Hadmut Danisch

Ansichten eines Informatikers

Fortschritt in der Klärung des Studiums von Annalena Baerbock

Hadmut
6.5.2021 1:08

Ein Stück Erkenntnis.

Aber besser sieht es dadurch nicht aus. [Update]

Es ist etwas nebulös.

Ich habe einen Hinweis bekommen, dass Annalena Baerbock ihr Studium in Hamburg gar nicht zu einem Abschluss gebracht habe.

Hier wird behauptet, Annalena Baerbock habe in Hamburg ihr Studium mit dem Bachelor abgeschlossen. Auch die Süddeutsche Zeitung schreibt über sie, sie habe einen Bachelor. Screenshot:

Was überaus beeindruckend wäre und belegte, wie progressiv und ihrer Zeit voraus sie ist, denn inzwischen habe ich auch einen Hinweis, dass man Politik in Hamburg auf Bachelor erst seit 2005 studieren kann. Das wäre wirklich sehr zukunftsorientiert.

2004 habe es noch nur Diplom, Magister und Lehramt gegeben, wie im Webarchive zu finden.

Dabei habe es auch eine Vordiplom-Prüfung gegeben, wie ebenfalls im Webarchive nachzulesen.

Im Diplom gab es ein Wahlpflichtfach, im Magister stattdessen zwei Nebenfächer.

In der Prüfungsordnung ist neben der Politischen Wissenschaft ein frei wählbares Wahlpflichtfach vorgesehen. Es entspricht in seinem Studienumfang einem zweiten Hauptfach mit verkürzter Studiendauer.

Unklar ist mir daran, welche Wahlpflichtfächer die dort zugelassen haben und ob das schon im Vordiplom oder erst im Diplom ging.

Allerdings boten die Juristen damals als zweites Hauptfach oder Nebenfach drei Gebiete der Rechtswissenschaften an: Zivilrecht, öffentliches Recht, Strafrecht.

Nun habe ich also verstanden, wie man sich für den in Baerbocks Lebenslaufe angegebenen Studiengang Politikwissenschaft und öffentliches Recht immatrikulieren kann: Diplomstudiengang und Wahlpflichtfach.

Nur: Einen Bachelor konnte man damit nicht machen. Das ging erst ab 2005, und nach den neuren Prüfungsordnungen dann nur noch ohne Nebenfach.

Ein Vordiplom würde passen, vorausgesetzt, was da nicht so genau hervorgeht, aber sich auch nicht so liest, wenn man das Wahlpflichtfach schon im Vordiplom studieren könnte. Aber warum sollte es dann eine „verkürzte“ Studiendauer sein?

Und normalerweise gilt das Vordiplom außerhalb der Universitäten nicht als Abschluss. Das war ja der Grund, warum man damals den Bachelor favorisierte und gegenüber dem Vordiplom aufwertete, nämlich weil der auch außerhalb als Abschluss anerkannt werden sollte. Erklärt immerhin, warum noch keiner eine Bachelorarbeit gefunden hat.

Komisch ist dann aber, dass ich nirgends einen Hinweis finde, dass sie ein Vordiplom hätte.

Die Diplom-Vorprüfung ist eine studienbegleitende Prüfung, die in vier bis fünf Semestern absolviert werden kann und soll. Liegen die erforderlichen fünf Leistungsnachweise (darunter die vier benoteten) und die Bescheinigungen über die Studienberatungen vor, kann im Sekretariat von Frau Möhl (Zi. 205), die Ausstellung des Vordiploms beantragt werden. Die fertigen Urkunden sind dann ebenfalls im Sekretariat Zimmer 205 abzuholen.

Wenn man also 2000 anfängt zu studieren, mithin normalerweise WS 2000/2001, würde man normalerweise das Vordiplom mit Ende des SS 2002 oder WS 2002/2003 abgeschlossen haben. Wenn Baerbock aber bis 2004 studiert hat, ist das seltsam. Denn wenn sie das Vordiplom hatte, würde man nicht nur davon lesen, weil man es angeben würde, sondern es wäre auch komisch, dass jemand das Studium mittem im Hauptdiplom abbricht, um ein komisches teures Kurzstudium in London anzutreten.

Ich weiß zwar noch nicht, was da eigentlich passiert ist, aber der Zeitablauf und das Fehlen der Behauptung, ein Vordiplom zu haben, riecht irgendwie danach, als wäre sie entweder durch das Vordiplom gefallen oder exmatrikuliert worden, weil sie die Leistungen nicht innerhalb der Zeit erbracht hat. Das würde nämlich zu 2004 passen, was ja so auf 7 oder 8 Semester rausläuft.

Und das nun wieder würde dieses komische Anschlusstudium in London, kurz, komisch, teuer, erklären. Das könnte man dann als Noteinkauf eines Abschlusses werten.

Deshalb ist eine zentrale Frage:

Es erscheint zwar geklärt, wie es zu dem angegebenen Studium unter dieser Bezeichnung bezüglich seiner Immatrikulation und Aufnahme kam, aber nicht, wie es endete und warum. Denn insbesondere der Zeitpunkt findet meines Erachtens keine seriöse Begründung.

Und das erscheint als umso wichtiger, weil man ja zwar zugibt, dass Baerbock keinerlei Regierungserfahrung außer im Haushalt gegenüber zwei Kleinkindern habe, aber – wie es in der Presse hieß – „studierte Juristin“ sei und vor allem, so eine steile Lernkurve und alles so schnell lernen könne.

Sollte sich aber herausstellen, dass es das wäre, wonach es riecht, nämlich schon am Vordiplom gescheitert und sich dann einen Kaufabschluss in London gekauft habe – das muss man noch klären, aber einen Master in 2-3 Semestern zu erwerben ist seltsam, vor allem, weil die Universität dort als überaus renommiert gilt, insbesondere wenn man vorher in Deutschland nicht weit gekommen ist, aber manche meinen, das wäre ein Kaufabschluss, den die Uni dort für Leute im Berufsleben anbietet, die keine Zeit zum Studieren habe. Ich warte noch auf Antworten aus London. Insbesondere würde mich dann die master thesis sehr interessieren. Und natürlich die Frage, warum es manchmal „master in“ und manchmal nur „Masterstudiengang“ heißt.

Also: Stück weiter, aber nicht wirklich schlauer. Da gibt es schon noch ein paar Schritte zu tun bis zur untertänigen Anbetung der neuen Gottkanzlerin.

Soviel würde ich aber schon sagen: Es riecht nicht gut. Normalerweise sagt jeder, der irgendeinen Abschluss gemacht hat, das auch klar im Lebenslauf, denn da gehört das rein, dafür ist der da. Da ist ja das, was man daraus wissen will.

Wenn mir jemand diesen Lebenslauf in einer Bewerbung vorlegen würde, würde ich schon sehr misstrauisch und mir das in einem Bewerbungsgespräch genau erzählen lassen. Ich hielte das für einstellungsrelevant.

Soll aber jemand von Null auf Kanzlerin werden, fragt seltsamerweise niemand danach.

Da stellt sich für mich dann schon die Frage, ob uns die Grünen da jemanden ohne Regierungserfahrung, praktisch ohne Berufserfahrung, der womöglich nicht mal das Vordiplom geschafft hat, als die superqualifizierte kompetente Spitzenfrau hin, die „Kanzler kann“, weil sie alles kann und so eine steile Lernkurve hat?

Sehr, sehr komisch.

Update: Ich habe gerade mal auf der Webseite der Süddeutschen geguckt, wie man da eine Redaktion erreicht, denn ich wollte schon mal nachfragen, wie die da zu der Angabe kommen, dass Baerbock einen Bachelor hätte, wenn sie doch 2000-2004 studiert hat und doch die aktuellen Informationen darauf hindeuten, dass es den Bachelor dort erst ab 2005 gab.

Und obwohl der Artikel über Baerbock, den ich oben als Screenshot hatte, schon von Juni 2019, knapp zwei Jahre alt ist, bekomme ich auf der Kontaktseite angezeigt:

Da frage ich also mal nach. Denn das sind dann auch wahlrelevante Angaben, wenn die Leute da nachlesen. Und wenn die nicht stimmen, wäre das ziemlich heftig.