Ansichten eines Informatikers

Ich hab den Beruf verfehlt …

Hadmut
5.1.2026 16:37

Bankräuber hätt’ ich werden sollen.

Es gehen Meldungen herum, dass die Beute aus dem Sparkasseneinbruch in Gelsenkirchen die 100 Millionen übersteigen könnte.

z. B. WELT, Tagesspiegel, einfach googeln. Zuerst wohl das Fachblatt für Geldwäsche und Raubüberfälle, die BILD.

Demnach haben Kunden angegeben, dass sie da jeweils mehr als 500.000 Euro in ihrem Schließfach gehabt hätten.

Übrigens sollte man beachten, dass das Bild mit den IKEA-Ivar-Regalen, den Pappschachteln und dem Loch in der Wand nicht, wie oft behauptet, den Tresorraum der Bank zeigt, das Zeug lag dort nicht in Pappschachteln herum, sondern einen Archivraum der Sparkasse auf der anderen Seite der Wand, von dem aus man eingebrochen ist. Quasi die Außenseite des Loches und nicht die Innenseite. (Es gibt Löcher mit einer und welche mit zwei Seiten, aber durch die mit nur einer Seite kommt man nicht durch.)

Die Panzerknacker kamen offenbar im Morgengrauen. Leise. Präzise. Und sie blieben mindestens 46 Stunden im Tresorraum der Sparkasse in Gelsenkirchen-Buer unentdeckt! In dieser Zeit knackten die Einbrecher fast alle der 3250 Schließfächer und entkamen mit einer Beute von mehr als 100 Millionen Euro.

Das lohnt sich.

Und 46 Stunden unentdeckt im Tresorraum einer deutschen Bank – Hammer. 46 Stunden.

Mein erster Gedanke dazu: Wo sind die denn da auf’s Klo gegangen? Ich hatte ja mal erzählt, dass es hier im den Kelleranlagen schon Einbrüche gab und einmal jemand dabei noch vor die Keller gekackt hat. Das wäre dann für die Polizei gleich die Abgabe einer DNA-Probe.

Nach BILD-Informationen könnten die Panzerknacker neben Verpflegung auch eine tragbare Chemie-Toilette dabei gehabt haben, um keine verräterischen Spuren zu hinterlassen.

Scheiß-Thema:

Experten stellten die Hypothese auf, dass ein Täter zum Aufknacken eines Schließfaches mindestens zwei Minuten gebraucht hat, das wären dann also ungefähr 100 Stunden, bei vier Tätern also ungefähr 25 Stunden.

Ich habe erst „Aufkacken“ gelesen.

Es muss ein Insider gewesen sein:

Beim Tippgeber könnte es sich um aktuelle oder ehemalige Bankmitarbeiter handeln. Oder auch Angestellte von Fremdfirmen, die dort gearbeitet haben, könnten den Tätern vertrauliche Informationen weitergegeben haben.

Ein ehemaliger Mitarbeiter, der bis vor einigen Jahren in der Filiale in Gelsenkirchen-Buer tätig war, erzählte BILD, dass in der Bank Sicherheitsmängel schon lange bekannt waren. Der Ex-Angestellte: „Im Gebäude hat man im Untergeschoss überhaupt keine Videoüberwachung. Das ist ein großes Problem. Außerdem gibt es im Tresorraum keinerlei Bewegungsmelder. Das heißt: Außerhalb der Geschäftszeiten bekommt niemand mit, wenn dort jemand drin ist.“

Wer weiß – war es vielleicht das Finanzamt selbst, dass da abgegriffen hat? Der Staat ist klamm und an die Schwarzgelder kommt man ja nicht anders.

Wobei mich ein Leser auf einen Gedanken brachte: Könnte es sein, dass man das als Geldbeschaffung für linken Bürgerkrieg verwendet? Den Aufbau der nächsten RAF?

Aber wie soll ich das beantworten? Das kann man weder ausschließen noch bestätigen, das ist rein spekulativ.

Es könnte eher sein, dass sich die Clans da gegenseitig beklauen, und 100 Millionen, das ist ja schon mal was, damit kann man sich ins Ausland absetzen.

Obwohl: Wie schafft man eigentlich 100 Millionen unbemerkt ins Ausland? Da braucht es mehrere Stückelungen. Auf Zypern haben sie ja mal eine ukrainische Geldbotin erwischt, die immer ein paar Hunderttausende in der Handtasche beim Fliegen mit sich führte, bis ihr mal jemand, der offenbar davon wusste, die Handtasche stahl und sie auch noch Anzeige erstattete.

Gold?

Edelsteine?

Die größte Banknote ist der 500-Euro-Schein, der wird aber angeblich seit 2019 nicht mehr hergestellt.

Ich will es mal so sagen: Eine Million unbemerkt zu waschen und verschwinden zu lassen, stelle ich mir schon recht schwierig vor, insbesondere wenn man niemanden einweihen will.

Aber was macht man, wenn man versehentlich auf hundert Millionen sitzt?

Das Problem ist ja auch, dass sich niemand bei den Clans mal eben hundert Millionen stehlen lässt. Bei einer Million könnten die vielleicht sagen, dass es besser ist, kein Aufhebens zu machen und es einfacher ist, sich mit der Neu- als mit der Wiederbeschaffung zu befassen. Aber hundert Millionen?

Da dürfte wohl deren geringstes Problem sein, dass die Polizei hinter denen her ist. Da würde ich wetten, dass da in der Unterwelt längst enorme Kopfgelder ausgesetzt sind. Und zwar so hoch, dass man sich auch nicht trauen kann, jemanden einzuweihen oder um Hilfe zu bitten.

Jetzt frage ich mich:

Hat mit mit so einem 100-Millionen-Coup das große Los gezogen – oder ist man dann schon so gut wie tot?

Und wenn man so ein Ding durchgezogen hat und dann zuhause die Beute zählt – freut man sich dann, oder bekommt man es dann mit der Angst zu tun?

Oder haben die die noch gar nicht gezählt, sondern erst einmal irgendwo einbetoniert?

Was macht man mit 100 Millionen in Geld, Gold und Schmuck?