Ansichten eines Informatikers

Die Mehl und Öl-Krise

Hadmut
21.5.2022 8:58

Zwei Theorien.

Die Leser haben mir viele Zuschriften mit Theorien dazu geschickt, warum wir hier in Deutschland eine Mehl- und Öl-Krise haben, und die fast nur bei uns (angeblich aber auch an der „Cote“, ich vermute mal, dass die Côte d’Azur gemeint ist), nicht aber in anderen Ländern vorzufinden ist.

Beachtlicherweise habe ich zwar viele Zuschriften bekommen, darin finden sich aber nur zwei Theorien. Die eine wird nur von einem vertreten, die andere von allen anderen.

Die Einzelmeinungstheorie besagt, dass durch den Ukraine-Krieg und die ukrainischen Flüchtlinge gerade die Versorgung von (arabischen) Flüchtlingen und die Tafeln zusammengebrochen sind (einige Tafeln haben ja geschlossen, weil sie nicht mehr genug Essen für alle haben), und deshalb Leute mit privatem Geld und Spendengeldern alles Mehl und Öl aufkaufen, dessen sie habhaft werden können, um es in die Flüchtlingsheime zu karren. (Aber nur Mehl und Öl? Sonst nichts?)

Die weit überwiegende Mehrheitsmeinung sagt, dass es um Steuerbetrug der vielen Imbisse und Dönerbuden gehe. Die würden – ich hatte ja schon oft erwähnt, dass mir das in Berlin oft auffällt, dass das, was man bestellt, nicht in die Kasse getippt wird, sondern die Kassenschublade einfach offen bleibt und das Wechselgeld direkt daraus gezahlt wird, ohne die Zahlung zu registrieren, und neulich sind angeblich manipulierte Kassen in großem Stil aufgeflogen – nur noch maximal die Hälfte ihrer Umsätze dem Finanzamt melden. Und damit das plausibel aussieht und einer Prüfung standhält, auch nur einen entsprechenden Anteil ihrer Zutaten offiziell im Großmarkt kaufen, damit das zusammenpasst. Den Rest würden sie anonym mit Bargeld in den normalen Supermärkten zukaufen, was das Finanzamt nicht feststellen könne.

Letzteres könnte ich mir zwar grundsätzlich vorstellen, warum aber sollte das dann urplötzlich steil ansteigen?

Es wäre natürlich denkbar, dass sich die Umsätze über die Corona-Pandemie alle runtergeregelt haben, vielleicht auch die Reservern aufgebraucht sind, und nun mit Frühling und dem zumindest eingebildeten Ende der Pandemie die Umsätze wieder steigen, weil die Leute wieder raus wollen, und man es für unauffällig hält, die Umsatzanstiege zu verheimlichen und so zu tun, als bliebe man auf dem Corona-Niveau hängen.

Man wird dazu aber nicht darum herum kommen, herauszufinden, ob es in den Läden überhaupt Mehl und Öl zu kaufen gibt, denn wenn es keines gibt, wären beide Theorien nicht haltbar. Und wenn es welches gibt, herauszufinden, wer es denn kauft.