Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Woher kam der „Narrativ“?

Hadmut
12.5.2022 21:02

Ein Leser fragte an.

Schon etwas her, ich war in letzter Zeit so beschäftigt, dass ich nicht alle Anfragen zeitnah beklöppeln konnte. Er fragt:

Hi Hadmut,

wo kommt denn plötzlich dieses Wort “Narrativ” her. Vor ein paar Jahren so selten benutzt wie “Diminutiv” jetzt aber in jedem dritten Satz vorkommend.

Es ist doch eine bildliche Erzählung, also das Narrativ ist das Bild, dass sich einem darstellt, wenn man einen komplexen Sachverhalt so darstellt, das man sich das bildlich anhand des “Narrativs” verdeutlichen lässt.

Scheint eine neue sprachliche Definition erhalten zu haben. Aber ist denn ein Narrativ jetzt etwas gutes oder ist es etwas böses ?

Hadmut bitte kär auf.

Gruss

Das ist mir auch aufgefallen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass solche Begriffe, die sich urplötzlich ausbreiten, auch „Faktencheck“, „Hassrede“, „Verschwörungserzählung“ und so weiter, sich deshalb so plötzlich und stark ausbreiten, weil dieser ganze linke Komplex inhaltlich zentral gesteuert wird. Irgendwelche Deppenpriester geben denen da in ihren Zirkeln an der Uni und auf den Parteitagen hinter verschlossener Tür irgendeinen Käse vor, und die plappern das dann alle nach. Ich weiß nicht mehr, was es war, aber neutlich ist mir auf einem Parteitagsvideo der Grünen auch aufgefallen, wie die dort irgendeinen Blödsinn labern und dann Grünenpolitiker denselben Mist in den Talkshows blubbern.

Manchmal lässt sich das bis hin zu Übersetzungsfehlern aus dem Englischen/Amerikanischen verfolgen. Irgendwo hatte ich das schon mal beschrieben, mir fällt nur das Beispiel gerade nicht auf Anhieb ein. Man merkt dadurch aber sehr stark, wie die alle vernetzt sind und ihren Blödsinn alles synchron raushauen. Passiert ja auch inhaltlich so, wie etwa damals bei der Homo-Ehe. Wie zentral gesteuert war die damals plötzlich auf allen Kanälen im Dauerfeuer, auf allen Fernseh- und Radiokanälen, und ebenso synchron auch wieder weg.

Man merkt daran sehr gut, dass die Leute nicht selbst denken und meinen, sondern dass sie zentral gesteuert indoktriniert werden und kollektiv nachplappern, was angesagt ist. Und zu den Distributoren angesagten linken Geschwätzes gehören dann Leute vom Schlage eines Sascha Lobo, die die Bindeglieder zwischen Ideologie, Blödsinn, Parteien und Medien bilden.

Zur Herkunft dieses Begriffs kann man bei Wikipedia etwas nachlesen.

Soweit ich das mitverfolgt habe, ist der Hintergrund für den Aufstieg dieses Begriffs aber der:

Dieser ganze linke Komplex stützt sich ja auf diese Diskurstheorie, wonach es keine naturgegebene Realität gibt, sondern alles nur über Sprechakte konstruiert wird und der Mensch denkt, was ihm gesagt wird.

Aus dieser Klapsmühligkeit heraus wollte man politische Gegner angreifen, und dazu unterstellen, dass alles, was die glauben, sagen oder anzweifeln, nur daher rührt, dass jemand anderes ihnen das eingeredet habe. Der Marxist als solcher traut ja keinem Menschen zu, selbst irgendwas zu denken. Für alles Gute ist deshalb die Partei zuständig, weil der Mensch ja selbst nicht wissen kann, was für ihn gut ist. Und an allem Schlechten sind irgendwelche Leute schuld, die ihnen das eingeredet haben. Der Mensch ist in deren Weltbild eine wert- und willenlose Verfügungsmasse, Individualität gibt es nicht.

Zunächst hat man das alles als Verschwörungstheorie bezeichnet. Das war ja auch lange sehr in Mode.

Das hat sich aber nicht nur stark abgenutzt und fällt inzwischen auf den zurück, der den Vorwurf erhebt, sondern es trat auch das Problem auf, dass viele „Verschwörungstheorien“ sich als wahr herausstellten oder zumindest dem Inhalt nach keine Theorien waren – oder schlicht keine Verschwörung zum Inhalt hatten.

Man brauchte also im Meinungkrieg andere Begriffe, die nicht abgenutzt waren, nicht mehr den in ein schales Licht stellten, der sie gebraucht, und vor allem a) weiter gefasst sind b) weniger spezifisch und c) schwerer zu widerlegen.

Und daraus entstanden eben diese Begriffe „Verschwörungserzählung“ und – noch weiter gefasst und im Klang anders, dafür wissenschaftlich klingend – „Narrativ“. Ist zwar meistens Blödsinn, hört sich aber auch gleich gebildeter an.

Abgesehen davon, dass der Begriff ohnehin nur eine Geisteswissenschaftlererfindung und damit dubios ist, war der Begriff ursprünglich ein Adjektiv, und wurde dann zum Substantiv umgeschwätzt.