Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Noch ein Feministinnengejammer: Die schütteldumme taz

Hadmut
29.5.2021 19:38

Sie kommen wirklich mit gar nichts zurecht.

Mal sind es die Mikrofone die Frauen kreischig klingen lassen, mal die Kameras, die Schwarze nicht gut fotografieren, und nun laut einer Arabella Wintermayr auf taz:

Die Stimmen von Frauen werden in Onlinegesprächen benachteiligt, haben Fort­sche­r*in­nen herausgefunden. Meldungen wie diese bringen das Bild „nüchterner“ Technologie zum Bröckeln. Doch wenn digitale Anwendungen diskriminieren, liegt das meist an den Menschen, die sie entwickeln.

Das Arbeitsmeeting mit den Kol­le­g*in­nen via „Teams“, das Universitätsseminar via „Zoom“ oder die Vereinssitzung via „Skype“: In der Coronapandemie sind Videokonferenzen für viele Menschen alltäglich geworden. Umso gewichtiger sind die Erkenntnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie der Universität Magdeburg.

In Zusammenarbeit mit der dänischen Universität Sønderborg fanden Wis­sen­schaft­le­r*in­nen heraus, dass Frauen wegen der Stimmverarbeitung in Onlinegesprächen benachteiligt sind. Nicht alle Anteile der Sprache werden übertragen, gerade höhere Frequenzen werden ausgedünnt, heißt es dort. In der Konsequenz werden weibliche Redebeiträge als weniger ausdrucksstark, kompetent und charismatisch wahrgenommen.

Noch nie in der Geschichte der Wissenschaftler*innen, seit sie den *innen-Schwanz haben, hätten sie irgendwo irgendetwas anderes herausgefunden, als dass sie durch alles und jedes benachteiligt sind. Was anderes als ihren Jammerkatalog zu verlängern machen die nicht. Auf die Idee, dass „ausdrucksstark, kompetent und charismatisch“ vor allem damit zu tun haben, was man sagt und wie man es sagt, und nicht nur, wie es klingt, kommen die nicht.

Und natürlich: Wieder nur Gejammer. Richten sollen es wieder die Männer.

Auf die Idee, einen Audio- oder Sprach-Codec zu bauen, der ihnen besser passt, kommen sie nicht. Aber überall wollen sie Frauen in der Informatik haben und behaupten, die Informatik sei doch eigentlich weiblich.

„An der Entwicklung von Informationstechnik sind nun mal vor allem Männer beteiligt. Im Jahr 2018 waren beispielsweise im deutschen IT-Bereich nur knapp 17 Prozent aller Angestellten Frauen“, erklärt Lisa Hanstein und bezieht sich dabei auf eine Untersuchung der auf Tech-Jobs spezialisierten Plattform „Honeypot“. Sie arbeitet zum Einfluss unbewusster Vorurteile (auch engl. „biases“) auf die Entwicklung digitaler Anwendungen an der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin (EAF Berlin), einer Forschungs- und Beratungsorganisation, die sich für mehr Vielfalt in Führungsebenen in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft einsetzt.

Und was hält die 17 Prozent Frauen und die anderen, die nicht angestellt sind, dann davon ab, einen Codec zu entwickeln, der ihnen gefällt?

Ich will’s mal so sagen:

Bei Amanda Gorman waren sie doch neulich noch der Meinung, dass nur eine Schwarze die Texte einer Schwarzen übersetzen kann und darf.

Na, dann dürfen und können auch nur Frauen CODECs bauen, die für weibliche Sprache gemacht sind. Müsst Ihr halt mal selbst machen. Und nicht immer nur von Männern verlangen.

Also los, Mädels, macht halt. Niemand hält Euch ab.

Mansplaining dazu vom alten Informatiker: Das liegt nicht direkt an Zoom oder Skype. Weil die nämlich alle so gebaut sind, dass die mit mehreren Codecs klarkommen, die als Bibliothek verwenden und das aushandeln können. (Codec = Coder + Decoder) Es ist also ziemlich einfach, Zoom und Skype und wie sie alle heißen, einen neuen Codec zur Auswahl zu geben. Es nutzt überhaupt nichts, höhere Frauenanteile zu fordern, weil es darum geht, Codecs zu entwickeln und nicht Zoom oder Skype zu verbessern und frauenkompatibel machen.

Also lasst Euch nicht abhalten. Ihr wolltet doch immer die Informatik als Frauentechnik haben.

Gebt Gas. Macht einen neuen Codec. Und alles ist gut.

Aber lasst dieses erbärmliche dämliche „Männer-helft-uns!“-Gejammer.

Und, verdammt nochmal, haltet endlich Politikwissenschaftlerinnen von der IT fern, das Ergebnis ist einfach zu blöd und dämlich. Egal ob sie Wintermayr oder Bär heißen.

taz kann weg. Nur noch Müll.