Ansichten eines Informatikers

Das Geschwätz des Tagesspiegel

Hadmut
26.2.2024 12:16

Rettungsversuche für die Grünen.

Der FOCUS begeht den Fehler, in „Kooperation“ mit dem Tagesspiegel deren Schrott abzudrucken. Über diesen FOCUS-Artikel bin ich auf den Tagesspiegel-Artikel Verfall allgemeiner politischer Sitten: Die Grünen stehen am Pranger der Nation – Schluss damit! eines gewissen Julius Betschka gestoßen. Und da fällt mir gleich wieder die Formulierung „hat Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt öffentliche Verwaltung in Potsdam studiert“ auf, denn bei Geistes- und besonders Sozialwissenschaftlern reagiere ich inzwischen sehr allergisch, wenn es heißt „hat studiert“ und von einem Abschluss keine Rede ist. Das hat immer so ein Aroma, als ob einer schon an den anspruchlosesten Studiengängen gescheitert ist, in denen gar nichts verlangt wird, und dann in die Presse hineinversackt ist. Oder dann woanders so ein Satz:

1991 in Magdeburg geboren, an der Elbe aufgewachsen, in Potsdam Politikwissenschaften und VWL studiert, in Berlin Journalismus gelernt

Ach, VWL auch noch, und dann doch auf Journalismus abgestiegen?

Selber schreibt da jedenfalls eine Jammeraria darüber, wie übel man doch mit den Grünen gerade verfahren würde. Die armen Grünen.

Jede Forderung der Grünen gilt inzwischen als überheblich oder extremistisch – und wird mit Hass beantwortet. Andere Parteien haben das befeuert. Sie könnten die nächsten Opfer sein.

Ist es nicht genau umgekehrt? Stehen die Grünen nicht gerade ihren eigenen Methoden der letzten 40 Jahre gegenüber? Die Grünen haben das doch mit angezettelt, dass man sich einfach gegen Atommülltransporte irgendwo auf Gleise kettet, um etwas zu blockieren, oder sich mit Greenpeace irgendwo auf dem Meer querstellt, oder sich irgendwo auf die Straße klebt und den Verkehr blockiert, weil einem etwas nicht passt.

Und den Unterschied zwischen „Hass“ und Zorn oder Verachtung kennt er auch nicht. Lernt man in Politologie so wenig oder kam der nur bis zum zweiten Semester?

Es vergeht kein Termin eines grünen Spitzenpolitikers mehr ohne hasserfüllte Rufe, ohne Buhen oder Pfiffe.

Und das liegt immer an anderen? Oder haben die sich das redlich verdient?

Zur Erinnerung: Wie geht es denn auf den Parteitagen der Grünen untereinander zu? Schon vergessen, dass die sich da malträtieren? Dass Joschka Fischer mal das Trommelfell riss, weil er mit einem Farbbeutel beworfen wurde?

Oder dass die Grünen alles unterhalb solcher Rufe sowieso nicht verstehen und beachten? Auf einen groben Klotz gehört zumindest dann ein grober Keil, wenn er alles darunter nicht versteht. Es ist eine Folge derer Ignoranz.

Grünen-Veranstaltungen werden so oft bedroht, Grünen-Politiker so oft attackiert wie die keiner anderen Partei.

Falsch. Die am meisten bedrohte und attackierte Partei ist die AfD. Nur meint die Presse dann immer, das wäre ja gut und gerecht. Und jetzt beschwert man sich über die Methoden, die man selbst etabliert hat.

Man muss sich das vorstellen: Eine Partei, die in fast 75 Jahren Bundesrepublik ganze neun Jahre als Juniorpartner Teil der Bundesregierung war, soll für den Abstieg eines ganzen Landes verantwortlich sein.

Nicht die Grünen ganz allein, Merkel hat auch dafür Verantwortung, und der hat die Presse ja auch schon den Speichel geleckt. Aber die Grünen haben gerade in nur zwei Jahren ganz enormen Schaden angerichtet. Allein das Stichwort „E-Auto“ mit Abschaffung des Verbrenners. Daimler ist gerade um- und doch zum Verbrenner zurückgeschwenkt, den sie abschaffen wollten/sollten/mussten, weil das mit dem E-Auto schlicht nicht funktioniert. Und die Grünen haben auch drei voll funktionsfähige Kernkraftwerke mitten in der Krise abgeschaltet, und an der Nord-Stream-Sprengung scheinen sie auch Aktien zu haben.

Es ist tatsächlich so, dass die Grünen in nur zwei Jahren enormen Schaden angerichtet haben. Und selbst wenn ein Teil durch Krisen verursacht wurde, für die die Grünen nichts können, machen sie mindestens den Eindruck, alles noch zu verschlimmern.

Es erscheint in der Tat unglaublich, dass die Grünen in nur zwei Jahren das Land ruiniert haben. Aber so sind sie halt, die Grünen, deshalb ist es nicht unwahr.

Wobei ich ja schon sehe, dass der Absturz schon länger dauert, denn ich sage ja gerne, dass Deutschland von Männern in über 500 Jahren aufgebaut und von Frauen in weniger als 50 ruiniert wurde, dass der Absturz in den 70ern (als Auswirkung der 68er) begann. Aber bisher konnten wir das noch halbwegs verkraften. Die Grünen haben das so weit getrieben, dass die Belastungsgrenze überschritten ist und das System nun zusammenfällt.

Ein grüner Bundeswirtschaftsminister soll in nur zwei Jahren, in denen er vor allem nie gekannte Krisen gemanagt hat, die deutsche Wirtschaft zugrunde gerichtet haben. Ein schönes Märchen – das müssen selbst die erkennen, die jede einzelne Idee dieser Partei für falsch halten.

Das hat er aber nicht nur tatsächlich getan. Das hat er sogar vorher angekündigt, 2016:

Energiewendeland. Wirtschaft beruht auf Energie.

Davon abgesehen macht „Politologe“ Betschka einen kapitalen Fehler: Viele der Methoden, mit denen die Grünen das Land zerstören, finden nämlich nicht auf Bundes-, sondern auf Landesebene statt, fallen verfassungsrechtlich in die Zuständigkeit der Länder und nicht des Bundes. Und da sitzen sie schon viel länger. Toller „Politologe“.

Gestrickt an dieser Legende vom grün-gemachten Untergang hat im Übrigen nicht erst die radikale AfD, auch die anderen demokratischen Parteien machten und machen kräftig dabei mit. Zumindest aber gucken sie weg oder feixen über die braven Wollpulloverträger, die schon wieder öffentlich verdroschen werden.

Das ist keine Legende. An der muss niemand stricken. Wir sind in der EU gerade das Land, das am wenigsten hinbekommt. Früher waren wir noch Klassenprimus. Einen solchen Artikel zu schreiben zeugt von massiver Realitätsblindheit.

Die Grünen und ihre Politik werden auch von Mitgliedern von CDU, SPD oder FDP wahlweise als populistisch, totalitär oder extremistisch verunglimpft.

Komisch. Wenn man das über die AfD sagt, dann ist das demokratiefördernd und gut, dann nennt die Presse es „entlarven“, aber über die Grünen ist es plötzlich „verunglimpfen“. Wieder mal die Verlogenheit der Doppelbegriffen.

Sie werden diffamiert als abgehobene Politikerkaste, als selbstbesoffen oder als unausgebildete Faulenzer auf des Steuerzahlers Tasche.

„Diffamiert“? Sind sie denn nicht genau das? (Kinderficker, Drogenjunkies und Vielflieger fehlt noch, denn das sind sie ja auch.)

Dahinter steckt mehr: Die Grünen fungieren zurzeit als Blitzableiter für eine allgemeine Politik- und Parteienverachtung. Der irrationale Grünen-Hass ist teils systemfeindlich grundiert. Im Grünen-Politiker kondensieren sich der weit verbreitete deutsche Groll auf die Hauptstadt genauso wie Veränderungsmüdigkeit und Rebellion gegen das demokratische System.

Nein. Falsch. Die Deutschen sind nicht „veränderungsmüde“, im Gegenteil regen sie sich ja auf, dass sich zuwenig verändert. Die Deutschen unterscheiden nur – im Gegensatz zu Marxisten im Allgemeinen und Journalisten im Besonderen – zwischen nützlichen und schädlichen Veränderungen, solchen, die uns Vorteile und solchen, die uns nur Nachteile bringen. Und wer gegen den Angriff der Grünen auf die Redefreiheit ist, der rebelliert nicht gegen das demokratische System, der schützt es. Vor den Grünen.

Und der Vogel will VWL studiert haben? Wie lange? Vier Wochen?

Die Grünen wurden so zum leichten Ziel überzogener Kritik – und Gewalt. Dabei haben einem ausufernden Staat verschriebene Etatisten in der Partei einiges zu melden, was man scharf kritisieren kann; Extremisten dafür längst nichts mehr.

Komisch – bisher waren die Grünen doch selbst der Ausgangspunkt von Gewalt gegen Andersdenkende.

Und wenn Extremisten bei den Grünen nichts mehr zu sagen hätte, gäbe es eine Claudia Roth oder eine Lisa Paus dort schon lange nicht mehr.

Was für ein widerliches Gewäsch, es wirkt auf mich so durch und durch verlogen.

Aber nicht ganz neu.

Die Medien haben jahrelang für die Grünen getrommelt, waren selbst so grünbesoffen und bekloppt zu glauben, dass mit den Grünen – und nur mit denen – so ein sozialistisches Paradies mit universeller Gerechtigkeit eintritt, in dem keiner mehr arbeiten muss, jeder seine Erfüllung findet, bedingungsloses Grundeinkommen, Marihuana, Pornos und Sex mit wirklich allen Geschlechtern bekommt, und die Windräder uns alle glücklich machen, und können es nun weder verstehen noch ertragen, dass ihre Illusion nicht Wirklichkeit wurde.

Das linke Schundblatt Tagesspiegel kann weg.

Ich verstehe nur nicht, warum sich der FOCUS das antut, deren Schrott abzudrucken.

Zeigt aber wieder mal schön, dass wir keine funktionale Presse haben, sondern nur ein Haufen Zivilversager, die am ideologischen und finanziellen Tropf hängen und den linken Sermon repetieren und oft sogar glauben.