Ansichten eines Informatikers

Die Maoisierung Amerikas – und Deutschlands

Hadmut
7.10.2022 22:50

Sehr interessant, und bald natürlich auch bei uns.

Die Epochtimes hat heute einen sehr lesenswerten Artikel, der inzwischen leider hinter Paywall ist, heute vormittag noch frei war: „Gleichstellung“: Maos Kulturrevolution im Westen

Es ist ein Interview – genauer gesagt, ein Artikel in Textform zu einem Video-Interview – mit der Chinesin Lily Tang Williams, die die chinesische Kulturrevolution in China miterlebt hat, schon lange in den USA lebt, und nun beschreibt, wie sich die Vorgänge in den USA denen in China gleichen.

Gleichstellung, politische Korrektheit, „Cancel Culture“ und Co – das alles seien kommunistische Taktiken. Ihr einziger Zweck bestehe darin, Menschen zu spalten und sie dazu bringen, sich gegenseitig zu bekämpfen.

Neid, Missgunst, Ungerechtigkeitsgefühl.

Das ist etwas, was ich oft beschrieben habe. In meiner Jugend, in den 80er und teils noch 90er Jahren war die Welt noch irgendwie in Ordnung, das Leben einfach schön und angenehm, spaßorientiert. Und inzwischen haben wir einen Krieg jeder gegen jeden, kann einem für jedes falsche Wort sofort jeder den Dolch in den Rücken rammen.

Da die Erwachsenen sechs Tage in der Woche arbeiteten, hatten wir keine Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Das Leben bestand nur aus Leid. Jeder Tag drehte sich um Politik. Wir wohnten direkt neben einer Schule. Morgens um 6:30 Uhr schrillte der Lautsprecher: „Steht auf, geht zur Arbeit, geht zur Schule!“ Niemand konnte ausschlafen. Dann sangen wir rote Lieder.

Kommt einem das nicht bekannt vor, dass jeder, wirklich jeder, ausnahmslos jeder Aspekt des Lebens politisiert ist?

In der klassischen marxistischen Theorie gibt es die Unterdrücker und die Unterdrückten. Unter den Unterdrückern gibt es fünf schwarze Klassen. Unter den Unterdrückten gibt es fünf rote Klassen. Ich war rot. Ich musste nicht an den Kampfsitzungen teilnehmen, aber andere Menschen gehörten zu den schwarzen Klassen.

Sie mussten zu den Kampfsitzungen gehen, sich öffentlich demütigen lassen und ihre Familie und ihre Vorfahren denunzieren. Wenn sie sich nicht ordentlich entschuldigten oder ihre Familie nicht denunzierten, wurden sie mit Steinen beworfen. Sie konnten sogar in Konzentrationslager geschickt oder hingerichtet werden.

Unterdrücker und Unterdrückte. Unser tägliches Programm.

Die Kommunistische Partei kontrollierte die Presse, alle Medien, Fernseh- und Radiosender und natürlich auch mich. Jeden Tag liefen die Parolen über den Lautsprecher im Klassenzimmer. Die Lehrer indoktrinierten uns.

Schon in der Grundschule mussten wir jede Woche an einem Kurs teilnehmen, den sie moralische Charakterbildung nannten. Aber eigentlich war es der Kurs für politische Korrektheit. Jeder musste daran teilnehmen. Dann hörte man im Wesentlichen den Lehrern der Partei zu. Alle Lehrer arbeiteten für die Regierung, also hatten sie die gleichen Narrative.

Haben wir nicht exakt das auch bei uns? Nur dass die Lautsprecher durch Handys und Social Media ersetzt wurden?

Bei uns werden die Kinder ja auch schon in den Grundschulen und Kindergärten indoktriniert. Und die Kurse für politische Korrektheit sind in den USA und teils auch schon bei uns Pflicht. Gerade schrieb mir jemand, dass in seiner Firma Leute „gecancelt“ werden, die sich nicht in den Gender-Kanon einordnen.

Die Generation meiner Eltern wurde einer totalen Gehirnwäsche unterzogen. Und auch ich glaubte, wir müssten die schwarzen Klassen beseitigen. Sie wären Feinde des Volkes und des Staates.

Ich habe das alles geglaubt. Woher sollte ich die Wahrheit denn auch kennen? Ich hörte das jeden Tag. Jeden Tag wurde mir politisches Zeug vorgesetzt.

Sie beschreibt, wie sie in die USA kam, um die Indoktrination wieder loszuwerden. Unter Barack Obama habe sie aber bemerkt, wie das Land in den Sozialismus umgebaut werde.

Ich bemerkte sozialistische Maßnahmen. Heute reden alle von „Equity“ (Gleichheit oder Gleichstellung). Doch man kann keine Gleichstellung oder keine gleichen Ergebnisse erreichen, ohne dass die Regierung den Reichtum umverteilt. Das geht nicht anders. Egal ob Unternehmen, Universitäten, Schulen, unsere Bundesbehörden und sogar unser Militär, warum wirbt jeder stolz mit dem Wort Gleichstellung?

Genau diesen Effekt können wir ja auch hier bei uns beobachten. Und das geht direkt in den Kommunismus:

Ich kam in die USA, weil die Verfassung jedem Bürger Grundrechte garantiert. Doch sie machen so etwas? Ich konnte beobachten, wie Statuen umgestürzt und die Namen von Gebäuden und Schulen geändert wurden. Ich sah, wie gebrandschatzt und geplündert wurde. Der Gründer von „Black Lives Matter“ sagte, sie seien ausgebildete Marxisten.

Im vergangenen Jahr hörte ich in Chicago Leute skandieren: „Die wahre Lösung ist eine kommunistische Revolution.“ Man sieht die Antifa mit den Fahnen der Sowjetunion marschieren und sie tragen große Poster von Mao und Karl Marx. Ich habe wirklich das Gefühl, dass ich eine weitere Kulturrevolution durchlebe.

Das Problem haben wir ja auch hier: Die Antifa als Schlägertruppen, die den Kommunismus durchsetzen und alles aus dem Weg räumen sollen, was dem im Wege stehen könnte.

Die Kritische Rassentheorie verteufelt so viele Menschen in unserem Land. Warum? Weil sie als Weiße geboren wurden – etwas, das sich völlig ihrer Kontrolle entzieht. Amerika sei ein institutionell rassistisches Land – genau so etwas erzählt jedem die chinesische Regierung.

Die Kritische Rassentheorie wird im ganzen Land gelehrt. Die Lehrergewerkschaften wollen die Kritische Rassentheorie an allen öffentlichen Schulen einführen. Das ist Identitätspolitik, wie die fünf roten Klassen und die fünf schwarzen Klassen unter Mao. Jetzt heißt es Unterdrücker gegen Unterdrückte. Das habe ich alles schon mal gesehen.

Die Menschen erkennen es vielleicht nicht, aber ich sehe diesen Trend. Wir nutzen die Identitätspolitik, um die Bürger zu spalten und sie dazu zu bringen, sich gegenseitig zu bekämpfen, anstatt gemeinsam an der Lösung der Probleme unseres Landes zu arbeiten. Ich sehe, dass Verwandte während des Lockdowns nicht miteinander sprachen. Sie zeigten sogar ihre Nachbarn an, weil diese in ihren Häusern Partys feierten und so gegen die Einschränkungen verstießen.

Was ist hier eigentlich los? Wie kommt es, dass sich die Kulturrevolution wiederholt?

Und das ist nun eine überaus wichtige Beobachtung. Denn hier im Land läuft ja auch alles darauf hinaus, dass jeder mit jedem im Streit oder kurz davor ist. Niemand traut mehr irgendwem, es gibt keinen Spaß mehr, nur noch Vorwürfe und die Einteilung in Opfer und Rassisten.

Und etwas in dieser Art, nur – derzeit noch – deutlich leichter habe ich am Arbeitsplatz erlebt:

Ich habe einen Freund in New Hampshire, der gerade gefeuert wurde. Er ist ein weißer Mann und arbeitete an einer Privatschule. Er sollte an diesem Kritische-Rassentheorie-Training teilnehmen, sich selbst prüfen und sagen: „Ich bin weiß und habe vielleicht eine versteckte Voreingenommenheit. Ich bin von Natur aus rassistisch.“ Er sollte mit dem Strom schwimmen, doch er weigerte sich.

Er sagte, er müsse sich für nichts entschuldigen. Er sei so geboren worden. Gemäß der Unabhängigkeitserklärung seien in unserem Land alle Menschen gleich geboren. Wir sollten Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe und Rasse beurteilen. Das ist es jedoch, was sie jeden Tag tun wollen.

An genau dem Punkt sind wir ja auch, an dem alle Weißen, vor allem die Männer, als Täter und Schurken qua Hautfarbe hingestellt werden und alle anderen ihre Opfer seien.

Es gibt einen Spruch: Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me! Gerüchten zufolge von Oscar Wilde.

Dass der Sozialismus/Kommunismus vor 100 Jahren schon mal die Welt betrügen konnte, ist eines. Dass wir aber so gar nichts daraus gelernt haben und dieselbe Nummer nun schon wieder abläuft, das ist Versagen. Eigentlich müsste jeder gebildete Mensch hier die Notbremse ziehen, weil jedem klar sein muss, dass das direkt ins Verderben führt.

Unsere jungen Menschen verstehen die Geschichte nicht und sie verstehen nicht einmal unser politisches System. Sie glauben den sozialen und linken Medien sowie den Erzählungen der Mainstream-Medien.

Und genau dazu senden ARD und ZDF diesen Gender-Schrott.

Schon so oft gesagt: Eigentlich müssten wir in den Museen und Gedenkausstellungen die Methodik der Nazis und den damaligen Konflikt darstellen, um verhindern zu können, dass sich das wiederholt. Man kann deshalb das Verhalten von Medien und Politik nur so verstehen, dass sie genau das wollen, nämlich dass es sich wiederholt. Ich hatte ja schon den Verdacht geäußert, dass viele gerade daran arbeiten, die Oktoberrevolution von 1917 und den damals gescheiterten Versuch, den Kommunismus in Deutschland auszurufen, mit 100 Jahren Verspätung nochmal wiederholt werden soll, aber diesmal mit dem „richtigen“ Ergebnis.