Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Hat die Warnung vor der Flut nicht funktioniert?

Hadmut
18.7.2021 20:42

Mmmh. [Schweres kriminelles Update!]

Ich habe gerade eine ganze Menge an Zuschriften und Hinweisen, wonach die Hochwasserflut nicht nur vorhersehbar war, sondern vorhergesehen wurde, aber die Warn- und Informationskette habe einfach nicht funktioniert. Ich muss das erst mal alles sortieren und durchschauen, heute schaffe ich das nicht mehr. Angeblich haben Satelliten, die die Erdoberfläche per Radar vermessen, schon Tage vor dem Unglück gemeldet, dass die Wasserstände sehr bedrohlich ansteigen und sich die Pegel heben.

Außerdem liegen mir mehrere Hinweise vor, wonach sich keine Sau um die Talsperren und Stauseen gekümmert hat und die alle schon seit Wochen randvoll waren, also nichts mehr aufnehmen konnten. Vielleicht wollte man auch einfach für die große Greta-Dürre vorsorgen. Warum können Talsperren und Stausehen überhaupt zu 100% voll werden und damit keine Notfallreserve mehr haben? Und warum muss die Feuerwehr aus der bruchgefährdeten Talsperre bei Euskirchen Wasser abpumpen, um Druck von der Mauer zu nehmen? Gibt es da keine Notentwässerung, die man aufdreht und laufen lässt? Verstehe ich nicht. Vielleicht, weil ich Laie bin und mir das falsch vorstelle, aber ich verstehe es nicht. Man baut eine Staumauer und hat keinen regulären Plan und keine regulären Maßnahmen für den Fall, dass an der was kaputt geht? Da haben sie doch nun extra irgendwelche Laser-Vermessungsgeräte aufgebaut um zu sehen, ob sich an der Mauer irgendwas bewegt. Und inspizieren sie mit Drohnen. Warum muss man sowas erst im Katastrophenfall aufbauen? Müssten Staumauern nicht standardmäßig Messgeräte eingebaut haben, die möglichst frühzeitig warnen, wenn sich da was bewegt oder was bröselt?

Ich will dazu mal, pars pro toto, einen herausgreifen. Die Sunday Times erhebt schwere Vorwürfe: Germany knew the floods were coming, but the warnings didn’t work

Weather scientists say a ‘monumental failure of the system’ is directly to blame for the death and devastation triggered by a month’s worth of rain that fell in two days this week

War es also Staats- und Behördenversagen?

Das ganze Klimageschwätz zur Ablenkung? Um vorzugaukeln, dass wir doch alle schon dagegen ankämpfen?

The first signs of catastrophe were detected nine days ago by a satellite orbiting 500 miles above the tranquil hills around the Rhine river.

Over the next few days a team of scientists sent the German authorities a series of forecasts so accurate that they now read like a macabre prophecy: the Rhineland was about to be hit by “extreme” flooding, particularly along the Erft and Ahr rivers, and in towns such as Hagen and Altena.

Yet despite at least 24 hours’ warning that predicted, almost precisely, which districts would be worst afflicted when the rains came, the flood still caught many of its victims largely unawares.

Der Rest ist leider hinter Paywall. Da hat man dann so ein Abo an der Backe, und muss eine ganze Kuh leasen, weil man man eine Kugel Eis essen will.

Es ist aber ein schwerwiegender und interessanter Punkt. Denn es gibt einige Hinweise, dass diese Hochwasser nicht neu waren, sondern früher schon stattgefunden hatten, und manche der übererschwemmten Gegenden an der Ahr sehen ja geradezu wie alte Flußläufe und Überschwemmungsgebiete aus. Man sieht ja geradezu, wie das Wasser sein altes Bett einnahm.

Auch Fotos habe ich gesehen, bei denen es einen förmlich in die Nase beißt, dass der Fluß geradezu überlaufen und in die Ortschaft reinlaufen musste, weil man alte Brücken und Staustufen da hatte, die zwangsläufig dazu führten, dass das Wasser zur Seite wegfließen musste.

Es erinnert mich an Dresden. Da gab es doch mal dieses enorme Hochwasser, und ich habe genau da gewohnt. Allerdings bin ich erst nach dem Hochwasser dorthin gekommen und habe an der weißen Wann in meinem Keller bei genauem Hinsehen noch die dünne Linie gesehen, bis wohin da mal das Wasser stand. Im Einkaufszentrum hatten sie auch eine Metallmarke angebracht, damit man noch sieht, wie hoch das mal unter Wasser stand.

Als ich da nun aber gewohnt habe, hatte man mit dieser „Langen Nacht der Wissenschaft“ angefangen. Sehr, sehr gut, weil in Dresden das alles beisammen ist. In München war das auch gut, nur in Berlin nicht so, weil das hier alles so weit auseinander ist. Jedenfalls war ich da in der ersten Nacht in Dresden mal um Mitternacht in einem Universitätsinstitut für Hydrologie (oder so ähnlich), das zeigte, wie sie da die Ursachen eben jenes Hochwassers untersuchten. Die hatten im Keller eine ziemlich große Fläche aufgebaut, auf der sie die Oberfläche des überschwemmten Gebietes in Dresden so ähnlich wie eine Spielzeugeisenbahn aufgebaut hatten. Kam mir gleich bekannt vor, denn genau da habe ich ja damals gewohnt. Und dann machten die damit Versuche, indem sie das Ding unter Wasser setzten. Zuerst natürlich ging es darum, die Überschwemmung realitätsnah nachzubilden, um zu zeigen, dass das Modell die Realität trifft. Haben sie auch live vorgeführt. Und dann ging es darum, welche Veränderungen die Überschwemmung der Häuser verhindert hätte.

Und der Brüller war: Sie hatten als Ursache eine bestimmte Brücke der Weißeritz ausgemacht. Irgendwas bei mir gleich um die Ecke. Das ist jetzt auch schon über 15 Jahre her, deshalb weiß ich das nicht mehr so genau, aber ich glaube, es war eine Fußgängerbrücke in einer Biegung. Sie zeigten auch Fotos. Das Problem war, dass das Wasser die Höhe der Brücke erreichte und sich dann Treibholz da verkeilte, quasi eine Sperre bildete, und deshalb das Wasser zur Seite auslief. Hätte man die ganze Brücke entfernt (oder gar nicht erst an so einer kritischen Stelle gebaut), wäre die Überschwemmung wohl erspart geblieben. Man hätte sie beispielsweise schnell lossprengen und mit einem Autokran wegheben können. Oder von vornherein als Schwenkbrücke anlegen und wegklappen. Winziger Schaden, winzige Kosten im Vergleich zu dem, was passiert ist.

Aber: Es hat sich einfach keiner drum gekümmert.

Und als es passierte, wusste man auch nicht, was tun. Man hat das erst im Nachhinein und über Beobachtungen und Fotos und Fernsehaufnahmen herausgefunden, hätte das aber schon vorher wissen können, wenn man sich mal drum gekümmert hätte. Das aufgebaute Modell hätte gezeigt, was passiert. Es funktionierte fast so, als würden sie da eine Klospülung ziehen und gucken, wo es hinläuft.

Nun hatten wir jetzt im Rheinland nicht mal die erste Überschwemmung. Das gab es nicht nur früher schon, vor der ganzen Klimanummer, sondern man sieht förmlich, wo da die ausgewaschenen Wasserläufe sind. Genau da hat man Häuser reingebaut.

Was grotesk ist, weil wir in Deutschland ja die absurdesten Bauvorschriften haben. Häuser müssen gleich hoch sein, die gleiche Farbe haben, ähnlich aussehen, sogar die Pflanzen werden penibel vorgeschrieben, damit das alles fein ordentlich aussieht. Irgendwo hat mal einer fürchterlich Ärger bekommen, weil er sein Haus rot oder orange angestrichen hatte. Das gehe ja gar nicht, wo kämen wir hin! Aber sich mal zu überlegen, ob man da überhaupt baut, das geht dann nicht. Man könnte solche Gegenden ja für Parkplätze, Parkanlagen, Sportplätze, Freibäder und sowas nutzen, wo bei einer Überflutung der Schaden durch Ausfall und Reparatur nur gering ist.

Selbst wenn man wirklich Häuser dahin baut: Dann müsste man doch einen Katastrophenplan haben. Da zum Beispiel keine Ölheizungen. Dafür Sirenen. Evakuierungspläne. Belehrungen. Warnanlagen. So, wie man sie nach dem großen Tsunami dann auch am Meer aufgebaut hat. Ich war doch neulich in Neuseeland. Da hängen in gefährdeten Küstenorten Schilder, die sagen, welches Alarmsignal was bedeutet, wieviel Zeit man hat und wo man hinrennen muss, um in Sicherheit zu sein. Auf einen Hügel in der Stadtmitte, zum Beispiel.

Warum aber funktioniert bei uns gar nichts mehr außer Frauenquoten, Genderklos und Gendersprachvorschriften?

Warum ist es wichtiger, dass die Straßenverkehrsordnung gegendert ist und von Radfahrenden faselt, als sich um Hochwasseralarm zu kümmern? (Antwort: Weil wir dümmer als Treibholz sind.)

Ich halte es für überaus wichtig, nun herauszufinden, warum es hier keine ordentliche Warnung und auch vorher keine Vorbereitung gegeben hat. Oder man da überhaupt gebaut hat. Und ob beispielsweise Brücken die Überschwemmungen verursacht haben, wie damals in Dresden.

Und dabei sollte man sich auf keinen Fall vom Klimageschwätz ablenken lassen. Ich will das wissen, ob das vorher bekannt war, dass das Wasser kommt, und in unfähigen Behörden versackt ist.

Und wenn das so ist, dann würde ich gerne wissen, warum. Ob man sich mehr um Gender und Quoten als um seine Aufgaben gekümmert hat.

Das wäre mal etwas für Landes- oder Bundestagsanfragen, aber ich weiß noch nicht, in welche Zuständigkeiten das fällt.

Man sollte aber unbedingt nachbohren, auf wessen Konto weit über 100 Tote, Milliardenschäden und ruinierte Existenzen gehen.

Stellt Euch mal vor, man hätte 8, 24, 48 Stunden vorher eine konkrete und ernste Warnung bekommen. Was dann an Menschenleben, Gegenständen, Hab und Gut, Fahrzeugen hätte gerettet werden können. In wievielen Häusern es schon gereicht hätte, die wertvollsten Dinge in das erste Obergeschoss zu bringen und die Fahrzeuge auf den Berg zu fahren.

Oder einfach von vornherein die Häuser so zu bauen, dass der Rohbau bis 1. OG sowas aushält?

Update: Ich bekomme gerade einen Hinweis, dass Sciencefiles.org mehr zu diesem Sunday-Times-Artikel schreibt und ihn auch teilweise übersetzt, also sagt, was hinter der Paywall zu finden ist.

Demnach hat man Warnungen bewusst ignoriert.

Deutschland lag mit seinen Vorkehrungen auf die schweren Niederschläge der letzten Wochen völlig daneben, obwohl es umfassende Warnungen vor bevorstehenden Fluten gegeben habe, sagte gestern ein Experte, der Europas Flut-Vorhersage-Modell geschaffen hat. Hannah Cloke, Professer der Hydrologie an der Universität Reading sagte, dass ein “monumentales Versagen des Systems” zu den menschlichen Kosten dieser tödlichsten Nachkriegs-Naturkatastrophe zumindest beigetragen habe. […]

Die ersten Zeichen der Katastrophe, die die ruhigen Hügel um den Rhein heimsuchen könnte, wurden vor neun Tagen von einem Satelliten aufgefangen, der die Erde in einer Höhe von 500 Kilometern umrundet. Über die nächsten Tage haben Wissenschaftler deutschen Behördern Vorhersagen geschickt, die so akkurat waren, dass sie sich nun wie eine makabre Prophezeiung lesen: Dem Rheinland stünden extreme Überschwemmungen bevor, vor allem die Erft und die Ahr seien davon betroffen und Städte wie Hagen und Altena.
Obwohl mindestens 24 Stunden vor dem Desaster genaue Vorhersagen darüber, welche Regionen besonders betroffen sein werden, vorhanden waren, hat die Flutwelle die Menschen überrascht. […]

2014 war es Behörden in Kroatien möglich, sich auf die massiven Überschwemmungen auf dem Balkan vorzubereiten. Dieses Mal wurden die Warnungen der Wissenschaftler jedoch ignoriert. Efas hat bereits am 10. Juli Alarm geschlagen, vier Tage vor der erste Flutwelle wurden Warnungen an die Deutsche und die Belgische Regierung verschickt, Warnungen darüber, dass entlang von Niederhein und Meuse mit Überschwemmungen zu rechnen ist.
Über die nächsten Tage produzierte Efas detaillierte Karten, die die meisten der Regionen, die besonders hart getroffen wurden, identifiziert haben. Die deutschen Projektpartner haben detaillierte Auswertungen für einzelne Flüsse, darunter die Ahr, in deren Hochwasser mindestens 93 Menschen ertrunken sind und mehr als 600 verletzt wurden, angefordert.
Cloke sagt, dass es sicher schwierig gewesen wäre, Flash-Flutwellen vorherzusagen, aber mit Sicherheit ausreichend Zeit vorhanden gewesen sei, um die Städte vorzubereiten.

Warum also hat man das ignoriert?

Also nicht etwa verpennt, übersehen, nicht gemerkt, sondern ignoriert?

Sciencefiles macht da so eine Andeutung:

Angesichts der Geschwindigkeit, mit der die Flutkatastrophe von Klimawandel-Alarmisten instrumentalisiert wurde, um ihren Humbug zu verbreiten, eine Geschwindigkeit, die aufgrund ihrer Koordination und Orchestrierung fast an Vorhersehung glauben lässt, könnte man auch auf ganz andere Motive, die hinter der Ignoranz vorhandener Warnungen und dem damit verbundenen Todesurteil für mehr als Hundert Menschen und den damit verbundenen Verheerungen ganzer Landstriche stehen, vermuten …

Hat man die Warnungen ignoriert, um den Grünen und Fridays for Future im Wahlkampf keinen Ansatzpunkt zu liefern und kein Affentheater von Greta, Luisa & Co. zu provozieren?