Ansichten eines Informatikers

Warum man Herrenunterhosen nicht in China bestellen sollte …

Hadmut
8.1.2026 15:30

Ach, Leute. Die Lage ist düster.

Also der Punkt ist ja der: Ich bevorzuge an sich und im allgemeinen Baumwolle. Ich trage gerne Baumwoll-T-Shirt, Baumwollunterhosen, Baumwolljeans. Im Allgemeinen. Und auch von Berufs wegen, weil sich Baumwolle nicht elektrostatisch auflädt und deshalb keine Computer kaputt macht. Bei anderen Stoffen kann man die Elektrostatik durchaus mit Weichspüler reduzieren, aber ich kann Weichspüler nicht ausstehen und verwenden niemals welchen (außer im japanischen Waschsalon, bei dem die Waschmaschinen eigene Tanks haben und Waschmittel und Weichspüler nach dem Motto alles-oder-nichts dazugeben; man kann das abwählen, aber dann bekommt man gar nichts).

Und ich war auch jahrelang glücklich mit den No-Name-Günstig-Unterhosen von Metro, die grauen im 5er oder 6er- Pack. Tadellose Qualität, ideale Passform, lange haltbar, angenehmer Stoff, keinerlei negative Eigenschaften. Keine dämlichen Aufschriften. Unterhosen wie für mich gemacht. (Abgesehen freilich von den famosen Batman-Unterhosen, die ich auf Zypern bei Jumbo gekauft habe.)

Leider geht es Metro wohl nicht mehr so gut, als ich das letzte Mal dort war, hatten sie ihr Sortiment massiv zusammengestrichen und keine Kleidung mehr. Leser berichteten mir Ähnliches auch von anderen Standorten, wo man die ganze obere Etage gesperrt habe. Bei den doppelstöckigen Metro-Märkten waren früher oben Elektrogeräte, Kleidung, Uhren und so weiter, das hat man aber alles gestrichen. Bei dem einstöckigen Metromarkt hier hat man stattdessen Flächen künstlich als Mitarbeiterbereich abgegrenzt, damit es nicht so leer aussieht. Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube, irgendwer schrieb mir, möglicherweise sogar mit Foto, dass man irgendwo sogar die Rolltreppen entfernt und die Öffnung dafür in der Oberetage geschlossen hat, damit es nicht so nach verlassen aussieht. Die merken auch den Wirtschaftsrückgang. Dazu kommt, dass es ja immer weniger deutsche Lokale gibt und die türkisch-arabischen und die asiatischen Restaurantbetreiber in ihren eigenen Märkten einkaufen. Sieht man beispielsweise am Aufdruck auf den Papierhüllen der Stäbchen.

Diesem Trend sind auch meine Lieblingsunterhosen zum Opfer gefallen. Nicht, dass ich jetzt einen spezifischen Zusammenhang zwischen Restaurants und Unterhosen herstellen würde, aber der ganze Bereich der Kleidung ist da wohl weggefallen – genau kann ich es nicht sagen, ich war auch schon lange nicht mehr bei Metro. Und als ich das letzte Mal dort war, war es dort eben auch sehr … still.

Immerhin habe ich einen kleinen, aber doch nennenswerten Vorrat an meinen Lieblingsunterhosen, so dass ich auf absehbare Zeit keine Not leiden werde. Zumindest für die Dauer der Lagerfähigkeit der Gummizüge. Es gibt ja kaum etwas schlimmeres als morsche Unterhosen. Ich hasse das, wenn man gerade aus der Dusche kommt, man nicht so ganz trocken, es vielleicht auch etwas kühl ist, man sich dann eine frische Unterhose aus dem Schrank hochzieht, dabei so ein Knirschen hört und spürt, und die Unterhose keinerlei Anstalten macht, sich zusammenzuziehen, sondern weit bleibt, weil die elastischen Bestandteile altersbedingt aufgegeben haben.

Nun sind Baumwollklamotten für Reisen aber ziemlich ungeeignet.

Schwer.

Voluminös.

Schnell verschwitzt und mufflig bis unangenehm riechend. Vor allem dann, wenn man – wie ich – stark schwitzt und sich – wie ich – gern in warmen Ländern herumtreibt.

Feuchte Baumwolle bekommt man ja so schnell nicht wieder trocken, und die verzieht sich dann auch so und reibt auf der Haut. Und man kann sie auch nicht einfach mal so im Hotelzimmerwaschbecken mit einem Stück Seife waschen und an der Duschstange oder der in vielen Hotelzimmern in der Dusche angebrachten Wäscheleine zum Herausziehen zum Trocknen aufhängen.

Was meint Ihr, wie der Koffer stinkt, wenn da mal für 10 oder 20 Stunden Baumwollzeugs drin war, das noch nicht völlig trocken war. Vor allem, wenn das dann noch Schweiß war.

Nee, das ist nichts.

Deshalb habe ich auf Reisen andere Kleidung dabei. Synthetics. In teuer nennt man sie „Funktionskleidung“ und zahlt irre dafür, ich habe schon „Funktions-T-Shirts“ für 80 und über 100 Euro gesehen. Man bekommt die aber auch billiger. In Australien und Neuseeland habe ich das immer gemacht, nach Ankunft erst einmal in die Billig-Märkte vor den Städten zu fahren und mir solche Shirts für 3 bis 5 Euro zu holen. Für vier bis sechs Wochen Urlaub reichen die allemal, einige habe ich noch heute. Nachteil ist eigentlich nur, dass die an Scheuerstellen schnell solche kleinen Fädchenwolken bilden (die man mit dem elektrischen Haarschneider gut weg bekommt). Inzwischen gelten die als problematisch, weil sie beim Waschen Mikroplastik abgeben, aber für gelegentliche Reisen sind die optimal. Gerade weil sie so klein, dünn, leicht sind.

Früher habe ich die gelegentlich in den Discounter-Märkten im Angebot gekauft. Heute eher im Zehner- oder Zwanzigerpack aus China. Hohe Qualität ist es freilich nicht, aber zum Reisen reicht’s, und ich bin bisher damit zufrieden. Passen gut. Material in Ordnung, wenn auch nicht sehr haltbar. Aussehen weitestgehend unauffällige Massenware.

Kein Glück habe ich dagegen mit Unterhosen.

Ich habe zum zweiten Mal (und zum zweiten Mal erfolglos) versucht, mir bei Temu Unterhosen für die Reise zu kaufen. Gestern kam ein Beutel mit einer 15er und einer 5er Packung.

Nicht, dass ich qualitativ etwas auszusetzen hätte. Abgesehen davon, dass da noch die Fadenreste vom Nähen hängen, sind die in Ordnung, auch wenn das Material nicht sehr lange hält, aber für ein paar Reisen reicht es.

Auch angenehm auf der Haut. Wobei die angeblichen Luxus-Unterhosen doch sehr billig und glänzend nach Polyester aussehen, und es wohl auch sind – aber sich nicht schlecht anfühlen.

Aber:

Sie passen nicht.

Schon wieder nicht.

Die eigentlich gut verarbeiteten Hosen aus der 15er Packung (ich habe extra ein X mehr bestellt, also XXL) passen zwar von der Breite/Weite her wunderbar. Aber sie sie wieder, wie schon bei anderen Exemplaren aus einer anderen Bestellung, zu kurz.

Der Abstand vom Schritt zum umlaufenden Hüftgummiband ist viel zu kurz, ich bekomme die Dinger nicht über den Hintern. Nicht, weil sie zu eng wären, sondern weil der Weg über meinen Hintern länger ist als der Stoff. Die Dinger sind für den asiatischen Markt geschneidert – und Asiaten haben in der Regel kaum oder gar keinen Hintern. Bei vielen Asiaten geht der Rücken schnurgerade runter bis zu den Beinen, da kommt nichts.

Die Luxus-Unterhosen dagegen sind lang genug. Aber die sind – obwohl selbe Größe – zu eng.

Asiaten haben einfach andere Körpermaße.

Bei Oberbekleidung macht das, außer der Größenangabe, nichts. Ich hatte mal vor Jahren einen Pulli in XL bestellt, und vom Versender als Europäerzuschlag einen 3XL geschickt bekommen, größer hätten sie nicht, und der war immer noch etwas knapp.

Bei Jeans geht das noch. Ich hatte früher mal gerne japanische Jeans, als es die bei Metro noch gab, weil die für kurze Beine gemacht sind.

Aber bei Unterhosen geht das schief, wenn die nicht speziell von einem hiesigen Auftraggeber für den europäischen Markt bestellt und entsprechend geschneidert sind.

Nachdem jetzt also auch die zweite Unterhosen-Bestellung bei Temu Murks war, Metro keine Unterhosen mehr hat, und mir sonst hier auch nichts einfällt, außer weiterhin Batman- und ähnliche Unterhosen auf Zypern zu kaufen, bleiben eigentlich nur noch die gelegentlichen Angebote beim Discounter.

Eine Quelle erträglicher Unterhosen zu erträglichen Preisen fällt mir hier gerade nicht mehr ein.

Für heimische Zwecke habe ich noch ausreichende Bestände und Vorräte.

Aber um Reiseunterhosen muss ich mich doch noch kümmern.