Was fällt ihm ein, Fragen zu stellen? Wer hat ihm das erlaubt?
Über Pressefreiheit hüben und drüben.
Man rieb sich gerade die Augen über die Unverfrorenheit einer mir bisher unbekannten Tussi auf CNN, die sich darüber echauffierte, dass der Youtuber Nick Shirley in Minnesota aufgedeckt hatte, dass die Somalier dort mit day care und child care Einrichtungen betrogen haben, die es gar nicht gab.
CNN SLAMS Nick Shirley for uncovering fraud in Minnesota..
“Who gave this random YouTuber a license to go around and check for fraud.. why does he want to cut off funding for children..”
Bro WHAT!? pic.twitter.com/LlrnyEgCNK
— American AF 🇺🇸 (@iAnonPatriot) December 31, 2025
Who is he? Wer glaubt er, dass er ist?
Wer hat diesem „random youtuber“, diesem Dahergelaufenen, eine Lizenz erteilt, Fragen zu stellen? Einfach hinzugehen und zu gucken, ob es die child care und die Kinder überhaupt gibt?
Wo kämen wir hin, wenn jeder Youtuber einfach selbst etwas überprüfen könnte und das nicht der offiziellen Presse überlässt?
Da denkt man sich doch, haben die noch alle Tassen im Schrank? Bei uns könnte so etwas nicht passieren.
Oh, doch:
Die Antwort des Gemeindepräsidenten von Crans-Montana auf die Frage nach den Brandschutzprüfungen in der Bar "Le Constellation" ist… speziell. pic.twitter.com/Q8QVgwKSMz
— Mathieu von Rohr (@mathieuvonrohr) January 2, 2026
Gut, das war jetzt kein Youtuber, sondern nur der SPIEGEL, den kann man nicht so ernst nehmen.
Trotzdem: Wer sind Sie, dass Sie es wagen, mir eine Frage zu stellen!?
Das ist wohl Nicolas Feraud, Bürgermeister von Crans-Montana.
Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung, dass man Fragen nur noch einer Art offizieller Presse gestatten will, und so eine Sicht auf „random Youtuber“, quasi „Selbsternannte“ hat.
Das ist vor allem deshalb kritisch, weil bei dieser Bar in der Schweiz nach diesen und diesen Informationen einfach gar nichts stimmte. Die Bar gehörte einem französischen Ehepaar, die mehrere Gaststätten haben, und er, Korse, soll diese Bar selbst ausgebaut haben – offenbar ohne jede Beachtung von Brandschutz.
- Nur ein einziger Fluchtweg, eine enge, steile Treppe.
- Schnell brennender Schaumstoff an der Decke.
- Holzvertäfelung der Wände.
- Mobiliar mit wohl einfachen Schaumstoffpolstern.
- Rappelvoll mit Leuten.
- Regelmäßig offenes Feuer durch diese Feuerfontänen.
But fire investigators probing the cause of the tragedy are now said to be investigating whether the basement which had just one relatively-narrow staircase was effectively ‘a disaster waiting to happen’.
Irgendwo hieß es, dass in der Schweiz ein zweiter Fluchtweg erst ab 100 Personen Kapazität vorgeschrieben sei. Unklar, welche Kapazität der Keller hatte.
Aber: Das hat überhaupt gar nichts mehr mit Brandschutz zu tun. Das sind nicht Lücken oder einzelne Nachlässigkeiten, da stimmt einfach gar nichts. Das ist einfach gar nichts da.
Und das wäre dann auch ein schweres Versäumnis der Gemeinde. Und das stinkt nach Korruption.
Kein Wunder, dass die allergisch auf Fragen reagieren.