Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Komische Nebenmusik zur Frage um Baerbocks Abschluss

Hadmut
11.5.2021 18:03

Seltsame Presseaktionen.

Einen Lebenslauf nachzuverfolgen ist doch eine alltägliche, völlig normale Angelegenheit, die jeden Tag überall passiert.

Aber FAZ und Tagespiegel ist es äußerst wichtig, ganz schnell zu erwähnen, dass die Grünen Baerbocks Lebenslauf nachgewiesen hätten.

Die FAZ schreibt, dass sie eigentlich nicht das ist, als was sie bisher hingestellt wurde, aber da sei alles bestens:

Sie wird als Völkerrechtlerin bezeichnet, ist aber keine Volljuristin. Einen Bachelorabschluss hat Annalena Baerbock nicht, aber Vordiplom und Master. Dennoch: Alles ging mit rechten Dingen zu. […]

Verwunderung machte sich nun breit, weil das Magazin der Süddeutschen Zeitung einen Hinweis unter eine Fotostrecke anbrachte, in der es hieß: „In einer vorigen Fassung des Texts hatten wir angegeben, Frau Baerbock habe einen Bachelorabschluss. Dies ist nicht korrekt.“

Das war ja die Korrektur, die die SZ auf meine Anfrage hin vornahm.

Einen solchen Bachelorabschluss gibt Baerbock selbst auch nirgendwo an. Aber wäre er nicht Voraussetzung, um überhaupt ein Masterstudium in London beginnen zu können? Nachfrage bei Gerhard Dannemann, Professor für englisches Recht an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Er sagt, die Londoner Hochschule LSE könne selbst bestimmen, welche Voraussetzungen sie an ein LLM-Studium knüpft. Der Standardfall sei ein LLB, also Bachelor of the Laws, auch ein Staatsexamen würde vermutlich genügen. „Außerdem könnte die LSE in Einzelfällen auch Studierende ohne einen ersten Abschluss zulassen“, erklärt Dannemann.

Naja, wie die SZ zu dieser Falschangabe kam und wie Baerbock dort ein Riesen-Interview mit jeder Menge Bildern und allem drum und dran abgeben und diese Falschinformation aber stehen lassen konnte (soll mir keiner sagen, dass die solche Artikel nicht überprüfen), das wäre durchaus die Frage.

Und auch welche Voraussetzungen die LSE stellt, kann sie zwar selbst bestimmen, die Frage ist aber, was sie bestimmt hat. Und so genau scheint die FAZ das nicht zu wissen, denn dass die LSE damals Vordiplom plus 2 Semester akzeptiert hat, ist bekannt. Unklar ist, ob Baerbock tatsächlich Vordiplom plus 2 Semester studiert hat, denn die Grünen geben das Datum des Vordiploms nicht an. Und die nehmen ja auch nicht jedes Vordiplom in jedem Fach. Wie man mit Politikwissenschaft zu einem Jura-Master-Studium kommt, ist bisher unklar.

Aber selbst wenn das formal in Ordnung ist, und sich Hinz und Kunz mit jedem beliebigen Vordiplom in Londen einen Master in Völkerrecht abholen konnten, und das alles echt ist: Was sagt das über die Befähigung Annalena Baerbocks? So ein Master ist doch auch dann, wenn er echt ist, weit mehr Ausweis der Unfähigkeit zu einem noramlen Abschluss als Befähigungsnachweis. Wer will denn von jemandem mit so einem Witzmaster regiert werden?

Derber der Tagesspiegel:

Die Grünen gehen erneut gegen Falschmeldungen im Netz über ihre Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock vor. Nachdem es in den sozialen Netzwerken Zweifel an der akademischen Ausbildung von Baerbock gegeben hatte, veröffentlichte Wahlkampfsprecher Andreas Kappler am Dienstag die Hochschul-Abschlüsse von Baerbock bei Twitter.

“Annalena Baerbock hat in Hamburg und London studiert und ihr Studium an der [London School of Economics & Political Science] mit einem Master of Laws in Public International Law abgeschlossen. Die Studienleistungen in Hamburg waren Voraussetzung für die Aufnahme an der LSE”, schrieb Kappler bei Twitter.

Zuvor war, vor allem in Rechten Netzwerken, immer wieder der Vorwurf laut geworden, dass Baerbock bei ihrem Lebenslauf getrickst und gar nicht an der Elite-Universität in London studiert haben könnte. Die Begründung: Sie habe keinen Bachelor-Abschluss in Hamburg machen können, weil es den zu dieser Zeit noch gar nicht gab.

Aha. Aber sie hat doch keinen Bachelor und den gab es damals auch nicht. Wieso gehen die Grünen „gegen Falschmeldungen vor“? Sind doch nicht falsch?

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Baerbock im Netz Falschmeldungen, Hass und auch Sexismus ausgesetzt sieht.

Und von ihrer Behauptung, öffentliches Recht studiert zu haben, steht auf dem Ausschnitt des Vordiploms, den die Grünen zeigen, auch nichts. Bisher nicht ersichtlich, wann sie das studiert haben will.

Und wisst Ihr, was ich auch noch nicht verstanden habe? Sie behauptet doch, ein Promotionsstudium an der FU Berlin betrieben, aber nicht abgeschlossen zu haben. Ich habe noch nicht verstanden, wie das gehen soll, weil ich nicht sehe, wie sie damit die Zulassungsvoraussetzungen aus deren Promotionsordnung erfüllt haben könnte. Ich habe die FU um Erleuchtung gebeten.

Da haben es aber einige Medien verdammt eilig, das alles als so korrekt hinzustellen, alles nur Anwürfe aus rechten Netzwerken. Obwohl es in der SZ falsch stand.

Und wisst Ihr, was ich auch drollig finde?

Es gibt doch dieses Bild von Annalena Baerbock zusammen mit George Soros.

Ein Leser wies mich dazu auf das hin:

Die LSE ist die von Soros’ Open Society am drittmeisten mit Geld beregnete Universität.

Und dass Soros in den USA massiv manipuliert, indem er etwa Staatsanwaltskandidatinnen für den Wahlkampf mit viel Geld ausstattet, um politisch überall seine Leute zu platzieren, ist bekannt und hatte ich ja schon von verschiedenen Fällen im Blog erwähnt.

Wenn aber Soros in den USA mit Geld dafür sorgt, dass seine politischen Gefolgsleute in den politischen Posten landen, wer findet das hier dann noch harmlos?