Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Die Reduktion auf eine Kernrepublik ohne „Überschussakademiker“

Hadmut
21.6.2022 22:24

Ende der Politiker-, Journalisten- und Geisteswissenschaftler-Kaste?

Ein Leser meinte, ich solle mir dieses Youtube-Video mal anschauen. “Es wird langsam bitter in Deutschland” – IM GESPRÄCH [POLITIK SPEZIAL] mit einem Chemiker namens Wolfgang Kochanek. Sagt mir nichts. Vor allem sagt mir das Video nicht viel, weil sie zwar eloquent sagen, dass es bitter wird in Deutschland, die Leute das nicht mehr mitmachen, aber kaum sagen, was denn eigentlich. Es geht zwar darum, dass die Leute sich Miete plus Lebensmittel nicht mehr leisten können und die Industrie ihre Energie nicht mehr bekommt und jetzt schon nicht mehr konkurrenzfähig gegen die Chinesen sei, aber was man als die Ursachen und Probleme ansieht, das habe ich da nicht heraushören können. Klar. Man muss etwas dagegen unternehmen, viele werden aufstehen. Aber wogegen? Das macht mir die Zustimmung schwierig, wenn ich nicht weiß, wozu ich zustimmen soll. An einzelnen Stellen hört man was von der Corona-Impfung, oder der Abschaffung des Bargeldes, und dass man einzelne Leute kaltstellen könne, aber nicht „Zehntausende“, die jetzt aufstünden. Bin mir nicht sicher, wer das sein könnte. Ich kenne nicht so viele, die „aufstehen“.

Interessant fand ich aber eine Stelle ab 15:38, als er sagt, dass die Situation so bitter ist, dass sie jetzt was ändern wird, weil es kritisch wird, was ja schon Lenin erkannt habe, dass es zu großen Änderungen kommt, wenn die da unten nicht mehr weiter können und die da oben nicht mehr weiter wissen, dass man sich derer entledige, die „nur Wertschöpfung konsumieren, wie diese Parteisoldaten, und das Zeug, was man nicht brauche, um eine Gesellschaft am Leben zu halten“ – die werde man demnächst „entsorgen“.

Was mich an einen Artikel in der NZZ erinnert.

Vor einiger Zeit gab es dort schon einen Artikel «Die Studenten vergeuden ihre Zeit» einer Dozentin Andrea Franc, die die Geisteswissenschaftler für faul und überflüssig hält. Das gab einen Riesenkrach. Ich hatte darüber geschrieben, aber auch, dass sie selbst in die Kritik gerieht. Ob zu Recht oder nur zur Diffamierung, das lasse ich mal offen, das kann ich nicht abschließend einordnen.

Es gab aber einen Folgeartikel einen Katharina Fontana, die da nachlegt und – für die Schweiz – die Geisteswissenschaftler generell in Frage stellt: Streit über Teilzeit-Akademiker: Die Fragen rund um die Geisteswissenschaften sind berechtigt

Mangelhafte Ausbildung und zu viel Teilzeitarbeit: Die Kritik an den Geisteswissenschaften lässt die Wogen hochgehen. Doch die Diskussion, wie viele dieser Absolventen die Schweiz braucht und wie leistungsbereit sie sein sollen, ist überfällig.

Da geht es nämlich darum, dass die Geisteswissenschaftler stinkfaul sind und eben nur genau das tun, was oben angesprochen wurde: Die Wertschöpfung anderer konsumieren. Ich hatte das neulich schon mal angesprochen, dass die Geisteswissenschaftler sich das mit ihrer marxistischen Ideologie theoretisch und moralisch rechtfertigen, weil sie sagen, dass durch Maschinen die Produktivität so sehr gestiegen sei, dass nur noch wenige wirklich arbeiten müssen und ein Teil der Bevölkerung von dieser Produktivität leben könne, ohne selbst zu arbeiten.

So verdienen beispielsweise Historiker laut der Schweizerischen Berufsberatung ein Jahr nach Abschluss effektiv – nicht auf eine Vollzeitstelle hochgerechnet – 48 000 Franken. «Entsprechend sind auch nur 42 Prozent der Historikerinnen und Historiker zufrieden mit ihrem Einkommen», schreiben die Autoren. Psychologen, bei denen die Teilzeitarbeit ebenfalls hoch im Kurs ist, haben ein tatsächliches Jahreseinkommen von 56 000 Franken. Die Liste lässt sich fortsetzen.

Fünf Jahre nach Abschluss arbeiten Geisteswissenschafter noch immer signifikant häufiger Teilzeit als andere Universitätsabgänger, gut 55 Prozent sind es, und das im Alter von 30 bis 35 Jahren. Nur jeder Zehnte würde gerne mehr arbeiten. Rund 40 Prozent begründen die Teilzeitarbeit mit dem Wunsch nach mehr Zeit für persönliche Interessen.

Sicher, Selbstverwirklichung ist eine schöne Sache. Doch wenn die hochqualifizierten Akademiker der Allgemeinheit später wenig zurückgeben und aufgrund ihres tiefen Einkommens kaum Steuern und Sozialabgaben bezahlen, geht die Rechnung nicht auf. Das Geld, das die Gesellschaft in ihre Ausbildung investiert, wirft zu wenig Rendite ab. Wer diese Fehlentwicklung benennt, hat kein «brutales Menschenbild», wie der Dekan der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni Luzern meint, sondern ist ganz einfach nüchterner Realist. Würden pro Jahr ein paar hundert Absolventen die Universität als Geisteswissenschafter verlassen, wäre das kein Thema. Doch es handelt sich um die mit Abstand grösste Studentengruppe überhaupt, und damit bilden sie eine relevante Grösse.

Das ist ein valider Punkt, den ich auch schon oft geäußert habe. Viele Geisteswissenschaftler führen von vornherein eine parasitäre Lebensweise und studieren sich ganz bewusst in eine berufliche völlige Nutzlosigkeit, um jede wertschöpfende Tätigkeit lebenslang auszuschließen. Ich hatte vor 6 Jahren (Herrje, wie die Zeit vergeht…) einen vielbeachteten Artikel über Geisteswissenschaftler geschrieben, die darüber beleidigt sind, weil ihnen das Arbeitsamt nicht mehr anzubieten hat, als Erdbeeren pflücken zu gehen. Was eben ihrem Leistungsspektrum entspricht. Es gab ja auch mal einen, der sich beschwerte, dass ihm der Staat keine gutbezahlte Stelle stellt. Der hatte sich auf die Innenarchitektur irgendwelcher romanischer Kirchen spezialisiert und erwartete allen Ernstes, dass ihn der Steuerzahler für den Rest seines Lebens gut dafür bezahlt, dass er in der Welt herumreist und sich Kirchen anguckt.

Mich erinnert das immer wieder an diese Streitigkeiten in Israel. Dort gibt es so eine Kaste von Orthodoxen, die nicht arbeiten und behaupten, Gott habe verlangt, dass sie beten, und deshalb vom Rest der Bevölkerung durchgefüttert und honoriert werden wollen, weil sie mit ihrem Gebeten ja schließlich den Staat erhalten. Obendrein führen sie sich wohl auch noch auf wie Sau, es wird berichtet, dass sie auf der Straße Kinder angreifen, bespucken und so weiter, die nicht nach ihren Vorstellungen gekleidet sind. Auf der anderen Seite gibt es eine säkuläre Bevölkerungssschicht, die moderat oder gar nicht religiös ist, und die das überhaupt nicht einsieht, warum sie die faule Bande, die da rumpöbeln und Leute angreifen, auch noch mit Steuergeldern durchfüttern sollen. Da herrscht richtig Krach zwischen den Fronten.

Letztlich dieselbe Situation wie hier mit den Linken, Feministinnen, eben vielen Geisteswissenschaftlern.

Die «Überschussakademiker»

Auch wirtschaftlich gesehen ist es fragwürdig, an den Universitäten derart viele Personen zu unterrichten, die auf dem Arbeitsmarkt zwar irgendwo unterkommen, die – im Unterschied etwa zu Medizinern oder Ingenieuren – aber nicht eigentlich gesucht sind. Der Sozialdemokrat Rudolf Strahm nennt diese Gruppe von Studienabgängern «Überschussakademiker» – das ist nicht gerade nett formuliert, aber treffend.

Das gemeinschaftliche Sich-Empören über Francs provokative Kritik an den Geisteswissenschaften mag den beleidigten Seelen guttun. Es ist auch ein bequemer Weg, vom eigentlichen Thema abzulenken. Doch das ändert nichts daran, dass die Schweiz heute zahlreiche Akademiker ausbildet, die ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Und bei denen man nicht recht weiss, welchen Nutzen sie für die Gesellschaft und die Wirtschaft haben.

Das ist genau der Punkt. Schreibe ich ja auch seit Jahren. Intensiv spätestens seit 2012 und Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde durch das Bundesverfassungsgericht, weil die Blockade der Normierung von Promotionsanforderung ja nichts anderes war, als die Scheunentore für diese überflüssigen und nutzlosen „Überschussakademiker“ offen zu halten. Denn dieser ganze linke Sozio- und Kulturkram ist ja nichts anderes als die Lebensentscheidung hin zu Nutzlosigkeit und Leben auf Kosten anderer. Und Gender Studies sind ja nun gar nichts anderes mehr als die Kunst des und Ausbildung zum totalen Parasitentum. Da geht es ja nur noch um Betrug, Erpressung, Abgreifen. Einen Studiengang für Banküberfälle anzubieten wäre seriöser.

Ich hatte ja neulich schon vermutet, dass diese Häufung von Plagiatsfällen, Hochstapeleien und Betrügereien im Frauen- und Linkenbereich eine direkte Auswirkung einer parasitären Lebensweise ist. Dass das direkt zusammenhängt und Ergebnis einer evolutionär entwickelten Überlebensstrategie sein könnte. Ein Leser hatte mir darauf geantwortet, dass das überaus viel Sinn ergäbe, weil sich nämlich in der Biologie gezeigt habe, dass parasitäre Spezies sehr oft ihre Wirte auch täuschen und betrügen, etwa vorgaukeln, etwas anderes zu sein. Die Intensität des Betrugs könnte also direkte Folge dessen sein, dass das Gehirn auf eine parasitäre Lebensführung ausgelegt ist. Und das Bundesverfassungsgericht – in Form einer Verfassungsrichterin und Genderprofessorin als Hohepriesterin optimierten Parasitentums mit Unkündbarkeit und Pensionsanspruch, Leistungs- und befähigungsanspruchloser Frauenquote – schützt das auch noch.

Und schon der Begriff der „Teilhabe“, auch der der „Gleichstellung“ sind ja schon nichts anderes, als das Mitfressen an der Leistung anderer.

Nun kam gerade eben in den Nachrichten, dass die Wirtschaft gerade abstürzt und wir in die schlimmste Wirtschaftskrise seit 1945 zu schlittern drohen.

Immer mehr Unternehmen werden dicht machen, weil sie nicht mehr konkurrenzfähig sind, oder ins Ausland abwandern. Die Tage schrieb mir schon einer aus einem Industrieunternehmen, dass die dort jetzt schon nur noch Fachkräfte aus Osteuropa bekommen und einstellen. Inzwischen nun stellt sich dort aber die Frage, ob es nicht ökonomischer und sinnvoller wäre, statt die Arbeitskräfte aus Osteuropa heranzuholen, einfach den ganzen Betrieb nach Osteuropa zu verlagern, weil dort inzwischen einfach alles besser wäre. Billigere Energie, billigere Arbeitskräfte, weniger Bürokratie, mehr Platz, kein Gender und so weiter und so fort.

Es könnte also gut sein, dass sich der Quotenballast, Leute auf dem Rücken der Produktivität anderer mitzuschleppen, im Zuge der bevorstehenden Krise erledigt. Ebenso wie die vielen Geisteswissenschaft.

Es könnte sein, dass die Wirtschaft und in der Folge die Gesellschaft umschlägt und – möglicherweise unter Verlagerung ins Ausland, um dem Einfluss deutscher Gesetzgebung zu entgehen – nur noch eine Kerntruppe nachweislich und objektiv messbar produktiver Leute ist, und der ganze Personalschrott rausfliegt. Denn wenn einer sein Unternehmen nach Osteuropa verlagert, wen wird er mitnehmen? Den Ingenieur oder die Frauenbeauftragte? Den, den er einstellen wollte, oder die, die er einstellen musste?

Ich könnte mir vorstellen, dass es da Berater, Dienstleister, Unternehmen, Kanzleien geben wird, die kleine und mittelständische Firmen darin beraten, wie sie das optimal machen, beispielsweise in eine Insolvenz gehen, um sich überflüssiger Mitarbeiter zu entledigen, oder durch den Aufkauf der Assets durch eine neu gegründete Firma das herausziehen, was wirklich von Wert ist.

Die nächsten 10 Jahre werden heiter.