Vom Roboterhund angefallen
Frisch Gehacktes aus der Informatik.
Leserzuschrift:
Roboterhunde koordinierte Attacke
Hi,
erinnerst Du Dich, Du hattest Vermutungen angestellt, dass es möglich sein dürfte, dass Hacker sich die E-Autos einer Stadt zunutze machen, um koordinierte Angriffe zu starten. Der hier hat einen Roboterhund gehackt, und kommt dabei zum gleichen Schluß: https://www.youtube.com/watch?v=lA8WuXDXfcI
Ach, gar:
Der meint, er habe bei seinem Hund eine Hintertür gefunden. Noch neulich hätte man das für Sodomie gehalten, heute ist es Hackertum.
Ja, dazu fällt mir einiges ein.
Es gab doch vor einiger Zeit den Angriff der Israelis auf die Hisbollah durch explodierende Pager. Pager bewegen sich zwar nicht, aber nach meiner Wertung war das schon ein Angriff im größeren Maßstab durch „gehackte Drohnen“ und IT.
Vor einigen Jahren gab es schon ein Video, in dem ein Amerikaner ein Experiment machte und eine normale Pistole unter eine handelsübliche Drohne montierte und ferngesteuert abfeuerte. Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass die Drohne das nicht übersteht und der Rückstoß sie in der Luft zerreißt. Es hat der Drohne aber gar nichts ausgemacht. Die hat sich ein Stück zurückbewegt, das aber sofort wieder ausgeglichen.
Und es wäre durchaus nicht nur denkbar, sondern auch wahrscheinlich, gerade bei moderner Kriegsführung, „alternative Waffen“, „billige Waffen“ zu verwenden und die autonom fahrenden Autos des Gegners, Roboterhunde und so weiter als Waffen einzusetzen. Ich hatte das beschrieben, dass selbstfahrende Autos alle gleichzeitig, egal, wo sie sind, einfach Vollgas geben, einfach irgendwohin brettern.
Oder: Jagd auf Fußgänger machen. Statt dem Attentäter im LKW fährt der LKW allein in die Menge. Ist auch keiner mehr da, den die Polizei dann erschießen kann. Erschieß mal einen LKW – gar nicht so einfach. Eigentlich müssten alle Roboter obendrauf eine Art Dom als Notausschalter haben, auf den die Polizei im Notfall schießen kann.
Spezial: Es ist ja bekannt, dass manche Autos permanent über Kameras ihre Umgebung überwachen. Stellt Euch vor, die vermessen Gesichter von Leuten, die an geparkten Autos vorbei gehen, biometrisch. Und wenn jemand darunter ist, den man umlegen will, gibt das Auto einfach Gas und fährt den gegen die Wand. 2019 hat doch ein russischer Agent einen Georgier in Berlin erschossen, der dann nach Jahren ausgetauscht wurde. Stellt Euch vor, man braucht keinen Agenten mehr, sondern nur noch Hacker. Es gab ja mal das Argument gegen Reisepässe mit RFID, dass man damit Bomben bauen könnte, die erst dann explodieren, wenn einer mit einem amerikanischen Pass in der Tasche dran vorbeiläuft. Dasselbe Prinzip wie bei modernen Seeminen: Bis neulich hatten Seeminen einfach stachelige Hülsen außenherum, und sobald man dagegen fuhr, verbogen die, darin brach eine Glasampulle mit einer Säure und der Sprengstoff ging hoch. Heute hat man Minen mit Computern und Mikrofonen, die Schiffe am Motorengeräusch erkennen können und erst explodieren, wenn ein feindliches Schiff vorbei kommt. Man könnte auch Bomben bauen, die nicht bei Arabern oder Afrikanern, aber bei Europäern explodieren – oder Roboter bauen, die gezielt Weiße angreifen.
Pflegenotstand: Man will doch dem Pflegenotstand begegnen, indem man alten Leuten einen Roboter gibt, der sich um sie kümmert, sich mit ihnen unterhält, Übungen macht, Getränkte holt, alles, was den Pflegedienst entlastet. Stellt Euch vor, so ein Pflegeroboter bekommt einen Kill-Befehl. In Kanada bieten sie alten Leuten im Krankenhaus vor teuren Operationen kostensparende Sterbehilfe an. Wenn das Geld knapper wird, fragen die vielleicht nicht mehr. So, wie man eine Frauenquote vorgibt, könnte es dann auch eine Sterbequote geben. Eigentlich könnte man tagesaktuell vorgeben, wieviele Rentner das Land bezahlen kann. Und dann kommt es darauf an: War er in der richtigen Partei? Hat er sich jemals politisch unkorrekt geäußert? War er ein Sexist? Ein Rassist? Nicht schade um ihn, der kann weg. 3 .. 2 .. 1 .. erdrosselt. Oder das falsche Medikament erwischt. Tagesaktuelle Meldung an die Rentenkasse. Oder die Wohnungssuchseite im Internet.
Oder aber auch: Stellt Euch vor, alle selbstfahrenden Autos einer Stadt fahren gleichzeitig los, um eine Kaserne anzugreifen. Fahren da rein, attackieren Leute, attackieren Fahrzeuge, attackieren Munitionsbunker, indem sie einfach dagegen fahren.
Spot – der Roboterhund von Boston Dynamics
Das ist wohl der bekannteste, sehr beeindruckend, sehr teuer, wird auch immer öfter von Behörden verwendet, um zu patrouilleren, zu prüfen und so weiter. Es gibt Bahngesellschaften, die die Viecher nachts zwischen Abstellgleisen patrouilleren lassen, um Sprayer zu fangen. Vor einiger Zeit war irgendwo in Deutschland ein großes Gebäude ausgebrannt und stark einsturzgefährdet, konnte nicht betreten werden. Man schickte so einen Roboterhund rein, der durch das ganze Gebäude lief um nach Menschen zu suchen. Die Dinger können mit einem Roboterarm Türen öffnen, oder aber mit einem Gewehr schießen.
Die Dinger sind gefährlich. Selbst ohne Absicht, es haben schon Leute Finger und Hände verloren, weil sie sie in die Gelenke brachten, die sich nicht nur sehr stark, sondern auch unerwartet bewegen und Finger abkneifen können. Bürgerrechtler in den USA haben Anleitungen verteilt, wie man so einen Roboterhund lahm legt, indem sie zeigten, wie man auf der Unterseite die Wechselbatterie herausnehmen kann.
Slaughterbots
Vor 6 Jahren ging ein Video viral, in dem – sehr realistisch gemacht – ein Steve-Jobs-Verschnitt „Slaughterbots“ vorstellte, was aber damals nur eine Dystopie, eine Warnung war.
Eigentlich sind wir bereits an dem Punkt. Irgendwo kam heute in den Nachrichten ein Video in dem zu sehen war, wie sich russische Soldaten ergeben, obwohl kein Ukrainer da war. Sie waren von einer Drohne gefunden und von einem bewaffneten Roboter festgenommen worden.