Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Ihr werdet nichts besitzen…

Hadmut
4.5.2022 17:37

…und habt gefälligst glücklich zu sein, denn es ist Sozialismus!

Ging mir gerade so durch den Kopf:

Wenn sie den Wohnraum beschränken, beschränken sie auch die Menge des Besitzes an Mobiliar/Sachen, die man haben kann.

Wobei sie das komischerweise in Fläche und nicht Volumen rechnen. In Berlin gibt es noch jede Menge Altbauwohnungen, die riesig groß sind. Als ich hier 2013 nach einer Wohnung gesucht habe, hatte ich auch eine besichtigt, die halb katastrophal, halb phänomenal war. Ein Wohnzimmer von der Größe einer kleinen Turnhalle. Auch so hoch, locker 5 oder 6 Meter. Da hätte man ein prächtiges Fotostudio reinbauen können. Nur war leider der Rest der Wohnung sehr mickrig und sehr gammelig, und der Keller modrig. Ich hatte schon überlegt, einfach nur das Wohnzimmer als Loft zu nutzen und da alles zu machen, aber das war mir dann doch zu schräg. Zumal man diese Wohnhalle ja auch nicht vernünftig beheizen kann, zumal in einem zugigen Altbau mit schlechten Fenstern und riesiger Fensterfront. Hätte außerdem zu sehr zum Steinewerfen eingeladen, ruckzuck ist die ganze Fensterfront demoliert und offen.

Als ich noch bei München gewohnt habe, hatte ich eine Maisonette-Wohnung. Das Wohnzimmer war aber nach oben offen, weil das obere Stockwerk künstlich gestutz war und nur die halbe Etage abdeckte. Weil man einfach des Verkaufs wegen Wohnungen zu niedrigeren Kauf- und Mietpreisen machen wollen, indem man den Quadratmeterpreis gleich lässt, und einfach ein Stück Fläche weglässt, indem man im Obergeschoss nur einen Teil des Bodens eingebaut hat. Künstlich gekürzt. Damit hat man künstlich die Wohnfläche verkleinert, gleichzeitig aber das Heizen verteuert, weil man einfach deutlich mehr heizen muss, wenn das Wohnzimmer noch oben so gute sieben Meter hoch bis unters Dach offen ist und sich die ganze warme Luft deshalb oben sammelt.

Es ist aber eine durchaus interessante Frage, wie das mit der Wohnraumverkleinerung gehen soll. Eine Menge Leute schimpfen über das Home-Office, weil ihnen schlicht der Platz dafür fehlt. Ich hatte Kollegen, die sich deshalb schlicht weigerten. Kein Platz. Andere schimpften über Home-Schooling. Auch kein Platz. Und wie sollen zwei Kinder unterschiedlicher Klassen im selben Raum arbeiten können? Stundenlang Kopfhörer auf?

Und dann wollen sie den Wohnraum reduzieren.

Tolle Idee.

Was machen dann eigentlich Leute, die generell von zuhause arbeiten? Freiberufler?