe?
Auf einer Skala 1-10(1 sehr traurig und 10 gar nicht traurig)
seid ihr ? pic.twitter.com/UvbgJRV3e6— Ganesha 🇩🇪🇮🇳 (@DerGanesha) January 10, 2026
Bestätigung: Stadt Aachen entzieht der queeren Community die finanzielle Unterstützung
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„Mit der Entscheidung werden hauptamtliche Strukturen, die wir in den vergangenen Jahren mühsam aufgebaut haben, von jetzt auf gleich zerschlagen“, sagt Andreas Sommer im Gespräch mit unserer Zeitung. Er ist Vorsitzender des Vereins Rainbow, der eine Art Dachorganisation der queeren Community ist, und wertet die komplette Streichung der Mittel – „wohlgemerkt: Es geht hier nicht einfach um eine Kürzung!“ – auch gesellschaftlich als ein verheerendes Signal. Gerade in Zeiten, in denen queere Menschen wieder verstärkt unter Diskriminierung zu leiden hätten, sei Unterstützung durch die öffentliche Hand wichtig. „Das hat auch mit Anerkennung zu tun.“
Insgesamt geht es um eine Summe von 175.000 Euro jährlich, von denen die Stadt zuletzt 125.000 Euro übernommen hatte, die Städteregion die restlichen 50.000 Euro. Festgehalten worden war die Förderung in einer Leistungsvereinbarung, die zunächst für zwei Jahre – 2024 und 2025 – galt. Das Geld wurde auf die unterschiedlichen Aktivitäten verteilt.
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Sommer und seine Mitstreiter haben nicht damit gerechnet, dass eine Fortschreibung der Leistungsvereinbarung zur Disposition steht, weil es dafür, so Sommer, gar keine Anzeichen gegeben habe. Das Problem dabei: Stadt und Städteregion knüpfen die weitere Förderung jeweils an die andere Seite. Will sagen: Gibt die Stadt kein Geld mehr, dann gibt die Städteregion auch keins.
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Auch der inzwischen als neuer Oberbürgermeister amtierende CDU-Kandidat Michael Ziemons hatte damals gesagt: „Wir wollen queere Beratungsangebote erhalten – und gleichzeitig die bestehenden sehr guten Beratungsstellen darin bestärken, queere Beratungsthemen und -Kompetenz als Querschnittsaufgabe zu verstehen.“ Er sagte allerdings auch: „Nicht alle Beratungsthemen müssen und sollten (aus inhaltlichen Gründen) doppelt vorgehalten werden. Wir wollen sichere Beratungsangebote, achtsames Beratungspersonal, aber keine Parallelgesellschaft in der Beratungslandschaft.“
Von Doppelstrukturen könne keine Rede sein, hält Sommer dem entgegen. Es sei vielmehr unverzichtbar, das Beratungsangebot für queere Menschen in ihrer eigenen Community zu erhalten und auszubauen. Es gehe dabei auch darum, dass queere Menschen ein Umfeld bräuchten, das sie als „safe space“, als sicheren Ort wahrnehmen. „Die Anfragen an uns zeigen deutlich den entsprechenden Bedarf.“
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So, so.
Der Steuerzahler zahlt(e) „queeren Menschen“ ihren „safe space“.
Warum eigentlich? Mir doch auch nicht.
So genau steht nicht drin, warum jetzt nicht mehr. Ob das Geld knapp ist. Oder ob das was mit dem neuen Oberbürgermeister zu tun hat. „keine Parallelgesellschaft in der Beratungslandschaft“
Etwas anders schreibt es der Express. Der schreibt zwar eigentlich gar nichts außer aus den Social Media ab, aber da sieht es schon eher nach Geldknappheit aus:
Der Instagram-Post wird von zahlreichen Kommentaren begleitet. „Dass es 2026 keine Gelder gibt, steht seit 2023 im Haushalt und wurde in den Haushalten 2024 und 2025 bestätigt. Diese drei Haushalte wurden von Grün-Rot verantwortet“, heißt es in einem Beitrag.
Darauf kontert „Rainbow“: „Für 2024 und 2025 wurde zwischen der Stadt Aachen und Rainbow eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen. Noch auf dem CSD war es Konsens aller Parteien diese mindestens auf dem bisherigen Niveau fortzuschreiben.“
Weiter heißt es: „‚Schlau‘ Aachen (ein Schulaufklärungsprojekt, Anm. der Red.) hat einen eigenen Antrag gestellt. Als sich im Nachgang zur Kommunalwahl Anfang Dezember die Parteien und Ausschüsse neu sortiert hatten, haben wir alle um ein entsprechendes Gespräch gebeten. Auch an das OB-Büro ging eine Anfrage hinaus. Wir gingen davon aus, dass bei den vereinbarten Terminen Anfang Januar alles Weitere geklärt würde. Am Montag dieser Woche hat uns dann die Information kalt erwischt, dass die Haushaltsposition ‚Queeres Leben in Aachen‘ und damit das nötige Geld nicht mehr vorhanden sei. Daraufhin mussten wir reagieren.“
In Aachen ist seit dem 1. November 2025 Dr. Michael Ziemons (CDU) als Oberbürgermeister im Amt.
Auch der Kommentar – „Sehr gute Entscheidung der Stadt. Die Zeiten sind hart und das Geld muss sinnvoll ausgegeben werden. Schulen, öffentliche Gebäude sowie Infrastruktur geht vor irgendwelchen Spassthemen“ – wird kritisiert.
„Aidshilfe, die auch Heteros zugutekommt, ist ein Spaßthema?“, antwortet ein User.
Vielleicht geht es auch gar nicht ums Geld.
Vielleicht geht es darum, nicht noch mehr Stimmen an die AfD zu verlieren.