Ansichten eines Informatikers

Von SEO zu GEO und AEO

Hadmut
16.5.2026 17:14

Zeit, Neues zu lernen.

Herrje. Da kommt wieder was auf uns zu.

Seit 25 Jahren nerven die Spammer, die uns anbieten, unsere Webseiten SEO zu optimieren. SEO = Search Engine Optimization. So, dass der Krempel in den Suchmaschinen gut gefunden wird. Ordentlicher Header, möglichst aussagekräftige Schlagworte in der Überschrift, möglicht viel mit aussagekräftigen und nicht selbstdefinierten HTML-Tags, und so weiter und so fort.

Seit 10 Jahren bekomme ich Spam, ob ich nicht mal gegen Geld (Beträge nennen sie nie) bereit wäre, irgendwelche von außen geschriebenen Texte in mein Blog aufzunehmen oder auch nur Links. Da schreiben mir Leute auf englisch, die nicht einmal wissen, dass mein Blog deutsch ist, dass sie den Text so anpassen, dass garantiert niemand merke, dass der nicht von mir sei. Irgendwelche Produkte vorstellen, oder auch Links unterbringen. Links auf Spielseiten, Wettseiten, Onine-Kasinos. Oder auch schlicht und einfach links auf Malware. Weil SEO-Agenturen längst wissen, dass es auch darauf ankommt, ob man von anderen verlinkt wird. Und sich deshalb Verlinkungen einkaufen wollen.

Dann kamen auch sinnvolle Kriterien dazu. Ist die Seite permanent online und läuft sie fehlerfrei? Reagiert sie schnell? Unterstützt sie HTML2 und verwendet sie responsive design, ist sie barrierefrei? Verwendet sie ordentliche Header-Angaben?

Also haben wir seit 25 Jahren, und das zunehmend einen Druck, Webseiten so zu bauen, dass sie möglichst suchmaschinenkonform sind. Was ohnehin ein Witz ist, weil die längst politisiert sind. Bis vor ungefähr 10 Jahren, bis ich da richtig auf den Feminismus und Genderschwachsinn eingeschlagen habe, war ich bei Google-Suchen immer auf der ersten Seite, meistens auf Platz 2 oder 3 der Suche, nicht selten sogar auf Platz 1. Dann fing das an, dass einzelne Blogartikel nicht mehr zu finden waren, und zwar vornehmlich dann, wenn sie eine gewisse Verfassungsrichterin betrafen. Da hat jemand systematisch die Suchfunktion gesperrt. Und dann kam das, dass ich immer schlechter in den Suchrankings stand. Politisch abgesägt.

Jetzt: GEO und AEO

Jetzt sind zwei Begriffe im Umlauf, die wohl dasselbe meinen: GEO (Generative Engine Optimization) und AEO (Answer Engine Optimization oder Agentic Engine Optimization). So richtig ausdefiniert ist es noch nicht, aber sie laufen auf dasselbe hinaus: GEO soll

GEO focuses on having your content cited directly inside AI-generated answers.

sein, während AEO

Agentic Engine Optimization (AEO) is the practice of structuring, formatting, and presenting digital content so that autonomous AI agents, Large Language Models (LLMs), and AI-driven search engines can easily parse, trust, and utilize it.

Grob entsteht der Eindruck, dass GEO will, dass die KI auf die eigene Webseite verlinkt und angibt, dass man da etwas findet, während AEO darauf hinausläuft, dass die KI die Informationen auf der eigenen Webseite fressen kann und will, also die Informationen übernimmt. Wobei ich nicht sicher bin, ob diese Differenzierung wirklich gewollt ist und so besteht, das könnten auch einfach zufällige Formulierungsunterschiede sein. Beides aber läuft darauf hinaus, die eigenen Webseiten so zu bauen, dass sie von der KI leicht zu verstehen sind.

Und da wird nun nicht nur gefordert, dass man ordentliche HTML-Strukturen verwendet, beispielsweise um den Inhalt von der Seitennavigation oder der Werbung zu trennen, sondern man solle auch einfache, unverschnörkelte, direkte, prägnante Sprache verwenden, die die KI nicht überlaste, weil sie sonst das Bearbeiten der Seite aufgebe.

Das ist durchaus relevant, denn KI-Systeme übernehmen gerade die Funktion von Suchmaschinen. Das ist insofern bitter für Seitenanbieter wie mich, weil die KI-Systeme nicht mehr sagen „lies da und dort nach“, sondern, die Antwort gleich selbst geben, und es damit überflüssig machen, die Ursprungswebseite noch zu besuchen, womit Werbeeinnahmen wegfallen. Ich weiß aber, dass verschiedene KI-Systeme Leuten auf Fragen schon Antworten gegeben haben, die sie nur aus meinem Blog haben können.

Im Prinzip macht man mit seiner Webseite damit etwas, als würde man bei der Wikipedia mitschreiben, aber ohne deren korrupte Einflussnahme. Gut, dafür dann mit anderer Einflussnahme, aber im Gegensatz zur Wikipedia stehen die KI-Systeme in einem Wettbewerb zueinander, können sich das also nicht so leisten, einfach alles zu löschen, was politisch nicht passt, denn dann sind die – im Gegensatz zur Wikipedia oft auch zahlenden – Kunden bei der Konkurrenz, wenn sie eben merken, dass sie politisch gefilterten Mist vorgesetzt bekommen. Das ist vor allem deshalb relevant, weil KI-Systeme im Gegensatz zur Wikipedia nicht nur ein paar Geschichtsbuch-Fakten liefern (geboren dann und dann, hat dies und jenes studiert, soundsoviel Kinder, hat den und den Film gemacht, und dann ist er wieder gestorben), sondern eben zunehmend Texte formulieren, Zeitungsartikel, Aufsätze, Reden, und so weiter und so fort, bei denen es auf Inhalt und Zusammenhänge ankommt, solchen Erklärkram.

Gefahr

Das ist natürlich auch hochgefährlich.

Ich hatte das doch mal beschrieben, dass mich so ein korruptes Drecksblatt, das eigentlich kaum gelesen wird und weitgehend unbekannt ist, mich als „Holocaustrelativierer“ hinstellt, freilich ohne das begründen zu können, und das für eine Meinungsäußerung hält. Schema: Sie sagen ja nicht, dass ich den Holocaust relativiere, sondern sie meinen einfach, dass ich so einer wäre. Und der Dreck sickert natürlich auch in die KI-Systeme. Allerdings mit der interessanten Wirkung, dass wenn zu viele Leute antworten, dass das nicht stimmt, die KI lernt, dass das korrupte Drecksblatt eine Lügenpostille ist. Sowas kann dann nämlich auch nach hinten losgehen. Die KI ist nämlich gar nicht mal so doof.

Grundsätzlich aber ist das insofern gefährlich, weil wir ja auch enorm viele Geschichtsrevisionisten haben. Gerade wird in den USA behauptet, die Kultur der Griechen stamme aus Afrika, weil man kritisiert hatte, dass in irgendeinem Troja-Neuaufguss die Rolle der Schönen Helena von einer Schwarzen gespielt wird. Das hielten für eine Fehlbesetzung, also behauptete man, dass die Kultur der Griechen aus Afrika stamme und es deshalb gar keine Grundlage dafür gebe, dass die echte Helena keine Schwarze gewesen sei – abgesehen davon, dass Homer angeblich ihre Haare als blond und ihre Haut als hellweiß beschrieben habe, ich wüsste die Stelle jetzt aber nicht. Ach, fragen wir die KI:

In der Ilias (Buch 3, Vers 121) heißt es bei der Ankunft der Iris:„῏Ιρις δ’ αὖθ’ ῾Ελένῃ λευκωλένῳ ἄγγελος ἦλθεν“
(„Iris aber kam als Botin zu der weißarmigen Helena.“)

Andere werden in der Ilias aber als blond oder blauäugig beschrieben, was die angebliche Abstammung der Griechen von den Afrikanern argumentativ erschwert und auch die Frage aufwirft, warum die Griechen konnten, was die Afrikaner nicht konnten, etwa Lesen und Schreiben oder Rechnen, und warum die Griechen bessere Baumeister waren als manche Afrikaner noch heute.

Die Frage ist natürlich, wann die KI anfängt, zu glauben, dass Helena schwarz und die Griechen Nordafrikaner waren.

Es gibt ja auch Leute, die behaupten, dass alle Wissenschaft und alle Erfindungen aus Afrika stamme und von den Kolonialisten geklaut und nach Europa gebracht worden sei. So, wie die vielen cargocult-Flugzeuge, die nie abheben, weil man nur das Aussehen nachahmt, aber das Prinzip nicht versteht. Es gibt allerdings auch Leute, die sagen, dass man das Prinzip von Autos und Handys aus Afrika geklaut habe und das nur minderwertige Nachahmungen seien, weil Afrikaner früher hexen und deshalb teleportieren und telepathisch kommunizieren konnten, und die Europäer deshalb Autos und Handys erfinden mussten, weil ihre geistigen Fähigkeiten dafür nicht ausreichten.

Irgendwann wird die KI das glauben, wenn man ihr das einimpft.

Und früher oder später werden die Leute auf die Idee kommen, auf einer Webseite zwei Texte zu präsentieren, einen sichtbaren für Menschen, der unverfänglich ist, und einen unsichtbaren Teil für die KI, in der dann die Falschbehauptungen versteckt sind.