Ansichten eines Informatikers

Die Vereinigen Arabischen Emirate und England

Hadmut
9.1.2026 20:28

Die hatten wir heute auch noch nicht. Heute bleibt kein Auge trocken.

Originalartikel: UAE cuts funds for citizens keen to study in UK over Muslim Brotherhood tensions

Die islamischen Vereinigten Arabischen Emirate haben die Stipendien für ihre Staatsbürger eingeschränkt, die in England studieren wollen.

Automatische Übersetzung:

Der Ausschluss britischer Universitäten ist mit der Angst in den VAE über das verbunden, was sie als Risiko einer islamistischen Radikalisierung auf britischen Campussen ansehen, so drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Es geht darum, dass die VAE eine Liste von internationalen Universitäten haben, die sie für stipendiatswürdig halten, und von dieser Liste hat man wohl die englischen unlängst gestrichen.

Als britische Beamte die Abwesenheit britischer Institutionen auf der Juni-Liste in Frage stellten, sagten Beamte der VAE, die Unterlassung sei kein “Versehen” gewesen, so eine Person mit direkter Kenntnis der Diskussionen.

“[Die VAE] wollen nicht, dass ihre Kinder auf dem Campus radikalisiert werden”, fügte die Person hinzu.

Als Reaktion darauf unterstrichen britische Beamte die Bedeutung der akademischen Freiheit, sagte die Person.

In den Jahren 2023-24 wurden 70 Studenten an britischen Universitäten – von einer insgesamt höheren Hochschulstudentenbevölkerung von fast 3 Millionen – für eine mögliche Überweisung an das Verhinderungs-Deradikalisierungsprogramm der Regierung gemeldet, das Anzeichen einer “islamistischen Radikalisierung” zeigt, die sich im Vorjahr fast verdoppelt hat.

Seit den arabischen Aufständen im Volksalter 2011 haben die VAE ein hartes Durchgreifen gegen die inländischen islamistischen Aktivitäten verhängt und regional interveniert, um die Rolle des politischen Islam zu begrenzen.

Das ist so schön formuliert, das muss man sich nochmal im englischen Original reinziehen:

“[The UAE] don’t want their kids to be radicalised on campus,” the person added.

In response, UK officials underscored the importance of academic freedom, the person said.

In 2023-24, 70 students at UK universities — out of an overall higher education student population of almost 3mn — were reported for possible referral to the government’s Prevent deradicalisation programme showing signs of “Islamist radicalisation”, nearly double the previous year.

Since the 2011 popular Arab uprisings, the UAE has imposed a harsh clampdown on domestic Islamist activity and intervened regionally in a bid to limit the role of political Islam.

Englische Universitäten sind den Vereinigten Arabischen Emiraten zu „islamistisch“, und sie wollen nicht, dass ihre Studenten dort „radikalisiert“ werden.

Was übrigens sehr genau dem entspricht, wie ich die VAE bisher kennengelernt habe. Ich war ja mehrfach in Dubai, außerdem in Sharja und Abu Dhabi. Und ich habe mich dort immer sehr wohl und sicher gefühlt. Denn dort herrscht ein ganz anderer Islam als bei uns. Es ist zwar alles irgendwie islamisch, aber eher kulturell als politisch. Nicht aggressiv. Sehr friedlich, sehr tolerant.

Ich habe ja beschrieben, dass die dort Weihnachten feiern und man da auch als Nicht-Muslim sehr willkommen ist. Die sehen das mit der Bekleidung auch nicht so eng, und viele Frauen laufen unverschleiert herum. Ich hatte ja erzählt, dass ich dort mal mit einem Imam und einigen sehr fundamentalistischen Muslimen ins Gespräch kam, und die mich trotzdem tolerierten, respektierten, ausreden ließen. Ich bin mir da nie irgendwie angefeindet vorgekommen. Ich war mal in deren „Wild Wadi“ Wasserpark, und hatte dort den Mann, der da Badeanzüge verkauft, gefragt, warum man am Eingang so viele verschleierte Frauen in der Schlange sah, im Spaßbad aber nicht, sondern die alle im normalen kurzen Badeanzug unterwegs seien, wo die denn hin wären. Er hat mir erklärt, dass es dort keinen Zwang zur Verschleierung gebe und man es jedem selbst überlasse, nach seinem Glauben zu handeln, und die Frauen in den VAE es eben so sähen, dass das nicht immer so erforderlich und beim Baden hinderlich sei.

Auch das Gespräch mit dem Polizisten in der Moschee in Abu Dhabi hatte ich schon oft erzählt, der mir auf die Frage, gegen wen denn eine Moschee so geschützt werden müsse, sagte, dass wir im Westen das schwer verstehen könnten, es aber durchaus nicht so sei, dass der Islam homogen sie und die sich alle mögen. Das seien alles innerislamische Konflikte, und für die hätten sie eben nichts übrig. Sie wollen einfach Ruhe und Sicherheit und fertig.

Am Flughafen hängen an der Passkontrolle Symbolschilder, die einem bedeuten, dass man Mützen und Brillen vor den Beamten abzusetzen habe. Als ich mal der Letzte in der Schlange war und der nach mir nichts mehr zu tun hatte, habe ich aus Neugier mal gefragt, wie sie das bei verschleierten Frauen machten. Er erklärte mir, dass die da keine Privilegien hätten. Es gäbe auch gar nicht so viele, die das Gesicht verschleiern, und sie lernen in der Ausbildung, wie man Gesichter und Passbilder nur anhand der Augen vergleicht, das reiche meist. Wenn sie sich aber unsicher sind, können sie jederzeit die Anweisung geben, den Schleier abzulegen. Und das machen sie auch, und das wird auch befolgt. Da gibt es überhaupt keine religiösen Sonderrechte (während bei uns in Deutschland darüber gestritten wird). Ich habe gefragt, ob es auch welche gibt, die das verweigern. Antwort: Ja. Ungefähr einmal pro Jahr käme so etwas vor. Und die würden dann festgenommen und hätten richtig Ärger am Hals, weil dort den Anweisungen der Grenzbeamten Folge zu leisten ist.

Obwohl es ein islamisches Land ist, und dort überall der Muezzin ruft, es überall, auch am Flughafen, Gebetsräume gibt (erstaunlicherweise meist zusammen mit den Toiletten, weil man das Gebet als eine Art der Reinigung auffasst), hat der Islam dort zwar einen hohen kulturellen, aber einen erstaunlich geringen rechtlichen Stellenwert, weil man sich zwar als islamisch, die Religion aber doch für eine Art Selbstverständlichkeit, aber Privatangelegenheit hält.

Das ist ja der Grund, warum ich schon oft geschrieben habe, dass das mit dem Islam in den Emiraten besser läuft und die auch viel besser Bescheid wissen, worauf sie achten müssen. Die wissen dort eben sehr genau, was die gefährlichen Seiten sind, und was sie zulassen und was nicht. Während Westeuropa da völlig unbedarft und marxistisch an die Sache herangeht, „weltoffen“ sein will, und Beute der Radikalen wird.

Deshalb ist das Leben in den Emiraten da auch viel angenehmer als etwa in Deutschland.

Passt übrigens sehr genau, was mir schon unabhängig von einander zwei türkische Freunde sagten, allerdings auch schon 10 bis 20 Jahre her: Dass es nämlich in der Türkei viel weniger (oder gar keine) verschleierte Frauen als etwa in Berlin gäbe. Die meisten Türkinnen würden jedem was husten, wenn irgendwer von ihnen erwartete, verschleiert herumzulaufen. Deutschland sei aber voll davon. Wir sammeln hier die Islamisten an, die in den arabischen Ländern – aus gutem Grund – nicht geduldet werden.

Und es ist nun eben so weit gekommen, dass die Emirate – als kulturell und formal islamisches Land – die Stipendiaten für Studien in England streichen, weil sie nicht wollen, dass ihre Studenten islamisiert oder radikalisiert werden.

Weil in England die freie Hand haben, die man in den moderneren arabischen Ländern nicht gewähren lässt.