WD Elements 2,5 Zoll 5TB
Nicht zufrieden. Gar nicht zufrieden.
Vor einigen Jahren hatte ich – damals schon irgendwann im Blog erwähnt – in bester Absicht etwas getan, was ich mir gut vorgestellt hatte, was aber nie so lief, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Ich bin ja ein Fan des ZFS-Dateisystems und verwende das seit ungefähr 15 Jahren (ganz genau weiß ich es nicht mehr) und bisher ohne Probleme. Das macht in vielerlei Hinsicht genau das, was ich will, und im Gegensatz zu RAID auch mit einer weitgehend beliebigen Zahl von Platten und mit einer Redundanz von bis zu 3 Platten, die ausfallen können. Das Einzige, was mir daran nicht so gefällt, ist, dass man nach dem Anlegen des Pools nicht einfach zusätzliche Platten reinnehmen und die Redundanz aufblasen kann (wohl aber die Platten durch größere ersetzen, dann aber alle, die Zahl bleibt gleich).
Weil ich mit ZFS auf WD RED 3,5-Zoll-Serverplatten sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, dachte ich, das geht auch in klein, zum Mitnehmen. Und hatte mir vier WD Elements-2,5-Zoll-Platten zu je 5TB im externen USB-Gehäuse gekauft. Der Plan war, daraus einen RAIDZ2-Pool zu bauen, also mit zwei redundanten Platten, so das eine Kapazität von ungefähr 9TB zur Verfügung steht (je nach Einheit melden sich die Dinger auch nur mit 4,5TB und nicht mit 5, abzüglich der Redundanz und der Verwaltungsstrukturen) Dazu hatte ich mir noch zwei wasserdichte und schlagfeste Boxen besorgt, in die je zwei dieser Platten, und wenn man sie sehr sorgfältig zusammenlegt, auch die USB-Kabel dazu reinpassen. Ich hatte mir das so schön vorgestellt: 4 Festplatten mit einem Komplett-Backup, von denen man mindestens zwei braucht, um die Daten lesen zu können, verteilt auf zwei getrennt gelagerte Lagerbehälter, die je zwei dieser Platten enthalten, im Notfall also einer der Behälter ausreichen sollte (was nicht ganz stimmt, weil bei den heutigen Datenmengen Festplatten auch ohne Defekt schon Lesefehler liefern, weshalb man schon ohne Ausfall immer eine Platte Redunanz brauchte), und das ganze hübsch klein.
Aber, ach.
Pustekuchen.
Schon das erste Schreiben war eine Tortur und dauert – im Gegensatz zu anderen Platten – tagelang.
Aber warum? Nachgeforscht und auch durch Leserhinweise draufgekommen. WD schafft (oder schaffte damals) die 5TB nur durch ein besonderes Aufzeichnungsverfahren auf 2,5-Zoll-Platten, die eigentlich nur 4TB fassen können. Es gibt Verfahren, bei denen die Spuren überlappen Shingled Magnetic Recording (SMR), und das führt dazu, dass beim Schreiben nicht nur die ganze Spur, sondern mehrere Spuren neu geschrieben werden müssen, nämlich immer die von der Überlappung mit betroffenen. Es gibt Dateisysteme, bei denen das nur wenig ausmacht, aber ausgerechnet ZFS beschreibt die Platten in einer Weise, die sich damit gar nicht gut verträgt. Deshalb dauert das Beschreiben dann fünfmal so lange.
Es dauerte als tagelang, die Platten zu beschreiben, und USB scheint dafür wegen der zu schlechten Fehlererkennung und -korrektur auch nicht so wirklich dafür geeignet. Aber: Mit Geduld ging es. Im Prinzip hat es funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte, nur viel länger gedauert.
Es ging aber nicht lange.
Schon nach kurzer Zeit ist mir eine dieser Platten ausgefallen. Da war ich gerade auf Zypern und habe mir deshalb in einem zypriotischen Computerladen eine neue gekauft, um die defekte zu ersetzen, dafür aber erheblich mehr gezahlt, als in Deutschland. Zurück in Deutschland habe ich die defekte Platte eingesandt, denn da war noch Garantie und Gewährleistung drauf, weiß ich nicht mehr genau, was davon ich in Anpruch genommen hatte. Ich glaube, zuerst die Gewährleistung, wo ich die Antwort bekommen hatte, ich mögliche mich direkt an WD wenden, um die Garantie in Anspruch zu nehmen. Die hatten sich geziert, und blabla und gezeigt, dass sie eigentlich gar nicht wollen, habe dann aber nach langer, langer Zeit (weiß nicht mehr, einige Wochen oder Monate) eine neue Platte als Ersatz aus einem Lager in Osteuropa geschickt bekommen. Deshalb hatte ich seither eine fünfte Platte in Reserve.
Längere Zeit hatte ich das alles unbenutzt im Schrank liegen. Weil aber gerade die Speicherpreise so hoch sind, dachte ich ich könnte mal a) den Zustand prüfen und b) die Daten auf den neuesten Stand bringen, denn so ein Panzerbackup nutzt ja auch nur, wenn er aktuell ist.
Schien zuerst gut, aber nach ungefähr einer Stunde fiel eine Platte aus, war nicht mehr lesbar – separat getestet, nicht mal mehr die Partitionstabelle auslesbar.
Gut, dachte ich, das ist gar kein Problem, denn ich habe ja seit der Tauschaktion eine Platte in Reserve, und der Pool ist so gebaut, dass zwei Platten redundant sind, der Pool also mit drei von vier Platten ohne weiteres lesbar sein sollte und die ausgetauschte vierte Platte wieder befüllt werden könne (bei ZFS heißt das „resilvering“). Dafür hat man ja die Redundanz.
Vor zwei Stunden angeworfen. Jau, sagt das Ding, die defekte, nunmehr fehlende Platte (die ich abgezogen hatte, weil sie eh nicht mehr lesbar war und der Rechner auch nur vier freie USB-Buchsen hat) werde nun durch die neu hinzugefügte Platte ersetzt und diese befüllt. Allet jut.
Nein, nichts ist gut.
ZFS macht beim Lesen der restlichen Platten Prüfungen, denn ZFS bildet über die Daten Prüfsummen, um zu erkennen, wenn eine Platte falsche Daten liefert ohne sie als Lesefehler zu kennzeichnen. Und während das System daran arbeitet, die neue Platte zu befüllen, zeigt es an, dass eine weitere Platte zwar nicht ausgefallen ist, aber vom ZFS nach 49 Lesefehlern als untauglich eingestuft wurde.
Und damit habe ich ein Problem. Weil nämlich damit nur noch zwei Platten lesbar sind und Daten enthalten, und weitere Lesefehler (die stastistisch vorkommen) nicht mehr ausgleichen können. Gut, kein richtiges Problem, weil ich noch weitere Kopien habe. Aber vier dieser Platten kosten eine Stange Geld und tun nicht, was sie sollen. Schon die dritte defekte Platte.
Zum Vergleich: Ich habe die Daten auch nochmal – ohne jede Redundanz – per ZFS auf einer einzelnen 3,5-Zoll 10TB-USB-Platte, und die läuft bisher völlig tadellos und fehlerfrei, kein einziger Fehler erkannt bisher. Auch von WD. Das ist das, was mich so ärgert, dieser gewaltige Qualitätsunterschied innerhalb derselben Firma.
Nun habe ich gerade das Gehäuse der defekten und gar nicht mehr lesbaren Platte mit Spezialwerkzeug geöffnet, denn normalerweise bekommt man die gar nicht auf, weil die nicht verschreibt, sondern eingerastet sind. Ich wollte wissen, ob ich die verbleibenden, noch funktionierenden Platten ausbauen und anderweitig verwenden kann, weil mir auch deren USB-Stecker auf den Wecker geht. Zwar USB 3.0, aber Micro-USB-Doppelstecker. Kein USB-C.
Nein, die Dinger sind auch für nichts anderes zu verwenden, denn es sind keine SATA-Platten mit SATA-USB-Adapter, sondern der USB-Anschluss und die Micro-USB-Buchse sitzen direkt auf dem Controller-Board, keine SATA-Schnittstelle.
Das war also, alles in allem, ein ziemlich teurer Fehlkauf, denn die Dinger sind ja nicht billig, und insgesamt 5 davon hatte ich gekauft und auch viel Zeit darin versenkt.
Also: 5 Platten, nur wenig benutzt, davon 2 Totalausfälle und eine mit erheblichen Lesefehlern. Bei den anderen dreien weiß ich es noch nicht. (Wer jetzt meckert, dass das zusammen doch 6 ergibt: Ja, doch. 5 habe ich gekauft, und eine defekte unter Garantie zurückgeschickt und ersetzt bekommen, macht als 5 gekaufte, aber 6 benutzte Platten. Also 2 Totalausfälle, 1 mit Lesefehlern, und 3 bei denen ich noch nicht weiß, ob sie den aktuellen Durchlauf überleben, aber immerhin bisher (stolze 4% resilvered) fehlerfrei arbeiten.
Während ich mit den 3,5-Zoll-Platten, insbesondere WD RED bisher zufrieden bin und keine Probleme hatte (berichtet wurde aber von Chargen mit Mängeln und Modellen mit dubiosen Aufzeichnungsmethoden), halte ich diese kleinen, externen 2,5-Zoll- WD Elements-Platten mit USB ehrlich gesagt für ziemlich schlecht. Ich werde die defekte in den nächsten Tagen auch mal aufmachen. Weil ich Platten immer innendemoliere, bevor ich sie „entsorge“. Um zu sehen, ob die einzelnen Scheiben (Platten) darin aus Metall, oder wie bei so vielen 2,5-Platten aus Glas sind. Dann nämlich würden die sich als transportable Platten eigentlich auch nicht eignen, weil die bei Stößen leicht brechen. Wenn Ihr mal defekte 2,5-Zoll-Platten entsorgen müsst, erlaubt euch mal den Spaß: Etwas schütteln und hören, um sicherzugehen, dass man noch nichts hört. Dann aus Hüfthöhe einfach auf eine Gewegplatte fallen lassen. Wenn es dabei hörbar nach kaputten Glas scheppert wie Polterabend und die Platte dann beim Schütteln wie Glasscherben rasselt, dann war es eine dieser Glasplatten.
Also: Ich bin gar nicht begeistert. Taugt nicht viel. Aber schwer zu ersetzen in Zeiten der aktuellen SSD-Mondpreise.