Crans-Montana und die Kasse
Und noch einer oben drauf …
Hier gibt es eine schöne Zusammenfassung der Skandaldetails zur Brandbar.
Darin u.a.
Die Ehefrau des Betreibers, der die Bar vor rund zehn Jahren weitgehend in Eigenregie umbauen ließ, hielt sich in der Brandnacht nachweislich im Lokal auf. Unklar bleibt, wo genau sie sich während der entscheidenden Minuten befand und welche Rolle sie spielte. Fest steht, dass sie beim Ausbruch des Feuers zunächst verschwand und erst Stunden später wieder auftauchte. Sie wies leichte Brandverletzungen am Arm auf, was darauf hindeutet, dass sie sich nahe am Brandherd aufgehalten haben dürfte. Während ihres vorübergehenden Verschwindens wurden zudem die Social-Media-Auftritte der Bar deaktiviert.
[…]
Recherchen zeigen, dass das Betreiberpaar mit dubioser Vergangenheit über erhebliche finanzielle Mittel verfügte und in den vergangenen Jahren mehrere Immobilien erwarb – teilweise ohne Bankkredite oder Hypotheken.
Inzwischen geht das Gerücht, dass eine Überwachungskamera sie zeige, wie sie ziemlich schnell nach Ausbruch des Brandes den Ort verlassen habe – mit der Registrierkasse mit den Tageseinnahmen unter dem Arm:
#CransMontana, Un video incastrerebbe i gestori del locale: lei in fuga in strada con la cassa durante la strage#Mattino5 pic.twitter.com/qXXcUmTFL3
— Mattino5 (@mattino5) January 7, 2026
Irgendwo – ich finde es nicht mehr – hatte irgendwer mal vorgerechnet, wieviel Leute da pro Abend drin sind, wieviel Eintritt die zahlen, was eine Flasche Schampus dort kostet. Die haben da jeden Abend monströs viel Geld eingenommen. Gleichzeitig haben sie die Bar aber billigstmöglich gebaut. Man sieht ja auf den Fotos, dass das Ding gar keine Decke im eigentlichen Sinne hat, sondern die diese Schalldämmungsmatten direkt auf die Steinwolle gepappt hatten. Die Wände mit einfachem Holz verkleidet, die Sitze billige Schaumgummisofas. Und das ständig wechselnde Personal Kurzzeitbilligarbeitskräfte aus Korsika.
Die haben da rigoros optimiert: Einnahmen möglichst hoch. Kosten möglichst niedrig. Regeln zählen nicht.
Die Walliser Staatsanwaltschaft bestätigte, dass die Hälfte der 40 Todesopfer von Crans-Montana minderjährig, das heißt unter 18 Jahre alt war. Ob sich diese Jugendlichen rechtmäßig in der Bar aufhielten, ist weiterhin unklar. Nach kantonalem Recht dürfen unter 16-Jährige sich nach 22 Uhr nur in Begleitung eines Elternteils oder gesetzlichen Vertreters draußen aufhalten. Eine Bar besuchen dürfen sie nicht. Von den 20 minderjährigen Opfern hatten acht das 16. Lebensjahr noch nicht erreicht. Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud erklärte, sie könne derzeit nicht sagen, ob diese Jugendlichen begleitet waren. Minderjährige zwischen 16 und 18 Jahren dürfen Bars und Clubs besuchen.
Und es hieß ja vom Vater des Barmannes, dass der ihn vor Weihnachten angerufen und gesagt habe, dass er – nach nur drei Wochen, er hatte erst im Dezember dort angefangen – wieder kündigen und sofort gehen wollte, wegen der vielen Mängel und der vielen Minderjährigen. Der Betreiber habe ihn aber überredet, noch bis zum Jahresendgeschäft zu bleiben. Jetzt liegt dieser Barmann mit schweren Verbrennungen im Koma. Während die Chefin angeblich rechtzeitig und mit der Kasse unter dem Arm getürmt ist.
Eigentlich muss man fast froh sein, dass da so viele Mängel zusammenkamen. Denn für diese Fülle von Mängeln ist nur eine Bar abgebrannt, obwohl die Mängel für fünf bis zehn Brände gereicht hätten.
Die Schweizer …