Ansichten eines Informatikers

Neue Formen der Demokratie: „Planetare Radikale Demokratie. Über die Rolle nicht-menschlicher Akteur*innen im politischen Diskurs“

Hadmut
27.1.2026 18:44

Ich hätte ja auf die Eichhörnchen gesetzt.

Aber die sozialistischen Pläne sehen vor, dass wir von Ameisen regiert werden.

Grundrechte für Tiere und Vertreter von Bäumen hatten wir ja schon. Nun läuft es darauf hinaus:

Ich lese gerade die irrste #Diplomarbeit meines Lebens. Immer, wenn man glaubt, eine Steigerung sei nicht mehr möglich…

Alleine schon der Titel ist from outer space: “Planetare Radikale Demokratie. Über die Rolle nicht-menschlicher Akteur*innen im politischen Diskurs”

Verfasst von einer bekannten #ORF-#Klimajournalistin. In der Diplomarbeit wird unter anderem auch gefordert, dass #Wale mehr in die #Demokratie mit einbezogen werden müssen, was ich wirklich süß fand.

Ich will nicht spotten. Ich sage nur: Es gibt im Moment an den Universitäten kein Gegengewicht zu diesem stramm linken Denken.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir bald – erfolgreiche! – Verfassungsbeschwerden von Ameisen und Walen vor dem Bundesverfassungsgericht sehen werden, und der Wähler einfach gar nichts mehr zu melden hat.

Aber Ameisen, Wale und Bäume werden sich sicherlich sehr darüber freuen und das zu schätzen wissen, dass sie als „nicht-menschliche Akteur*innen“ korrekt gegendert werden.

Ich überlege gerade, ob ich eigentlich noch steuer- und sozialabgabenpflichtig bin, wenn ich mich zum Wal erkläre, gefangen im Körper eines Menschen. Mir ist ja auch schon lange irgendwie so fischig zumute, mich zieht’s ja so ans Meer.

Oder bin ich vielleicht einfach eine Meerjungfrau?

Jetzt habe ich aber eine zentrale Frage:

Was machen die eigentlich, wenn die Wale für die Klimaerwärmung plädieren, weil ihnen die Eisberge auf die Nerven gehen und sie eine Erhöhung des Meeresspiegels fordern?

Und was genau meint der mit „#ORF-#Klimajournalistin“?

Wer nimmt so etwas als Diplomarbeit an?

Könnte es sich am Ende vielleicht gar um diese Masterarbeit von Verena Mischitz handeln? Wer weiß schon, wieviele Masterarbeiten es in Österreich mit gleichen Titeln gibt und wieviele Leute dort dieselbe Masterarbeit einreichen?

Abstract:

Je instabiler Ökosysteme werden, je mehr Fluten, Hitzewellen und Dürren auftreten, desto sichtbarer werden Verstrickungen zwischen Menschen und nicht-menschlichen Wesen. In der Demokratie finden Akteur*innen jenseits der Menschen bisher kaum Berücksichtigung. Politische Prozesse sind anthropozentrisch. Könnte sich das ändern? Ich gehe der Frage nach, inwiefern nicht-menschliche Wesen und Materie zu demokratische Akteur*innen werden und welche Auswirkungen dies auf die Formation politischer Diskurse hat. Die Analyse verläuft anhand von Subjektivierungsformen bei Jacques Rancière, Chantal Mouffe und Ernesto Laclau, um anschließend eine Verbindung zum Subjektverständnis in den Neuen Materialismen herzustellen. Dabei liegt der Fokus auf Überlegungen von Bruno Latour, Donna Haraway und Rosi Braidotti. Inwiefern sich radikale Demokratietheorien mit Neuen Materialismen verknüpfen lassen, untersuche ich anhand der Erforschung der Walkommunikation sowie der Anerkennung von Rechten von Tieren und Ökosystemen. Die vorliegende Arbeit ist der Versuch einer Demokratisierung der Demokratie – einer Ausweitung politischer Prozesse auf nicht-menschliche Wesen: Wale, Ökosysteme, Klimamodelle.

Walkommunikation.

Die Idee ist aber leider nicht neu, das ist ein Plagiat, das gibt es nämlich schon:

Es gehört auch demnächst zum juristischen Staatsexamen, Walisch zu sprechen, weil man ja jederzeit auch Wale vertreten können muss.

Und die Ameisenrechte wurden auch schon verfilmt. A Bug’s Life:

Das Ameisenleben in diesem Film wurde tatsächlich schon marxistisch analysiert:

3.1 Kollektive Leidenschaften

Bisher sind unsere neomaterialistischen Ausführungen ein mehr oder weniger ethisches Konstrukt. Es geht um Beziehungen zwischen Menschen und nicht-menschlichen Wesen, Verstrickungen zwischen Lebendigen und Materie und die Zuschreibung und Anerkennung von Handlungsmacht und ihrer Bedeutung. Im nächsten Abschnitt wollen wir uns dem widmen, wodurch diese Beziehungen beeinflusst werden, was sie auslösen und welche (politischen) Auswirkungen das haben könnte. Mit Bonnie Honig wissen wir, dass öffentliche Dinge Emotionen auslösen, auf affektiver Ebene wirken. Lässt sich dieses affektive Zusammenspiel unterschiedlicher Wesen und Dinge in den demokratischen Diskurs übersetzen – gar institutionalisieren? Schauen wir nochmal auf die Überlegungen von Rosi Braidotti und Chantal Mouffe. Für Braidotti sind Affekte zentral und dem Lebendigen inhärent. Sie treiben uns an und formen unser Zusammenleben (Braidotti 2014). Im Gegensatz dazu sind bei Mouffe politische Affekte immer mit einer demand verknüpft. Um politische Veränderungen voranzutreiben und entsprechende policies umzusetzen, ist es ihren Überlegungen nach notwendig, Affekte in der Bevölkerung zu erzeugen und diese mit einer politischen Forderung zu verknüpfen. Demnach sollten Parteien – insbesondere linke politische Strömungen – auf Sehnsüchte mit konkreten politischen Forderungen reagieren, nach dem pars pro toto-Prinzip Bedürfnisse befriedigen, die auf eine größere Idee abzielen statt umgekehrt. Die Forderung
„Günstige Mieten für alle“ lässt sich in die Schublade „soziale Gerechtigkeit“ einordnen.

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3.1.1 Eine Lagune, die vor Gericht ziehen kann

„Das Mar Menor tragen wir sehr tief in uns“, sagt Ramón Pagán gegenüber dem Online-Medium Riffreporter (Prinz 2023). Er ist Sprecher der Bürgerinitiative „Pakt für das Mar Menor“ und Teil des repräsentativen Ausschusses der Lagune. Seit 2022 ist das Mar Menor – eine Salzwasserlagune im Südosten Spaniens – offiziell eine juristische Person. Bis es dazu kam, musste die Lagune gleich mehrmals (nahezu) sterben. Aufgrund von Tourismus und intensiver Landwirtschaft in der Umgebung wird nährstoffhaltiges Wasser in die Lagune geleitet. Der Nitratgehalt steigt, Algen gedeihen, dem Mar Menor geht der Sauerstoff aus. Das hat 2016 85 Prozent der Seegraswiesen getötet. Drei Jahre später kam es zu einem massiven Fischsterben. „Das war wirklich eine dramatische Situation. Die Leute waren schockiert und es hat sie wachgerüttelt“, erzählt Pagán (ebd.). Es war der Anfang politischer Kämpfe im Namen des Mar Menor. Demonstrationen, 650.000 Unterschriften und unzählige juristische und politische Aushandlungsprozesse später, ist das Mar Menor eine Rechtspersönlichkeit mit eigener Vertretung. Europas größte Salzwasserlagune kann vor Gericht ziehen. Das ist gleich aus mehreren Gründen bemerkenswert. Das Mar Menor ist nicht das erste Ökosystem, dem anthropogene Rechte zugesprochen werden, aber das erste in Europa (Rehnstrom 2025). Es steht nicht in Verbindung mit indigenen Traditionen – wie viele der anerkannten nicht-menschlichen Rechtspersönlichkeiten –, wohl aber mit kulturellen Verstrickungen zwischen den Bewohner*innen und nicht-menschlichen Akteur*innen, welche wiederum im Zusammenhang mit den politischen Kämpfen betrachtet werden können, die sich durch die Zerstörung der Salzwasserlagune ergaben. Das Beispiel macht deutlich: Die (affektive) Beziehung zwischen Menschen und Ökosystem trägt das Potenzial einer Form von speziesübergreifender Politik.

„Wir wollen dem Mar Menor mehr Stimme und dem Volk mehr Macht geben. Denn es geht hier auch um mehr Partizipation und Demokratie“ (ebd.).

Auch das ist nicht neu.

Im Film Rashomon tritt ein toter Samurai – vertreten durch ein Geister-Medium – vor Gericht auf.

Auch das, Sprechen mit Toten, wird künftig zum juristischen Staatsexamen gehören.

Schlussbemerkungen und Conclusio

Wie so eine Geschichte weitergeschrieben und damit die Formation demokratischer Diskurse jenseits der Menschen gedacht werden könnten, muss Teil der öffentlichen Auseinandersetzung sein. Was die vorliegende Arbeit leisten kann, ist eine Beschreibung des Potentials nicht-menschliche Akteur*innen und Materie in diese Geschichte miteinzuweben.

Nicht-Menschliches performativ, materiell-disruptiv oder vermittelt durch Forschung und Technologie „zu Wort kommen“ zu lassen, würde Wirkungen miteinbeziehen, Relationen sichtbar machen und zu einer Politisierung von Materie beitragen. Latour spricht von einer Ausweitung von Demokratie durch ein Plus an Stimmen, die mitmischen – durch nicht-menschliche Akteur*innen, die direkt, in gesellschaftlichen Kontext oder vermittelt durch Daten und Technologie kommunizieren. Es ist ein Kauderwelsch aus Stimmen, die für sich selbst, für andere oder als speziesübergreifendes Gefüge sprechen. Relationale Verknüpfungen reihen sich an Subjektpositionen – und umgekehrt und beides auf einmal. Wer spricht, ist nicht unbedingt jederzeit eindeutig zu identifizieren.

Das ist so schwachsinnig, dass ich gerade nicht mehr weiß, ob das so dumm ist, dass man darüber nicht mal mehr lachen kann – oder ob nur noch zu lachen das Einzige ist, was einem da noch bleibt.

Es bestätigt voll meinen bisherigen Eindruck von Politologie, nämlich dass das ein reines Pseudostudium ohne jegliche Substanz ist. Einfach nur willkürliches Geschwätz und Leute zitieren, und so hatten mir das Politologen auch schon beschrieben.

Das ist nicht mehr zu retten, und da ist auch nichts mehr zu retten.

Und für so einen Scheiß bekommt man den „Master“.

Die Frau ist „Wissenschaftsjournalistin“.

Machen wir uns nichts vor.

Unsere Zivilisation ist unwiderruflich am Ende. Die Politik wird künftig nur noch von Walen, Lagunen und Islamisten bestimmt.

(Was bin ich froh, dass ich kein Jurist geworden bin und deshalb weder Wale noch Lagunen vertreten und auch nicht mit Toten sprechen muss. Seit Nepalesen vor dem Bundesverfassungsgericht die Politik gegen deutsche Wähler durchsetzen können, war es klar, dass so etwas kommen wird. Während wir die Rechte von Ameisen schützen, versucht die SPD, Abtreibung bis zur Geburt ins Bundesverfassungsgericht zu drücken, und da sitzen ja auch radikale Linke. Das ist alles nur noch ein einziger Witz.)